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Krankheitsbild · Fuß & Sprunggelenk

USG-Arthrose (Rückfußarthrose)

Bei der USG-Arthrose ist der Knorpel im unteren Sprunggelenk (Subtalargelenk) zwischen Sprungbein und Fersenbein verschlissen. Dieses Gelenk ist vor allem für die seitliche Beweglichkeit des Rückfußes zuständig, also das Abkippen des Fußes nach innen und außen. Typisch sind Schmerzen und eine zunehmende Steifigkeit beim Gehen auf unebenem Untergrund. Die Behandlung ist zunächst meist konservativ; bei fortgeschrittener, therapieresistenter Arthrose ist die Versteifung des Gelenks ein etabliertes operatives Verfahren.

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Beschwerdebild & Hintergrund

Typische Symptome

Im Vordergrund stehen Schmerzen unterhalb des Außenknöchels sowie eine zunehmende Steifigkeit des Rückfußes, die besonders auf unebenem Untergrund auffällt.

USG-Arthrose (Rückfußarthrose) (Symbolbild)

Viele Betroffene beschreiben einen tief sitzenden, dumpfen Schmerz seitlich am Rückfuß, etwa im Bereich des sogenannten Sinus tarsi, der sich beim Gehen auf Kopfsteinpflaster, Wiesen, Kies oder anderem unebenem Terrain verstärkt. Auch das seitliche Abkippen des Fußes, etwa beim Auftreten an einer Bordsteinkante, ist häufig schmerzhaft. Nicht selten vermeiden Betroffene deshalb unbewusst seitliche Bewegungen des Rückfußes und Untergründe, auf denen sie ein Umknicken befürchten.

Typisch ist außerdem ein morgendlicher Anlaufschmerz, der sich nach den ersten Schritten zunächst bessert, im Tagesverlauf bei zunehmender Belastung aber wieder zunimmt. Mit fortschreitendem Verschleiß kann zusätzlich eine spürbare Bewegungseinschränkung der seitlichen Rückfußbeweglichkeit sowie gelegentlich eine leichte Schwellung im Bereich des Außenknöchels hinzukommen.

Was steckt dahinter?

Das untere Sprunggelenk (Subtalargelenk)

Das untere Sprunggelenk (USG), auch Subtalargelenk genannt, liegt zwischen dem Sprungbein (Talus) und dem Fersenbein (Calcaneus). Anders als das obere Sprunggelenk ist es nicht für das Heben und Senken des Fußes zuständig, sondern vor allem für die seitliche Beweglichkeit des Rückfußes, das Abkippen nach innen (Inversion) und außen (Eversion). Diese Bewegung ist besonders beim Gehen auf unebenem Untergrund wichtig, damit sich der Fuß dem Gelände anpassen kann.

Wie entsteht der Verschleiß?

Beim Subtalargelenk handelt es sich um ein komplex geformtes Gelenk mit mehreren Gelenkflächen. Wird die Gelenkfläche durch einen Fersenbeinbruch dauerhaft uneben, verteilt sich die Belastung beim Gehen ungleichmäßig, wodurch sich der Knorpel im Lauf der Zeit schneller abnutzt. Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis greift stattdessen die entzündlich veränderte Gelenkinnenhaut den Knorpel direkt an, sodass sich die Arthrose auch ohne vorangegangene Verletzung entwickeln kann.

Ursachen und Risikofaktoren

  • Zustand nach einem Fersenbeinbruch (Calcaneusfraktur), insbesondere wenn dabei die Gelenkfläche des Subtalargelenks mitbetroffen war, die mit Abstand häufigste Ursache
  • Entzündlich-rheumatische Erkrankungen, etwa die rheumatoide Arthritis
  • Wiederholte Umknicktraumata mit chronischer Rückfußinstabilität
  • Angeborene knöcherne oder bindegewebige Verbindungen benachbarter Fußwurzelknochen (tarsale Coalitio)
  • Seltener eine primäre, idiopathische Arthrose ohne erkennbare Vorschädigung
USG-Arthrose (Rückfußarthrose) (Symbolbild)
Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

Was ist es?
Ein Verschleiß des Gelenkknorpels im unteren Sprunggelenk (Subtalargelenk), das für die seitliche Rückfußbeweglichkeit zuständig ist.
Typische Ursache
Meist posttraumatisch, insbesondere nach Fersenbeinbrüchen, oder im Rahmen entzündlich-rheumatischer Erkrankungen.
Typische Beschwerden
Schmerzen und Steifigkeit beim Gehen auf unebenem Untergrund, Druckschmerz unterhalb des Außenknöchels, Vermeidung seitlicher Bewegungen.
Diagnostik
Klinische Untersuchung, Röntgen des Rückfußes unter Belastung, ergänzend eine Computertomografie zur genauen Beurteilung der Gelenkflächen.
Behandlung
Rückfußstabilisierende Einlagen bzw. Schaleneinlagen, Physiotherapie, medikamentöse Schmerztherapie und gezielte Infiltrationen.
Operation notwendig?
Nur bei fortgeschrittener Arthrose mit anhaltenden Beschwerden trotz ausgeschöpfter konservativer Therapie, dann kommt die Versteifung des unteren Sprunggelenks infrage.
Untersuchung

Wie finden wir die Ursache?

Anamnese, körperliche Untersuchung und gezielte Bildgebung. Mehr erfahren

Anamnese und klinische Untersuchung

Wichtig sind frühere Verletzungen des Rückfußes, insbesondere ein durchgemachter Fersenbeinbruch, sowie eine mögliche entzündlich-rheumatische Vorerkrankung. Bei der Untersuchung wird gezielt Druckschmerz unterhalb des Außenknöchels geprüft. Um das untere Sprunggelenk isoliert zu beurteilen, wird die seitliche Rückfußbeweglichkeit (Inversion/Eversion) untersucht, während das obere Sprunggelenk möglichst ruhiggestellt wird, ein schmerzhaft eingeschränktes Abkippen bei dieser gezielten Prüfung spricht für das untere Sprunggelenk als Schmerzursache.

Röntgen unter Belastung

Ein Röntgenbild des Fußes und Rückfußes im Stehen zeigt Gelenkspaltverschmälerung, Knochenanbauten (Osteophyten) und die Stellung des Rückfußes. Da sich die komplexen Gelenkflächen des unteren Sprunggelenks im normalen Röntgenbild nur eingeschränkt beurteilen lassen, wird häufig eine gezielte Zusatzaufnahme (z. B. nach Broden) angefertigt.

Computertomografie (CT)

Die Computertomografie gilt als Goldstandard, um das Ausmaß des Verschleißes und eine mögliche unregelmäßige Gelenkfläche nach einem früheren Fersenbeinbruch dreidimensional und detailliert zu beurteilen. Sie ist insbesondere für die Operationsplanung von Bedeutung.

Diagnostische Infiltration

Bestehen Zweifel, ob die Beschwerden tatsächlich vom unteren Sprunggelenk oder von einem benachbarten Rückfußgelenk ausgehen, kann eine gezielte, bildwandlergestützte Infiltration des Subtalargelenks mit einem örtlichen Betäubungsmittel zur Klärung beitragen: Bessern sich die Beschwerden danach deutlich, spricht dies für das untere Sprunggelenk als Schmerzquelle.

Ohne Operation

Konservative Behandlung

Konservative, interventionelle und regenerative Verfahren im Überblick. Mehr erfahren

Die meisten Beschwerden an Fuß und Sprunggelenk lassen sich zunächst ohne Operation behandeln. Idealerweise sollten die verschiedenen konservativen Therapiemöglichkeiten dabei mit den Möglichkeiten der interventionellen und regenerativen Medizin zu einem Zeitpunkt kombiniert werden, um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen.

Klassische Schmerztherapie und Physiotherapie

Zur konservativen Therapie nutzen wir die orale Schmerzmedikation und Physiotherapie als Basis zur Verbesserung Ihrer Beschwerden.

Sinnvolle Behandlungsoption

Medikamentöse Schmerztherapie

Kurzfristig eingesetzt, um akute Beschwerden zu lindern und Bewegung wieder zu ermöglichen.

Gut etablierte Therapie

Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie

Gezielte Übungen zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit und Schmerzlinderung, unter therapeutischer Anleitung strukturiert aufgebaut.

Gut etablierte Therapie

Schuhversorgung mit rückfußstabilisierender Einlage

Eine individuell angepasste, rückfußstabilisierende Einlage oder Schaleneinlage schränkt die schmerzhafte seitliche Beweglichkeit des unteren Sprunggelenks gezielt ein und gilt als zentraler Baustein der Behandlung.

Sinnvolle Behandlungsoption

Kortison-Infiltration

Eine gezielte Injektion in das untere Sprunggelenk kann bei einer akuten Beschwerdephase vorübergehend Schmerzlinderung bringen. Aufgrund möglicher Effekte auf den Gelenkknorpel wird sie zurückhaltend und nicht wiederholt kurzfristig eingesetzt.

Mehr über die interventionelle Schmerztherapie erfahren →
Sinnvolle Behandlungsoption

Hyaluronsäureinfiltration

Wird gelenkintern appliziert und kann bei manchen Patienten die Beschwerden für einen begrenzten Zeitraum lindern. Die Wirkung fällt individuell unterschiedlich aus.

Mehr über die Hyaluronsäure-Therapie erfahren →
Wenn nötig

Operative Behandlung

Operative Verfahren, falls konservative Maßnahmen nicht ausreichen. Mehr erfahren

Operationsverfahren

Rückfußarthrodese

Bei der Rückfußarthrodese wird der verschlissene Knorpel im unteren Sprunggelenk entfernt und die beiden Gelenkflächen anschließend mit Schrauben dauerhaft zur knöchernen Verschmelzung gebracht. Je nach Ausmaß des Verschleißes kann sich der Eingriff auf das untere Sprunggelenk allein beschränken oder zusätzlich benachbarte Rückfußgelenke einschließen. Ziel ist die dauerhafte Beseitigung des Arthroseschmerzes; die seitliche Rückfußbeweglichkeit geht dabei verloren, das Abrollen beim Gehen auf ebenem Untergrund bleibt jedoch über das obere Sprunggelenk erhalten. Details zu Ablauf, Nachbehandlung und Risiken finden Sie auf unserer vertiefenden Seite.

Warnzeichen

Wann rasch zum Arzt?

Nicht jeder Rückfußschmerz ist eine USG-Arthrose

Eine USG-Arthrose entwickelt sich meist schleichend über einen längeren Zeitraum, häufig Jahre nach einem Fersenbeinbruch. In folgenden Situationen sollten Sie den Fuß dennoch zeitnah ärztlich untersuchen lassen:

  • Plötzlich einsetzende, starke Schmerzen mit deutlicher Rötung, Überwärmung oder Fieber, möglicher Hinweis auf eine Gelenkinfektion oder einen akuten entzündlich-rheumatischen Schub
  • Rückfußschmerzen nach einem erneuten Sturz oder Unfall mit Unfähigkeit, den Fuß zu belasten, möglicher Hinweis auf eine Fraktur
  • Rasch zunehmende Schmerzen oder Schwellung ohne erkennbaren Auslöser

In diesen Fällen sollten Sie zeitnah ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, statt abzuwarten.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen

Muss eine USG-Arthrose immer operiert werden?

Nein. Solange die Beschwerden mit konservativen Maßnahmen wie einer rückfußstabilisierenden Einlage ausreichend zu bewältigen sind, ist keine Operation notwendig. Sie kommt vor allem dann infrage, wenn trotz konsequenter konservativer Behandlung relevante Beschwerden bestehen bleiben.

Was ist der Unterschied zwischen USG- und OSG-Arthrose?

Das untere Sprunggelenk (USG) ist für die seitliche Rückfußbeweglichkeit zuständig, das obere Sprunggelenk (OSG) für das Heben und Senken des Fußes. Beschwerden und Bewegungseinschränkungen betreffen daher unterschiedliche Belastungssituationen im Alltag.

Ist eine USG-Arthrose immer die Folge eines Fersenbeinbruchs?

Nein, ein früherer Fersenbeinbruch ist zwar die häufigste Ursache, eine USG-Arthrose kann aber auch im Rahmen entzündlich-rheumatischer Erkrankungen oder seltener ohne erkennbare Vorschädigung entstehen.

Hilft eine Einlage wirklich bei USG-Arthrose?

Eine individuell angepasste, rückfußstabilisierende Einlage oder Schaleneinlage kann die schmerzhafte seitliche Beweglichkeit des Gelenks spürbar einschränken und die Beschwerden im Alltag lindern.

Kann ich nach einer Rückfußarthrodese noch normal gehen?

Ja, das Abrollen auf ebenem Untergrund bleibt über das obere Sprunggelenk erhalten. Die seitliche Beweglichkeit des Rückfußes geht durch die Versteifung jedoch dauerhaft verloren.

Wie lange dauert die Heilung nach einer Rückfußarthrodese?

Die knöcherne Durchbauung des versteiften Gelenks nimmt mehrere Monate in Anspruch. Die genaue Belastungssteigerung wird anhand regelmäßiger Röntgenkontrollen individuell festgelegt.

Kann ich mit USG-Arthrose noch Sport treiben?

Gelenkschonende Sportarten auf ebenem Untergrund sind oft weiterhin möglich. Sportarten mit häufigen seitlichen Belastungen oder auf unebenem Terrain können dagegen schmerzhaft sein. Was im Einzelfall sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Arzt.