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Schulter · AC-Gelenkarthrose · Operation

Laterale Klavikularesektion (Mumford-Operation)

Arthroskopische Entfernung des äußeren Schlüsselbeinendes bei fortgeschrittener AC-Gelenkarthrose

Ziel der lateralen Klavikularesektion ist es, den schmerzhaften Knochen-Knochen-Kontakt im Schultereckgelenk zu beseitigen, indem ein kleiner Anteil des äußeren Schlüsselbeinendes entfernt wird. Der Eingriff wird heute in aller Regel arthroskopisch, also über kleine Hautschnitte mittels Gelenkspiegelung, durchgeführt. Diese Seite erklärt Ihnen, wie die Operation konkret abläuft und was in den Wochen danach auf Sie zukommt. Die Erkrankung selbst, die Diagnostik sowie die konservativen und interventionellen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zur AC-Gelenkarthrose.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen, insbesondere wenn weitere Eingriffe an der Schulter kombiniert werden.

Operationsdauer

Meist etwa 20–40 Minuten, bei Kombination mit weiteren arthroskopischen Eingriffen entsprechend länger.

Narkose

Meist eine Vollnarkose, häufig ergänzt durch eine schmerzlindernde Nervenblockade des Schultergürtels (Interskalenusblock).

Krankenhausaufenthalt

Häufig ambulant oder mit einer Übernachtung möglich.

Ruhigstellung

Meist nur eine kurze Schonzeit im Armtuch für wenige Tage, da keine Sehne genäht werden muss.

Mobilisation

Frühfunktionell, erste Bewegungsübungen beginnen meist bereits in den ersten Tagen nach der Operation.

Physiotherapie

Beginnt in der Regel zeitnah und begleitet den Bewegungs- und Kraftaufbau in den folgenden Wochen.

Arbeitsunfähigkeit

Je nach Tätigkeit ca. 1–3 Wochen (überwiegend sitzend) bis ca. 4–6 Wochen (körperlich fordernde Tätigkeit).

Autofahren

Häufig nach etwa 1–2 Wochen möglich, sobald die Schulter ausreichend schmerzfrei und beweglich ist.

Volle Belastbarkeit

Meist nach etwa 8–12 Wochen, da im Gegensatz zu einer Sehnennaht keine Sehnenheilung abgewartet werden muss.

Indikation

Wann wird diese Operation durchgeführt?

Eine laterale Klavikularesektion kommt infrage, wenn trotz konsequent ausgeschöpfter konservativer und interventioneller Therapie, Physiotherapie, Belastungsanpassung, medikamentöse Behandlung und gezielte Infiltrationen, weiterhin relevante, alltagsrelevante Schmerzen über dem AC-Gelenk bestehen. Die Operation ist in aller Regel gut planbar und wird gemeinsam mit Ihnen terminiert.

Ausführliche Informationen zur Erkrankung selbst, zur Diagnostik und zu den vorausgehenden konservativen und interventionellen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zur AC-Gelenkarthrose.

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Sie werden in einer für den Schulterzugang geeigneten Lagerung (Beach-Chair- oder Seitenlage) positioniert. Der Eingriff erfolgt meist in Vollnarkose, häufig kombiniert mit einer schmerzlindernden Nervenblockade des Schultergürtels, die auch für die ersten Stunden nach der Operation für eine gute Schmerzkontrolle sorgt.

Zugang

Über zwei bis drei kleine Hautschnitte von wenigen Millimetern (arthroskopische Portale) wird eine Kamera in das Schultergelenk beziehungsweise den Raum unter dem Schulterdach eingebracht. Über einen weiteren kleinen Zugang werden die notwendigen Instrumente eingeführt.

Der eigentliche Eingriff

Unter arthroskopischer Sicht wird das äußere Ende des Schlüsselbeins mit einem speziellen Fräsinstrument gezielt abgetragen. Entfernt wird üblicherweise ein kleiner Knochenanteil von etwa 5 bis 10 Millimetern, sodass ein schmaler Gelenkspalt als Platzhalter aus Narbengewebe entsteht und der schmerzhafte Knochen-Knochen-Kontakt zum Akromion entfällt. Die stabilisierenden Bandstrukturen des Schultergürtels bleiben dabei erhalten, sodass die Stabilität des AC-Gelenks nicht beeinträchtigt wird. Bei Bedarf können in derselben Sitzung weitere Befunde in der Schulter mitversorgt werden.

Abschluss

Nach Spülung des Gelenks und Kontrolle des Resektionsergebnisses werden die kleinen Hautschnitte vernäht und ein Verband sowie eine Armschlinge zur kurzzeitigen Entlastung angelegt.

Operationsverfahren

Arthroskopisch oder offen, welcher Zugang wird gewählt?

In den allermeisten Fällen ist das arthroskopische Vorgehen das Verfahren der Wahl.

Arthroskopische Resektion

Minimalinvasiver Standardzugang über wenige kleine Hautschnitte. Ermöglicht eine präzise, gezielte Knochenabtragung bei geringerer Weichteilbelastung und meist rascher Erholung.

Offene Resektion

Über einen etwas größeren Hautschnitt, heute seltener eingesetzt. Kann in ausgewählten Fällen sinnvoll sein, etwa bei einem Revisionseingriff oder wenn im selben Zugang ein größerer offener Eingriff an der Schulter erfolgt.

Welcher Zugang für Sie geeignet ist, legen wir anhand Ihres Befunds und einer eventuell geplanten Kombination mit weiteren Eingriffen gemeinsam mit Ihnen fest.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

Da bei der lateralen Klavikularesektion keine Sehne genäht werden muss, kann die Schulter bereits sehr früh wieder bewegt werden.

Ein Wundschmerz ist normal und lässt sich in der Regel gut mit Schmerzmitteln sowie Kühlen kontrollieren. Die Armschlinge dient in den ersten Tagen vor allem dem Tragekomfort und wird nur kurzzeitig genutzt. Der stationäre Aufenthalt beschränkt sich häufig auf eine Übernachtung oder erfolgt ambulant.

Bereits in den ersten Tagen werden erste, meist passive und aktiv-assistive Bewegungsübungen begonnen, um einer Schultersteife vorzubeugen. Eine Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung erfolgt üblicherweise nach etwa 10–14 Tagen.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage

    Schmerzkontrolle und erste Bewegungsübungen

    Kühlen und Hochlagern lindern die Schwellung. Erste vorsichtige, meist angeleitete Bewegungsübungen beginnen früh, um die Beweglichkeit der Schulter zu erhalten.

  • Nach etwa 1–2 Wochen

    Wundkontrolle und Steigerung der Physiotherapie

    Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung. Die Physiotherapie wird intensiviert, der Bewegungsumfang schrittweise gesteigert.

  • Nach 3–4 Wochen

    Zunehmende Alltagsbelastung

    Die meisten Alltagsbewegungen ohne größere Kraftanstrengung sind wieder möglich, leichtes funktionelles Training wird ergänzt.

  • Nach 6–8 Wochen

    Beginn des gezielten Kraftaufbaus

    Kräftigungsübungen der schulterumgebenden Muskulatur werden intensiviert, viele gelenkschonende sportliche Aktivitäten sind wieder aufnehmbar.

  • Langfristig

    Volle Belastbarkeit nach etwa 8–12 Wochen

    Da keine Sehnenheilung abgewartet werden muss, ist der Belastungsaufbau insgesamt zügiger als etwa nach einer Rotatorenmanschettennaht. Eine gewisse Restschwellung kann sich über einige Wochen zurückbilden.

Alltag & Sport

Wann kann ich wieder …?

Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom individuellen Heilungsverlauf sowie eventuell kombinierten Eingriffen ab.

Auto fahren

ca. 1–2 Wochen

Sobald die Schulter ausreichend schmerzfrei und beweglich ist, um sicher zu lenken und zu schalten.

Büroarbeit

ca. 1–3 Wochen

Mit der Möglichkeit, die Schulter zwischendurch zu entlasten.

Körperlich fordernde Arbeit

ca. 4–6 Wochen

Abhängig vom Ausmaß der Hebe- und Überkopfbelastung im Beruf.

Schwimmen

ca. 4–6 Wochen

Nach vollständiger Wundheilung und ausreichender Beweglichkeit.

Krafttraining (z. B. Bankdrücken)

ca. 8–12 Wochen

Zunächst mit reduzierter Last und angepasstem Bewegungsradius, danach schrittweise Steigerung.

Wurf- und Überkopfsportarten

ca. 8–12 Wochen

Nach abgeschlossenem Kraftaufbau und individueller Freigabe.

Kontaktsportarten

ca. 3 Monate

Erst nach vollständiger Belastbarkeit und guter muskulärer Stabilisierung der Schulter.

Auf der operierten Seite schlafen

ca. 2–4 Wochen

Anfangs wird eine Rückenlage oder das Schlafen auf der Gegenseite meist als angenehmer empfunden.

Reisen

kurze Reisen ab ca. 1–2 Wochen

Bei längeren Reisen empfiehlt sich zunächst Rücksprache, insbesondere bei Flugreisen mit Gepäckheben.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Bei passender Indikation berichten die meisten Patienten nach einer lateralen Klavikularesektion von einer guten und vergleichsweise raschen Linderung des Schmerzes über dem AC-Gelenk.

Da der eigentliche Ort des schmerzhaften Knochenkontakts entfernt wird, bildet sich der punktuelle Druckschmerz über dem Schultereckgelenk in der Regel deutlich zurück. Die Stabilität des Schultergürtels bleibt durch die erhaltenen Bandstrukturen gewahrt, und da das AC-Gelenk für die Beweglichkeit der Schulter nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist die Schulterfunktion nach abgeschlossener Heilung meist nicht relevant eingeschränkt.

Das Ergebnis wird unter anderem vom Ausmaß der Resektion, dem Zustand der umgebenden Bandstrukturen sowie der konsequenten Nachbehandlung beeinflusst. Manche Patienten berichten über vereinzelte Restbeschwerden, insbesondere bei sehr hoher Belastung. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befunds.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion und Narkoserisiken. Diese sind bei diesem vergleichsweise kleinen, minimalinvasiven Eingriff insgesamt gering.

Spezifische Risiken dieser Operation

Wird bei der Resektion mehr Knochen entfernt als notwendig, kann in seltenen Fällen eine Instabilität des AC-Gelenks entstehen, wenn dabei stabilisierende Bandstrukturen mitbetroffen werden, durch eine sorgfältige, begrenzte Resektion wird diesem Risiko gezielt vorgebeugt. Persistierende Restbeschwerden über dem Gelenk trotz technisch erfolgreicher Resektion sind möglich, ebenso eine vorübergehende Reizung kleiner Hautnerven mit Taubheitsgefühl im Narbenbereich. Selten kommt es zu einer Schultersteife, die zusätzliche physiotherapeutische Behandlung erfordert.

Langfristige Risiken

Ein erneutes Auftreten der ursprünglichen Beschwerden am selben Gelenk ist selten, da der eigentliche Ort des Knochenkontakts entfernt wurde. Bei zu ausgedehnter Resektion kann sich langfristig eine Instabilität mit belastungsabhängigen Beschwerden bemerkbar machen.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Neu auftretendes Instabilitätsgefühl oder sichtbare Stufenbildung am Schlüsselbein
  • Zunehmende Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust im Arm oder in der Hand
  • Atemnot oder deutliches Unwohlsein nach der Nervenblockade

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur lateralen Klavikularesektion

Wie groß sind die Narben?

Bei der arthroskopischen Standardvariante entstehen meist nur zwei bis drei wenige Millimeter kleine Zugänge, die mit der Zeit kaum noch sichtbar sind.

Wie lange muss ich die Armschlinge tragen?

Meist nur für wenige Tage, vor allem zum Tragekomfort. Da keine Sehne genäht wird, ist keine längere Ruhigstellung erforderlich, und mit der Bewegung wird früh begonnen.

Wie stark sind die Schmerzen nach der Operation?

Der Wundschmerz ist in den ersten Tagen normal und lässt sich in der Regel gut mit Schmerzmitteln und einer schmerzlindernden Nervenblockade kontrollieren.

Wie lange bin ich krankgeschrieben?

Das hängt stark von Ihrer beruflichen Tätigkeit ab: Bei überwiegend sitzender Tätigkeit sind oft schon nach ein bis drei Wochen wieder Arbeitstage möglich, bei körperlich fordernder Tätigkeit kann es vier bis sechs Wochen dauern.

Wird die Schulter durch die Entfernung des Knochens instabil?

Bei einer sorgfältig begrenzten Resektion von wenigen Millimetern bleiben die stabilisierenden Bandstrukturen erhalten, sodass die Stabilität des Schultergürtels in der Regel nicht beeinträchtigt wird. Eine Instabilität ist nur bei einer zu ausgedehnten Resektion zu erwarten.

Kann ich nach der Operation wieder uneingeschränkt Sport treiben?

Bei den meisten Patienten ja, insbesondere bei gelenkschonenden Sportarten. Bei Kraft- oder Wurfsportarten wird die Belastung schrittweise über mehrere Wochen gesteigert.

Kann der Schmerz nach der Operation zurückkommen?

Da der eigentliche Ort des Knochenkontakts entfernt wird, ist ein erneutes Auftreten der ursprünglichen Beschwerden am selben Gelenk selten. Vereinzelte Restbeschwerden sind dennoch möglich.

Worin unterscheidet sich diese Operation von der Operation einer AC-Gelenksprengung?

Bei der lateralen Klavikularesektion wird ein kleiner Knochenanteil entfernt, um einen Verschleißschmerz zu beseitigen. Bei einer operativ versorgten AC-Gelenksprengung geht es dagegen um die Stabilisierung eines nach einer Verletzung gerissenen Bandapparats, meist mittels Naht oder Bandrekonstruktion, zwei grundsätzlich unterschiedliche Eingriffe mit unterschiedlicher Nachbehandlung.

Bei MedArtes

Laterale Klavikularesektion bei MedArtes

Am Anfang steht bei uns immer eine genaue Diagnose. Auf dieser Grundlage besprechen wir gemeinsam mit Ihnen, ob eine laterale Klavikularesektion für Sie sinnvoll ist und welcher Zugang, arthroskopisch oder in Ausnahmefällen offen, geeignet ist. Dabei berücksichtigen wir Ihre bisherige Behandlung, den klinischen Befund und Ihre individuellen Ziele und begleiten Sie durch Operation und Nachbehandlung.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine laterale Klavikularesektion empfohlen wurde und Sie den Ablauf und den für Sie geeigneten Zugang besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.