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Fuß & Sprunggelenk · Vorfußchirurgie · Operation

Metatarsale Osteotomie (Weil-Osteotomie)

Verkürzung und Anhebung eines überlasteten Mittelfußknochens zur gezielten Druckentlastung des Vorfußes

Bei der metatarsalen Osteotomie wird ein überlanger oder zu tief stehender Mittelfußknochen gezielt durchtrennt und in eine günstigere Position verkürzt oder angehoben. Ziel ist es, das dauerhaft überlastete Mittelfußköpfchen zu entlasten und dadurch Schmerzen unter dem Vorfuß zu lindern. Ein häufig angewandtes Verfahren dieser Art ist die Weil-Osteotomie. Diese Seite erklärt Ihnen, wie der Eingriff konkret abläuft und was in den Wochen danach auf Sie zukommt. Bei welchem Krankheitsbild diese Operation infrage kommt und wie die vorausgehende konservative Therapie aussieht, erfahren Sie auf der jeweiligen Erkrankungsseite.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen.

Operationsdauer

Meist etwa 20–40 Minuten je behandeltem Mittelfußknochen; bei mehreren Strahlen entsprechend länger.

Narkose

Üblicherweise eine Regionalanästhesie (periphere Nervenblockade des Fußes/Beins), oft mit leichter Sedierung; alternativ Vollnarkose.

Krankenhausaufenthalt

In der Regel ambulant oder kurzstationär mit ein bis zwei Übernachtungen möglich.

Mobilisation

Meist noch am selben Tag im Vorfußentlastungsschuh.

Belastung

Im Spezialschuh häufig Vollbelastung erlaubt, abhängig von Anzahl und Ausmaß der behandelten Mittelfußknochen.

Vorfußentlastungsschuh

In der Regel für mehrere Wochen (meist ca. 6 Wochen), bis eine ausreichende knöcherne Heilung erreicht ist.

Rehabilitation

Meist keine spezielle Reha notwendig; bei Bedarf ambulante Physiotherapie zur Nachbehandlung.

Arbeitsunfähigkeit

Je nach Tätigkeit ca. 2–3 Wochen (überwiegend sitzend) bis ca. 6–8 Wochen (stehende/gehende Tätigkeit).

Autofahren

Häufig nach etwa 6 Wochen möglich, abhängig vom operierten Fuß und Ihrem Auto (Schalt- oder Automatikgetriebe).

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Sie werden in Rückenlage gelagert. Der Eingriff erfolgt üblicherweise in einer Regionalanästhesie des Fußes oder Beins, oft kombiniert mit einer leichten Sedierung; alternativ ist auch eine Vollnarkose möglich. Während der Operation kommt meist eine Blutsperre am Bein zum Einsatz, um übersichtliche Sichtverhältnisse zu schaffen.

Zugang

Über einen kleinen Hautschnitt am Fußrücken oberhalb des betroffenen Mittelfußknochens wird das Mittelfußköpfchen freigelegt. Zugang und genaue Lage der Osteotomie richten sich danach, welcher Mittelfußknochen behandelt wird.

Der eigentliche Eingriff

Der betroffene Mittelfußknochen wird an geeigneter Stelle schräg durchtrennt (Osteotomie). Durch diese schräge Schnittführung lässt sich das Köpfchen anschließend gezielt nach hinten verschieben, wodurch der Mittelfußknochen verkürzt und je nach Ausrichtung auch angehoben wird. Diese Verschiebung entlastet das darunterliegende Gewebe und reduziert den Druck auf das überlastete Köpfchen. Anschließend wird die neue Position mit einer kleinen Schraube fixiert, die den Knochen bis zur vollständigen Heilung stabil hält.

Abschluss

Nach Kontrolle der korrigierten Position und gegebenenfalls einer Röntgendurchleuchtung wird die Wunde schichtweise verschlossen. Es wird ein stützender Verband angelegt sowie ein Vorfußentlastungsschuh angepasst, in dem Sie den Fuß ab dem ersten Tag belasten können.

Anwendungsbereiche

Gibt es unterschiedliche Anwendungsvarianten?

Einzelstrahl-Osteotomie

Verkürzung eines einzelnen, isoliert überlasteten Mittelfußknochens, die häufigste Form, etwa bei einer Metatarsalgie mit klar abgrenzbarer struktureller Ursache an einem Köpfchen.

Mehrstrahl-Osteotomie

Gleichzeitige Verkürzung mehrerer benachbarter Mittelfußknochen, wenn ein ausgeprägter Spreizfuß mehrere Köpfchen gleichzeitig überlastet. Ziel ist ein harmonisches Verkürzungsmuster über die betroffenen Strahlen hinweg.

Anwendung am fünften Mittelfußknochen

Beim Schneiderballen wird das gleiche Osteotomieprinzip gezielt am fünften Mittelfußknochen eingesetzt, um die vorspringende Fehlstellung am Kleinzehenballen zu korrigieren.

Kombination mit weiteren Eingriffen

Je nach Befund kann die Osteotomie mit weiteren Maßnahmen kombiniert werden, etwa einer Zehenkorrektur bei begleitender Hammerzehe oder einer Weichteilbalancierung, um ein rundum stimmiges Ergebnis zu erzielen.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

Bereits am Operationstag dürfen Sie in der Regel mit dem Vorfußentlastungsschuh aufstehen und erste Schritte gehen.

Ein Wundschmerz ist normal und lässt sich in der Regel gut mit Schmerzmitteln kontrollieren; konsequentes Hochlagern und Kühlen des Fußes in den ersten Tagen hilft, die Schwellung gering zu halten. Im Vorfußentlastungsschuh ist meist eine Vollbelastung möglich. Der Eingriff erfolgt häufig ambulant oder mit einer kurzen stationären Beobachtung von ein bis zwei Nächten.

Physiotherapie ist in den ersten Wochen meist nicht erforderlich und wird bei Bedarf später ergänzt. Duschen ist je nach Verbandsart oft nach wenigen Tagen möglich. Eine Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung erfolgt üblicherweise nach etwa 12–14 Tagen. Röntgenkontrollen begleiten den weiteren Heilungsverlauf und geben vor, wann die Belastung gesteigert werden kann.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage

    Hochlagern, Kühlen, Vorfußentlastungsschuh

    Der Fuß sollte möglichst oft hochgelagert und gekühlt werden, um die Schwellung zu begrenzen. Kurze Gehstrecken im Spezialschuh sind erwünscht, längeres Stehen sollte vermieden werden.

  • Nach etwa 2 Wochen

    Wundkontrolle und zunehmende Mobilität

    Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung. Die Gehstrecke im Vorfußentlastungsschuh kann schrittweise gesteigert werden.

  • Nach ca. 6 Wochen

    Röntgenkontrolle und Wechsel zu normalem Schuhwerk

    Zeigt die Röntgenkontrolle eine ausreichende knöcherne Heilung, kann meist auf breites, flaches Konfektionsschuhwerk umgestiegen werden.

  • Nach 6–12 Wochen

    Schrittweiser Belastungsaufbau

    Alltagsbelastung, längere Gehstrecken und viele gelenkschonende Aktivitäten werden entsprechend dem Heilungsverlauf zunehmend wieder möglich.

  • Langfristig

    Endgültiges Ergebnis nach einigen Monaten

    Die Restschwellung kann sich über mehrere Monate zurückbilden. Die volle Belastbarkeit einschließlich sportlicher Aktivität ist meist nach etwa 3–4 Monaten erreicht.

Alltag & Sport

Wann kann ich wieder …?

Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom individuellen Heilungsverlauf ab.

Auto fahren

ca. 6 Wochen

Abhängig davon, welcher Fuß operiert wurde und ob Sie Schalt- oder Automatikgetriebe fahren.

Büroarbeit

ca. 2–3 Wochen

Mit der Möglichkeit, den Fuß regelmäßig hochzulegen.

Stehende/gehende Tätigkeit

ca. 6–8 Wochen

Abhängig vom Ausmaß der Steh- und Gehbelastung im Beruf.

Normale Schuhe tragen

ca. 6–8 Wochen

Zunächst breites, flaches Schuhwerk; enge oder spitze Schuhe erst nach vollständiger Abschwellung.

Absätze tragen

ca. 3–4 Monate

Höhere Absätze belasten den Vorfuß stark und sollten erst nach guter knöcherner Heilung und individueller Rücksprache getragen werden.

Fahrrad fahren

ca. 6–8 Wochen

Zunächst kurze Strecken auf ebenem Untergrund.

Schwimmen

ca. 4–6 Wochen

Nach vollständiger Wundheilung.

Joggen

ca. 3–4 Monate

Nach abgeschlossener knöcherner Heilung und guter Belastbarkeit des Vorfußes.

Wandern / längere Spaziergänge

ca. 8–12 Wochen

Gehstrecke und Tempo werden entsprechend dem Heilungsverlauf schrittweise gesteigert.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Bei korrekter Indikation berichten die meisten Patienten von einer deutlichen Druckentlastung des zuvor überlasteten Mittelfußköpfchens.

Der Schmerz beim Auftreten und Abrollen bessert sich bei den meisten Patienten spürbar, sobald die knöcherne Heilung abgeschlossen ist. Das Ausmaß der Besserung hängt jedoch stark von der individuellen Fußstatik ab: Liegt zum Beispiel ein ausgeprägter Spreizfuß oder eine Bindegewebsschwäche zugrunde, kann sich die Druckverteilung im Vorfuß im Lauf der Zeit erneut verändern. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befunds.

Nach einer Verschiebung des Mittelfußköpfchens kann sich in seltenen Fällen die Zugspannung der Beugesehne der zugehörigen Zehe verändern, sodass die Zehe leicht abgehoben steht (sogenannter „floating toe"). Dies wird bei der Operationsplanung berücksichtigt und in der Nachsorge beobachtet.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion und Narkoserisiken. Das Thromboserisiko ist bei diesem Eingriff insgesamt gering, kann aber je nach individuellem Risikoprofil eine vorübergehende medikamentöse Prophylaxe erforderlich machen.

Spezifische Risiken dieser Operation

In seltenen Fällen heilt der durchtrennte Knochen verzögert oder unvollständig (verzögerte Knochenheilung bzw. Pseudarthrose). Trotz sorgfältiger Planung kann es zu einer Über- oder Unterkorrektur der Verkürzung beziehungsweise Anhebung kommen. Durch die veränderte Weichteilspannung kann sich die zugehörige Zehe leicht anheben und nicht mehr vollständig am Boden aufliegen („floating toe"). Die eingesetzte Schraube verursacht in der Regel keine Beschwerden, kann in Einzelfällen bei Druckempfindlichkeit später in einem kleinen Zweiteingriff entfernt werden (Materialreizung).

Langfristige Risiken

Eine veränderte Druckverteilung auf benachbarte Mittelfußköpfchen ist grundsätzlich möglich und wird in der Nachsorge beobachtet. Eine erneute Überlastung des behandelten oder eines benachbarten Köpfchens kann insbesondere bei ausgeprägtem Spreizfuß oder Bindegewebsschwäche auftreten.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Neu auftretende oder zunehmende Taubheit oder Kribbeln im Vorfuß
  • Verrutschen des Verbands mit sichtbar veränderter Zehenstellung
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
  • Atemnot

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Bei MedArtes

Metatarsale Osteotomie bei MedArtes

Ob eine metatarsale Osteotomie für Sie infrage kommt, an welchem Mittelfußknochen sie ansetzt und ob ein oder mehrere Strahlen behandelt werden sollten, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung und Ihres Röntgenbefunds im Stehen. Als Fußzentrum Ostbayern der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk e.V. (D.A.F.) besprechen wir mit Ihnen gemeinsam, welche Vorgehensweise für Ihre individuelle Fußstatik sinnvoll ist, und begleiten Sie durch Operation und Nachbehandlung.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur metatarsalen Osteotomie

Was bedeutet „floating toe" und wie häufig kommt das vor?

Als „floating toe" bezeichnet man eine Zehe, die nach der Operation leicht abgehoben steht und nicht mehr vollständig am Boden aufliegt. Ursache ist eine veränderte Spannung der Beugesehne durch die Verschiebung des Mittelfußköpfchens. Dies wird bei der Operationsplanung berücksichtigt; tritt es dennoch auf, wird individuell über das weitere Vorgehen entschieden.

Muss die Schraube später wieder entfernt werden?

In der Regel nicht. Die kleine Schraube verbleibt meist dauerhaft im Knochen und verursacht üblicherweise keine Beschwerden. Nur bei störender Druckempfindlichkeit im Einzelfall kann eine spätere Entfernung in einem kleinen Zweiteingriff sinnvoll sein.

Können mehrere Mittelfußknochen gleichzeitig operiert werden?

Ja, wenn mehrere Mittelfußköpfchen strukturell überlastet sind, etwa bei einem ausgeprägten Spreizfuß, können mehrere Osteotomien in einer Operation kombiniert werden. Das verlängert die Operationsdauer, hat aber in der Regel keinen wesentlichen Einfluss auf die grundsätzliche Nachbehandlung.

Wie groß ist die Narbe?

Der Hautschnitt ist meist nur wenige Zentimeter lang und liegt am Fußrücken über dem behandelten Mittelfußknochen. Mit der Zeit verblasst die Narbe in der Regel deutlich.

Wie stark sind die Schmerzen nach der Operation?

Der Wundschmerz ist in den ersten Tagen normal und lässt sich in der Regel gut mit Schmerzmitteln sowie Hochlagern und Kühlen kontrollieren.

Wie lange bin ich krankgeschrieben?

Das hängt stark von Ihrer beruflichen Tätigkeit ab: Bei überwiegend sitzender Tätigkeit sind oft schon nach zwei bis drei Wochen wieder Arbeitstage möglich, bei stehender oder gehender Tätigkeit kann es sechs bis acht Wochen dauern.

Kann die Überlastung nach der Operation zurückkommen?

Ein gewisses Risiko für eine erneute Überlastung besteht, insbesondere wenn ein zugrunde liegender Spreizfuß oder eine Bindegewebsschwäche nicht ausreichend mitbehandelt wird. Die konsequente Nachbehandlung und gegebenenfalls eine passende Einlagenversorgung können dieses Risiko mit beeinflussen.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine Metatarsale Osteotomie empfohlen wurde und Sie den Ablauf und Ihre individuelle Eignung besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.