Orthokin-Therapie
Körpereigene Entzündungshemmung gezielt genutzt: Die regenerative Orthokintherapie (autologes conditioniertes Serum, ACS) ist ein Eigenblutverfahren zur Modulation entzündlicher Prozesse bei chronischen Gelenk- und Rückenbeschwerden. Aus Ihrem eigenen Blut wird ein Serum mit erhöhter Konzentration entzündungshemmender Botenstoffe gewonnen.
Beratungstermin vereinbarenWas ist Orthokintherapie?
Für die Orthokintherapie wird Ihnen Blut entnommen und unter speziellen Bedingungen bebrütet (inkubiert). Dabei entsteht ein Serum mit erhöhter Konzentration entzündungshemmender Botenstoffe, insbesondere des Interleukin-1-Rezeptorantagonisten (IL-1Ra). Dieser körpereigene Stoff kann die Wirkung des entzündungsfördernden Botenstoffs Interleukin-1 abschwächen, der bei Gelenkverschleiß und chronischen Reizzuständen eine Rolle spielt. Das aufbereitete Serum wird anschließend gezielt injiziert.
Diskutiert werden dabei mehrere mögliche Effekte.
Mögliche Wirkmechanismen
Hemmung von Entzündungsbotenstoffen
Erhöhte Konzentration von IL-1Ra kann die entzündungsfördernde Wirkung von Interleukin-1 abschwächen.
Unterstützung der Gewebehomöostase
Möglicher Beitrag zu einem ausgeglicheneren Stoffwechselmilieu im behandelten Gewebe.
Kein Fremdstoff
Da körpereigenes Material verwendet wird, entfällt das Risiko einer Fremdstoffreaktion.
Schmerzlinderung
Kann durch die entzündungsmodulierende Wirkung zur Reduktion der Schmerzwahrnehmung beitragen.
Wann setzen wir die Orthokintherapie ein?
Kniegelenksarthrose
Chronisch entzündlich aktivierte Arthrose mit wiederkehrenden Reizzuständen. Mehr zur Körperregion Knie.
Hüftgelenksarthrose
Degenerative Hüftgelenksbeschwerden mit entzündlicher Komponente. Mehr zur Region Hüfte.
Bandscheibenbedingte Rückenschmerzen
Radikuläre Reizungen im Rahmen von Bandscheibenvorwölbungen oder -vorfällen. Mehr zur Region Wirbelsäule.
Chronische Sehnenbeschwerden
Langwierige, entzündlich unterhaltene Tendinopathien verschiedener Lokalisation.
Orthokintherapie und PRP im Vergleich
Orthokintherapie (ACS)
- Fokus auf entzündungshemmende Botenstoffe (insbesondere IL-1Ra)
- Aufbereitung durch mehrstündige bis eintägige Inkubation
- Vorrangig bei entzündlich mitbedingten Beschwerden eingesetzt
PRP-Therapie
- Fokus auf Wachstumsfaktoren aus Blutplättchen
- Aufbereitung durch Zentrifugation, meist direkt am Behandlungstag
- Vorrangig bei Sehnenregeneration und früher Arthrose eingesetzt
Welches Verfahren im Einzelfall geeignet ist, hängt von der Diagnose und dem im Vordergrund stehenden Beschwerdemechanismus ab. Mehr zur PRP-/Eigenbluttherapie. Die Auswahl erfolgt bei uns immer erst nach ärztlicher Untersuchung.
So läuft die Behandlung ab
Ärztliche Untersuchung und Diagnosestellung
Ausführliche Anamnese und klinische Untersuchung, bei Bedarf ergänzt durch bildgebende Diagnostik.
Blutentnahme in Spezialsystem
Entnahme in ein spezielles Röhrchensystem zur anschließenden Inkubation.
Aufbereitung und Injektionsserie
Nach Inkubation und Aufbereitung erfolgt die Injektion, meist als Serie von mehreren Terminen.
Verlaufskontrolle
Beurteilung des Ansprechens im Verlauf der Behandlungsserie.
Zwischen Blutentnahme und Injektion liegt meist ein Tag Aufbereitungszeit; eine vollständige Serie umfasst häufig vier bis sechs Injektionstermine im Abstand von einigen Tagen. Da es sich um einen biologischen Prozess handelt, tritt eine spürbare Besserung meist erst im Verlauf der Behandlungsserie und der folgenden Wochen ein.
Evidenzbasiert und differenziert betrachtet
Die Orthokintherapie wird seit über zwei Jahrzehnten eingesetzt und in klinischen Studien untersucht, insbesondere bei Kniearthrose und radikulären Rückenschmerzen. Für diese beiden Indikationen liegen Studien mit teils positiven Ergebnissen vor, das Evidenzniveau ist jedoch insgesamt begrenzter als bei etablierteren Standardverfahren und variiert je nach Studienqualität.
Ein Behandlungserfolg lässt sich im Einzelfall nicht garantieren. Die Orthokintherapie ist in der Regel eine individuelle Gesundheitsleistung (IGeL), die von gesetzlichen Krankenkassen meist nicht übernommen wird; private Krankenversicherungen erstatten teilweise. Über die voraussichtlichen Kosten informieren wir Sie im Vorfeld.
Weitere konservative Therapien
Hochenergie-Lasertherapie
Gebündeltes Laserlicht bei chronischen Schmerzen und Reizzuständen.
Stoßwellentherapie
Gezielte mechanische Impulse bei chronischen Sehnen- und Ansatzbeschwerden.
Hyaluronsäure-Therapie
Viskosupplementation zur Unterstützung der Gelenkschmiere bei Arthrose.
PRP-/Eigenbluttherapie
Körpereigene Wachstumsfaktoren zur Unterstützung der Geweberegeneration.
Beschwerden, die nicht von selbst besser werden?
Vereinbaren Sie einen Beratungstermin, wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, ob die Orthokintherapie für Ihre Beschwerden eine geeignete Option ist.
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