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Hand & Ellenbogen · Dupuytren-Kontraktur · Operation

Partielle Fasziektomie bei Dupuytren-Kontraktur

Operative Entfernung des erkrankten, verdickten Bindegewebsstrangs, um die Streckfähigkeit des Fingers wiederherzustellen

Ziel der partiellen Fasziektomie ist es, den verdickten und vernarbten Bindegewebsstrang (Faszie) in der Hohlhand, der den Finger zunehmend in eine Beugestellung zieht, gezielt operativ zu entfernen. Da Nerven und Gefäße dem erkrankten Strang oft eng anliegen, ist dabei eine sorgfältige, mikrochirurgische Präparation entscheidend. Diese Seite erklärt Ihnen, wie der Eingriff konkret abläuft und was in den Wochen danach auf Sie zukommt. Die Erkrankung selbst, die Diagnostik per Tischplattenprobe und die weiteren Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zur Dupuytren-Kontraktur.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen und hängt vor allem vom Ausmaß des Befalls ab.

Operationsdauer

Abhängig vom Ausmaß des Befalls, meist etwa 45–90 Minuten; bei mehreren betroffenen Strängen oder Fingern entsprechend länger.

Narkose

Häufig eine Regionalanästhesie des Arms (z. B. Plexusblockade), alternativ Vollnarkose.

Krankenhausaufenthalt

Meist ambulant oder kurzstationär mit einer Übernachtung.

Ruhigstellung

Ein Verband, häufig mit stützender Schienung in gestreckter Fingerposition für die ersten Tage bis Wochen.

Ergotherapie/Handtherapie

Meist frühzeitig mit Streckübungen und gegebenenfalls einer Nachtlagerungsschiene, um einem erneuten Zusammenziehen entgegenzuwirken.

Wundkontrolle

Üblicherweise nach etwa 10–14 Tagen mit Fadenentfernung.

Arbeitsunfähigkeit

Je nach Tätigkeit von ein bis mehreren Wochen (überwiegend sitzend deutlich kürzer als bei kraftvoller, handbetonter Arbeit).

Autofahren

Abhängig von Beweglichkeit und Befinden häufig nach einigen Wochen wieder möglich.

Endgültiges Ergebnis

Nach Abschluss der Wundheilung und der begleitenden Handtherapie, meist nach einigen Wochen bis wenigen Monaten.

Indikation

Wann wird diese Operation durchgeführt?

Eine Operation kommt vor allem dann infrage, wenn eine relevante Beugekontraktur die Handfunktion im Alltag spürbar einschränkt.

Als Faustregel gilt ein Streckdefizit im Fingergrundgelenk von etwa 30° oder mehr, ebenso eine positive Tischplattenprobe, bei der sich die Hand nicht mehr flach auf eine Unterlage legen lässt. Auch eine ausgeprägte Beteiligung des Fingermittelgelenks oder eine spürbare Beeinträchtigung beim Greifen, Händeschütteln oder Anziehen können für eine Operation sprechen. Ob und wann operiert wird, entscheiden wir gemeinsam mit Ihnen anhand des klinischen Befunds, der betroffenen Gelenke und Ihrer persönlichen Beeinträchtigung im Alltag.

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Der Eingriff erfolgt meist ambulant oder kurzstationär. Sie werden auf dem Rücken gelagert, der Arm wird ausgelagert. Häufig kommt eine Regionalanästhesie des Arms zum Einsatz, alternativ ist auch eine Vollnarkose möglich. Während der Operation wird meist eine Blutsperre am Oberarm angelegt, um übersichtliche Sichtverhältnisse zu schaffen. Die genaue Operationsdauer richtet sich nach dem Ausmaß des Befalls.

Zugang

Über einen der Handfurche folgenden, gegebenenfalls Z-förmig geschwungenen Hautschnitt in der Hohlhand und gegebenenfalls am betroffenen Finger wird der erkrankte Strang freigelegt.

Der eigentliche Eingriff

Der Operateur stellt den verdickten, vernarbten Bindegewebsstrang unter Lupenvergrößerung dar und entfernt ihn gezielt (partielle Fasziektomie). Da Blutgefäße und vor allem die feinen Fingernerven dem erkrankten Strang oft eng anliegen und im Krankheitsverlauf mit ihm verwachsen sein können, ist eine sorgfältige mikrochirurgische Präparation besonders wichtig, um diese Strukturen zu schonen. Anschließend lässt sich der Finger in aller Regel deutlich weiter strecken.

Abschluss

Nach Kontrolle der erreichten Streckung und der intakten Nerven- und Gefäßversorgung wird die Wunde verschlossen. Es wird ein Verband angelegt, häufig ergänzt durch eine Schiene, die den Finger in der erreichten, gestreckten Position unterstützt.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

Bereits am Operationstag können Sie die Hand im Alltag vorsichtig einsetzen, sobald die Regionalanästhesie beziehungsweise die Narkose abgeklungen ist.

Ein Wundschmerz ist normal und lässt sich meist gut mit Schmerzmitteln kontrollieren; konsequentes Hochlagern und Kühlen der Hand in den ersten Tagen hilft, die Schwellung gering zu halten. Der stationäre Aufenthalt beschränkt sich meist auf eine Übernachtung oder erfolgt ambulant. Bereits kurz nach der Operation wird häufig mit angeleiteter Ergotherapie bzw. Handtherapie begonnen, um die gewonnene Streckung durch gezielte Übungen zu erhalten und einem erneuten Zusammenziehen des Gewebes entgegenzuwirken.

Eine Wundkontrolle mit Fadenentfernung erfolgt üblicherweise nach etwa 10–14 Tagen. Bei ausgeprägterer Kontraktur mit größerer Hautnarbe kann die Wundheilung etwas mehr Zeit und Aufmerksamkeit benötigen.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage

    Schonung, Hochlagern, beginnende Handtherapie

    Die Hand sollte möglichst oft hochgelagert und gekühlt werden. Angeleitete, vorsichtige Streckübungen im Rahmen der Ergotherapie beginnen häufig schon in dieser frühen Phase.

  • Nach etwa 10–14 Tagen

    Wundkontrolle und intensivierte Übungsbehandlung

    Wundkontrolle mit Fadenentfernung. Die Streckübungen werden intensiviert, teilweise mit einer Nachtlagerungsschiene, die den Finger über Nacht in gestreckter Position hält.

  • Nach 3–6 Wochen

    Zunehmende Alltagsbelastung

    Die Handtherapie wird fortgeführt, leichte bis moderate Alltagstätigkeiten sind meist wieder gut möglich; kraftvolles Greifen wird schrittweise gesteigert.

  • Nach 6–12 Wochen

    Weitgehende Rückkehr zu Alltag und Beruf

    Bei den meisten Patienten sind Alltagsbelastung und die meisten beruflichen Tätigkeiten wieder möglich; die Nachtlagerungsschiene kommt bei Bedarf noch länger zum Einsatz.

  • Langfristig

    Verlaufskontrolle über die Jahre

    Da die Dupuytren-Kontraktur eine Bindegewebserkrankung mit möglicher Wiederkehr im Verlauf der Jahre ist, sind gelegentliche Verlaufskontrollen sinnvoll, auch wenn das operierte Gebiet zunächst gut ausgeheilt ist.

Alltag & Beruf

Wann kann ich wieder …?

Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom Ausmaß des Befalls, Ihrer beruflichen Tätigkeit und dem individuellen Heilungsverlauf ab.

Leichte Alltagstätigkeiten

bereits in den ersten Tagen

Vorsichtiger Einsatz der Hand für leichte Verrichtungen, solange die Wunde geschont wird.

Büro-/Schreibtischarbeit

ca. 1–2 Wochen

Mit der Möglichkeit, die Hand zwischendurch hochzulegen und die Übungen der Handtherapie einzuhalten.

Auto fahren

ca. 2–3 Wochen

Abhängig von Beweglichkeit, Griffkraft und ob der operierte Finger für Lenk- und Schaltbewegungen benötigt wird.

Handwerkliche/kraftvolle Tätigkeit

mehrere Wochen

Schrittweise Steigerung entsprechend Wundheilung und wiedergewonnener Griffkraft.

Sport ohne Handbelastung (z. B. Gehen, Joggen)

ca. 2–3 Wochen

Nach abgeschlossener Wundheilung.

Sport mit Handbelastung (Ball-, Kraft-, Kontaktsport)

mehrere Wochen

Erst nach ausreichendem Kraftaufbau und Rücksprache mit dem Operateur bzw. der Handtherapie.

Schreiben/Tippen

ca. 1–2 Wochen

Zunächst dosiert in kurzen Etappen, um den Wundbereich nicht zu überlasten.

Schwere Lasten heben/tragen

mehrere Wochen

Schrittweise Steigerung entsprechend der Griffkraftentwicklung.

Duschen

meist nach wenigen Tagen

Je nach Verbandsart, sobald die Wunde ausreichend abgedeckt werden kann.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Die partielle Fasziektomie kann die Streckfähigkeit des betroffenen Fingers meist deutlich verbessern und die Handfunktion im Alltag spürbar erleichtern.

Wie weit sich der Finger nach der Operation strecken lässt, hängt unter anderem vom Ausmaß der Kontraktur vor der Operation, der Anzahl und Lage der betroffenen Gelenke sowie der konsequenten Mitarbeit bei der anschließenden Handtherapie ab. Eine vollständige, dauerhafte Streckung lässt sich nicht in jedem Fall erreichen, insbesondere wenn bereits das Fingermittelgelenk stark betroffen war. Die Dupuytren-Kontraktur ist zudem eine Bindegewebserkrankung, bei der ein erneutes Auftreten im Verlauf der Jahre möglich ist, auch nach einer zunächst erfolgreichen Operation. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben; die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befunds.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion und Narkoserisiken. Das Thromboserisiko ist bei diesem Eingriff insgesamt gering.

Spezifische Risiken dieser Operation

Da Nerven und Gefäße dem erkrankten Strang oft eng anliegen und im Krankheitsverlauf mit ihm verwachsen sein können, besteht trotz sorgfältiger mikrochirurgischer Präparation ein Risiko für eine Verletzung von Fingernerven oder -gefäßen mit möglicher Folge von Taubheitsgefühl oder Durchblutungsstörungen des Fingers. Wundheilungsstörungen kommen vor, insbesondere bei ausgeprägter Kontraktur mit größerer Hautnarbe; in solchen Fällen kann eine plastisch-chirurgische Deckung des Hautdefekts notwendig werden. Selten treten nach Handoperationen seltene Schmerzsyndrome auf, die eine gezielte, oft langwierigere Nachbehandlung erfordern.

Langfristige Risiken

Ein erneutes Auftreten der Kontraktur (Rezidiv) im Verlauf der Jahre ist bei der Dupuytren-Kontraktur als Bindegewebserkrankung grundsätzlich möglich und kann gegebenenfalls eine erneute Behandlung erforderlich machen. Auch eine bleibende Restbeugung, insbesondere bei zuvor stark betroffenem Fingermittelgelenk, ist nicht vollständig auszuschließen.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Neu auftretende oder deutlich zunehmende Taubheit, Kribbeln oder eine bläuliche Verfärbung des Fingers
  • Verrutschen des Verbands oder der Schiene
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung des Unterarms
  • Atemnot

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Fasziektomie bei Dupuytren-Kontraktur

Wie groß ist die Narbe?

Der Hautschnitt folgt meist der natürlichen Handfurche in der Hohlhand und verläuft gegebenenfalls Z-förmig geschwungen bis in den betroffenen Finger. Bei ausgeprägterer Kontraktur fällt die Narbe entsprechend größer aus.

Muss ich nach der Operation eine Schiene tragen und wie lange?

Häufig wird zunächst ein stützender Verband und in vielen Fällen ergänzend eine Schiene angepasst, die den Finger in gestreckter Position hält. Insbesondere nachts wird eine solche Nachtlagerungsschiene oft über mehrere Wochen weitergetragen, um einem erneuten Zusammenziehen des Gewebes entgegenzuwirken.

Warum ist Ergotherapie nach dieser Operation so wichtig?

Die frühzeitige Ergotherapie bzw. Handtherapie mit gezielten Streckübungen unterstützt dabei, die durch die Operation gewonnene Beweglichkeit zu erhalten und einer erneuten Vernarbung und Kontraktur des Gewebes entgegenzuwirken. Sie ist ein fester Bestandteil der Nachbehandlung.

Wie stark sind die Schmerzen nach der Operation?

Der Wundschmerz ist in den ersten Tagen normal und lässt sich in der Regel gut mit Schmerzmitteln sowie Hochlagern und Kühlen kontrollieren.

Wie lange bin ich krankgeschrieben?

Das hängt stark von Ihrer beruflichen Tätigkeit und dem Ausmaß der Operation ab: Bei überwiegend sitzender Tätigkeit sind oft schon nach ein bis zwei Wochen wieder Arbeitstage möglich, bei körperlich fordernder oder handbetonter Arbeit kann es mehrere Wochen dauern.

Kann die Dupuytren-Kontraktur nach der Operation zurückkommen?

Ja, ein Rezidiv im Verlauf der Jahre ist bei dieser Bindegewebserkrankung grundsätzlich möglich, auch nach einer zunächst erfolgreichen Fasziektomie. Regelmäßige Verlaufskontrollen helfen, eine erneute Zunahme der Kontraktur frühzeitig zu erkennen.

Werden bei der Operation Nerven verletzt?

Da die feinen Fingernerven dem erkrankten Strang oft eng anliegen, ist die sorgfältige mikrochirurgische Darstellung und Schonung dieser Strukturen ein zentraler Teil der Operation. Trotzdem lässt sich das Risiko einer Nervenverletzung nie vollständig ausschließen; deshalb erfolgt die Präparation besonders vorsichtig und unter Vergrößerung.

Bei MedArtes

Fasziektomie bei Dupuytren-Kontraktur bei MedArtes

Ob eine partielle Fasziektomie sinnvoll ist und welcher Umfang im Einzelfall notwendig ist, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung und der Tischplattenprobe. Wir besprechen mit Ihnen gemeinsam, welches Vorgehen für Ihren individuellen Befund geeignet ist, und begleiten Sie durch Operation und Nachbehandlung.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine partielle Fasziektomie empfohlen wurde und Sie den Ablauf sowie die Nachbehandlung besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.