Mittelfußarthrodese
Operative Versteifung verschlissener Mittelfußgelenke in korrigierter, funktionell günstiger Stellung
Ziel der Mittelfußarthrodese ist eine dauerhafte, schmerzfreie Versteifung der vom Verschleiß betroffenen Mittelfußgelenke, je nach Befund der tarsometatarsalen Gelenklinie (Lisfranc-Linie) und/oder weiterer betroffener Gelenke des Mittelfußes. Diese Seite ist die gemeinsame Operationsseite für zwei eng verwandte Krankheitsbilder, bei denen dieser Eingriff zum Einsatz kommen kann: die Lisfranc-Arthrose und die Mittelfußarthrose. Sie erklärt Ihnen, wie der Eingriff konkret abläuft und was in den Wochen und Monaten danach auf Sie zukommt. Die jeweilige Erkrankung selbst, die Diagnostik und die konservativen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf den beiden verlinkten Erkrankungsseiten.
Termin vereinbarenDie Operation auf einen Blick
Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen.
Operationsdauer
Abhängig von der Anzahl der betroffenen Gelenke, meist etwa 60–120 Minuten.
Narkose
Häufig eine Regionalanästhesie (z. B. Nervenblockade des Beins/Fußes); alternativ eine Vollnarkose.
Krankenhausaufenthalt
In der Regel kurzstationär, meist einige Tage.
Mobilisation
Meist ab dem ersten oder zweiten Tag mit Gehhilfen und angepasster Entlastung.
Belastung
Zunächst Entlastung oder Teilbelastung des operierten Fußes, bis eine ausreichende knöcherne Durchbauung erreicht ist.
Gips/Orthese
In der Regel für mehrere Wochen zur Ruhigstellung, bis die versteiften Gelenke knöchern durchgebaut sind.
Rehabilitation
Nach der Entlastungsphase meist begleitende Physiotherapie zum schrittweisen Belastungsaufbau.
Arbeitsunfähigkeit
Je nach Tätigkeit und Umfang der Versteifung unterschiedlich lang; bei stehender/gehender Tätigkeit deutlich länger als bei sitzender Arbeit.
Autofahren
Erst nach ausreichender Entlastungsphase und Rücksprache mit dem Operateur, abhängig vom operierten Fuß.
Wie läuft die Operation ab?
Vorbereitung und Narkose
Sie werden in Rückenlage gelagert. Der Eingriff erfolgt meist in einer Regionalanästhesie, etwa einer peripheren Nervenblockade des Beins oder Fußes, oft kombiniert mit einer leichten Sedierung; alternativ ist auch eine Vollnarkose möglich. Während der Operation kommt in der Regel eine Blutsperre am Bein zum Einsatz, um übersichtliche Sichtverhältnisse an den kleinen Fußgelenken zu schaffen.
Zugang
Über ein oder mehrere Hautschnitte am Fußrücken werden die betroffenen Mittelfußgelenke freigelegt. Anzahl und Lage der Zugänge richten sich danach, welche und wie viele Gelenke versteift werden müssen.
Der eigentliche Eingriff
Zunächst wird der noch vorhandene Restknorpel der betroffenen Gelenke sorgfältig entfernt, bis tragfähiger, gut durchbluteter Knochen freiliegt, Voraussetzung für ein zuverlässiges knöchernes Zusammenwachsen. Besteht eine vorbestehende Fehlstellung des Mittelfußes, wird diese im gleichen Schritt korrigiert, sodass die Gelenke anschließend in einer korrigierten, für das Abrollen des Fußes günstigen Stellung ausgerichtet werden können. Die so vorbereiteten und ausgerichteten Gelenke werden abschließend mit Platten und/oder Schrauben stabil fixiert, damit sie in dieser Position knöchern durchbauen können.
Abschluss
Nach Kontrolle der korrigierten Stellung und der Implantatlage wird die Wunde schichtweise verschlossen. Es wird ein stützender Verband angelegt und der Fuß meist mit einem Gips, einer Schiene oder einer Orthese ruhiggestellt.
Wie viele Gelenke werden versteift?
Isolierte Versteifung der Lisfranc-Gelenke
Beschränkt sich auf die betroffenen tarsometatarsalen Gelenke der Lisfranc-Linie, typischerweise bei einer isolierten Lisfranc-Arthrose. Nachbargelenke bleiben unberührt.
Erweiterte Mittelfußarthrodese
Bezieht bei ausgedehnterem Verschleiß weitere betroffene Gelenke des Mittelfußes in die Versteifung mit ein. Der Operateur legt den Umfang anhand der Bildgebung so fest, dass möglichst nur tatsächlich erkrankte Gelenke versteift werden.
In beiden Fällen gilt dasselbe Operationsprinzip: Entfernung des Restknorpels, Korrektur einer eventuell vorbestehenden Fehlstellung und Fixierung mit Platten und/oder Schrauben. Welcher Umfang für Sie geeignet ist, legen wir anhand Ihres Befunds gemeinsam mit Ihnen fest.
Was passiert unmittelbar nach der Operation?
Der stationäre Aufenthalt ist meist kurz und dient vor allem der Schmerzeinstellung, der Wundkontrolle und der Anleitung zur Entlastung.
Ein Wundschmerz ist in den ersten Tagen normal und wird mit Schmerzmitteln gut kontrolliert; konsequentes Hochlagern und Kühlen des Fußes hilft, die Schwellung gering zu halten. Der operierte Fuß wird zunächst entlastet oder nur teilbelastet, meist mit Gehhilfen und in einer Orthese, einem Gips oder einem speziellen Stiefel. Physiotherapie zur Gangschulung mit den Gehhilfen wird häufig schon während des kurzstationären Aufenthalts begonnen.
Eine Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung erfolgt üblicherweise nach etwa zwei Wochen. Regelmäßige Röntgenkontrollen begleiten den weiteren Heilungsverlauf und zeigen, wie weit die knöcherne Durchbauung der versteiften Gelenke fortgeschritten ist, erst danach kann die Belastung schrittweise gesteigert werden.
Wie geht es zu Hause weiter?
- Erste Tage
Hochlagern, Kühlen, konsequente Entlastung
Der Fuß sollte möglichst oft hochgelagert und gekühlt werden. Die Entlastung bzw. Teilbelastung im Gips oder in der Orthese wird strikt eingehalten, um die frisch versteiften Gelenke nicht zu gefährden.
- Nach etwa 2 Wochen
Wundkontrolle
Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung. Die Entlastung bzw. Teilbelastung wird in der Regel zunächst beibehalten.
- Mehrere Wochen
Entlastungsphase im Gips oder in der Orthese
Der Fuß bleibt mehrwöchig entlastet oder teilbelastet, bis regelmäßige Röntgenkontrollen eine ausreichende knöcherne Durchbauung der versteiften Gelenke zeigen.
- Nach ausreichender Durchbauung
Schrittweiser Belastungsaufbau
Sobald die Röntgenkontrolle eine ausreichende knöcherne Heilung bestätigt, wird die Belastung schrittweise gesteigert, meist begleitet von Physiotherapie, oft zunächst noch mit einer stabilisierenden Einlage oder steifen Sohle.
- Langfristig
Endgültiges Ergebnis nach mehreren Monaten
Die vollständige knöcherne Konsolidierung und der Abschluss des Belastungsaufbaus können sich über mehrere Monate hinziehen. Restschwellungen bilden sich in diesem Zeitraum meist allmählich zurück.
Wann kann ich wieder …?
Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom individuellen Heilungsverlauf ab.
Auto fahren
Erst wenn der Fuß wieder ausreichend belastbar ist und Sie sicher bremsen können, individuell mit dem Operateur abzustimmen.
Büroarbeit
Mit der Möglichkeit, den Fuß regelmäßig hochzulegen und Gehhilfen zu nutzen.
Stehende/gehende Tätigkeit
Erst nach abgeschlossener Entlastungsphase und ausreichender knöcherner Durchbauung.
Normale Schuhe tragen
Zunächst breites, flaches Schuhwerk, oft mit stabilisierender Einlage.
Fahrrad fahren
Zunächst kurze Strecken auf ebenem Untergrund, abhängig von der Belastbarkeit des Vorderfußes.
Schwimmen
Sobald die Wunde vollständig verheilt ist und keine Entlastung mehr notwendig ist.
Wandern / längere Spaziergänge
Gehstrecke und Untergrund werden entsprechend dem Heilungsverlauf schrittweise gesteigert.
Sport mit hoher Mittelfußbelastung
Je nach Umfang der Versteifung kann die Belastbarkeit bei sehr mittelfußintensiven Sportarten dauerhaft reduziert bleiben.
Reisen
In der frühen Entlastungsphase sollten Reisen mit dem Operateur abgestimmt werden.
Welche Ergebnisse kann ich erwarten?
Bei fortgeschrittener Mittelfußarthrose führt die Versteifung der betroffenen Gelenke bei den meisten Patienten zu einer zuverlässigen Schmerzlinderung, sobald die knöcherne Durchbauung abgeschlossen ist.
Der Kompromiss einer Arthrodese ist der Verlust der Restbeweglichkeit in den versteiften Gelenken. Da die Mittelfußgelenke im gesunden Gangbild ohnehin nur wenig beweglich sind, lässt sich dieser Verlust in der Regel gut kompensieren, die meisten Patienten kommen nach abgeschlossener Heilung im Alltag gut mit der Versteifung zurecht. Im Vordergrund steht meist die deutliche Schmerzlinderung durch den Wegfall der schmerzhaften Restbewegung im verschlissenen Gelenk.
Das Ergebnis wird unter anderem vom Ausmaß des Ausgangsverschleißes, dem Umfang der Versteifung, einer eventuell vorbestehenden Fehlstellung sowie der konsequenten Einhaltung der Entlastungsphase beeinflusst. Da die Belastung nach einer Versteifung teilweise auf benachbarte Gelenke verlagert wird, kann sich dort im Verlauf der Jahre ein zusätzlicher Verschleiß entwickeln, was in der Nachsorge berücksichtigt wird. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befunds.
Welche Risiken bestehen?
Allgemeine Operationsrisiken
Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion und Narkoserisiken. Das Thromboserisiko wird in der Entlastungsphase individuell eingeschätzt und gegebenenfalls medikamentös vorgebeugt.
Spezifische Risiken dieser Operation
Die verzögerte oder ausbleibende knöcherne Durchbauung der versteiften Gelenke (Pseudarthrose) ist das für diesen Eingriff spezifische Risiko und kann eine längere Entlastung oder in seltenen Fällen einen Folgeeingriff erforderlich machen. Das eingebrachte Osteosynthesematerial, Platten und Schrauben, kann in Einzelfällen zu einer Reizung oder Druckempfindlichkeit führen und gegebenenfalls in einem späteren Zweiteingriff entfernt werden. Eine Über- oder Unterkorrektur der Stellung ist trotz sorgfältiger Planung grundsätzlich möglich.
Langfristige Risiken
Durch die veränderte Kraftübertragung nach der Versteifung kann es im Verlauf der Jahre zu einer Anschlussüberlastung benachbarter Gelenke mit zusätzlichem Verschleiß kommen. Dies wird im Rahmen der Nachsorge beobachtet.
Worauf sollten Sie nach der Operation achten?
Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden
- Fieber
- Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
- Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
- Neu auftretende Taubheit oder Kribbeln im Fuß
- Verrutschen oder Lockerung des Gipses bzw. der Orthese
- Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
- Atemnot
In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.
Mittelfußarthrodese bei MedArtes
Ob eine Mittelfußarthrodese für Sie infrage kommt, welche Gelenke betroffen sind und welcher Umfang der Versteifung sinnvoll ist, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung und Ihres Röntgen- bzw. CT-Befunds, unabhängig davon, ob eine Lisfranc-Arthrose oder eine Mittelfußarthrose zugrunde liegt. Als Fußzentrum Ostbayern der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk e.V. (D.A.F.) besprechen wir mit Ihnen gemeinsam, welche Vorgehensweise für Ihren individuellen Befund sinnvoll ist, und begleiten Sie durch Operation und Nachbehandlung.
Ihre Spezialisten für Fuß & Sprunggelenk
Häufig gestellte Fragen zur Mittelfußarthrodese
Bin ich nach der Versteifung in der Beweglichkeit des Fußes eingeschränkt?
Da die betroffenen Mittelfußgelenke im gesunden Zustand ohnehin nur wenig Eigenbeweglichkeit besitzen, ist nach der Versteifung meist keine deutliche Funktionseinschränkung beim Gehen zu erwarten. Im Vordergrund steht die Schmerzlinderung durch den Wegfall der schmerzhaften Restbewegung.
Werden die Platten oder Schrauben wieder entfernt?
In der Regel nicht. Das Osteosynthesematerial verbleibt meist dauerhaft im Knochen und verursacht üblicherweise keine Beschwerden. Nur bei störender Druckempfindlichkeit kann im Einzelfall eine spätere Entfernung sinnvoll sein.
Wie erkennt man, ob die versteiften Gelenke gut durchgebaut sind?
Regelmäßige Röntgenkontrollen zeigen den Fortschritt der knöchernen Durchbauung. Erst wenn diese ausreichend fortgeschritten ist, wird die Belastung schrittweise gesteigert.
Wie lange bin ich nach einer Mittelfußarthrodese arbeitsunfähig?
Das hängt vom Umfang der Versteifung, der beruflichen Belastung und dem individuellen Heilungsverlauf ab. Da die knöcherne Durchbauung mehrere Wochen bis wenige Monate dauert, sollte für die Rückkehr in den Alltag entsprechend Zeit eingeplant werden.
Kann ich nach der Operation noch Sport treiben?
Gelenkschonende Aktivitäten sind für die meisten Patienten nach abgeschlossener Heilung wieder möglich. Sportarten mit sehr hoher Mittelfußbelastung können je nach Umfang der Versteifung dauerhaft eingeschränkt sein.
Was passiert, wenn die Gelenke nicht richtig zusammenwachsen?
Eine verzögerte oder ausbleibende knöcherne Durchbauung (Pseudarthrose) wird über Röntgenkontrollen erkannt. Je nach Befund kann eine verlängerte Entlastung ausreichen, in selteneren Fällen ist ein Folgeeingriff notwendig.
Betrifft die Versteifung nur die Lisfranc-Gelenke oder auch andere Gelenke?
Das hängt von Ihrem individuellen Befund ab: Bei einer isolierten Lisfranc-Arthrose beschränkt sich die Versteifung meist auf die tarsometatarsalen Gelenke; bei einer ausgedehnteren Mittelfußarthrose können zusätzliche betroffene Gelenke einbezogen werden.
Kann sich der Verschleiß in Nachbargelenken nach der Versteifung verstärken?
Durch die veränderte Kraftübertragung ist im Verlauf der Jahre eine gewisse Mehrbelastung benachbarter Gelenke möglich. Dies wird im Rahmen der Nachsorge beobachtet und ist meist gut zu überwachen.
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