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Krankheitsbild · Knie

Plica-Syndrom des Kniegelenks

Beim Plica-Syndrom ist eine angeborene Falte der Gelenkinnenhaut im Kniegelenk, meist die Plica mediopatellaris an der Innenseite der Kniescheibe, gereizt und verdickt. Typisch sind ziehende Schmerzen an der Innenseite oder Vorderseite des Knies sowie ein Schnapp- oder Reibegefühl bei Beugung und Streckung. In den meisten Fällen lassen sich die Beschwerden gut konservativ behandeln. Wir erklären, wie eine Plica überhaupt zum Problem wird, wie die Diagnose gestellt wird und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

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Beschwerdebild & Hintergrund

Typische Symptome

Das Plica-Syndrom macht sich meist durch einen ziehenden oder stechenden Schmerz an der Innenseite oder Vorderseite des Knies bemerkbar, der bei Beugung, Streckung und Belastung zunehmen kann.

Plica-Syndrom des Kniegelenks (Symbolbild)

Viele Patienten tasten entlang der Innenseite der Kniescheibe eine schmerzhafte, strangartige Verdickung, hier verläuft am häufigsten die betroffene Plica mediopatellaris. Bei Bewegung kann die verdickte, unelastische Falte über die Oberschenkelrolle gleiten und dabei ein deutliches Schnapp-, Reibe- oder Knacksgefühl auslösen. Manche Patienten berichten zusätzlich über ein kurzes Blockierungsgefühl, etwa beim Aufstehen aus dem Sitzen oder beim Treppensteigen. Diese sogenannte Pseudoblockierung löst sich in der Regel rasch von selbst wieder und ist etwas anderes als eine echte mechanische Blockade, wie sie zum Beispiel bei einem eingeklemmten Meniskusriss auftreten kann.

Die Beschwerden nehmen häufig nach längerem Sitzen mit gebeugtem Knie, beim Joggen, Treppensteigen oder bei anderen kniebelastenden Aktivitäten zu und lassen in Ruhe wieder nach.

Was steckt dahinter?

Ein angeborener Rest der Gelenkentwicklung

Bei vielen Menschen finden sich im Kniegelenk falten- oder segelartige Reste der Gelenkinnenhaut (Synovialis), die aus der embryonalen Entwicklung des Gelenks übrig geblieben sind. Diese sogenannten Plicae sind eine häufige, normale anatomische Variante. Solange sie nicht gereizt sind, verursachen sie in aller Regel keinerlei Beschwerden, eine vorhandene Plica ist für sich genommen also noch keine Erkrankung, sondern häufig ein unauffälliger Zufallsbefund.

Die Plica mediopatellaris als häufigste Form

Am häufigsten symptomatisch wird die Plica mediopatellaris, eine Falte an der Innenseite des Kniegelenks, die in Richtung der Kniescheibe zieht. Durch wiederholte Überlastung, ungewohnte oder plötzlich gesteigerte Belastung, ein direktes Anschlagen des Knies oder gelegentlich auch ohne erkennbaren Auslöser kann sich diese Falte entzünden, verdicken und ihre ursprüngliche Elastizität verlieren. Die verdickte, unelastische Plica reibt dann bei jeder Kniebeugung über die Oberschenkelrolle und kann dabei zusätzlich den umliegenden Knorpel reizen.

Ursachen und begünstigende Faktoren

Begünstigt wird die Reizung unter anderem durch wiederholte kniebelastende Bewegungen, etwa beim Laufen, Radfahren oder häufigen Kniebeugen, sowie durch muskuläre Dysbalancen rund um das Kniegelenk. Ein Plica-Syndrom kann isoliert auftreten oder gemeinsam mit anderen Kniebefunden bestehen.

Plica-Syndrom des Kniegelenks (Symbolbild)
Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

Was ist es?
Eine gereizte, verdickte Falte der Gelenkinnenhaut im Knie, meist die Plica mediopatellaris. Eine unauffällige Plica an sich ist keine Erkrankung.
Typische Beschwerden
Ziehender Schmerz an der Innen- oder Vorderseite des Knies, teils tastbarer Strang, Schnapp- oder Reibegefühl bei Bewegung.
Wichtige Abgrenzung
Ähnliche Beschwerden können auch bei einem Meniskusriss oder einem patellofemoralen Schmerzsyndrom auftreten.
Diagnostik
Klinische Untersuchung mit Tastbefund und Provokationstest; MRT kann die Plica zeigen, sichert die Diagnose aber nicht immer eindeutig.
Behandlung
Ganz überwiegend konservativ, mit Belastungsanpassung, Physiotherapie und Dehnung.
Operation notwendig?
Nur selten, bei anhaltenden, konservativ therapieresistenten Beschwerden mit eindeutigem klinischem Befund.
Untersuchung

Wie finden wir die Ursache?

Anamnese, körperliche Untersuchung und gezielte Bildgebung. Mehr erfahren

Anamnese und klinische Untersuchung

Im Vordergrund steht die körperliche Untersuchung: Der Arzt tastet die Innenseite des Kniegelenks nach einer druckschmerzhaften, strangartigen Verdickung ab und prüft, ob sich bei Beugung und Streckung ein Schnapp- oder Reibephänomen über der Oberschenkelrolle auslösen lässt. Ebenso wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Ursachen wie einer Meniskusreizung oder einem patellofemoralen Schmerzsyndrom.

Bildgebung

Eine MRT kann eine verdickte, gereizte Plica in vielen Fällen sichtbar machen und hilft zusätzlich, andere Ursachen wie einen Meniskusriss oder einen Knorpelschaden abzugrenzen. Der eindeutige Nachweis gelingt allerdings nicht in jedem Fall, auch unauffällige, beschwerdefreie Plicae sind im MRT häufig zu sehen, sodass der Bildbefund immer gemeinsam mit den klinischen Beschwerden bewertet werden muss.

Arthroskopische Sicherung

In manchen Fällen lässt sich die Diagnose erst im Rahmen einer Kniespiegelung (Arthroskopie) abschließend beurteilen, etwa wenn die Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung fortbestehen und die Ursache anders nicht sicher zu klären ist.

Ohne Operation

Konservative Behandlung

Konservative, interventionelle und regenerative Verfahren im Überblick. Mehr erfahren

Die meisten Beschwerden am Knie lassen sich zunächst ohne Operation behandeln. Idealerweise sollten die verschiedenen konservativen Therapiemöglichkeiten dabei mit den Möglichkeiten der interventionellen und regenerativen Medizin zu einem Zeitpunkt kombiniert werden, um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen.

Klassische Schmerztherapie und Physiotherapie

Zur konservativen Therapie nutzen wir die orale Schmerzmedikation und Physiotherapie als Basis zur Verbesserung Ihrer Beschwerden.

Gut etablierte Therapie

Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie

Gezielte Übungen zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit und Schmerzlinderung, unter therapeutischer Anleitung strukturiert aufgebaut.

Gut etablierte Therapie

Belastungsanpassung

Ein vorübergehender Verzicht auf beschwerdeauslösende Bewegungen und Sportarten reduziert die mechanische Reizung der Plica und ist häufig der erste und wichtigste Baustein der Behandlung.

Sinnvolle Behandlungsoption

Entzündungshemmende Maßnahmen

Kühlen sowie kurzfristig entzündungshemmende Schmerzmittel können in der akuten Phase die Beschwerden lindern.

Sinnvolle Behandlungsoption

Physikalische Therapie

Ergänzende physikalische Anwendungen können den Behandlungserfolg im Rahmen eines Gesamtkonzepts unterstützen.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen

Ist eine Plica im Knie an sich schon eine Erkrankung?

Nein. Plicae sind bei vielen Menschen vorhandene, angeborene Falten der Gelenkinnenhaut und in aller Regel unauffällig. Erst wenn sich eine Plica durch Reizung verdickt und ihre Elastizität verliert, kann sie Beschwerden verursachen.

Ist ein Schnappen im Knie immer ein Plica-Syndrom?

Nein. Ein Schnapp- oder Reibegefühl kann auch andere Ursachen haben, etwa eine Meniskusveränderung oder eine Kniescheibenproblematik. Erst die klinische Untersuchung in Zusammenschau mit den weiteren Beschwerden ordnet ein, ob tatsächlich eine gereizte Plica dahintersteckt.

Muss ein Plica-Syndrom immer operiert werden?

Nein. Die weit überwiegende Mehrzahl der Beschwerden bessert sich mit Belastungsanpassung und Physiotherapie deutlich. Eine arthroskopische Plicaresektion kommt nur infrage, wenn die Beschwerden trotz konsequenter konservativer Therapie anhalten.

Wie lange dauert es, bis die konservative Behandlung wirkt?

Das ist individuell unterschiedlich. Viele Patienten bemerken innerhalb einiger Wochen bis Monate eine deutliche Besserung, wenn Belastungsanpassung und gezielte Übungen konsequent umgesetzt werden. Zeitangaben sind dabei stets als Orientierungswerte zu verstehen.

Darf ich mit Plica-Syndrom weiter Sport treiben?

In angepasstem Umfang häufig ja. Aktivitäten, die die Beschwerden erkennbar auslösen, etwa tiefe Kniebeugen oder intensives Laufen, sollten vorübergehend reduziert und je nach Verlauf schrittweise wieder gesteigert werden.

Wird eine gereizte Plica im MRT immer sicher gefunden?

Nicht zuverlässig. Eine MRT kann eine verdickte Plica zwar häufig darstellen, doch auch unauffällige, beschwerdefreie Plicae sind im MRT oft sichtbar. Deshalb wird der Bildbefund immer zusammen mit der klinischen Untersuchung bewertet.

Kann das Plica-Syndrom wiederkehren?

Nach konsequenter konservativer Behandlung bleiben viele Patienten dauerhaft beschwerdearm. Bei erneuter, ungewohnter Überlastung des Knies kann sich die Plica jedoch grundsätzlich wieder reizen.

Woran unterscheidet sich das Plica-Syndrom von einem Meniskusriss?

Ein Meniskusriss verursacht typischerweise einen Schmerz direkt am Gelenkspalt, häufig mit einer echten mechanischen Blockade des Knies. Beim Plica-Syndrom steht dagegen ein tastbarer Strang mit Schnapp- oder Reibegefühl im Vordergrund, allenfalls mit einer vorübergehenden Pseudoblockierung.