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Schulter · Omarthrose

Omarthrose: Symptome, Behandlung und Schulterendoprothese

Bei der Omarthrose ist der Knorpel im eigentlichen Schultergelenk, dem Glenohumeralgelenk zwischen Oberarmkopf und Schulterpfanne, verschlissen. Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend über Jahre und führt zu belastungsabhängigen Schmerzen sowie einer zunehmenden Bewegungseinschränkung. Wir erklären, woran Sie eine Omarthrose erkennen, wie sie diagnostiziert wird und welche konservativen sowie operativen Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

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Kurzüberblick

Das Wichtigste auf einen Blick

Was ist es?

Ein fortschreitender Verschleiß des Gelenkknorpels im Glenohumeralgelenk, dem eigentlichen Schultergelenk zwischen Oberarmkopf und Schulterpfanne.

Typische Beschwerden

Zunächst belastungsabhängige, später auch ruheabhängige Schmerzen, spürbare Reibegeräusche und eine zunehmend eingeschränkte Beweglichkeit.

Diagnostik

Klinische Untersuchung und Röntgen der Schulter zur Beurteilung von Gelenkspalt und Osteophyten, bei Bedarf ergänzend ein MRT.

Behandlung

Konservativ stehen Physiotherapie, medikamentöse Schmerztherapie und gezielte Infiltrationen im Vordergrund.

Operation notwendig?

Nur bei anhaltenden Beschwerden und relevanter Funktionseinschränkung trotz ausgeschöpfter konservativer Therapie, dann kommt eine Schulterendoprothese infrage.

Prognose

Der Knorpelverschleiß selbst ist nicht rückbildungsfähig, konservativ lassen sich jedoch häufig die Beschwerden gut kontrollieren. Nach einer Endoprothese sind bei passender Indikation gute Ergebnisse möglich.

Beschwerdebild

Welche Symptome verursacht eine Omarthrose?

Im Vordergrund stehen zunächst belastungsabhängige Schmerzen in der Schulter, etwa beim Heben des Arms, beim Tragen oder bei Überkopfarbeiten.

Mit fortschreitendem Knorpelverschleiß nehmen die Schmerzen häufig zu und treten zunehmend auch in Ruhe sowie nachts auf, was den Schlaf auf der betroffenen Seite erschweren kann. Viele Patienten bemerken zusätzlich ein Reiben oder Knirschen im Gelenk (Krepitation), das bei Bewegung spür- oder sogar hörbar ist. Parallel dazu schränkt sich die Beweglichkeit der Schulter zunehmend ein: Das Anheben des Arms, Drehbewegungen und Tätigkeiten hinter dem Rücken werden zunehmend schwerer.

Der Verlauf ist meist schleichend und erstreckt sich über Monate bis Jahre. Wie stark die Beschwerden im Alltag empfunden werden, hängt neben dem radiologischen Befund auch vom individuellen Aktivitätsniveau ab.

Warnzeichen

Wann sollten Sie zeitnah einen Arzt aufsuchen?

Eine Omarthrose selbst ist kein Notfall

Der Knorpelverschleiß entwickelt sich über einen langen Zeitraum und erfordert in aller Regel keine sofortige Behandlung. In folgenden Situationen sollten Sie die Schulter dennoch zeitnah ärztlich untersuchen lassen:

  • Plötzlich einsetzende, sehr starke Schmerzen oder eine rasche Zunahme der Beschwerden, etwa nach einem Sturz oder einer Verletzung
  • Deutliche Rötung, Überwärmung oder Schwellung des Gelenks mit Fieber, mögliche Zeichen einer akuten Gelenkentzündung oder Infektion
  • Neu auftretende, ausgeprägte Kraftlosigkeit des Arms

Bei diesen Anzeichen sollte eine zeitnahe ärztliche Abklärung erfolgen, um andere Ursachen sicher auszuschließen.

Hintergrund

Was ist eine Omarthrose?

Der Knorpelverschleiß im Detail

Bei der Omarthrose ist der Gelenkknorpel im Glenohumeralgelenk betroffen, dem Kugelgelenk zwischen dem kugelförmigen Oberarmkopf und der Schulterpfanne (Glenoid) des Schulterblatts. Dieses Gelenk ist von den umgebenden Sehnen der Rotatorenmanschette und der Gelenkkapsel geführt und ermöglicht die große Beweglichkeit der Schulter. Nutzt sich der Knorpel ab, verliert das Gelenk seine glatte, reibungsarme Oberfläche. Der Gelenkspalt verschmälert sich, am Knochen bilden sich knöcherne Anbauten (Osteophyten), und die Beweglichkeit nimmt zunehmend ab.

Primäre und sekundäre Omarthrose

Man unterscheidet zwei Grundformen:

  • Primäre (idiopathische) Omarthrose: Ein Verschleiß ohne erkennbare Vorerkrankung, der vor allem im höheren Lebensalter auftritt.
  • Sekundäre Omarthrose: Entsteht als Folge einer anderen Erkrankung oder Verletzung, etwa nach einer ausgeprägten, massiven Rotatorenmanschettenruptur (sogenannte Defektarthropathie), nach einem Bruch oder einer anderen Verletzung des Schultergelenks (posttraumatische Omarthrose) oder im Rahmen einer rheumatoiden Arthritis.

Die Unterscheidung zwischen primärer und sekundärer Form sowie der Zustand der Rotatorenmanschette sind wichtig für die spätere Therapieplanung, insbesondere wenn eine Operation erwogen wird.

Wichtige Abgrenzung

Omarthrose, AC-Gelenkarthrose oder Frozen Shoulder, wo liegt der Unterschied?

Diese drei Krankheitsbilder werden im Alltag häufig verwechselt, betreffen aber unterschiedliche Strukturen der Schulter:

  • AC-Gelenkarthrose: Betrifft nicht das eigentliche Schultergelenk, sondern das kleine Schultereckgelenk zwischen Schlüsselbein und Schulterdach. Typisch ist ein punktueller, gut lokalisierbarer Schmerz auf der Schulterhöhe, während die Omarthrose meist einen diffuseren, tiefer im Gelenk empfundenen Schmerz verursacht.
  • Frozen Shoulder: Eine schmerzhafte Versteifung der Gelenkkapsel ohne strukturellen Knorpelverschleiß. Die Beweglichkeit ist oft noch ausgeprägter eingeschränkt als bei der Omarthrose, im Röntgenbild zeigt sich jedoch kein Gelenkspaltverschmälerung.
  • Omarthrose: Ein struktureller Knorpelverschleiß im Glenohumeralgelenk selbst, im Röntgenbild erkennbar an Gelenkspaltverschmälerung und Osteophyten.

Welches Beschwerdebild vorliegt, klärt letztlich die klinische Untersuchung in Kombination mit der Bildgebung.

Untersuchung

Wie wird eine Omarthrose diagnostiziert?

Klinische Untersuchung

Geprüft werden das Bewegungsausmaß der Schulter in alle Richtungen, die Kraft der umgebenden Muskulatur, mögliche Reibegeräusche bei Bewegung sowie die Schmerzlokalisation. Auch die Krankengeschichte, etwa frühere Verletzungen oder bekannte rheumatische Erkrankungen, fließt in die Einordnung ein.

Röntgen

Das Röntgenbild der Schulter ist die Grundlage der Diagnose. Typische Zeichen einer Omarthrose sind eine Verschmälerung des Gelenkspalts zwischen Oberarmkopf und Schulterpfanne sowie knöcherne Anbauten (Osteophyten) am Gelenkrand. Anhand dieser Aufnahme lässt sich der Schweregrad des Verschleißes einordnen.

MRT bei Bedarf

Wird eine Operation in Betracht gezogen, kann ergänzend ein MRT sinnvoll sein. Es zeigt den Zustand der Rotatorenmanschette, also der Sehnen, die den Oberarmkopf führen, differenzierter als das Röntgenbild. Dieser Befund ist für die Planung einer Schulterendoprothese von Bedeutung, da er mitbestimmt, welches Prothesenmodell geeignet ist.

Verhalten im Alltag

Was können Sie selbst tun?

Eine sinnvolle Balance zwischen Belastung und Schonung ist bei der Omarthrose meist hilfreicher als vollständige Ruhigstellung.

Moderate, schmerzarme Bewegung erhält die Beweglichkeit und die umgebende Muskulatur, während dauerhaftes Vermeiden von Belastung die Versteifung eher begünstigen kann. Überkopfarbeiten und stark belastende Bewegungen sollten bei deutlichen Beschwerden reduziert werden. Wärme kann bei muskulärer Verspannung rund um das Gelenk als angenehm empfunden werden, während Kälte bei akut gereiztem Gelenk lindernd wirken kann, hier ist das individuelle Empfinden entscheidend. Welches Ausmaß an Belastung im Einzelfall sinnvoll ist, sollte mit dem behandelnden Arzt oder Physiotherapeuten abgestimmt werden.

Therapieplanung

Wie wird eine Omarthrose behandelt?

Nein, eine Omarthrose muss nicht in jedem Fall operiert werden. Solange die Beschwerden konservativ gut zu kontrollieren sind, ist eine Operation nicht zwingend erforderlich.

Ob und welche Behandlung sinnvoll ist, richtet sich nach dem Ausmaß der Schmerzen, der Bewegungseinschränkung im Alltag, dem radiologischen Schweregrad, dem Zustand der Rotatorenmanschette sowie individuellen Zielen und dem Aktivitätsniveau. Ein Röntgenbefund allein rechtfertigt noch keine Operation, solange die Beschwerden im Alltag gut beherrschbar sind, die klinische Situation des Patienten ist entscheidend.

Ohne Operation

Konservative Behandlung der Omarthrose

Konservative Maßnahmen lindern die Beschwerden, den bereits eingetretenen Knorpelverschleiß können sie nicht rückgängig machen.

Stoßwellentherapie und hochintensive Lasertherapie (HILT) setzen an Sehnen- und Kalkstrukturen an und sind bei der Omarthrose, einem rein knorpelbedingten Gelenkverschleiß ohne Sehnenpathologie, medizinisch nicht als sinnvolle Behandlungsoption anzusehen. Sie kommen daher bei dieser Erkrankung nicht zum Einsatz.

Therapieentscheidung

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Eine Operation kann sinnvoll sein, wenn trotz konsequent ausgeschöpfter konservativer Maßnahmen weiterhin relevante Schmerzen, insbesondere Ruhe- und Nachtschmerzen, oder eine deutliche Bewegungseinschränkung im Alltag bestehen.

Weitere Gründe können eine zunehmende Einschränkung bei Alltagstätigkeiten wie Anziehen, Haarewaschen oder Überkopfarbeiten sowie ein im Röntgenbild fortgeschrittener Verschleiß mit entsprechend passendem klinischem Beschwerdebild sein. Ein alleiniger radiologischer Befund ohne relevante Beschwerden stellt für sich genommen keine ausreichende Operationsindikation dar, die Entscheidung wird immer im gemeinsamen Gespräch getroffen.

Operative Verfahren

Welche Operationsverfahren gibt es?

Bei fortgeschrittener Omarthrose ist die Schulterendoprothese das etablierte operative Standardverfahren.

Schulterendoprothese

Der Ersatz des verschlissenen Gelenks durch ein künstliches Schultergelenk. Je nach Zustand der Rotatorenmanschette kommt eine anatomische (den natürlichen Gelenkaufbau nachbildende) oder eine inverse Prothese (bei der Kugel und Pfanne vertauscht angeordnet sind, um die Funktion auch bei geschädigter Rotatorenmanschette zu erhalten) zum Einsatz. Welches Prothesenmodell geeignet ist, wird anhand des Röntgen- und MRT-Befunds sowie Ihrer individuellen Situation festgelegt.

Nach dem Eingriff

Wie geht es nach der Operation weiter?

Nach dem Einsetzen einer Schulterendoprothese folgt eine strukturierte Nachbehandlung mit Physiotherapie, die die Beweglichkeit schrittweise wieder aufbaut und die umgebende Muskulatur kräftigt. In der ersten Phase wird der Arm meist geschont und nur in begrenztem Umfang belastet, bevor die Belastung stufenweise gesteigert wird.

Wann Sie wieder Alltagstätigkeiten, leichte sportliche Aktivität oder Überkopfarbeiten aufnehmen können, hängt vom gewählten Prothesenmodell, dem Zustand der Rotatorenmanschette und dem individuellen Heilungsverlauf ab und wird im Rahmen der Nachsorge besprochen. Ausführliche Informationen zu Ablauf, Reha-Timeline und Belastungsaufbau finden Sie auf der Seite zur Schulterendoprothese.

Verlauf

Wie ist die Prognose bei einer Omarthrose?

Der Knorpelverschleiß selbst bildet sich nicht von allein zurück und kann sich über Jahre langsam verstärken. Konservative Maßnahmen können die Beschwerden bei vielen Patienten über längere Zeit gut kontrollieren, auch wenn der radiologische Befund fortschreitet.

Nach einer Schulterendoprothese berichten die meisten Patienten bei passender Indikation und Verfahrenswahl von einer deutlichen Schmerzlinderung und einer verbesserten Beweglichkeit im Alltag. Wie bei jedem künstlichen Gelenk besteht eine begrenzte Lebensdauer der Prothese, die von Belastung, Aktivitätsniveau und individuellen Faktoren abhängt.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Omarthrose

Muss eine Omarthrose immer operiert werden?

Nein. Solange die Beschwerden konservativ ausreichend zu kontrollieren sind, ist keine Operation notwendig. Eine Schulterendoprothese kommt vor allem dann infrage, wenn trotz ausgeschöpfter konservativer Behandlung relevante Schmerzen oder eine deutliche Bewegungseinschränkung bestehen bleiben.

Was ist der Unterschied zwischen Omarthrose und Arthrose des AC-Gelenks?

Die Omarthrose betrifft das eigentliche Schultergelenk mit meist diffusem, tief empfundenem Schmerz, während die AC-Gelenkarthrose das kleine Schultereckgelenk betrifft und einen eher punktuellen Schmerz auf der Schulterhöhe verursacht.

Warum wird bei Omarthrose manchmal ein MRT zusätzlich zum Röntgen gemacht?

Ein MRT zeigt den Zustand der Rotatorenmanschette differenzierter als das Röntgenbild. Diese Information ist wichtig, wenn eine Operation geplant wird, da sie mitbestimmt, ob eine anatomische oder eine inverse Schulterendoprothese geeignet ist.

Hilft Stoßwellentherapie bei Omarthrose?

Nein. Die Stoßwellentherapie setzt an Sehnen- und Kalkstrukturen an und ist bei einem rein knorpelbedingten Gelenkverschleiß wie der Omarthrose medizinisch nicht als sinnvolle Behandlungsoption anzusehen.

Kann eine Omarthrose durch eine Rotatorenmanschettenruptur entstehen?

Ja. Eine ausgeprägte, massive Rotatorenmanschettenruptur kann über Jahre zu einer sekundären Omarthrose führen, der sogenannten Defektarthropathie. Der Zustand der Rotatorenmanschette ist in diesem Fall besonders wichtig für die Wahl des passenden Prothesenmodells.

Wie lange hält eine Schulterendoprothese?

Die Lebensdauer hängt von individuellen Faktoren wie Belastung, Aktivitätsniveau und Knochenqualität ab. Eine pauschale Zeitangabe ist seriös nicht möglich, Ihr behandelnder Arzt kann diese Frage anhand Ihrer individuellen Situation einordnen.

Kann ich nach einer Schulterendoprothese wieder Sport treiben?

Viele Alltags- und leichtere Sportaktivitäten sind nach ausreichender Heilung und Rehabilitation wieder möglich. Welche Belastung im Einzelfall sinnvoll ist, richtet sich nach dem Prothesenmodell und Ihrem individuellen Heilungsverlauf.

Bei MedArtes

Behandlung der Omarthrose bei MedArtes

Am Anfang steht bei uns immer eine genaue Diagnose. Auf dieser Grundlage besprechen wir gemeinsam mit Ihnen, welche Behandlung in Ihrer individuellen Situation medizinisch sinnvoll ist.

Je nach Befund reicht das Spektrum von konservativen Maßnahmen und gezielten Infiltrationen bis hin zur individuell geplanten Schulterendoprothese. Wir legen besonderen Wert auf eine differenzierte Diagnostik und eine auf Ihren Befund abgestimmte Therapieplanung.

Zur Sicherheit

Zweitmeinung vor einer Schulterendoprothese

Da es sich beim Einsetzen einer Schulterendoprothese meist um einen planbaren, elektiven Eingriff handelt, kann eine unabhängige Zweitmeinung eine gute Entscheidungsgrundlage bieten. Dabei werden Ihre Beschwerden, der Röntgen- und MRT-Befund, bereits ausgeschöpfte konservative Maßnahmen sowie das empfohlene Prothesenmodell erneut eingeordnet. So können Sie Ihre Entscheidung für oder gegen eine Operation auf einer zusätzlichen fachlichen Einschätzung aufbauen.

Beschwerden abklären lassen

Wenn Sie zunehmende Schulterschmerzen oder eine Bewegungseinschränkung bemerken oder eine spezialisierte Einschätzung Ihrer Diagnose oder einer empfohlenen Operation wünschen, vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Sprechstunde.