Mittelfußarthrose
Bei einer Mittelfußarthrose ist der Knorpel eines oder mehrerer Mittelfußgelenke verschlissen, sodass die Gelenke beim Abrollen des Fußes schmerzhaft und zunehmend steif werden. Ursache ist häufig eine frühere Verletzung oder eine Fußfehlform wie der erworbene Plattfuß, seltener ein primärer Gelenkverschleiß oder eine rheumatische Erkrankung. Konservative Maßnahmen wie eine steife Sohle, Einlagen und Physiotherapie können die Beschwerden bei vielen Betroffenen deutlich lindern; bleiben sie trotzdem bestehen, kommt eine operative Versteifung der betroffenen Gelenke infrage.
Termin vereinbarenTypische Symptome
Typisch sind Schmerzen im mittleren Fußbereich, die beim Abrollen des Fußes und bei längerem Gehen oder Stehen zunehmen.

Viele Betroffene beschreiben ein Gefühl der Steifigkeit im Mittelfuß, das vor allem morgens oder nach Ruhephasen ausgeprägt ist und sich mit Bewegung zunächst bessert, um bei stärkerer Belastung wieder zuzunehmen. Mit fortschreitendem Verschleiß bilden sich an den betroffenen Gelenken häufig knöcherne Anbauten (Osteophyten), die sich am Fußrücken als tastbare, manchmal druckempfindliche Vorwölbung zeigen können und dort auch Druckstellen im Schuh verursachen. Uneben werdender Untergrund oder festes Schuhwerk verstärken die Beschwerden häufig zusätzlich, da das schmerzhafte Abrollen dadurch erschwert wird.
Der Verlauf ist individuell unterschiedlich: Manche Mittelfußgelenke bleiben über Jahre nur gering symptomatisch, während andere frühzeitig zu deutlichen Einschränkungen beim Gehen führen.
Was steckt dahinter?
Der Verschleiß im Detail
Der Mittelfuß besteht aus mehreren kleinen Gelenken, die im Zusammenspiel für die Stabilität und die Beweglichkeit beim Abrollen des Fußes sorgen. Dazu zählen insbesondere die tarsometatarsalen Gelenke zwischen Fußwurzel und Mittelfußknochen sowie die intertarsalen Gelenke zwischen den einzelnen Fußwurzelknochen. Als Mittelfußarthrose bezeichnet man den fortschreitenden Verschleiß des Gelenkknorpels an einem oder mehreren dieser Gelenke, meist begleitet von einer zunehmenden Bildung knöcherner Anbauten am Gelenkrand.
Ursachen und Risikofaktoren
Eine Mittelfußarthrose kann verschiedene Ursachen haben:
- Posttraumatisch nach Brüchen oder Bandverletzungen im Mittelfußbereich, bei denen die Gelenkflächen dauerhaft geschädigt wurden
- Im Rahmen eines Plattfußes bzw. einer Tibialis-posterior-Insuffizienz (PCFD), bei der die veränderte Fußstatik die Mittelfußgelenke dauerhaft ungleichmäßig belastet
- Seltener primär-degenerativ, also ohne erkennbare Vorschädigung, im Rahmen des allgemeinen Alterungsprozesses der Gelenke
- Seltener entzündlich-rheumatisch, etwa im Rahmen einer rheumatoiden Arthritis, bei der mehrere Gelenke des Fußes gleichzeitig betroffen sein können
Welche Ursache im Einzelfall vorliegt, ist für die Behandlungsplanung von Bedeutung, da beispielsweise eine zugrunde liegende Fußfehlform mitbehandelt werden sollte.

Das Wichtigste in Kürze
UntersuchungWie finden wir die Ursache?
Klinische Untersuchung
Der Fuß wird im Stehen und im Gehen betrachtet, um die Fußform, das Abrollverhalten und eventuelle Fehlstellungen wie einen Plattfuß zu beurteilen. Geprüft werden außerdem die Druckempfindlichkeit der einzelnen Mittelfußgelenke, tastbare knöcherne Anbauten am Fußrücken sowie die Beweglichkeit der Fußwurzel.
Röntgen unter Belastung
Ein Röntgenbild des Fußes im Stehen zeigt die Verschmälerung des Gelenkspalts, knöcherne Anbauten sowie eine mögliche Fußfehlform als mitverursachenden Faktor. Es hilft dabei, die betroffenen Gelenke genau zu identifizieren und den Schweregrad des Verschleißes einzuordnen.
Weitere Diagnostik
In ausgewählten Fällen kann eine Computertomographie (CT) sinnvoll sein, um das genaue Ausmaß des Gelenkverschleißes an den kleinen, teils überlagernden Fußwurzel- und Mittelfußknochen besser zu beurteilen. Bei unklarer Ursache oder Verdacht auf eine entzündlich-rheumatische Erkrankung kann zusätzlich eine Laboruntersuchung sinnvoll sein.
Ohne OperationKonservative Behandlung
Die meisten Beschwerden an Fuß und Sprunggelenk lassen sich zunächst ohne Operation behandeln. Idealerweise sollten die verschiedenen konservativen Therapiemöglichkeiten dabei mit den Möglichkeiten der interventionellen und regenerativen Medizin zu einem Zeitpunkt kombiniert werden, um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen.
Klassische Schmerztherapie und Physiotherapie
Zur konservativen Therapie nutzen wir die orale Schmerzmedikation und Physiotherapie als Basis zur Verbesserung Ihrer Beschwerden.
Medikamentöse Schmerztherapie
Kurzfristig eingesetzt, um akute Beschwerden zu lindern und Bewegung wieder zu ermöglichen.
Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie
Gezielte Übungen zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit und Schmerzlinderung, unter therapeutischer Anleitung strukturiert aufgebaut.
Steife Sohle bzw. Mittelfußabstützung
Eine versteifte oder eine mit einer Mittelfußrolle versehene Schuhsohle reduziert die Bewegung in den verschlissenen Gelenken beim Abrollen und gilt als zentraler Baustein der symptomatischen Behandlung.
Einlagenversorgung
Individuell angepasste Einlagen mit entlastender Aussparung im Bereich der schmerzhaften Gelenke unterstützen das Fußgewölbe und können eine zugrunde liegende Fußfehlform mitbehandeln.
Gezielte Infiltration
Eine bildgesteuerte Infiltration eines besonders schmerzhaften Gelenks kann in ausgewählten Fällen vorübergehend Linderung verschaffen und zugleich diagnostisch helfen, das führende Schmerzgelenk einzugrenzen. Ein dauerhafter Effekt auf den Gelenkverschleiß ist davon nicht zu erwarten.
Mehr über die interventionelle Schmerztherapie erfahren →Wann rasch zum Arzt?
Eine Mittelfußarthrose selbst ist kein Notfall
Der Gelenkverschleiß entwickelt sich meist schleichend über längere Zeit. In folgenden Situationen sollten Sie den Fuß dennoch zeitnah ärztlich untersuchen lassen:
- Deutliche Rötung, Überwärmung, Schwellung oder Fieber im Mittelfußbereich, mögliche Zeichen einer akuten Entzündung oder Infektion
- Plötzlich einsetzende, starke Schmerzen oder eine rasch zunehmende Fußfehlform, etwa nach einer Verletzung
- Offene Hautstellen oder Druckgeschwüre über den knöchernen Anbauten, insbesondere bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen der Beine
Bei Diabetes oder einer bekannten Durchblutungsstörung sollten Beschwerden am Fuß generell zeitnah und nicht erst bei starken Symptomen abgeklärt werden, da Wunden hier schlechter heilen.
Ihre Spezialisten für Fuß & Sprunggelenk
Häufig gestellte Fragen
Muss eine Mittelfußarthrose immer operiert werden?
Nein. Solange die Beschwerden mit konservativen Maßnahmen wie einer steifen Sohle, Einlagen und Physiotherapie ausreichend zu bewältigen sind, ist keine Operation notwendig. Sie kommt vor allem dann infrage, wenn trotz konsequenter konservativer Behandlung relevante Schmerzen bestehen bleiben.
Welche Schuhe sind bei Mittelfußarthrose geeignet?
Günstig sind Schuhe mit einer eher steifen Sohle oder integrierter Abrollhilfe, da sie die schmerzhafte Bewegung in den verschlissenen Gelenken verringern. Sehr weiche, stark biegsame Schuhe verstärken die Beschwerden häufig.
Was ist der Unterschied zwischen Mittelfußarthrose und Lisfranc-Arthrose?
Die Mittelfußarthrose ist der übergeordnete Begriff für einen Verschleiß der Mittelfußgelenke. Ist gezielt das Lisfranc-Gelenk zwischen Fußwurzel und Mittelfußknochen betroffen, meist nach einer entsprechenden Verletzung, spricht man spezifischer von einer Lisfranc-Arthrose.
Kann eine Mittelfußarthrose durch einen Plattfuß entstehen?
Ja. Eine veränderte Fußstatik, etwa im Rahmen eines erworbenen Plattfußes, kann die Mittelfußgelenke dauerhaft ungleichmäßig belasten und so das Entstehen einer Arthrose begünstigen. In solchen Fällen sollte die zugrunde liegende Fußfehlform bei der Behandlung mitberücksichtigt werden.
Bin ich nach einer Mittelfußarthrodese in der Beweglichkeit eingeschränkt?
Da die Mittelfußgelenke im gesunden Zustand nur wenig Eigenbeweglichkeit besitzen, ist nach einer Versteifung in der Regel keine deutliche Funktionseinschränkung beim Gehen zu erwarten. Im Vordergrund steht meist die Schmerzlinderung durch den Wegfall der schmerzhaften Restbewegung.
Wie lange bin ich nach einer Mittelfußarthrodese arbeitsunfähig?
Das hängt vom Umfang der Versteifung, der beruflichen Belastung und dem individuellen Heilungsverlauf ab. Da die knöcherne Durchbauung mehrere Wochen bis wenige Monate dauert, sollte für die Rückkehr in den Alltag entsprechend Zeit eingeplant werden.
Kommt eine Stoßwellentherapie bei Mittelfußarthrose infrage?
Nein. Stoßwellentherapie, hochintensive Lasertherapie und PRP-Infiltration richten sich vor allem an gereizte Sehnen und Weichteile und sind bei einem rein knöchernen Gelenkverschleiß wie der Mittelfußarthrose keine sinnvolle Behandlungsoption.