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Krankheitsbild · Hüfte

Labrumläsion der Hüfte

Bei einer Labrumläsion ist die knorpelige Gelenklippe eingerissen, die den Rand der Hüftgelenkspfanne umgibt und zur Stabilität und Druckverteilung des Hüftgelenks beiträgt. Häufig entsteht sie im Zusammenhang mit einer Formstörung des Gelenks, seltener durch ein Trauma. Typisch sind Leistenschmerzen sowie gelegentlich ein Klick- oder Instabilitätsgefühl. Wir erklären, wie eine Labrumläsion entsteht, wie sie diagnostiziert wird und welche konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten bestehen.

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Beschwerdebild & Hintergrund

Typische Symptome

Das häufigste Symptom ist ein Leistenschmerz, der bei Belastung, bestimmten Drehbewegungen oder tiefer Hüftbeugung auftreten oder sich verstärken kann. Viele Betroffene beschreiben zusätzlich ein Klick-, Schnapp- oder gelegentliches Blockadegefühl im Gelenk, das beim Bewegen der Hüfte spürbar wird.

Labrumläsion der Hüfte (Symbolbild)

Manche Patienten berichten außerdem über ein diffuses Instabilitätsgefühl, insbesondere bei Drehbewegungen oder abrupten Belastungswechseln. Die Beschwerden können schleichend beginnen oder im Zusammenhang mit einer bestimmten Bewegung oder einem sportlichen Ereignis erstmals auftreten.

Was steckt dahinter?

Funktion des Labrums

Das Labrum ist eine knorpelige Struktur, die den Rand der Hüftgelenkspfanne wie eine Dichtlippe umgibt. Es vergrößert die Kontaktfläche zum Hüftkopf, trägt zur Stabilität des Gelenks bei und unterstützt die gleichmäßige Verteilung der Gelenkflüssigkeit und des Belastungsdrucks.

Wie entsteht ein Riss?

Am häufigsten entsteht eine Labrumläsion im Zusammenhang mit einer bereits bestehenden Formstörung des Hüftgelenks: Bei einem femoroacetabulären Impingement wird das Labrum durch das wiederholte Anschlagen zwischen Hüftkopf und Pfannenrand mechanisch überlastet, bei einer Hüftdysplasie durch die unzureichende knöcherne Überdachung zusätzlich beansprucht, da es einen Teil der fehlenden knöchernen Stabilität kompensieren muss. Seltener entsteht ein Labrumriss durch ein akutes Trauma, etwa einen Sturz oder eine plötzliche Verdrehung des Hüftgelenks.

Labrumläsion der Hüfte (Symbolbild)
Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

Was ist es?
Ein Riss der knorpeligen Gelenklippe (Labrum), die den Rand der Hüftgelenkspfanne umgibt und zur Stabilität des Gelenks beiträgt.
Typische Beschwerden
Leistenschmerz, ein Klick- oder Schnappgefühl in der Hüfte, gelegentlich ein Instabilitätsgefühl.
Häufige Ursache
Oft in Verbindung mit einem femoroacetabulären Impingement oder einer Hüftdysplasie, seltener durch ein einzelnes Trauma.
Diagnostik
Klinische Untersuchung mit Provokationstests sowie MR-Arthrographie als sensitivste bildgebende Methode zur Darstellung des Labrums.
Behandlung
Zunächst konservativ; bei anhaltenden Beschwerden meist arthroskopische Labrumrefixation mit Erhalt des Labrums.
Besonderheit
Eine Operation zielt häufig nicht nur auf das Labrum selbst, sondern auch auf die Korrektur der zugrunde liegenden Ursache ab.
Untersuchung

Wie finden wir die Ursache?

Anamnese, körperliche Untersuchung und gezielte Bildgebung. Mehr erfahren

Die klinische Untersuchung umfasst die Prüfung der Hüftbeweglichkeit sowie gezielte Provokationstests, bei denen versucht wird, den typischen Leistenschmerz oder ein Klickgefühl auszulösen. Diese Tests liefern wichtige Hinweise, sichern die Diagnose jedoch nicht allein.

Die sensitivste bildgebende Methode zur Darstellung des Labrums ist die MR-Arthrographie, bei der Kontrastmittel in das Hüftgelenk eingebracht wird, bevor die MRT durchgeführt wird. Dieses Verfahren erlaubt eine genaue Beurteilung von Lage, Ausmaß und Form des Risses. Zusätzlich wird meist ein Röntgenbild angefertigt, um eine zugrunde liegende Formstörung wie ein femoroacetabuläres Impingement oder eine Hüftdysplasie zu erkennen.

Ohne Operation

Konservative Behandlung

Konservative, interventionelle und regenerative Verfahren im Überblick. Mehr erfahren

Die meisten Beschwerden an der Hüfte lassen sich zunächst ohne Operation behandeln. Idealerweise sollten die verschiedenen konservativen Therapiemöglichkeiten dabei mit den Möglichkeiten der interventionellen und regenerativen Medizin zu einem Zeitpunkt kombiniert werden, um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen.

Klassische Schmerztherapie und Physiotherapie

Zur konservativen Therapie nutzen wir die orale Schmerzmedikation und Physiotherapie als Basis zur Verbesserung Ihrer Beschwerden.

Gut etablierte Therapie

Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie

Gezielte Übungen zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit und Schmerzlinderung, unter therapeutischer Anleitung strukturiert aufgebaut.

Sinnvolle Behandlungsoption

Aktivitätsanpassung

Eine vorübergehende Reduktion beschwerdeauslösender Bewegungen und Sportarten kann die mechanische Belastung des Labrums verringern.

Sinnvolle Behandlungsoption

Intraartikuläre Infiltration

Eine gezielte Injektion in das Hüftgelenk kann vorübergehend Schmerzlinderung bringen und zusätzlich zur diagnostischen Einordnung der Beschwerden beitragen.

Mehr über die interventionelle Schmerztherapie erfahren →

Regenerative Therapie

Ergänzend zu konservativen und interventionellen Maßnahmen können regenerative Eigenblutverfahren eingesetzt werden. Bei MedArtes setzen wir bewusst auch auf innovative Verfahren der regenerativen Medizin, um Ihnen über etablierte Therapien hinaus zusätzliche, zukunftsorientierte Behandlungsoptionen anzubieten.

Wenn nötig

Operative Behandlung

Operative Verfahren, falls konservative Maßnahmen nicht ausreichen. Mehr erfahren

Operationsverfahren

Arthroskopische Labrumrefixation

Minimalinvasive Naht des eingerissenen Labrums zur Wiederherstellung seiner Funktion, meist kombiniert mit Korrektur einer zugrunde liegenden Formstörung.

Arthroskopisches Labrum-Débridement

Glättung beziehungsweise Teilentfernung des geschädigten Labrumgewebes, wenn eine Naht technisch nicht möglich ist.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen

Muss eine Labrumläsion immer operiert werden?

Nein. Bei geringeren Beschwerden kann zunächst eine konservative Behandlung mit Physiotherapie und Aktivitätsanpassung versucht werden. Eine Operation wird erwogen, wenn die Beschwerden trotzdem bestehen bleiben oder relevant einschränkend sind.

Heilt ein Labrumriss von selbst?

Das Labrum hat eine begrenzte Durchblutung und damit eine eingeschränkte Selbstheilungsfähigkeit, insbesondere in den zentralen Anteilen. Bei anhaltenden Beschwerden ist daher häufig eine gezielte Behandlung notwendig, statt auf eine spontane Ausheilung zu warten.

Warum wird bei der Operation nicht nur das Labrum behandelt?

Liegt dem Labrumschaden eine Formstörung wie ein femoroacetabuläres Impingement oder eine Hüftdysplasie zugrunde, würde eine alleinige Behandlung des Labrums das zugrunde liegende Problem nicht beseitigen. Deshalb wird die Ursache im Rahmen der Operation in der Regel mitbehandelt.

Was ist eine MR-Arthrographie und warum wird sie eingesetzt?

Bei der MR-Arthrographie wird vor der MRT Kontrastmittel in das Hüftgelenk eingebracht. Dadurch lässt sich das Labrum deutlich schärfer abgrenzen als bei einer normalen MRT, weshalb dieses Verfahren als sensitivste Methode zur Diagnose einer Labrumläsion gilt.

Kann eine Labrumläsion zu einer Hüftarthrose führen?

Ein unbehandelter oder wiederkehrender Labrumschaden kann die Druckverteilung im Gelenk ungünstig verändern und langfristig das Risiko einer vorzeitigen Coxarthrose erhöhen, insbesondere wenn eine zugrunde liegende Formstörung unbehandelt bleibt.

Wie lange dauert die Rehabilitation nach einer Labrumrefixation?

Der Verlauf ist individuell unterschiedlich und hängt unter anderem davon ab, ob gleichzeitig eine zugrunde liegende Formstörung korrigiert wurde. In der Regel ist zunächst eine Phase mit Teilbelastung erforderlich, bevor die Belastung schrittweise gesteigert wird.

Kann eine Labrumläsion auch ohne FAI oder Hüftdysplasie entstehen?

Ja, wenn auch seltener. Ein Labrumriss kann auch durch ein akutes Trauma, etwa einen Sturz oder eine plötzliche Verdrehung des Hüftgelenks, ohne zugrunde liegende Formstörung entstehen.