Knie, Beschwerden verstehen und gezielt behandeln
Schmerzen beim Treppensteigen, eine Verletzung beim Sport oder ein Gefühl der Instabilität, Beschwerden am Knie äußern sich sehr unterschiedlich und haben ebenso unterschiedliche Ursachen. Manche verschwinden von selbst, andere brauchen eine gezielte Abklärung und Behandlung. Auf dieser Seite erfahren Sie, welche Beschwerden häufig sind, was dahinterstecken kann und welche Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Termin vereinbarenStrukturen des Kniegelenks
Das Kniegelenk besteht aus mehreren Strukturen, die jeweils unterschiedliche Beschwerden verursachen können.

Erster SchrittWelche Beschwerden haben Sie?
Schmerzen beim Treppensteigen
Ein typisches Beschwerdebild, das vor allem beim Bergabgehen oder Treppabsteigen auftritt und häufig belastungsabhängig ist.
Mögliche Ursachen: Kniearthrose, Knorpelschaden, Patellabeschwerden.
Schmerzen an der Kniescheibenvorderseite
Schmerzen im vorderen Kniebereich, oft bei längerem Sitzen, Knien oder beim Treppensteigen spürbar.
Mögliche Ursachen: Patellaspitzensyndrom, patellofemorales Schmerzsyndrom, Knorpelschaden hinter der Kniescheibe.
Schwellung oder Erguss im Knie
Eine Zunahme des Gelenkumfangs, teils mit Wärmegefühl, kann Ausdruck einer Reizung, Verletzung oder Entzündung im Kniegelenk sein.
Mögliche Ursachen: Meniskusläsion, Kniearthrose mit aktivierter Reizung, Kreuzbandruptur, Bakerzyste.
Instabilitätsgefühl / Wegknicken
Das Gefühl, dass das Knie nachgibt oder plötzlich wegknickt, besonders bei Drehbewegungen oder unebenem Untergrund.
Mögliche Ursachen: Kreuzbandruptur, Seitenbandverletzung, ausgeprägter Meniskusschaden.
Blockade- oder Einklemmungsgefühl
Ein plötzliches Hängenbleiben oder eine eingeschränkte Streckfähigkeit des Knies, oft verbunden mit stechendem Schmerz.
Mögliche Ursachen: eingeklemmter Meniskusriss, freier Gelenkkörper, ausgeprägter Knorpelschaden.
Schmerzen nach einer Sportverletzung
Ein akutes Ereignis, etwa ein Verdrehtrauma beim Sport, häufig mit sofortiger Schwellung und Bewegungseinschränkung.
Mögliche Ursachen: Kreuzbandriss, Meniskusriss, Seitenbandverletzung, Knorpelverletzung.
Anlaufschmerz bei Belastung
Schmerzen zu Beginn einer Bewegung nach längerem Sitzen oder morgens nach dem Aufstehen, die sich nach kurzer Bewegung oft bessern.
Mögliche Ursachen: Kniearthrose, beginnender Gelenkverschleiß.
Bewegungseinschränkung / Streckdefizit
Das Knie lässt sich nicht mehr vollständig strecken oder beugen, was den Gang und die Belastbarkeit spürbar einschränken kann.
Mögliche Ursachen: eingeklemmter Meniskusriss, fortgeschrittene Arthrose, Zustand nach Verletzung.
OrientierungWann sollten Sie zum Spezialisten?
Eine fachärztliche Abklärung ist sinnvoll, wenn:
- Beschwerden länger als einige Wochen anhalten,
- Schmerzen wiederholt auftreten,
- die Beweglichkeit zunehmend eingeschränkt ist,
- die Gehstrecke oder Belastbarkeit abnimmt,
- eine Schwellung nicht innerhalb weniger Tage zurückgeht,
- ein Instabilitätsgefühl beim Gehen oder bei Drehbewegungen besteht,
- Beschwerden nach einer Sport- oder Unfallverletzung auftreten.
Diagnosen im ÜberblickHäufige Krankheitsbilder
- Kniearthrose (Gonarthrose)
- Meniskusläsion (Meniskusriss)
- Kreuzbandruptur
- Knorpelschaden
- Patellabeschwerden
- Achsfehlstellungen (O-Bein, X-Bein)
- Instabilität der Kniescheibe
- Bakerzyste
- Osteochondrosis dissecans
- Freie Gelenkkörper (Gelenkmaus)
- Pes-anserinus-Syndrom
- Plica-Syndrom
- Patellaspitzensyndrom (Jumper's Knee)
- Patellofemorale Arthrose
Wie finden wir die Ursache Ihrer Beschwerden?
Am Anfang steht immer ein ausführliches ärztliches Gespräch und eine klinische Untersuchung mit gezielten Stabilitäts- und Meniskustests, oft lässt sich hierdurch bereits eine gute Einschätzung treffen.
Seit wann bestehen die Beschwerden, gab es ein auslösendes Ereignis, wodurch werden sie besser oder schlechter? Bei der klinischen Untersuchung prüfen wir Beweglichkeit, Bandstabilität, Meniskuszeichen und die Führung der Kniescheibe.
Je nach Fragestellung kommen bildgebende Verfahren hinzu:
- Ultraschall zeigt schnell und ohne Strahlenbelastung Gelenkergüsse oder oberflächliche Weichteilveränderungen.
- Röntgen, bei Achsfehlstellungen auch als Ganzbeinaufnahme, zeigt Gelenkspalt, Knochen und Beinachse.
- MRT stellt Knorpel, Menisken und Bänder besonders detailliert dar und ist meist das Mittel der Wahl bei Verdacht auf eine Band- oder Meniskusverletzung.
- CT wird in Einzelfällen gezielt zur genauen Beurteilung knöcherner Strukturen eingesetzt.
Nicht jede Untersuchung ist bei jedem Patienten notwendig. Welche diagnostischen Schritte sinnvoll sind, richtet sich nach Ihren Beschwerden, dem Untersuchungsbefund und der konkreten Fragestellung, nicht danach, möglichst viel Diagnostik durchzuführen.
Ohne OperationKonservative Behandlungsmöglichkeiten
Konservative Verfahren
Physiotherapie & medizinische Trainingstherapie
Gezielter Aufbau der knieumgebenden Muskulatur zur Entlastung, Stabilisierung und Verbesserung der Beweglichkeit.
Manuelle Therapie
Gezielte, durch geschulte Hände ausgeführte Techniken zur Verbesserung von Beweglichkeit und Schmerzlinderung.
Orthesen & Bandagen
Führen und entlasten das Kniegelenk, etwa bei Instabilität oder zur Unterstützung während der Rehabilitation.
Gewichts- & Belastungsmanagement
Eine Reduktion der Gelenkbelastung kann Beschwerden bei Arthrose und Überlastung spürbar lindern.
Stoßwellentherapie
Kann ergänzend bei bestimmten Sehnenreizungen rund ums Kniegelenk eingesetzt werden.
Mehr über die Stoßwellentherapie erfahren →Kinesiotaping
Kann begleitend zur Bewegungsunterstützung und als muskuläre Entlastung eingesetzt werden.
Interventionelle Schmerztherapie
Hyaluronsäure-Injektion
Unterstützt die Gelenkschmierung und kann bei beginnender bis mittelgradiger Arthrose Beschwerden lindern.
Mehr über die Hyaluronsäure-Therapie erfahren →Innovative BehandlungsstrategiePRP-Infiltration (körpereigenes Plättchenplasma)
Aus dem eigenen Blut gewonnenes plättchenreiches Plasma wird bei ausgewählten Befunden gezielt appliziert. Ziel ist es, über die enthaltenen Wachstumsfaktoren entzündungsmodulierende und regenerative Prozesse an der betroffenen Struktur zu unterstützen.
Mehr über die PRP-Therapie erfahren →Sinnvolle BehandlungsoptionKortison-Infiltration
Zurückhaltend eingesetzt bei stärkerer akuter Reizung des Kniegelenks, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichend wirken.
Mehr über die interventionelle Schmerztherapie erfahren →Innovative TherapieRadiofrequenzdenervation des Kniegelenks
Ein minimalinvasives Verfahren, bei dem schmerzleitende Nervenäste am Knie gezielt und vorübergehend ausgeschaltet werden, bei ausgeschöpfter konservativer Therapie und wenn ein Gelenkersatz (noch) nicht infrage kommt.
Mehr über die Radiofrequenzablation am Knie erfahren →Wenn nötigOperative Behandlungsmöglichkeiten
Operationsverfahren
Arthroskopische Meniskusoperation
Je nach Rissform gelenkerhaltende Naht oder minimalinvasive Teilentfernung des geschädigten Meniskusanteils.
Mehr über die arthroskopische Meniskusoperation erfahren →Kreuzbandersatzplastik
Rekonstruktion des gerissenen Kreuzbandes mit körpereigenem Sehnenmaterial, um die Stabilität des Knies wiederherzustellen.
Mehr über die Kreuzbandersatzplastik erfahren →Knorpeltherapie
Verfahren wie Mikrofrakturierung oder Knorpelzelltransplantation zur Behandlung umschriebener Knorpelschäden.
Mehr über die Knorpeltherapie erfahren →Achskorrigierende Umstellungsosteotomie
Korrektur einer Beinachsenfehlstellung, um einseitig überlastete Gelenkanteile zu entlasten und den Verschleiß zu verlangsamen.
Mehr über die Umstellungsosteotomie erfahren →MPFL-Plastik
Rekonstruktion des medialen patellofemoralen Ligaments zur Stabilisierung der Kniescheibe bei wiederkehrender Instabilität.
Mehr über die MPFL-Plastik erfahren →Implantation einer Knie-Totalendoprothese
Ersatz des verschlissenen Kniegelenks durch eine Prothese bei fortgeschrittener Arthrose.
Mehr über die Knie-Totalendoprothese erfahren →Teilgelenksersatz (unikondyläre Schlittenprothese)
Ersatz nur des geschädigten Gelenkanteils bei auf einen Kompartiment begrenztem Verschleiß, bei erhaltenem übrigen Gelenkknorpel.
Mehr über den Teilgelenksersatz erfahren →Roboterassistierte Implantation mit VELYS
Bildfreie, computergestützte Navigation für eine präzise Ausrichtung der Prothese, bei vollständiger Kontrolle durch den Operateur.
Mehr über die roboterassistierte Implantation mit VELYS erfahren →Individuelle Knieprothese (Symbios ORIGIN)
CT-basiert individuell gefertigte Prothese, geplant anhand der persönlichen Gelenkanatomie, als Alternative zur Standard-Knie-TEP.
Mehr über die individuelle Knieprothese erfahren →Wechseloperation (Revisionsendoprothetik)
Austausch einer bestehenden Knieprothese bei aseptischer Lockerung oder Verschleiß des Implantats.
Mehr über die Wechseloperation erfahren →Septischer Knie-TEP-Wechsel (Protheseninfekt-OP)
Operative Sanierung einer periprothetischen Infektion, meist in einem zweizeitigen Vorgehen mit antibiotikahaltigem Platzhalter und gezielter Antibiotikatherapie.
Mehr über den septischen Knie-TEP-Wechsel erfahren →Warum Ihr Gelenk bei MedArtes

Teil des Endoprothetik-Zentrums der Maximalversorgung (EPZmax)
Als durch endoCert zertifiziertes Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung (EPZmax) am Standort Wörth an der Donau bündeln wir jahrelange Erfahrung in der Knieendoprothetik unter einem Dach. Dadurch sind Sie bei uns in besten Händen, von der Diagnostik über die Operation bis zur Nachbehandlung.
Mehr zu unserem EPZmax erfahren →
Roboterassistierte Implantation mit dem VELYS-System
Unser Team verfügt bereits seit Jahren über Erfahrung mit computergestützter Navigation. Diese jahrelange Navigationserfahrung trifft heute auf modernste robotergestützte Technik: Mit dem VELYS-Robotersystem können wir die Implantatposition noch individueller auf Ihre Anatomie abstimmen.
Mehr zur roboterassistierten Knie-TEP erfahren →Wann ist rasche medizinische Abklärung notwendig?
Bei diesen Anzeichen sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen
Die meisten Knieschmerzen sind nicht gefährlich. In seltenen Fällen deuten bestimmte Begleitsymptome jedoch auf eine ernsthafte Ursache hin, die zeitnah abgeklärt werden sollte:
- Deutliche Fehlstellung oder Unfähigkeit, das Bein nach einer Verletzung zu belasten
- Starke, rasch zunehmende Schwellung unmittelbar nach einem Trauma
- Rötung, Überwärmung und Fieber im Zusammenhang mit dem Kniegelenk (möglicher Hinweis auf eine Gelenkinfektion)
- Plötzliche, komplette Streck- oder Beugeunfähigkeit (Verdacht auf eingeklemmten Meniskus oder freien Gelenkkörper)
- Zunehmende Schwellung, Rötung oder Fieber nach einer kürzlich erfolgten Knieoperation oder -injektion
Treten eines oder mehrere dieser Anzeichen auf, sollte umgehend, bei Verdacht auf eine Gelenkinfektion notfallmäßig, eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
Ihre Spezialisten für das Knie
Dr. med. Sven Hartmann
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
PD Dr. med. Dipl.-Ing. Florian Völlner
Prof. Dr. med. Dr. med. univ. Günther Maderbacher, MHBA
Prof. Dr. med. Franz Xaver Köck
Prof. Dr. med. habil. Jürgen Götz, MHBA
Häufig gestellte Fragen zum Knie
Wann sollte ich mit Knieschmerzen zum Orthopäden?
Halten Knieschmerzen länger als einige Wochen an, kehren sie immer wieder oder werden sie von Schwellung, Instabilität oder Bewegungseinschränkung begleitet, ist eine fachärztliche Abklärung sinnvoll. Auch nach einer Sport- oder Unfallverletzung mit sofortiger Schwellung sollte zeitnah untersucht werden.
Ist ein Meniskusriss immer eine Operation?
Nein. Viele Meniskusrisse, insbesondere degenerative Risse ohne Blockade, können zunächst konservativ mit Physiotherapie behandelt werden. Eine Operation wird vor allem bei mechanischen Symptomen wie Blockaden oder bei anhaltenden Beschwerden erwogen.
Was hilft bei Kniearthrose?
Am Anfang stehen meist Physiotherapie, medizinische Trainingstherapie und Gewichtsmanagement. Ergänzend können Infiltrationen wie Hyaluronsäure eingesetzt werden. Erst wenn diese Maßnahmen nicht mehr ausreichend helfen, kommt eine Operation, etwa eine Prothese, infrage.
Wie erkenne ich einen Kreuzbandriss?
Typisch ist ein Verdrehtrauma beim Sport mit einem hörbaren oder spürbaren „Knacken", gefolgt von rascher Schwellung und einem Instabilitätsgefühl. Eine sichere Diagnose ist aber nur durch eine klinische Untersuchung und in der Regel eine MRT möglich.
Was tun bei einer Schwellung im Knie?
Kurzfristig helfen Schonung, Kühlung und Hochlagern. Geht die Schwellung nicht innerhalb weniger Tage zurück, tritt sie nach einer Verletzung plötzlich auf oder kommt Fieber hinzu, sollte zeitnah eine ärztliche Untersuchung erfolgen.
Wie lange dauert die Reha nach einer Kreuzbandoperation?
Die Rehabilitation nach einer Kreuzbandersatzplastik erstreckt sich über mehrere Monate, mit einem strukturierten Aufbau von Beweglichkeit, Kraft und Stabilität. Eine Rückkehr zum Sport ist individuell unterschiedlich und wird gemeinsam mit dem behandelnden Arzt und der Physiotherapie festgelegt.
Was ist der Unterschied zwischen Arthrose und Meniskusriss?
Arthrose ist ein fortschreitender, meist beidseitig auftretender Verschleiß des gesamten Gelenkknorpels, während ein Meniskusriss eine umschriebene Schädigung eines Meniskus ist, entweder durch eine Verletzung oder verschleißbedingt. Beide können ähnliche Symptome verursachen, unterscheiden sich aber in Ursache und Behandlung.
Welche Warnzeichen bei Knieschmerzen sollte ich ernst nehmen?
Eine deutliche Fehlstellung oder Belastungsunfähigkeit nach einer Verletzung, eine rasch zunehmende Schwellung, sowie Rötung, Überwärmung und Fieber am Kniegelenk sind Anzeichen, die zeitnah ärztlich abgeklärt werden sollten.
Beschwerden abklären lassen
Wenn Ihre Beschwerden anhalten oder Sie eine spezialisierte Einschätzung wünschen, vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Sprechstunde.