Arthroskopische Meniskusresektion
Gezielte Teilentfernung des gerissenen, nicht erhaltungsfähigen Meniskusanteils per Gelenkspiegelung
Bei der arthroskopischen Meniskusresektion wird über eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) nur der geschädigte, gerissene Anteil des Meniskus entfernt beziehungsweise geglättet, der gesunde, funktionstüchtige Meniskusanteil bleibt so weit wie möglich erhalten. Ziel ist es, mechanische Beschwerden wie eine Blockierung, ein Einklemmgefühl oder belastungsabhängige Schmerzen zu beseitigen. Ist der Riss aufgrund seiner Form, Lage und Durchblutung dagegen nahtfähig, kann alternativ eine meniskuserhaltende Naht sinnvoller sein, im Zentrum dieser Seite steht jedoch die Teilentfernung (Resektion). Die Erkrankung selbst, mögliche Rissformen und die konservativen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zur Meniskusläsion.
Termin vereinbarenDie Operation auf einen Blick
Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen.
Operationsdauer
Orientierungswert: meist etwa 20–40 Minuten, abhängig vom Ausmaß des Befunds.
Narkose
Meist Vollnarkose oder Spinalanästhesie (regionale Betäubung der unteren Körperhälfte), je nach Planung und Ihrer Vorgeschichte.
Zugang
Arthroskopisch über zwei kleine Hautschnitte (Portale) von wenigen Millimetern.
Krankenhausaufenthalt
Häufig ambulant oder mit einer Übernachtung.
Mobilisation
In der Regel noch am selben Tag, meist mit rascher Vollbelastung.
Belastung
Anders als nach einer Meniskusnaht ist meist eine rasche Vollbelastung erlaubt.
Gehstützen
Falls überhaupt nötig, meist nur kurzzeitig zur Sicherheit in den ersten Tagen.
Rehabilitation
Frühe Mobilisation und Physiotherapie zum Abschwellen und zum Muskelaufbau.
Sport
Leichte Aktivität oft nach 2–4 Wochen, die meisten Sportarten nach 4–6 Wochen (Orientierungswert).
Wie läuft die Operation ab?
Vorbereitung und Narkose
Sie werden auf dem Rücken gelagert, das Bein meist in einer speziellen Beinhalterung fixiert. Der Eingriff erfolgt je nach Planung in Vollnarkose oder in Spinalanästhesie, bei der nur die untere Körperhälfte betäubt wird.
Zugang
Über zwei kleine Hautschnitte (Portale) von wenigen Millimetern an der Vorder- bzw. Seite des Kniegelenks werden eine feine Kamera (Arthroskop) und spezielle Instrumente in das Gelenk eingebracht. Größere Schnitte sind für diesen Eingriff nicht notwendig.
Der eigentliche Eingriff
Zunächst wird das gesamte Kniegelenk mittels der Kamera systematisch beurteilt, dazu gehören auch der Gelenkknorpel und die Kreuzbänder, um Begleitbefunde nicht zu übersehen. Anschließend wird der gerissene, nicht erhaltungsfähige Meniskusanteil mit speziellen feinen Instrumenten gezielt entfernt und die verbleibende Meniskuskante geglättet, damit keine instabilen Ränder zurückbleiben. Leitprinzip dabei ist: so viel gesundes Meniskusgewebe wie möglich erhalten, so wenig wie nötig entfernen. Bei geeigneter Rissform kann alternativ eine meniskuserhaltende Naht erfolgen, Details dazu finden Sie im Abschnitt „Meniskusnaht als Alternative" auf unserer Seite zur Meniskusläsion. Zum Abschluss des eigentlichen Eingriffs wird das Gelenk gründlich gespült, um Gewebereste zu entfernen.
Abschluss
Nach der Abschlussspülung werden die Instrumente entfernt, die kleinen Portale mit Naht oder Klebestreifen verschlossen und ein Kompressionsverband angelegt. Eine Wunddrainage ist bei diesem Eingriff in der Regel nicht notwendig.
Resektion oder Naht, was ist der Unterschied?
Meniskusresektion (Teilentfernung)
Der geschädigte, nicht nahtfähige Meniskusanteil wird entfernt und geglättet. Die Nachbehandlung ist meist kürzer, eine rasche Vollbelastung ist in der Regel erlaubt.
Meniskusnaht (meniskuserhaltend)
Bei geeigneter Rissform in ausreichend durchblutetem Gewebe wird der Meniskus genäht statt entfernt. Ziel ist der langfristige Erhalt der Stoßdämpferfunktion, dafür ist nach der Naht eine Entlastung für 3–4 Tage an Unterarmgehstützen (UAG) notwendig, die bei der reinen Resektion in dieser Form nicht erforderlich ist.
Was passiert unmittelbar nach der Operation?
In der Regel dürfen Sie noch am selben Tag aufstehen und das operierte Bein voll belasten.
Ein wichtiger Unterschied zur Meniskusnaht: Nach einer reinen Resektion ist meist keine längere Entlastungsphase notwendig, da kein genähtes Gewebe geschont werden muss. Leichte Schwellung und Schmerzen im Kniegelenk sind in den ersten Tagen normal und werden mit Kühlung, Hochlagerung und bedarfsgerechter Schmerzmedikation behandelt. Physiotherapie zur Abschwellung, zur Verbesserung der Beweglichkeit und zum Muskelaufbau beginnt häufig schon in den ersten Tagen nach dem Eingriff. Gehstützen werden, wenn überhaupt, meist nur für wenige Tage zur Sicherheit empfohlen.
Der Krankenhausaufenthalt beschränkt sich häufig auf eine ambulante Behandlung oder eine Übernachtung. Duschen ist meist nach wenigen Tagen möglich, sobald die kleinen Wunden trocken sind. Eine Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung erfolgt üblicherweise nach etwa 10–14 Tagen.
Wie geht es zu Hause weiter?
- Erste Tage
Schonung und Abschwellen
Kühlung, Hochlagerung und Kompression unterstützen den Rückgang der Schwellung. Vorsichtige Bewegung im schmerzfreien Bereich ist meist bereits erlaubt und sinnvoll.
- Nach etwa 1–2 Wochen
Rückkehr in den Alltag und Büroalltag
Leichte Alltags- und Bürotätigkeiten sind für viele Patienten in diesem Zeitraum wieder möglich.
- Nach etwa 2–4 Wochen
Leichte sportliche Aktivität
Gelenkschonende Aktivitäten wie Radfahren oder Schwimmen sind bei gutem Heilungsverlauf oft in diesem Zeitraum wieder möglich.
- Nach etwa 4–6 Wochen
Rückkehr zu den meisten Sportarten
Bei den meisten Patienten sind zu diesem Zeitpunkt auch anspruchsvollere Sportarten wieder möglich, individuell abgestimmt und nach ärztlicher Freigabe.
Wann kann ich wieder …?
Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom individuellen Heilungsverlauf ab.
Auto fahren
Sobald Sie das Bein sicher belasten und bei Bedarf zügig bremsen können.
Büroarbeit
Mit der Möglichkeit, das Bein zwischendurch hochzulagern.
Körperlich arbeiten
Abhängig von der Kniebelastung im Beruf und dem individuellen Abschwellen.
Radfahren / Schwimmen
Gelenkschonende Bewegung meist gut geeignet, sobald die Wunden vollständig verheilt sind.
Joggen
Zunächst langsam gesteigert, orientiert an Schwellung und Beschwerden.
Mannschafts- und Kontaktsport
Sportarten mit Drehbelastung oder Verletzungsrisiko erst nach ausreichender Muskelkontrolle und ärztlicher Freigabe.
Welche Ergebnisse kann ich erwarten?
Mechanische Beschwerden wie eine Blockierung oder ein Einklemmgefühl bessern sich bei den meisten Patienten deutlich, da die auslösende Ursache, der gerissene, instabile Meniskusanteil, entfernt wird.
Auch belastungsabhängige Schmerzen am Gelenkspalt gehen bei vielen Patienten spürbar zurück. Liegt zusätzlich bereits ein Knorpelschaden oder ein ausgeprägter degenerativer Meniskusschaden im Sinne einer beginnenden Kniearthrose vor, können trotz erfolgreicher Operation Restbeschwerden bestehen bleiben, da diese nicht durch die Meniskusresektion allein behoben werden.
Das Ergebnis wird außerdem vom Ausmaß der notwendigen Resektion, dem Zustand des übrigen Gelenkknorpels, Ihrem Aktivitätsniveau und dem konsequenten Muskelaufbau in der Nachbehandlung beeinflusst. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befunds.
Welche Risiken bestehen?
Allgemeine Operationsrisiken
Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion, Narkoserisiken sowie ein Thromboserisiko.
Spezifische Risiken dieser Operation
Sehr selten kann es durch die Instrumente selbst zu einer Schädigung des Gelenkknorpels oder benachbarter Strukturen kommen. Ein Gelenkerguss oder eine vorübergehende Bewegungseinschränkung nach der Operation sind möglich, bilden sich aber in aller Regel zurück. Eine Infektion des Kniegelenks ist selten, sollte aber bei entsprechenden Warnzeichen zeitnah abgeklärt werden.
Langfristige Risiken
Der Meniskus übernimmt im Kniegelenk eine wichtige Stoßdämpferfunktion. Wird bei einer ausgedehnten Resektion ein größerer Anteil des Meniskus entfernt, kann sich die Druckverteilung im Gelenk langfristig ungünstiger gestalten, was mit einem beschleunigten Knorpelverschleiß und einem erhöhten Risiko für eine spätere Kniearthrose (Gonarthrose) in Verbindung gebracht wird. Deshalb wird bei der Operation so viel gesundes Meniskusgewebe wie möglich erhalten. Mehr zum Zusammenhang zwischen Meniskusfunktion und Gelenkverschleiß finden Sie auf unserer Seite zur Gonarthrose.
Worauf sollten Sie nach der Operation achten?
Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden
- Fieber
- Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
- Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
- Deutlich zunehmender Gelenkerguss oder ein prall gespanntes Knie
- Ausbleibende Streckung oder Beugung des Knies trotz ausreichender Zeit
- Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.
Arthroskopische Meniskusresektion bei MedArtes
Ob eine Resektion oder eine meniskuserhaltende Naht für Sie das geeignetere Verfahren ist, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung und Ihrer MRT-Bildgebung. Ziel ist dabei immer, so viel gesundes Meniskusgewebe wie möglich zu erhalten und gleichzeitig die mechanischen Beschwerden zuverlässig zu beseitigen. Wir besprechen mit Ihnen gemeinsam, was Sie konkret vor, während und nach der Operation erwartet.
Ihre Spezialisten für das Knie
Dr. med. Sven Hartmann
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
PD Dr. med. Dipl.-Ing. Florian Völlner
Prof. Dr. med. Dr. med. univ. Günther Maderbacher, MHBA
Prof. Dr. med. Franz Xaver Köck
Prof. Dr. med. habil. Jürgen Götz, MHBA
Häufig gestellte Fragen zur Meniskusresektion
Wie groß sind die Narben?
Die beiden arthroskopischen Zugänge sind nur wenige Millimeter groß und verheilen in der Regel zu kaum sichtbaren Narben.
Muss ich nach der Operation Gehstützen benutzen?
In den meisten Fällen ist eine rasche Vollbelastung möglich, sodass Gehstützen, wenn überhaupt, nur für wenige Tage aus Sicherheitsgründen empfohlen werden.
Was ist der Unterschied zwischen Meniskusnaht und Meniskusresektion?
Bei der Naht wird der Meniskus erhalten, was aber eine Entlastung für 3–4 Tage an Unterarmgehstützen (UAG) erfordert. Bei der Resektion wird nur der geschädigte Anteil entfernt, dafür ist meist rasch eine Vollbelastung möglich. Welches Verfahren infrage kommt, hängt vor allem von Rissform, Lage und Durchblutung des Gewebes ab.
Wie lange bin ich krankgeschrieben?
Das hängt stark von Ihrer beruflichen Tätigkeit ab: Bei überwiegend sitzender Tätigkeit sind oft schon nach ein bis zwei Wochen wieder Arbeitstage möglich, bei körperlich fordernder oder knieintensiver Arbeit kann es entsprechend länger dauern.
Kann an der gleichen Stelle erneut ein Meniskusriss auftreten?
Der entfernte Meniskusanteil kann naturgemäß nicht erneut reißen. Am verbliebenen, gesunden Meniskusgewebe ist ein neuer Riss grundsätzlich möglich, insbesondere bei erneuten Verdrehtraumen oder fortschreitendem Verschleiß.
Erhöht die Entfernung von Meniskusgewebe das Risiko für eine spätere Arthrose?
Der Meniskus schützt den Gelenkknorpel als Stoßdämpfer. Je mehr Gewebe entfernt werden muss, desto stärker verändert sich die Druckverteilung im Gelenk, was langfristig mit einem erhöhten Verschleißrisiko in Verbindung gebracht wird. Deshalb wird bei der Operation so viel gesundes Gewebe wie möglich erhalten.
Wann darf ich wieder Sport treiben?
Leichte, gelenkschonende Aktivität ist bei gutem Verlauf oft nach 2–4 Wochen möglich, die meisten Sportarten nach etwa 4–6 Wochen. Der genaue Zeitpunkt hängt vom individuellen Heilungsverlauf und dem Ausmaß der Resektion ab.
Kann ich mit einer Meniskusresektion ins MRT?
Ja, es werden keine Implantate eingesetzt, die eine MRT-Untersuchung einschränken würden.
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