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Schulter · Arthroskopische Bankart-Operation

Arthroskopische Bankart-Operation

Arthroskopische Refixierung der abgerissenen Gelenklippe zur Wiederherstellung der Schulterstabilität

Bei der arthroskopischen Bankart-Operation wird der abgerissene vordere-untere Anteil der Gelenklippe (Bankart-Läsion) über eine Gelenkspiegelung mit kleinen Fadenankern wieder am knöchernen Pfannenrand der Schulter befestigt. Ziel ist es, die Tiefe der Gelenkpfanne und die Spannung des Kapsel-Band-Komplexes wiederherzustellen und dadurch die Stabilität der Schulter zu verbessern. Diese Seite erklärt Ihnen, wie der Eingriff konkret abläuft und was in den Wochen und Monaten danach auf Sie zukommt. Die Erkrankung selbst, die Diagnostik und die konservativen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unseren Seiten zu Schulterinstabilität, Schulterluxation und Labrumläsion / Bankart-Läsion.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen und hängt vom Ausmaß der Läsion sowie eventuellen Begleitverletzungen ab.

Operationsdauer

Meist etwa 45–90 Minuten, abhängig vom Ausmaß der Läsion und eventuellen Begleiteingriffen.

Narkose

In der Regel Vollnarkose, häufig ergänzt durch eine Regionalanästhesie der Schulter zur Schmerzkontrolle nach der OP.

Krankenhausaufenthalt

Häufig ambulant oder mit kurzer stationärer Beobachtung möglich.

Ruhigstellung

Schulterorthese für mehrere Wochen zum Schutz der refixierten Gelenklippe.

Mobilisation

Finger, Handgelenk und Ellenbogen sind ab dem ersten Tag frei beweglich; die Schulter selbst zunächst nur im ärztlich erlaubten Rahmen.

Physiotherapie / Reha

Strukturierte Reha mit schrittweiser Steigerung von Beweglichkeit und Kraft, angeleitet über mehrere Monate.

Arbeitsunfähigkeit

Je nach Tätigkeit unterschiedlich, bei überwiegend sitzender Arbeit oft kürzer als bei körperlich fordernder oder armbetonter Tätigkeit.

Rückkehr zu Kontaktsport

Erst nach vollständiger Ausheilung der Refixierung, typischerweise nach mehreren Monaten.

Indikation

Wann wird diese Operation durchgeführt?

Die arthroskopische Bankart-Operation kommt bei einer therapieresistenten, traumatischen Schulterinstabilität mit nachgewiesener Bankart-Läsion infrage, meist nach mindestens einer stattgehabten Schulterluxation und wenn eine alleinige konservative Stabilisationstherapie nicht ausreichend geholfen hat oder wenig aussichtsreich erscheint. Besonders häufig wird sie bei jüngeren, sportlich aktiven Patienten mit hohem Rezidivrisiko empfohlen, da bei ihnen ohne strukturelle Stabilisierung ein erhöhtes Risiko für erneute Luxationen besteht.

Die Entscheidung für die Operation wird stets individuell anhand der Bildgebung, der Häufigkeit und Umstände bisheriger Instabilitätsereignisse, Ihres Alters und sportlichen Anspruchs sowie des bereits durchgeführten konservativen Trainings getroffen.

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Der Eingriff erfolgt in der Regel in Vollnarkose, häufig ergänzt durch eine Regionalanästhesie der Schulter zur Schmerzkontrolle in den ersten Stunden nach der Operation. Sie werden entweder in einer halbsitzenden Position (Beach-Chair-Lagerung) oder in Seitenlage gelagert, je nach Vorgehen des Operateurs.

Zugang

Über zwei bis vier wenige Millimeter kleine Hautschnitte rund um das Schultergelenk werden eine Kamera (Arthroskop) und feine Instrumente in das Gelenk eingebracht. Ein größerer offener Schnitt ist für dieses minimalinvasive Verfahren nicht erforderlich.

Der eigentliche Eingriff

Zunächst wird das abgerissene Labrum- und Kapselgewebe am vorderen-unteren Pfannenrand angefrischt, damit es später gut anheilen kann. Anschließend werden mehrere kleine Fadenanker in den knöchernen Pfannenrand eingebracht. Über die daran befestigten Fäden wird das Labrum zusammen mit dem Kapsel-Band-Komplex wieder an seine ursprüngliche Position gezogen und dort fixiert. Dadurch werden sowohl die Tiefe der Gelenkpfanne als auch die Spannung der stabilisierenden Weichteilstrukturen wiederhergestellt.

Abschluss

Nach Kontrolle der Stabilität und Beweglichkeit des Gelenks werden die kleinen Hautschnitte vernäht und ein Verband angelegt. Der Arm wird bereits im Operationssaal in einer Schulterorthese ruhiggestellt, die Sie zum Schutz der Refixierung mit nach Hause nehmen.

Zeigt die Bildgebung vor der Operation einen ausgeprägten knöchernen Defekt am Pfannenrand, kann statt oder zusätzlich zur Bankart-Operation im Einzelfall ein anderes Verfahren sinnvoller sein, etwa ein Aufbau des Pfannenrands mit einem Knochenblock. Ob eine alleinige Weichteilrefixierung ausreicht oder ein solches Verfahren geeigneter ist, wird individuell anhand Ihrer Bildgebung entschieden.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

Der Arm wird direkt nach der Operation in einer Schulterorthese ruhiggestellt, die die refixierte Gelenklippe während der ersten Heilungsphase schützt.

Ein Wundschmerz und eine gewisse Schwellung sind in den ersten Tagen normal und werden mit Schmerzmitteln sowie Kühlung gut kontrolliert. Finger, Handgelenk und Ellenbogen bleiben von Anfang an frei beweglich, um Steifigkeit dieser Gelenke vorzubeugen. Der stationäre Aufenthalt beschränkt sich häufig auf eine kurze Beobachtungszeit oder erfolgt ambulant.

Physiotherapie mit vorsichtigen, geführten Bewegungsübungen innerhalb der von der Orthese vorgegebenen Grenzen beginnt meist bereits in den ersten Tagen. Eine Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung erfolgt üblicherweise nach etwa 10–14 Tagen.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage

    Schulterorthese, Schmerzkontrolle, freie Beweglichkeit von Hand und Ellenbogen

    Die Orthese wird zunächst Tag und Nacht getragen. Finger, Handgelenk und Ellenbogen werden regelmäßig bewegt, während die Schulter selbst geschützt bleibt.

  • Nach etwa 2 Wochen

    Wundkontrolle und geführte Bewegungsübungen

    Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung. Unter physiotherapeutischer Anleitung beginnen passive, geführte Bewegungsübungen innerhalb erlaubter Grenzen.

  • Nach etwa 4–6 Wochen

    Ablegen der Schulterorthese

    Nach ärztlicher Freigabe wird die Orthese abgelegt und die aktive Beweglichkeit schrittweise unter physiotherapeutischer Anleitung aufgebaut.

  • Nach etwa 3 Monaten

    Gezielter Kraftaufbau

    Ein strukturiertes Kräftigungsprogramm der Rotatorenmanschette und der schulterblattstabilisierenden Muskulatur wird intensiviert. Alltagsbelastungen sind für die meisten Patienten wieder gut möglich.

  • Langfristig, nach mehreren Monaten

    Rückkehr zu Wurf- und Kontaktsport nach vollständiger Ausheilung

    Erst wenn die Refixierung vollständig ausgeheilt und die Schulter kräftig sowie beweglich ist, wird die Rückkehr zu Kontakt- oder Wurfsportarten schrittweise freigegeben.

Alltag & Sport

Wann kann ich wieder …?

Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom operativen Befund und Ihrem individuellen Heilungsverlauf ab.

Auto fahren

ca. 6 Wochen

Nach Ablegen der Schulterorthese und ausreichender Beweglichkeit und Kraft für sichere Lenkbewegungen.

Büroarbeit

ca. 2–4 Wochen

Mit angepasster Nutzung des betroffenen Arms und Möglichkeit zur Schonung nach Bedarf.

Körperliche / armbetonte Tätigkeit

ca. 3–4 Monate

Abhängig vom Ausmaß der Überkopf- und Hebebelastung im Beruf.

Fahrrad fahren

ca. 6–8 Wochen

Zunächst auf ebenem Untergrund, um Stürze und Belastung der Schulter zu vermeiden.

Schwimmen

ca. 3 Monate

Erst nach ausreichender Beweglichkeit und Kraftaufbau, insbesondere für Kraularme.

Krafttraining Oberkörper

ca. 3 Monate

Langsam gesteigert, zunächst mit geringen Lasten und unter physiotherapeutischer Anleitung.

Wurf- / Überkopfsport

ca. 4–6 Monate

Erst nach ausreichender Kraft und Beweglichkeit sowie ärztlicher Freigabe.

Kontaktsport

ca. 6 Monate

Erst nach vollständiger Ausheilung der Refixierung, um das Risiko einer erneuten Verletzung gering zu halten.

Reisen

kurze Reisen ab ca. 2–3 Wochen

Bei längeren Reisen zunächst besser nach Ablegen der Schulterorthese planen.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Bei passender Indikation berichten die meisten Patienten nach einer arthroskopischen Bankart-Operation von einer deutlich verbesserten Stabilität der Schulter im Alltag und beim Sport.

Die operative Refixierung des Labrums soll das Risiko einer erneuten Luxation im Vergleich zur alleinigen konservativen Behandlung bei relevanter struktureller Instabilität deutlich reduzieren. Wie ausgeprägt die Verbesserung im Einzelfall ausfällt, hängt unter anderem vom Ausmaß der ursprünglichen Läsion, einem eventuell begleitenden knöchernen Defekt, Ihrem Alter, sportlichen Anspruch sowie der konsequenten Durchführung der Nachbehandlung ab.

Ein Restrisiko für eine erneute Instabilität bleibt trotz Operation bestehen, insbesondere bei sehr hoher sportlicher Belastung oder erneuten Verletzungen. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befunds.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion und Narkoserisiken. Das Thromboserisiko ist bei diesem Eingriff insgesamt gering.

Spezifische Risiken dieser Operation

Trotz sorgfältig durchgeführter Refixierung kann es zu einer Restinstabilität oder einer erneuten Luxation kommen, insbesondere bei erneuten Verletzungen oder sehr hoher sportlicher Belastung. Häufig zeigt sich nach der Operation eine gewisse Bewegungseinschränkung, vor allem der Außenrotation, die sich im Rahmen der Reha meist bessert, aber nicht immer vollständig zurückbildet. Selten kommt es zu einer vorübergehenden Reizung eines kleinen Hautnervs oder zu Beschwerden im Zusammenhang mit den eingebrachten Fadenankern.

Langfristige Risiken

Bei wiederholten Instabilitätsereignissen oder mehrfachen Voroperationen kann sich langfristig ein erhöhtes Risiko für eine Arthroseentwicklung im Schultergelenk ergeben.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Neu auftretende oder zunehmende Taubheit, Kribbeln oder Kraftminderung im Arm oder in der Hand
  • Plötzlicher, starker Schmerz mit sichtbarer Fehlstellung der Schulter (Verdacht auf eine erneute Luxation)
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
  • Atemnot

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur arthroskopischen Bankart-Operation

Wie lange muss ich die Schulterorthese tragen?

Die Orthese wird üblicherweise für mehrere Wochen getragen, um die refixierte Gelenklippe während der ersten Heilungsphase zu schützen. Die genaue Dauer legt Ihr Operateur anhand des intraoperativen Befunds und des Heilungsverlaufs fest.

Wie stark sind die Schmerzen nach der Operation?

Ein Wundschmerz ist in den ersten Tagen normal und lässt sich in der Regel gut mit Schmerzmitteln, Kühlung und der schützenden Orthese kontrollieren.

Muss ich nach der Operation zur Reha?

Eine strukturierte, physiotherapeutisch angeleitete Nachbehandlung ist ein zentraler Bestandteil des Behandlungserfolgs. Ob eine ambulante Physiotherapie oder eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme sinnvoller ist, besprechen wir individuell mit Ihnen.

Wann darf ich wieder Sport treiben?

Das hängt stark von der Sportart ab. Während viele Alltagsbewegungen nach einigen Wochen wieder möglich sind, sollten Wurf-, Überkopf- und vor allem Kontaktsportarten erst nach vollständiger Ausheilung der Refixierung wieder aufgenommen werden, typischerweise nach mehreren Monaten.

Kann die Schulter nach der Operation wieder instabil werden?

Ein Restrisiko für eine erneute Instabilität oder Luxation bleibt trotz sorgfältig durchgeführter Operation bestehen, insbesondere bei erneuten Verletzungen oder sehr hoher sportlicher Belastung. Eine konsequente, schrittweise Nachbehandlung soll dieses Risiko möglichst gering halten.

Werden die Fadenanker wieder entfernt?

Nein, die verwendeten Fadenanker verbleiben dauerhaft im Knochen und verursachen in aller Regel keine Beschwerden.

Wie groß sind die Narben?

Da der Eingriff arthroskopisch über mehrere wenige Millimeter kleine Hautschnitte erfolgt, sind die Narben in der Regel klein und verblassen mit der Zeit meist deutlich.

Wie lange bin ich krankgeschrieben?

Das hängt stark von Ihrer beruflichen Tätigkeit ab: Bei überwiegend sitzender Arbeit sind oft frühere Arbeitstage möglich als bei körperlich fordernder oder armbetonter Tätigkeit, bei der die Ausfallzeit mehrere Monate betragen kann.

Bei MedArtes

Arthroskopische Bankart-Operation bei MedArtes

Am Anfang steht bei uns immer eine genaue Diagnose. Auf dieser Grundlage besprechen wir gemeinsam mit Ihnen, welche Behandlung in Ihrer individuellen Situation medizinisch sinnvoll ist.

Ob eine arthroskopische Bankart-Operation für Sie infrage kommt, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung sowie der MRT- beziehungsweise gegebenenfalls CT-Bildgebung. Wir besprechen mit Ihnen gemeinsam, welches Vorgehen für Ihren individuellen Befund sinnvoll ist, und begleiten Sie durch Operation und Nachbehandlung.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine arthroskopische Bankart-Operation empfohlen wurde und Sie den Ablauf sowie das für Sie geeignete Vorgehen besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.