Hand & Ellenbogen: Beschwerden verstehen und gezielt behandeln
Schmerzen im Ellenbogen bei Belastung, Kribbeln in den Fingern oder ein schnellender Finger, Beschwerden an Hand und Ellenbogen betreffen oft die Feinmotorik und den Alltag besonders spürbar. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Beschwerden häufig sind, was dahinterstecken kann und welche Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Termin vereinbarenStrukturen von Hand und Ellenbogen
Hand und Ellenbogen bestehen aus mehreren Strukturen, die jeweils unterschiedliche Beschwerden verursachen können.
Erster SchrittWelche Beschwerden haben Sie?
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Ellenbogenschmerzen bei Belastung
Schmerzen an der Außen- oder Innenseite des Ellenbogens, die bei Greif- oder Hebebewegungen zunehmen.
Mögliche Ursachen: Epicondylitis lateralis (Tennisellenbogen), Epicondylitis medialis (Golferellenbogen).
Kribbeln oder Taubheit in den Fingern
Ein Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Einschlafen einzelner Finger, oft nachts oder bei bestimmten Handstellungen.
Mögliche Ursachen: Karpaltunnelsyndrom, Kubitaltunnelsyndrom.
Schmerzen im Handgelenk
Belastungs- oder bewegungsabhängige Schmerzen im Handgelenk, teils mit Schwellung.
Mögliche Ursachen: Rhizarthrose, Tendovaginitis de Quervain, Ganglion.
Schnappender oder blockierender Finger
Ein Finger, der beim Beugen oder Strecken hakt, schnappt oder sich blockiert anfühlt.
Mögliche Ursachen: Tendovaginitis stenosans (schnappender Finger).
Knotige, schmerzhafte Fingergelenke
Schmerzhafte oder knotige Auftreibungen an den Fingerend- oder Mittelgelenken, oft mit Morgensteifigkeit.
Mögliche Ursachen: Fingerpolyarthrose.
Kraftverlust beim Greifen
Eine spürbar nachlassende Griffkraft, teils mit Schmerzen bei alltäglichen Tätigkeiten.
Mögliche Ursachen: Karpaltunnelsyndrom, Epicondylitis, Rhizarthrose.
Knotenbildung in der Hohlhand
Ein tastbarer Strang oder Knoten in der Hohlhand, der die Streckung eines Fingers zunehmend einschränkt.
Mögliche Ursachen: Dupuytren-Kontraktur.
Bewegungseinschränkung des Ellenbogens
Eine zunehmend eingeschränkte Streck- oder Beugefähigkeit des Ellenbogengelenks.
Mögliche Ursachen: Ellenbogenarthrose, posttraumatische Bewegungseinschränkung.
Diese Einordnung ersetzt keine Diagnose. Sie zeigt mögliche Zusammenhänge auf, damit Sie sich orientieren können.
OrientierungWann sollten Sie zum Spezialisten?
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Eine fachärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn:
- Beschwerden länger als einige Wochen anhalten,
- Kribbeln oder Taubheit in den Fingern auftreten,
- die Greifkraft spürbar nachlässt,
- ein Finger zunehmend hakt oder sich nicht mehr strecken lässt,
- die Beweglichkeit von Hand oder Ellenbogen eingeschränkt ist,
- Beschwerden trotz Schonung nicht besser werden.
Diagnosen im ÜberblickHäufige Krankheitsbilder
- Epicondylitis lateralis (Tennisellenbogen)
- Epicondylitis medialis (Golferellenbogen)
- Kubitaltunnelsyndrom
- Ellenbogenarthrose
- Olekranonbursitis
- Distale Bizepssehnenruptur
- Karpaltunnelsyndrom
- Rhizarthrose
- Tendovaginitis stenosans (schnappender Finger)
- Ganglion
- Dupuytren-Kontraktur
- Tendovaginitis de Quervain
- Fingerpolyarthrose
UntersuchungWie finden wir die Ursache Ihrer Beschwerden?
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Am Anfang steht immer ein ausführliches ärztliches Gespräch und eine klinische Untersuchung mit gezielten Funktions- und Nerventests, die Hinweise auf die betroffene Struktur geben.
Seit wann bestehen die Beschwerden, gibt es eine berufliche oder sportliche Überlastung, treten Kribbeln oder Taubheit auf? Je nach Fragestellung kommen weitere Verfahren hinzu:
- Ultraschall beurteilt Sehnen, Bänder und Weichteilstrukturen dynamisch.
- Röntgen zeigt Gelenkspalt, Fehlstellungen und knöcherne Veränderungen.
- Elektrophysiologische Messung (NLG/EMG) misst die Nervenleitgeschwindigkeit bei Verdacht auf Karpaltunnel- oder Kubitaltunnelsyndrom.
- MRT stellt Weichteile, Sehnen und Nerven bei speziellen Fragestellungen besonders detailliert dar.
Nicht jede Untersuchung ist bei jedem Patienten notwendig. Welche diagnostischen Schritte sinnvoll sind, richtet sich nach Ihren Beschwerden, dem Untersuchungsbefund und der konkreten Fragestellung, nicht danach, möglichst viel Diagnostik durchzuführen.
Ohne OperationKonservative Behandlungsmöglichkeiten
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Konservative Verfahren
Physio- & Ergotherapie
Gezielte Dehn-, Kräftigungs- und Koordinationsübungen zur Entlastung der betroffenen Strukturen.
Schienenversorgung
Ruhigstellende oder entlastende Schienen, etwa bei Karpaltunnelsyndrom, Rhizarthrose oder schnappendem Finger.
Exzentrisches Dehn- und Krafttraining
Gezieltes Training der Unterarmmuskulatur, besonders bewährt bei Epicondylitis.
Stoßwellentherapie
Bei chronischer Epicondylitis oder Tendovaginitis eine etablierte Option zur Anregung der Sehnenheilung und Schmerzlinderung.
Mehr über die Stoßwellentherapie erfahren → Sinnvolle BehandlungsoptionHochintensive Lasertherapie (HILT)
Kann bei chronischer Sehnenreizung an Ellenbogen und Handgelenk ergänzend zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
Mehr über die hochintensive Lasertherapie erfahren → Innovativer TherapieansatzPRP-Infiltration
Die Behandlung mit körpereigenem, thrombozytenreichem Plasma ist ein innovativer Therapieansatz, der die Regenerationsprozesse gereizter Sehnen gezielt unterstützen soll, insbesondere bei chronischer Epicondylitis.
Mehr über die PRP-Infiltration erfahren →Medikamentöse Schmerztherapie
Kurzfristig eingesetzt, um akute Beschwerden zu lindern und Bewegung wieder zu ermöglichen.
Interventionelle Behandlungsmöglichkeiten
Wenn konservative Maßnahmen allein nicht ausreichend helfen, können gezielte Injektionen eingesetzt werden.
Kortisoninfiltration
Gezielte Injektion bei Epicondylitis, Karpaltunnelsyndrom oder schnappendem Finger zur Entzündungshemmung.
Mehr über die interventionelle Schmerztherapie erfahren → Eingeschränkt empfohlenKarpaltunnel-Infiltration
Kann Beschwerden vorübergehend lindern, ersetzt bei struktureller Enge jedoch meist nicht die operative Entlastung.
Mehr über die interventionelle Schmerztherapie erfahren →Wenn nötigOperative Behandlungsmöglichkeiten
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Operationsverfahren
Eine Operation an Hand oder Ellenbogen ist nicht automatisch notwendig. Sie wird insbesondere dann erwogen, wenn konservative und interventionelle Maßnahmen nicht ausreichend geholfen haben oder neurologische Ausfälle drohen.
Sehnenansatzrevision bei Epicondylitis
Operative Entlastung des gereizten Sehnenansatzes bei therapieresistentem Tennis- oder Golferellenbogen.
Mehr über die Sehnenansatzrevision bei Epicondylitis erfahren →Ulnarisnerv-Dekompression
Entlastung, ggf. mit Vorverlagerung des Ellennervs am Ellenbogen bei Kubitaltunnelsyndrom.
Mehr über die Ulnarisnerv-Dekompression erfahren →Ellenbogenendoprothese
Gelenkersatz bei fortgeschrittener Ellenbogenarthrose mit erheblichem Leidensdruck.
Mehr über die Ellenbogenendoprothese erfahren →Bursektomie am Ellenbogen
Entfernung des Schleimbeutels bei chronisch-rezidivierender oder septischer Olekranonbursitis.
Mehr über die bursektomie am Ellenbogen erfahren →Refixation der distalen Bizepssehne
Wiederherstellung der Sehnenanheftung bei distaler Bizepssehnenruptur, möglichst zeitnah nach dem Riss.
Mehr über die Refixation der distalen Bizepssehne erfahren →Karpaltunnelspaltung
Minimalinvasive Entlastung des Mittelarmnervs im Handgelenk.
Mehr über die Karpaltunnelspaltung erfahren →Operative Behandlung der Rhizarthrose
Resektionsarthroplastik oder Sattelgelenkprothese zur Schmerzlinderung am Daumensattelgelenk.
Mehr über die operative Behandlung der Rhizarthrose erfahren →Ringbandspaltung
Operative Entlastung des verengten Ringbands beim schnappenden Finger.
Mehr über die Ringbandspaltung erfahren →Operative Ganglionentfernung
Vollständige Entfernung der Zyste samt Kapselstiel bei beschwerdehaftem oder rezidivierendem Ganglion.
Mehr über die operative Ganglionentfernung erfahren →Partielle Fasziektomie
Entfernung des erkrankten Bindegewebsstrangs bei relevanter Beugekontraktur durch Dupuytren-Kontraktur.
Mehr über die partielle Fasziektomie erfahren →Sehnenfachspaltung bei de Quervain
Spaltung des ersten Strecksehnenfachs bei therapieresistenter Tendovaginitis de Quervain.
Mehr über die Sehnenfachspaltung bei de Quervain erfahren →Operative Behandlung der Fingerpolyarthrose
Arthrodese oder Gelenkersatz eines einzelnen, stark betroffenen Fingergelenks.
Mehr über die operative Behandlung der Fingerpolyarthrose erfahren →Ausführliche Informationen zu Ablauf, Chancen und Risiken der jeweiligen Operation finden Sie auf der jeweiligen Erkrankungsseite.
Welche Behandlung passt zu mir?
Es gibt nicht die eine richtige Behandlung für alle Patienten mit Beschwerden an Hand und Ellenbogen.
Welcher Weg für Sie sinnvoll ist, hängt unter anderem von der Ursache Ihrer Beschwerden, dem Ausmaß der Erkrankung, Ihrem Alter, Ihrer beruflichen und sportlichen Belastung, möglichen Begleiterkrankungen und bereits durchgeführten Behandlungen ab. Deshalb wird die Therapieentscheidung immer individuell getroffen, im persönlichen Gespräch mit einem Facharzt, der Ihre Beschwerden, Befunde und Lebenssituation gemeinsam mit Ihnen einordnet.
Wann ist rasche medizinische Abklärung notwendig?
Bei diesen Anzeichen sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen
Die meisten Beschwerden an Hand und Ellenbogen sind nicht gefährlich. In seltenen Fällen deuten bestimmte Begleitsymptome jedoch auf eine ernsthafte Ursache hin, die zeitnah abgeklärt werden sollte:
- Akute, rasch fortschreitende Taubheit oder Kraftverlust der Hand (mögliche Nervenschädigung)
- Unfähigkeit, den Ellenbogen oder das Handgelenk nach einem Sturz zu bewegen oder zu belasten (Verdacht auf eine Fraktur)
- Rötung, Überwärmung und Fieber im Bereich von Hand oder Ellenbogen (möglicher Hinweis auf eine Gelenk- oder Weichteilinfektion)
- Plötzliche, starke Schwellung nach einer Verletzung
Treten eines oder mehrere dieser Anzeichen auf, sollte umgehend eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
Unser Spezialist für Hand & Ellenbogen
Behandlung durch einen Facharzt mit Schwerpunkt Hand & Ellenbogen.
Häufig gestellte Fragen zu Hand und Ellenbogen
Was hilft am schnellsten bei einem Tennisellenbogen?
Zunächst helfen Schonung, exzentrisches Dehn- und Krafttraining sowie gegebenenfalls eine Bandage. Bei anhaltenden Beschwerden kommen Stoßwellentherapie oder gezielte Injektionen infrage. Eine Operation ist nur bei therapieresistenten Fällen notwendig.
Wie erkenne ich ein Karpaltunnelsyndrom?
Typisch sind nächtliches Kribbeln oder Taubheit in Daumen, Zeige- und Mittelfinger sowie ein Nachlassen der Greifkraft. Eine elektrophysiologische Messung sichert die Diagnose.
Muss ein Karpaltunnelsyndrom immer operiert werden?
Nein. Leichte Fälle können zunächst mit einer nächtlichen Schiene und gegebenenfalls einer Injektion behandelt werden. Bei ausgeprägten oder anhaltenden Beschwerden sowie Kraftverlust wird eine Operation empfohlen, um dauerhafte Nervenschäden zu vermeiden.
Was ist ein schnappender Finger?
Dabei verdickt sich die Beugesehne eines Fingers, sodass sie beim Durchgleiten durch das Ringband hakt oder blockiert. Je nach Ausmaß helfen zunächst Schienen und Injektionen, bei anhaltender Blockade eine kleine Operation.
Was ist Morbus Dupuytren?
Eine gutartige, meist langsam fortschreitende Verdickung des Bindegewebes in der Hohlhand, die einzelne Finger zunehmend in eine Beugestellung zieht. Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Einschränkung.
Wann ist eine Rhizarthrose-Operation sinnvoll?
Wenn Schienen, Physiotherapie und Injektionen die Schmerzen am Daumensattelgelenk nicht mehr ausreichend lindern und die Greiffunktion im Alltag deutlich eingeschränkt ist.
Was ist der Unterschied zwischen Karpaltunnelsyndrom und Kubitaltunnelsyndrom?
Beim Karpaltunnelsyndrom ist der Mittelarmnerv im Handgelenk eingeengt, betroffen sind vor allem Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Beim Kubitaltunnelsyndrom ist der Ellennerv (N. ulnaris) am Ellenbogen betroffen, mit Kribbeln in Ring- und Kleinfinger.
Welche Warnzeichen bei Hand- oder Ellenbogenbeschwerden sollte ich ernst nehmen?
Eine rasch fortschreitende Taubheit oder Kraftverlust der Hand, die Unfähigkeit, Ellenbogen oder Handgelenk nach einem Sturz zu bewegen, sowie Rötung, Überwärmung und Fieber sind Anzeichen, die zeitnah ärztlich abgeklärt werden sollten.
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