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SPEZIALISIERUNG · WIRBELSÄULE

Wenn der Rücken zum Mittelpunkt wird.

Rücken- oder Nackenschmerzen, ein Ziehen ins Bein oder ein Kribbeln im Arm: Beschwerden an der Wirbelsäule äußern sich sehr unterschiedlich und haben ebenso unterschiedliche Ursachen. Hier erfahren Sie, welche Beschwerden häufig sind, was dahinterstecken kann und welche Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

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Orientierung

Aufbau der Wirbelsäule

Die Wirbelsäule trägt den Körper, schützt das Rückenmark und hält uns beweglich. Ihre vier Abschnitte werden unterschiedlich beansprucht, und genau dort entstehen typischerweise unterschiedliche Beschwerden.

Wirbelsäule, Seitenansicht
Erster Schritt

Welche Beschwerden haben Sie?

Wählen Sie die Beschreibung, die am besten zu Ihren Beschwerden passt, als erste Orientierung, welche Ursachen infrage kommen könnten. Mehr erfahren

Rückenschmerzen

Schmerzen im Rücken sind eine der häufigsten Beschwerden überhaupt und können vom Nacken bis zum unteren Rücken auftreten: dumpf, stechend, dauerhaft oder nur bei bestimmten Bewegungen.

Mögliche Ursachen: Muskelverspannung, Bandscheibenvorfall, Facettengelenksarthrose, Wirbelgleiten, Osteochondrose.

Nackenschmerzen

Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule, oft mit Bewegungseinschränkung beim Drehen oder Neigen des Kopfes, teils mit Ausstrahlung in Schulter oder Arm.

Mögliche Ursachen: HWS-Syndrom, Facettengelenksarthrose der HWS, Bandscheibenvorfall der HWS, muskuläre Verspannung.

Schmerzen im Bein / Ischias

Ein ziehender, teils elektrisierender Schmerz, der vom unteren Rücken oder Gesäß ausgehend ins Bein ausstrahlt, häufig als „Ischias" bezeichnet.

Mögliche Ursachen: Bandscheibenvorfall der LWS mit Nervenwurzelreizung, Spinalkanalstenose, ISG-Syndrom, Piriformis-Syndrom.

Schmerzen im Arm

Schmerzen, die von der Halswirbelsäule ausgehen und in Schulter, Ober- oder Unterarm ausstrahlen, manchmal begleitet von Kribbeln oder Kraftverlust in der Hand.

Mögliche Ursachen: Bandscheibenvorfall der HWS (zervikale Radikulopathie), Facettengelenksarthrose, Neuroforamenstenose.

Kribbeln oder Taubheitsgefühl

Ein Kribbeln, „Ameisenlaufen" oder eine Taubheit in Arm, Hand, Bein oder Fuß deutet häufig auf eine Reizung oder Bedrängung eines Nervs an der Wirbelsäule hin.

Mögliche Ursachen: Bandscheibenvorfall mit Nervenwurzelbeteiligung, Spinalkanalstenose, Neuroforamenstenose.

Kraftverlust

Eine spürbar nachlassende Kraft in Arm, Hand, Bein oder Fuß, etwa beim Greifen, beim Anheben des Fußes oder beim Treppensteigen, sollte ärztlich abgeklärt werden.

Mögliche Ursachen: Bandscheibenvorfall mit Nervenwurzelkompression, Spinalkanalstenose.

Schmerzen beim Stehen oder Gehen

Rückenschmerzen oder ausstrahlende Beinschmerzen, die beim Gehen zunehmen und sich beim Sitzen oder Vorbeugen bessern, sind ein typisches, aber nicht das einzig mögliche Muster.

Mögliche Ursachen: Spinalkanalstenose der LWS, Facettengelenksarthrose, ISG-Syndrom.

Plötzlich auftretende starke Rückenschmerzen

Ein plötzlich einschießender, sehr starker Rückenschmerz, etwa nach einer ungünstigen Bewegung, wird oft als „Hexenschuss" bezeichnet und ist meist harmlos.

Mögliche Ursachen: akute Muskelverspannung, Blockierung eines Wirbel- oder Iliosakralgelenks, akuter Bandscheibenvorfall.

Orientierung

Wann sollten Sie zum Spezialisten?

Wann eine fachärztliche Abklärung sinnvoll ist. Mehr erfahren

Eine fachärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn:

  • Beschwerden länger als einige Wochen anhalten,
  • Schmerzen wiederholt auftreten,
  • die Beweglichkeit zunehmend eingeschränkt ist,
  • die Gehstrecke oder Belastbarkeit abnimmt,
  • Schmerzen auch nachts auftreten,
  • Taubheitsgefühle oder Kribbeln hinzukommen,
  • eine spürbare Kraftminderung in Arm oder Bein auftritt.
Untersuchung

Wie finden wir die Ursache Ihrer Beschwerden?

Anamnese, Untersuchung und gezielte Bildgebung. Mehr erfahren

Am Anfang steht immer ein ausführliches ärztliches Gespräch und eine körperliche sowie neurologische Untersuchung, oft lässt sich hierdurch bereits eine gute Einschätzung treffen.

Wo genau tut es weh, seit wann, wodurch wird es besser oder schlechter, gibt es Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust? Bei der Untersuchung werden Beweglichkeit, Muskelkraft, Reflexe und Empfindungsvermögen geprüft. Je nach Fragestellung kommen bildgebende Verfahren hinzu:

  • Röntgen zeigt die knöcherne Struktur, Fehlstellungen oder Verschleißzeichen.
  • MRT stellt Bandscheiben, Nerven und Weichteile besonders detailliert dar, meist das Mittel der Wahl bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall.
  • CT wird gezielt eingesetzt, etwa zur genauen Beurteilung knöcherner Strukturen.
  • Elektrophysiologische Untersuchungen können bei unklarer Nervenbeteiligung ergänzend eingesetzt werden.

Nicht jede Untersuchung ist bei jedem Patienten notwendig. Welche Schritte sinnvoll sind, richtet sich nach Ihren Beschwerden und dem Befund, nicht danach, möglichst viel Diagnostik durchzuführen.

Ohne Operation

Konservative Behandlungsmöglichkeiten

Die meisten Beschwerden der Wirbelsäule lassen sich zunächst ohne Operation behandeln, idealerweise verschiedene Verfahren sinnvoll kombiniert. Mehr erfahren

Die meisten Beschwerden der Wirbelsäule lassen sich zunächst ohne Operation behandeln. Idealerweise sollten die verschiedenen konservativen Therapiemöglichkeiten dabei mit den Möglichkeiten der interventionellen und regenerativen Medizin zu einem Zeitpunkt kombiniert werden, um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen.

Klassische Schmerztherapie und Physiotherapie

Zur konservativen Therapie nutzen wir die orale Schmerzmedikation und Physiotherapie als Basis zur Verbesserung Ihrer Beschwerden.

Sinnvolle Behandlungsoption

Medikamentöse Schmerztherapie

Kurzfristig eingesetzt, um akute Beschwerden zu lindern und Bewegung wieder zu ermöglichen.

Gut etablierte Therapie

Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie

Gezielte Übungen zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit und Schmerzlinderung, unter therapeutischer Anleitung strukturiert aufgebaut.

Sinnvolle Behandlungsoption

Manuelle Therapie

Gezielte, durch geschulte Hände ausgeführte Techniken zur Verbesserung von Beweglichkeit und Schmerzlinderung.

Ergänzende Therapie

Kinesiotaping

Kann begleitend zur Bewegungsunterstützung und als muskuläre Entlastung eingesetzt werden.

Interventionelle Behandlungsmöglichkeiten

Wenn konservative Maßnahmen allein nicht ausreichend helfen, können gezielte, bildgesteuerte Verfahren eingesetzt werden.

Sinnvolle Behandlungsoption

Anspritzen der Nervi occipitales

Bei Kopfschmerzen, die von einer verspannten Nacken- und Hinterkopfmuskulatur ausgehen, kann eine gezielte Infiltration der Nervi occipitales vorübergehend Linderung verschaffen.

Mehr über die Infiltration der Nervi occipitales erfahren →
Sinnvolle Behandlungsoption

Periradikuläre Therapie (PRT)

Gezielte Injektion an die gereizte Nervenwurzel, etwa bei einem Bandscheibenvorfall mit Ausstrahlung ins Bein oder den Arm.

Mehr über die periradikuläre Therapie erfahren →
Sinnvolle Behandlungsoption

Epidurale Umflutung (PDA)

Ein Medikament wird in den Epiduralraum eingebracht und umspült dort mehrere Nervenwurzeln, je nach Befund z. B. mit Kortison, Traumeel oder PRP.

Mehr über die epidurale Umflutung erfahren →
Sinnvolle Behandlungsoption

Facettengelenksinfiltration

Injektionen an die kleinen Wirbelgelenke bei Verdacht, dass diese die Schmerzquelle sind.

Mehr über die Facettengelenksinfiltration erfahren →
Sinnvolle Behandlungsoption

Radiofrequenztherapie

Liegen dauerhaft tieflumbale Schmerzen vor, können schmerzleitende Nervenäste gezielt verödet werden, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichend geholfen haben.

Mehr über die Radiofrequenztherapie erfahren →
Sinnvolle Behandlungsoption

Infiltrationen an der Lendenwirbelsäule

Dieselben bildgesteuerten Verfahren an der LWS, ergänzt um die Infiltration des Iliosakralgelenks (ISG).

Mehr über die Infiltrationen an der Lendenwirbelsäule erfahren →
Sinnvolle Behandlungsoption

Radiofrequenzdenervation des ISG

Vorübergehende Ausschaltung der schmerzleitenden Nervenäste am Iliosakralgelenk bei chronischem ISG-Schmerz.

Mehr über die Radiofrequenzdenervation des ISG erfahren →
Wenn nötig

Operative Behandlungsmöglichkeiten

Eine Operation ist nicht automatisch notwendig, sie wird erwogen, wenn konservative und interventionelle Maßnahmen nicht ausreichend geholfen haben oder neurologische Ausfälle auftreten. Mehr erfahren

Brust- & Lendenwirbelsäule (BWS & LWS)

Endoskopische Bandscheibenoperation

Entfernung des vorgefallenen Bandscheibengewebes über einen minimalinvasiven Zugang von wenigen Millimetern.

Mehr über die endoskopische Bandscheibenoperation erfahren →

Mikrochirurgische Bandscheibenoperation

Entfernung des vorgefallenen Bandscheibenanteils, der auf den Nerv drückt.

Mehr über die mikrochirurgische Bandscheibenoperation erfahren →

Endoskopische Dekompression

Erweiterung des verengten Wirbelkanals über einen minimalinvasiven Zugang von wenigen Millimetern.

Mehr über die endoskopische Dekompression erfahren →

Mikrodekompression

Erweiterung des verengten Wirbelkanals über einen kleinen, klassischen Zugang unter dem OP-Mikroskop, bei weitgehender Schonung der tragenden Strukturen.

Mehr über die Mikrodekompression erfahren →

Perkutane Fusionsoperation

Stabilisierung instabiler Segmente über mehrere kleine Stichinzisionen statt eines langen Hautschnitts, bei besonderer Schonung der umgebenden Weichteile.

Mehr über die perkutane Fusionsoperation erfahren →

Offene Fusionsoperation (Spondylodese)

Stabilisierung instabiler Segmente über Pedikelschrauben und Verbindungsstäbe, häufig kombiniert mit einer Dekompression der Nervenwurzeln, etwa bei ausgeprägter Instabilität oder Wirbelgleiten.

Mehr über die offene Fusionsoperation erfahren →

Kyphoplastie

Minimal-invasive Aufrichtung eines osteoporotisch eingebrochenen Wirbelkörpers mit einem Ballon und anschließender Stabilisierung mit Knochenzement.

Mehr über die Kyphoplastie erfahren →
Warnzeichen

Wann ist rasche medizinische Abklärung notwendig?

Bei diesen Anzeichen sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen

Die meisten Rückenschmerzen sind nicht gefährlich. In seltenen Fällen deuten bestimmte Begleitsymptome jedoch auf eine ernsthafte Ursache hin:

  • Neu auftretende Lähmungen oder rasch fortschreitender Kraftverlust in Arm oder Bein
  • Blasen- oder Mastdarmstörungen (z. B. plötzliche Kontrollschwierigkeiten)
  • Taubheitsgefühl zwischen den Beinen und um den After (Reithosenanästhesie)
  • Rückenschmerzen nach einem Unfall oder Sturz mit Verdacht auf einen Bruch
  • Rückenschmerzen zusammen mit Fieber oder unerklärlichem Gewichtsverlust

Treten diese Anzeichen auf, sollte umgehend, bei Lähmungen oder Blasenstörungen notfallmäßig, eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Ansprechpartner

Ihr Spezialist für die Wirbelsäule

Behandlung durch einen Facharzt mit Schwerpunkt Wirbelsäule.

Beschwerden abklären lassen

Wenn Ihre Beschwerden anhalten oder Sie eine spezialisierte Einschätzung wünschen, vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Sprechstunde.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Wirbelsäule

Wann sollte ich mit Rückenschmerzen zum Orthopäden?

Halten Rückenschmerzen länger als einige Wochen an, kehren sie wieder oder werden sie von Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust begleitet, ist eine fachärztliche Abklärung sinnvoll. Auch bei plötzlich sehr starken Schmerzen oder Fieber sollte zeitnah untersucht werden.

Ist ein Bandscheibenvorfall immer eine Operation?

Nein. Die meisten Bandscheibenvorfälle können zunächst konservativ behandelt werden, und viele Beschwerden bessern sich mit der Zeit. Eine Operation wird vor allem bei starken neurologischen Ausfällen oder wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend geholfen haben erwogen.

Was hilft bei akuten Rückenschmerzen?

In der Regel hilft es, in Bewegung zu bleiben, statt sich zu schonen, ggf. kombiniert mit kurzfristiger Schmerzmedikation. Vollständige Bettruhe wird heute nicht mehr empfohlen. Halten die Beschwerden an, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Was bedeutet „Ischias"?

Als Ischias wird ein Schmerz bezeichnet, der entlang des Ischiasnervs vom unteren Rücken über das Gesäß ins Bein ausstrahlt. Ursache ist meist eine Reizung einer Nervenwurzel der Lendenwirbelsäule, häufig durch einen Bandscheibenvorfall.

Hilft Bewegung bei Rückenschmerzen, oder sollte ich mich schonen?

Bei den meisten Rückenschmerzen ist moderate Bewegung hilfreicher als Schonung, da sie die Muskulatur stärkt und die Durchblutung fördert. Ausnahmen bestehen bei bestimmten Warnzeichen, hier sollte zunächst eine ärztliche Einschätzung erfolgen.