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Fuß & Sprunggelenk · OSG-Arthroskopie · Operation

OSG-Arthroskopie

Minimalinvasive Gelenkspiegelung des oberen Sprunggelenks über kleine Zugänge

Bei der OSG-Arthroskopie wird das obere Sprunggelenk über zwei bis drei kleine Hautschnitte (Portale) mit einer Kamera gespiegelt, um Beschwerden im Gelenk minimalinvasiv zu diagnostizieren und in derselben Sitzung zu behandeln. Je nach Befund werden dabei knöcherne oder weichteilige Einklemmungen (Impingement) entfernt oder ein umschriebener Knorpelschaden am Sprungbein (Talus) mittels Mikrofrakturierung behandelt. Diese Seite erklärt Ihnen, wie der Eingriff konkret abläuft und was in den Wochen danach auf Sie zukommt. Die zugrunde liegenden Krankheitsbilder, die Diagnostik und die konservativen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unseren Seiten zum Impingement des Sprunggelenks und zur osteochondralen Läsion (OCL) des Talus.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen.

Operationsdauer

Meist etwa 20–45 Minuten, abhängig vom Befund und Umfang des Eingriffs.

Narkose

Häufig eine Regionalanästhesie (z. B. Ischiadicus- oder Fußblock), oft mit leichter Sedierung; alternativ eine Vollnarkose.

Krankenhausaufenthalt

In der Regel ambulant oder kurzstationär mit einer Übernachtung möglich.

Zugänge

Zwei bis drei kleine Hautschnitte (Portale) von wenigen Millimetern Länge.

Mobilisation

Bei reinem Impingement meist noch am selben Tag mit rascher Vollbelastung; nach Mikrofrakturierung zunächst unter Teilbelastung.

Belastung nach Mikrofrakturierung

Häufig für mehrere Wochen reduzierte Teilbelastung an Unterarmgehstützen, um die Knorpelheilung zu schützen.

Physiotherapie

Je nach Befund zur Verbesserung der Beweglichkeit oder zum kontrollierten Belastungsaufbau nach Mikrofrakturierung.

Arbeitsunfähigkeit

Je nach Tätigkeit und Befund ca. 1–2 Wochen (überwiegend sitzend) bis mehrere Wochen (stehende/gehende Tätigkeit oder nach Mikrofrakturierung).

Autofahren

Bei reinem Impingement häufig nach etwa 1–3 Wochen möglich, nach Mikrofrakturierung entsprechend später und abhängig vom operierten Bein.

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Sie werden in Rückenlage gelagert. Häufig erfolgt der Eingriff in einer Regionalanästhesie des Beins oder Fußes, oft kombiniert mit einer leichten Sedierung; alternativ ist auch eine Vollnarkose möglich. Während der Operation kommt meist eine Blutsperre am Bein zum Einsatz, um übersichtliche Sichtverhältnisse im Gelenk zu schaffen.

Zugänge (Portale)

Über zwei bis drei kleine Hautschnitte von wenigen Millimetern Länge, die sogenannten Portale, werden das Arthroskop und feine Instrumente in das obere Sprunggelenk eingeführt. Das Gelenk wird während des Eingriffs mit steriler Spülflüssigkeit geweitet, um eine gute Übersicht über Knorpel, Bänder und Gelenkschleimhaut zu erhalten.

Der eigentliche Eingriff

Zunächst wird das Gelenk systematisch inspiziert und der Befund mit der Kamera dokumentiert. Das weitere Vorgehen richtet sich danach, was ursächlich für Ihre Beschwerden ist:

  • Bei Impingement: Knöcherne Anbauten (Osteophyten) am Gelenkrand werden mit feinen Fräs- und Shaverinstrumenten abgetragen, eingeklemmtes Narbengewebe oder eine verdickte Synovialfalte werden entfernt, bis die Einklemmung beim Durchbewegen des Gelenks aufgehoben ist.
  • Bei Knorpelschaden (OCL des Talus): Instabiler, gelockerter Knorpel im Bereich der Läsion wird abgetragen, bis eine stabile Umgebung entsteht. Anschließend werden über feine Bohrungen oder eine spitze Ahle im Defektgrund (Mikrofrakturierung) kleine Kanäle in den darunterliegenden Knochen gesetzt. Dadurch treten Blut und Knochenmarkzellen in den Defekt ein, was die Bildung eines Ersatzknorpelgewebes anregen soll.

Beide Vorgehensweisen können auch kombiniert zum Einsatz kommen, wenn sowohl eine Einklemmung als auch ein Knorpelschaden vorliegen.

Abschluss

Nach Abschluss der Behandlung und einer abschließenden Kontrolle des Gelenks werden die Instrumente entfernt und die kleinen Hautschnitte mit ein bis zwei Nähten oder Klammerpflastern verschlossen. Ein steriler Verband sowie eine elastische Bandage oder Schiene schließen den Eingriff ab.

Je nach Befund

Zwei unterschiedliche Behandlungsziele in einer Arthroskopie

Entfernung einklemmender Strukturen (Impingement)

Knöcherne Anbauten oder vernarbtes Weichteilgewebe, die am Ende der Beweglichkeit schmerzhaft im Gelenk anschlagen, werden arthroskopisch abgetragen beziehungsweise entfernt. Ziel ist ein wieder freier, schmerzarmer Bewegungsspielraum.

Mikrofrakturierung bei Knorpelschaden (OCL)

Bei einer kleineren bis mittelgroßen osteochondralen Läsion des Talus wird instabiler Knorpel entfernt und über eine gezielte Mikrofrakturierung des Defektgrunds die Bildung von Ersatzknorpelgewebe angeregt, um die Gelenkfläche wieder abzudichten.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

Wie es direkt nach der Operation weitergeht, hängt maßgeblich davon ab, ob lediglich eine Einklemmung entfernt oder zusätzlich eine Mikrofrakturierung durchgeführt wurde.

Bei einer reinen Entfernung einklemmender Strukturen dürfen Sie in der Regel bereits am Operationstag aufstehen und den Fuß rasch wieder voll belasten. Wurde eine Mikrofrakturierung durchgeführt, wird das Bein zum Schutz des frisch gebildeten Ersatzgewebes zunächst unter Teilbelastung an Unterarmgehstützen mobilisiert. Ein Wundschmerz an den kleinen Zugängen ist normal und lässt sich meist gut mit Schmerzmitteln sowie Hochlagern und Kühlen kontrollieren. Der stationäre Aufenthalt beschränkt sich häufig auf eine Übernachtung oder erfolgt ambulant.

Eine Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung erfolgt üblicherweise nach etwa 10–14 Tagen. Physiotherapie wird je nach Befund frühzeitig zur Verbesserung der Beweglichkeit oder, bei Mikrofrakturierung, zur Anleitung des kontrollierten Belastungsaufbaus eingesetzt.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage

    Hochlagern, Kühlen, angepasste Belastung

    Der Fuß sollte möglichst oft hochgelagert und gekühlt werden. Bei reinem Impingement ist zügiges Gehen im Rahmen der Beschwerden erwünscht; nach Mikrofrakturierung gilt zunächst die vorgegebene Teilbelastung an Gehstützen.

  • Nach etwa 10–14 Tagen

    Wundkontrolle und Beginn der Physiotherapie

    Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung. Gezielte physiotherapeutische Übungen zur Beweglichkeit und, nach Mikrofrakturierung, zum kontrollierten Belastungsaufbau beginnen.

  • Nach 3–6 Wochen

    Schrittweise Belastungssteigerung

    Bei reinem Impingement ist die Alltagsbelastung meist bereits deutlich gebessert. Nach Mikrofrakturierung wird die Belastung nach ärztlicher Vorgabe schrittweise von Teil- zu Vollbelastung gesteigert, um das Ersatzgewebe nicht zu überlasten.

  • Nach 6–12 Wochen

    Vollbelastung und Rückkehr zu Alltagsaktivitäten

    Die meisten Patienten erreichen in diesem Zeitraum die volle Belastbarkeit im Alltag und können viele gelenkschonende Aktivitäten wieder aufnehmen.

  • Langfristig

    Ausreifung des Gelenks über mehrere Monate

    Nach Mikrofrakturierung reift das neu gebildete Ersatzknorpelgewebe über mehrere Monate weiter aus und wird zunehmend belastbarer. Das endgültige Ergebnis lässt sich daher oft erst nach einigen Monaten beurteilen.

Alltag & Sport

Wann kann ich wieder …?

Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom individuellen Heilungsverlauf ab.

Auto fahren

ca. 1–3 Wochen (Impingement) / später nach Mikrofrakturierung

Abhängig davon, welches Bein betroffen ist und ob die volle Kontrolle über Gas- und Bremspedal wieder gegeben ist.

Büroarbeit

ca. 1–2 Wochen

Mit der Möglichkeit, den Fuß regelmäßig hochzulegen; nach Mikrofrakturierung ggf. mit Gehstützen im Übergang.

Stehende/gehende Tätigkeit

ca. 3–8 Wochen

Abhängig vom Befund und davon, ob eine Teilbelastungsphase nach Mikrofrakturierung eingehalten werden muss.

Vollbelastung

Impingement: rasch / Mikrofrakturierung: ca. 6 Wochen

Nach Mikrofrakturierung wird die Belastung erst nach Vorgabe des Operateurs schrittweise gesteigert.

Fahrrad fahren

ca. 4–8 Wochen

Zunächst kurze Strecken auf ebenem Untergrund, nach Erreichen einer ausreichenden Belastbarkeit.

Schwimmen

ca. 3–4 Wochen

Nach vollständiger Wundheilung der kleinen Zugänge.

Joggen

Impingement: ca. 6–8 Wochen / Mikrofrakturierung: mehrere Monate

Erst nach ausreichender Ausreifung des Ersatzknorpelgewebes und guter Belastbarkeit des Gelenks.

Sport mit Richtungswechseln

meist erst nach mehreren Monaten

Insbesondere nach Mikrofrakturierung, um das noch reifende Ersatzgewebe nicht zu überlasten.

Wandern / längere Spaziergänge

ca. 6–10 Wochen

Gehstrecke und Tempo werden entsprechend dem Heilungsverlauf schrittweise gesteigert.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Bei einem reinen Impingement bessert sich das Anschlag- und Einklemmungsgefühl bei den meisten Patienten nach der arthroskopischen Entfernung der einklemmenden Strukturen deutlich.

Nach einer Mikrofrakturierung bildet sich im behandelten Bereich ein Ersatzknorpelgewebe (Faserknorpel), das den Defekt abdichtet und die Beschwerden bei vielen Patienten spürbar lindert. Dieses Ersatzgewebe entspricht mechanisch jedoch nicht vollständig dem ursprünglichen, hyalinen Gelenkknorpel und kann sich im Langzeitverlauf, insbesondere bei hoher Belastung, wieder abnutzen. Eine vollständige und dauerhafte Beschwerdefreiheit kann daher nicht in jedem Fall garantiert werden.

Das Ergebnis wird unter anderem von der Größe und Lage der Läsion beziehungsweise dem Ausmaß der Einklemmung, einer eventuell bestehenden Instabilität des Sprunggelenks sowie der konsequenten Einhaltung der Nachbehandlung beeinflusst. Die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befunds.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion und Narkoserisiken. Das Thromboserisiko ist bei diesem minimalinvasiven Eingriff insgesamt gering, kann aber je nach individuellem Risikoprofil eine vorübergehende medikamentöse Prophylaxe erforderlich machen.

Spezifische Risiken dieser Operation

An den kleinen Zugängen (Portalen) können oberflächlich verlaufende Hautnerven gereizt werden, was zu einer vorübergehenden oder in seltenen Fällen anhaltenden Taubheit oder Kribbeln in diesem Bereich führen kann. Trotz sorgfältiger Diagnostik und Operationsplanung kann die Beschwerdebesserung unvollständig bleiben, insbesondere wenn zusätzliche, bei der Arthroskopie nicht behandelbare Ursachen zu den Beschwerden beitragen. Bei einer Mikrofrakturierung besteht zudem das Risiko, dass sich nur ein minderwertiges, mechanisch weniger belastbares Ersatzknorpelgewebe bildet, dessen Haltbarkeit im Langzeitverlauf begrenzt sein kann.

Langfristige Risiken

Bleibt eine zugrunde liegende Instabilität des Sprunggelenks unbehandelt oder wird das Ersatzknorpelgewebe nach einer Mikrofrakturierung dauerhaft überlastet, kann sich die ursprüngliche Problematik im Verlauf erneut entwickeln beziehungsweise das Risiko einer vorzeitigen Sprunggelenksarthrose bestehen bleiben.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse an den Zugängen: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Neu auftretende oder zunehmende Taubheit oder Kribbeln im Bereich der kleinen Hautschnitte
  • Erneutes deutliches Blockade- oder Einklemmungsgefühl im Gelenk
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
  • Atemnot

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Bei MedArtes

OSG-Arthroskopie bei MedArtes

Ob eine Arthroskopie für Sie infrage kommt, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung sowie Ihres Röntgen- und MRT-Befunds, unabhängig davon, ob ein Impingement des Sprunggelenks oder eine osteochondrale Läsion des Talus im Vordergrund steht. Als Fußzentrum Ostbayern der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk e.V. (D.A.F.) besprechen wir mit Ihnen gemeinsam, welches Vorgehen für Ihren individuellen Befund sinnvoll ist, und begleiten Sie durch Operation und Nachbehandlung.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur OSG-Arthroskopie

Wie viele Narben bleiben nach einer OSG-Arthroskopie zurück?

In der Regel bleiben zwei bis drei kleine, wenige Millimeter lange Narben an den Zugängen (Portalen) zurück, die mit der Zeit meist deutlich verblassen.

Muss ich nach der Operation Gehstützen benutzen?

Das hängt vom Befund ab. Bei reiner Entfernung einklemmender Strukturen ist häufig eine rasche Vollbelastung möglich. Nach einer Mikrofrakturierung werden Unterarmgehstützen für die vorgegebene Zeit der Teilbelastung benötigt, um die Knorpelheilung zu schützen.

Woher weiß ich vorher, ob eine Mikrofrakturierung nötig ist?

Größe, Lage und Stabilität eines Knorpelschadens werden bereits vor der Operation anhand von Röntgen und MRT eingeschätzt. Der endgültige Befund und das genaue Vorgehen werden während der Arthroskopie bestätigt beziehungsweise festgelegt.

Wie stark sind die Schmerzen nach der Operation?

Der Wundschmerz an den kleinen Zugängen ist in den ersten Tagen normal und lässt sich in der Regel gut mit Schmerzmitteln sowie Hochlagern und Kühlen kontrollieren.

Wie lange bin ich krankgeschrieben?

Das hängt stark vom Befund und Ihrer beruflichen Tätigkeit ab: Bei reinem Impingement und sitzender Tätigkeit sind oft schon nach ein bis zwei Wochen wieder Arbeitstage möglich, nach einer Mikrofrakturierung oder bei stehender beziehungsweise gehender Tätigkeit kann es deutlich länger dauern.

Kann eine OSG-Arthroskopie ambulant durchgeführt werden?

Ja, in vielen Fällen ist der Eingriff ambulant möglich. Je nach individueller Situation, Narkoseform und Umfang der Behandlung kann auch eine kurzstationäre Aufnahme mit einer Übernachtung sinnvoll sein.

Wie haltbar ist das nach einer Mikrofrakturierung gebildete Ersatzgewebe?

Das neu gebildete Faserknorpelgewebe kann die Gelenkfläche abdichten und Beschwerden lindern, entspricht mechanisch jedoch nicht vollständig dem ursprünglichen Knorpel. Im Langzeitverlauf ist eine gewisse Abnutzung möglich, weshalb eine konsequente Nachbehandlung wichtig ist.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine OSG-Arthroskopie empfohlen wurde und Sie den Ablauf und Ihre individuelle Eignung besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.