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Fuß & Sprunggelenk · Kindlicher Knick-Senkfuß · Operation

Arthrorise beim kindlichen Knick-Senkfuß

Minimalinvasive Aufrichtung des Fußgewölbes durch ein kleines Implantat im Sinus tarsi

Bei der Arthrorise wird ein kleines Implantat in den Sinus tarsi eingebracht, den Kanal zwischen Sprungbein und Fersenbein, um die übermäßige Einwärtsdrehung des unteren Sprunggelenks zu begrenzen und so das Fußlängsgewölbe aufzurichten, ohne dass dafür ein Knochen durchtrennt werden muss. Diese Seite erklärt Ihnen, wie der Eingriff konkret abläuft und was in den Wochen danach auf Sie zukommt. Die Erkrankung selbst, die Abgrenzung zwischen flexiblem und rigidem Befund sowie die konservativen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zum kindlichen Knick-Senkfuß.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen.

Operationsdauer

Meist etwa 20–30 Minuten pro Fuß.

Narkose

Bei Kindern in der Regel eine Vollnarkose, häufig ergänzt durch eine lokale Betäubung zur Schmerzlinderung nach der OP.

Krankenhausaufenthalt

Häufig ambulant oder mit einer kurzen stationären Beobachtung möglich.

Mobilisation

Meist rasch nach der Operation möglich, oft bereits mit begleitender Belastung im Spezialschuh.

Belastung

Da kein Knochen durchtrennt wird, ist häufig eine frühzeitigere Belastung möglich als nach knöchernen Korrekturverfahren.

Spezialschuh/Orthese

Je nach individuellem Verlauf für einige Wochen, deutlich kürzer als bei einer Osteotomie.

Rehabilitation

Meist keine spezielle Reha notwendig; häufig begleitende Physiotherapie zur Kräftigung der fußstützenden Muskulatur.

Reversibilität

Das Implantat kann bei Bedarf, etwa nach Wachstumsabschluss oder bei Beschwerden, minimalinvasiv wieder entfernt werden.

Schulfähigkeit

Je nach Heilungsverlauf und Alter meist innerhalb weniger Wochen wieder möglich.

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Der Eingriff erfolgt bei Kindern in der Regel in Vollnarkose, häufig ergänzt durch eine lokale Betäubung, die den Wundschmerz in den ersten Stunden nach der Operation reduziert.

Zugang

Über einen kurzen Hautschnitt seitlich am Fuß, oberhalb des Sinus tarsi, wird der Zugang zu diesem Kanal geschaffen. Der Schnitt ist deutlich kleiner als bei einer knöchernen Korrekturoperation.

Einbringen des Implantats

Unter Bildwandlerkontrolle, also fortlaufender Röntgendurchleuchtung während der Operation, wird die passende Implantatgröße bestimmt und das Implantat schonend in den Sinus tarsi eingebracht. Anschließend prüft der Operateur die korrigierte Fußstellung klinisch und unter Durchleuchtung, insbesondere die Aufrichtung der Ferse und die Beweglichkeit des unteren Sprunggelenks.

Abschluss

Nach abschließender Kontrolle der Fußstellung wird die kleine Wunde verschlossen und ein Verband angelegt. Häufig kann ein Spezialschuh angepasst werden, der eine frühzeitige Mobilisation unterstützt.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

Da kein Knochen durchtrennt wurde, ist die Anfangsmobilisation nach einer Arthrorise meist schneller möglich als nach einer knöchernen Korrekturoperation.

Ein Wundschmerz in den ersten Tagen ist normal und lässt sich in der Regel gut mit Schmerzmitteln sowie Hochlagern und Kühlen kontrollieren. Häufig ist bereits kurz nach der Operation eine Belastung im Spezialschuh möglich; die genauen Vorgaben legt der Operateur individuell fest. Der stationäre Aufenthalt beschränkt sich häufig auf eine kurze Beobachtungszeit oder erfolgt ambulant.

Eine Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung erfolgt üblicherweise nach etwa 10–14 Tagen. Begleitende Physiotherapie wird häufig ergänzt, um die fußstützende Muskulatur zu kräftigen und die Aufrichtung des Fußgewölbes langfristig zu unterstützen.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage

    Hochlagern, Kühlen, Spezialschuh

    Der Fuß sollte in den ersten Tagen geschont, hochgelagert und gekühlt werden, um die Schwellung zu begrenzen. Erste Gehversuche im Spezialschuh sind meist bereits früh möglich.

  • Nach etwa 1–2 Wochen

    Wundkontrolle und zunehmende Belastung

    Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung. Die Belastung im Spezialschuh kann schrittweise gesteigert werden.

  • Nach einigen Wochen

    Übergang zu normalem Schuhwerk und Physiotherapie

    Je nach individuellem Verlauf kann auf normales Schuhwerk umgestiegen werden. Begleitende Physiotherapie zur Kräftigung der Fußmuskulatur wird häufig aufgenommen.

  • Mittelfristig

    Rückkehr zu Alltag und Sport

    Alltagsaktivitäten und viele Sportarten sind bei den meisten Kindern nach einigen Wochen wieder möglich; sportartspezifisch wird dies mit dem Operateur abgestimmt.

  • Langfristig

    Verbleib oder spätere Entfernung des Implantats

    Das Implantat kann grundsätzlich im Fuß verbleiben. Sollte es nach Wachstumsabschluss oder bei Beschwerden nicht mehr benötigt werden oder stören, kann es in einem kleinen, ebenfalls minimalinvasiven Zweiteingriff wieder entfernt werden.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Bei richtiger Indikationsstellung, also bei einem flexiblen Befund und ausreichendem verbleibendem Wachstumspotenzial, zeigt sich häufig eine Verbesserung der Fußstellung und der Beschwerden.

Die Ferse richtet sich unter dem Einfluss des Implantats meist sichtbar auf, und das Fußlängsgewölbe kann sich unter Belastung besser ausbilden. Die Datenlage zur Arthrorise ist im Vergleich zu den seit Langem etablierten knöchernen Verfahren wie der Calcaneus-Osteotomie insgesamt noch begrenzter; das Verfahren gilt als sinnvolle Behandlungsoption bei passender Indikation, jedoch nicht als so lange und umfassend belegter Standard wie die knöchernen Korrekturverfahren.

Ein wesentlicher Vorteil ist die grundsätzliche Reversibilität: Da kein Knochen durchtrennt oder dauerhaft umgestellt wird, lässt sich das Implantat bei Bedarf wieder entfernen, ohne dass eine knöcherne Korrektur rückgängig gemacht werden müsste. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen dennoch niemand geben, wie stark sich die Fußstellung und die Beschwerden bessern, hängt vom Ausgangsbefund, dem verbleibenden Wachstum und der individuellen Anatomie ab und wird anhand Ihres Befunds besprochen.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion und Narkoserisiken. Diese sind bei dem kurzen, minimalinvasiven Eingriff insgesamt gering.

Spezifische Risiken dieser Operation

Ein Teil der Kinder entwickelt nach der Operation einen sogenannten Sinus-tarsi-Schmerz oder ein Fremdkörpergefühl im Bereich des Implantats, das sich meist im Verlauf bessert, im Einzelfall aber eine spätere Entfernung des Implantats erforderlich machen kann. Trotz sorgfältiger Planung ist eine Über- oder Unterkorrektur der Fußstellung möglich. In seltenen Fällen kann sich das Implantat lockern oder brechen, was gegebenenfalls einen weiteren Eingriff erforderlich macht.

Langfristige Einordnung

Da die Arthrorise im Vergleich zu den knöchernen Korrekturverfahren noch nicht so lange etabliert ist, ist die Datenlage zu sehr langfristigen Verläufen insgesamt begrenzter. Bleibt der gewünschte Effekt aus oder treten relevante Beschwerden auf, kann das Implantat entfernt und, falls erforderlich, auf ein anderes Verfahren übergegangen werden.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Anhaltender oder zunehmender Schmerz im Bereich des Sinus tarsi, der sich nicht bessert
  • Neu auftretende Taubheit oder Kribbeln am Fuß
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
  • Atemnot

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Bei MedArtes

Arthrorise bei MedArtes

Ob eine Arthrorise für Ihr Kind infrage kommt, klären wir anhand der klinischen Untersuchung, insbesondere der Prüfung, ob der Knick-Senkfuß tatsächlich flexibel ist, sowie anhand der bisherigen konservativen Behandlung und bei Bedarf ergänzender Bildgebung. Als Fußzentrum Ostbayern und Mitglied der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk e.V. (D.A.F.) besprechen wir mit Ihnen und Ihrem Kind gemeinsam, ob eine Arthrorise, eine knöcherne Korrektur oder weiterhin eine konservative Behandlung die medizinisch sinnvollste Option ist, und begleiten Sie durch Operation und Nachbehandlung.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Arthrorise

Wird bei der Arthrorise ein Knochen durchtrennt?

Nein. Anders als bei einer Calcaneus-Osteotomie wird bei der Arthrorise kein Knochen durchtrennt. Das Implantat wird lediglich in den bestehenden Sinus-tarsi-Kanal eingebracht und wirkt dort als Bewegungsbegrenzer.

Muss das Implantat später wieder entfernt werden?

Nicht zwingend. Es kann grundsätzlich im Fuß verbleiben. Wird es nach Wachstumsabschluss nicht mehr benötigt oder verursacht es Beschwerden wie einen Sinus-tarsi-Schmerz, kann es in einem kleinen, minimalinvasiven Eingriff entfernt werden.

Eignet sich die Arthrorise auch bei einem steifen (rigiden) Knick-Senkfuß?

Nein. Die Arthrorise ist nur für die flexible Form des Knick-Senkfußes geeignet. Bei einem rigiden Befund, etwa durch eine tarsale Koalition, behebt das Implantat die zugrunde liegende Ursache nicht und ist daher keine geeignete Behandlungsoption.

Wie schnell darf mein Kind nach der Operation wieder belasten?

Da kein Knochen durchtrennt wird, ist die Anfangsmobilisation meist schneller möglich als nach einer knöchernen Korrekturoperation. Die genauen Vorgaben legt der Operateur anhand des individuellen Befunds fest.

Ist die Arthrorise besser als eine Calcaneus-Osteotomie?

Es gibt kein pauschal „besseres" Verfahren. Die Arthrorise ist weniger invasiv und reversibel, eignet sich aber nur für flexible, weniger ausgeprägte Befunde. Bei stärker ausgeprägten oder strukturellen Fehlstellungen ist eine Calcaneus-Osteotomie oder ein komplexerer Korrektureingriff oft die geeignetere Wahl.

Wie sicher ist die Arthrorise wissenschaftlich belegt?

Die Arthrorise wird bei geeigneter Indikation als sinnvolle Behandlungsoption angesehen. Sie ist jedoch noch nicht so lange etabliert und wissenschaftlich untersucht wie die klassischen knöchernen Korrekturverfahren, weshalb die Datenlage zu sehr langfristigen Verläufen insgesamt begrenzter ist.

Kann mein Kind nach der Operation wieder normal Sport treiben?

Bei den meisten Kindern ist dies nach einigen Wochen wieder möglich. Der genaue Zeitpunkt für die Rückkehr zu bestimmten Sportarten wird individuell mit dem Operateur abgestimmt.

Hinterlässt die Operation eine sichtbare Narbe?

Der Hautschnitt ist minimalinvasiv und deutlich kleiner als bei einer knöchernen Korrekturoperation. Die entstehende Narbe verblasst mit der Zeit meist deutlich.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine Arthrorise beim kindlichen Knick-Senkfuß empfohlen wurde und Sie den Ablauf und Ihre individuelle Eignung besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.