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Hand & Ellenbogen · Rhizarthrose · Operation

Operative Behandlung der Rhizarthrose

Resektionsarthroplastik oder Sattelgelenkprothese, zwei Wege zu einem stabileren, schmerzärmeren Daumensattelgelenk

Ziel der Operation bei fortgeschrittener Rhizarthrose ist es, das verschlissene Daumensattelgelenk so zu versorgen, dass Schmerzen deutlich nachlassen und Greif- sowie Drehbewegungen des Daumens im Alltag wieder besser gelingen. Zur Verfügung stehen dafür im Wesentlichen zwei operative Verfahren, die sich in Prinzip und Erfahrungsgrundlage unterscheiden. Diese Seite erklärt, wie die Operation abläuft und was in den Wochen und Monaten danach auf Sie zukommt. Die Erkrankung selbst, ihre Symptome sowie die konservativen und interventionellen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Rhizarthrose-Seite.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen und hängt auch vom gewählten Verfahren ab.

Operationsdauer

Meist etwa 30–60 Minuten, abhängig vom gewählten Verfahren.

Narkose

Üblicherweise eine Regionalanästhesie des Arms (Plexusanästhesie), oft mit leichter Sedierung; alternativ Vollnarkose.

Krankenhausaufenthalt

Meist ambulant oder kurzstationär mit einer Übernachtung möglich.

Ruhigstellung

Der Daumen wird für einige Wochen in einer Schiene ruhiggestellt.

Belastungsaufbau

Nach der Ruhigstellung folgt ein angeleiteter, meist ergotherapeutisch begleiteter Belastungsaufbau.

Volle Kraftentwicklung

Kann mehrere Monate in Anspruch nehmen, bis die Kraft im Daumen weitgehend wiederhergestellt ist.

Indikation

Wann wird diese Operation durchgeführt?

Eine Operation bei Rhizarthrose kommt infrage, wenn trotz konsequent ausgeschöpfter konservativer und interventioneller Therapie, etwa Orthese, Ergotherapie und gegebenenfalls Infiltrationsbehandlungen, weiterhin erheblicher Leidensdruck durch Schmerzen und Kraftverlust im Alltag besteht. Auch eine zunehmende Fehlstellung des Daumens mit fortschreitender Funktionseinschränkung kann ein Grund sein. Die Operation ist in aller Regel gut planbar und wird gemeinsam mit Ihnen terminiert.

Details zur Diagnostik, zu den vorausgehenden konservativen und interventionellen Maßnahmen sowie zur grundsätzlichen Indikationsstellung finden Sie auf unserer Rhizarthrose-Seite.

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Der Eingriff erfolgt meist in einer Regionalanästhesie des Arms (Plexusanästhesie), häufig kombiniert mit einer leichten Sedierung; alternativ ist auch eine Vollnarkose möglich. Er wird meist ambulant oder mit einer kurzen stationären Beobachtung geplant.

Zugang

Über einen Hautschnitt am Handgelenk in Höhe des Daumensattelgelenks wird das verschlissene Gelenk freigelegt. Die genaue Schnittführung richtet sich nach dem gewählten Verfahren.

Der eigentliche Eingriff

Welcher der beiden operativen Wege, Resektionsarthroplastik oder Sattelgelenkprothese, zum Einsatz kommt, wird vorab gemeinsam mit Ihnen anhand Befund, Alter, Knochenqualität und Aktivitätsniveau festgelegt. Beide Verfahren sowie ihre jeweiligen Besonderheiten werden im folgenden Abschnitt ausführlich beschrieben.

Abschluss

Nach Kontrolle der Gelenkstabilität wird die Wunde schichtweise verschlossen und ein Verband angelegt. Anschließend wird eine Schiene angepasst, die den Daumen in einer geschützten Position ruhigstellt.

Operationsverfahren

Welche Operationsverfahren stehen zur Verfügung?

Bei fortgeschrittener Rhizarthrose kommen im Wesentlichen zwei operative Verfahren infrage, die sich in Prinzip, Eignung und Erfahrungsgrundlage unterscheiden.

Resektionsarthroplastik (z. B. nach Epping)

Bei diesem etablierten Standardverfahren mit langjähriger klinischer Erfahrung wird der verschlissene große Vieleckbein-Anteil (Os trapezium) teilweise oder vollständig entfernt. Der entstandene Gelenkspalt wird anschließend mit körpereigenem Sehnengewebe stabilisiert, der sogenannten Suspensionsplastik. Dieses Vorgehen hat sich über viele Jahre als verlässliche Behandlungsoption bei fortgeschrittener Rhizarthrose bewährt.

Sattelgelenkprothese

Als Alternative kann bei ausgewählten, meist jüngeren und aktiveren Patienten mit gut erhaltener Knochenqualität eine Sattelgelenkprothese infrage kommen, bei der das verschlissene Gelenk durch ein künstliches Implantat ersetzt wird. Ziel ist unter anderem ein potenziell schnellerer Kraftgewinn nach der Operation. Im Vergleich zur Resektionsarthroplastik liegen zu diesem Verfahren bislang weniger Langzeiterfahrungen und eine kürzere belegte Standzeit vor.

KriteriumResektionsarthroplastikSattelgelenkprothese
PrinzipTeilweise/vollständige Entfernung des Os trapezium, Stabilisierung durch SehnenaufhängungErsatz des Gelenks durch ein künstliches Implantat
Typischerweise geeignet fürbreites Patientenspektrumausgewählte, meist jüngere/aktivere Patienten mit guter Knochenqualität
Erfahrungsgrundlageumfangreich, langjährig etabliertim Vergleich begrenzter, kürzere belegte Standzeit
Möglicher Vorteilbewährte, verlässliche Stabilitätpotenziell schnellerer Kraftgewinn

Keines der beiden Verfahren ist dem anderen grundsätzlich überlegen, beide verfolgen unterschiedliche Prinzipien mit jeweils eigenen Abwägungen. Welches Vorgehen für Sie geeignet ist, legen wir gemeinsam anhand Ihres Alters, Ihrer Knochenqualität, Ihres Aktivitätsniveaus und Ihres Röntgenbefunds fest.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

Bereits am Operationstag wird der Daumen in einer Schiene ruhiggestellt und geschützt.

Ein Wundschmerz ist normal und lässt sich gut mit Schmerzmitteln kontrollieren; konsequentes Hochlagern und Kühlen der Hand hilft in den ersten Tagen, die Schwellung gering zu halten. Die übrigen Finger bleiben frei beweglich und sollten bewusst bewegt werden, um Schwellung und Steifigkeit vorzubeugen. Der Aufenthalt beschränkt sich meist auf eine ambulante Behandlung oder eine kurze stationäre Beobachtung.

Physiotherapie oder Ergotherapie ist in den ersten Wochen der Ruhigstellung meist noch nicht erforderlich und setzt in der Regel erst nach Abnahme der Schiene ein. Eine Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung erfolgt üblicherweise nach etwa 10–14 Tagen. Insbesondere bei der Sattelgelenkprothese begleiten Röntgenkontrollen den weiteren Heilungsverlauf.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage

    Hochlagern, Kühlen, Schiene tragen

    Die Hand sollte möglichst oft hochgelagert und gekühlt werden, um die Schwellung zu begrenzen. Die Schiene wird durchgehend getragen, die übrigen Finger bleiben aktiv beweglich.

  • Nach etwa 2 Wochen

    Wundkontrolle

    Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung. Die Schiene wird zu diesem Zeitpunkt in der Regel weiterhin getragen.

  • Nach einigen Wochen

    Ende der Ruhigstellung, Beginn der Ergotherapie

    Nach Abschluss der Ruhigstellungsphase wird die Schiene schrittweise abtrainiert. Ein angeleiteter, ergotherapeutisch begleiteter Belastungsaufbau beginnt, um Beweglichkeit und Kraft im Daumen wieder aufzubauen.

  • Folgende Wochen bis Monate

    Zunehmender Kraftaufbau

    Griff- und Greiffunktionen werden schrittweise gesteigert. Viele alltägliche Tätigkeiten sind in dieser Phase bereits wieder möglich, feinmotorische und kraftvollere Griffe folgen zeitversetzt.

  • Langfristig

    Volle Kraftentwicklung nach mehreren Monaten

    Bis die Kraft im operierten Daumen weitgehend wiederhergestellt ist, können mehrere Monate vergehen. Das endgültige Ergebnis lässt sich meist erst nach dieser Zeit gut beurteilen.

Alltag & Tätigkeiten

Wann kann ich wieder …?

Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom gewählten Verfahren und individuellen Heilungsverlauf ab.

Leichte Bürotätigkeit

ca. 3–4 Wochen

Sofern die Hand geschont und die Schiene entsprechend berücksichtigt werden kann.

Auto fahren

ca. 6–8 Wochen

Erst nach Abnahme der Schiene und ausreichender Beweglichkeit sowie Kraft im Daumen.

Feinmotorische Tätigkeiten

schrittweise ab ca. 6 Wochen

Schreiben, Nähen oder ähnliche Tätigkeiten werden nach Schienenabnahme langsam gesteigert.

Handwerkliche/manuelle Tätigkeit

ca. 3–4 Monate

Kraftvolle oder repetitive Griffbewegungen erfordern einen abgeschlossenen Belastungsaufbau.

Sport mit Handbelastung

ca. 3–6 Monate

Ballsport, Krafttraining oder ähnliche Belastungen nach individueller Rücksprache.

Schwere Gegenstände heben

ca. 4–6 Monate

Erst nach weitgehend abgeschlossenem Kraftaufbau des Daumens.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Die meisten Patienten profitieren von einer deutlichen Schmerzlinderung im Daumensattelgelenk, sobald die Nachbehandlung abgeschlossen ist.

Sowohl die Resektionsarthroplastik als auch die Sattelgelenkprothese zielen darauf ab, Schmerzen zu lindern und die Greiffunktion des Daumens zu verbessern. Die maximale Kraft im operierten Daumen bleibt jedoch bei den meisten Patienten im Vergleich zum gesunden Daumen etwas reduziert, auch nach erfolgreicher Operation ist die Kraft häufig etwas geringer als vor Beginn der Erkrankung, reicht aber für die meisten Anforderungen des Alltags aus.

Das Ergebnis wird unter anderem vom Ausgangsbefund, dem gewählten Verfahren, der Knochenqualität und der konsequenten Nachbehandlung beeinflusst. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befunds.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion und Narkoserisiken. Das Thromboserisiko ist bei diesem Eingriff insgesamt gering, kann aber je nach individuellem Risikoprofil eine vorübergehende medikamentöse Prophylaxe erforderlich machen.

Spezifische Risiken dieser Operation

Im Vergleich zum gesunden Daumen kann eine gewisse Kraftminderung bestehen bleiben, auch wenn die Operation im Übrigen erfolgreich verläuft. Eine Instabilität des operierten Gelenks ist möglich. Eine vorübergehende oder in seltenen Fällen anhaltende Taubheit oder Kribbeln durch Reizung kleiner Hautnerven kann auftreten. Manche Patienten entwickeln eine gewisse Steifigkeit im Daumensattelgelenk.

Zusätzliche Risiken bei der Sattelgelenkprothese

Bei einer Sattelgelenkprothese besteht zusätzlich ein Lockerungs- und Verschleißrisiko der Prothesenkomponenten. Sollte dies eintreten, kann im weiteren Verlauf eine Wechseloperation notwendig werden. Da die Standzeit-Erfahrung im Vergleich zur Resektionsarthroplastik begrenzter ist, lässt sich der langfristige Verlauf einer Prothese derzeit weniger sicher vorhersagen.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Neu auftretende oder zunehmende Taubheit oder Kribbeln in Daumen oder Fingern
  • Verrutschen der Schiene mit sichtbar veränderter Stellung des Daumens
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung des gesamten Arms
  • Atemnot

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Rhizarthrose-Operation

Welches Verfahren ist für mich geeignet, Resektionsarthroplastik oder Sattelgelenkprothese?

Das hängt unter anderem von Ihrem Alter, Ihrer Knochenqualität, Ihrem Aktivitätsniveau und Ihrem Röntgenbefund ab. Die Resektionsarthroplastik ist das etablierte Standardverfahren mit langer Erfahrung, die Sattelgelenkprothese kann bei ausgewählten, meist jüngeren und aktiveren Patienten mit guter Knochenqualität eine Alternative sein. Wir besprechen die für Sie passende Option gemeinsam mit Ihnen.

Wie lange muss ich die Schiene tragen?

In der Regel wird der Daumen für einige Wochen in einer Schiene ruhiggestellt, bevor der angeleitete Belastungsaufbau beginnt. Die genaue Dauer legt Ihr Operateur anhand des Heilungsverlaufs fest.

Wie stark sind die Schmerzen nach der Operation?

Der Wundschmerz ist in den ersten Tagen normal und lässt sich in der Regel gut mit Schmerzmitteln sowie Hochlagern und Kühlen kontrollieren.

Wann kann ich wieder normal zugreifen und Kraft entwickeln?

Nach Abnahme der Schiene beginnt ein schrittweiser, meist ergotherapeutisch begleiteter Belastungsaufbau. Die volle Kraftentwicklung kann mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Bleibt nach der Operation eine Kraftminderung im Daumen bestehen?

Bei vielen Patienten bleibt die maximale Kraft im operierten Daumen im Vergleich zum gesunden Daumen etwas reduziert, auch wenn die Operation erfolgreich verläuft. Für die meisten Anforderungen des Alltags reicht die wiedergewonnene Kraft in der Regel dennoch aus.

Wie lange bin ich krankgeschrieben?

Das hängt stark von Ihrer beruflichen Tätigkeit ab: Bei überwiegend leichter Bürotätigkeit sind oft schon nach einigen Wochen wieder Arbeitstage möglich, bei handwerklicher oder manueller Tätigkeit mit starker Handbelastung kann es deutlich länger dauern.

Kann ich beide Daumen operieren lassen, wenn beide Seiten betroffen sind?

Grundsätzlich ist dies möglich, wird aber aufgrund der Ruhigstellungsphase und der eingeschränkten Nutzbarkeit beider Hände meist zeitversetzt geplant. Ob eine gleichzeitige Operation in Ihrem individuellen Fall infrage kommt, besprechen wir gemeinsam mit Ihnen.

Bei MedArtes

Rhizarthrose-Operation bei MedArtes

Ob eine Operation für Sie infrage kommt und welches der beiden Verfahren geeignet ist, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung und Ihres Röntgenbefunds. Gemeinsam besprechen wir mit Ihnen, welche Vorgehensweise zu Ihrem Befund, Ihrem Alter und Ihrem Aktivitätsniveau passt, und begleiten Sie durch Operation und Nachbehandlung.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine Rhizarthrose-Operation empfohlen wurde und Sie den Ablauf sowie das für Sie geeignete Verfahren besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.