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Fuß & Sprunggelenk · Achillessehnen-Insertion · Operation

Operation der Achillessehnen-Insertion

Sanierung des chronisch veränderten Achillessehnenansatzes am Fersenbein, bei Bedarf mit Abtragung einer begleitenden Haglund-Prominenz

Ziel dieser Operation ist es, den chronisch degenerativ veränderten Ansatz der Achillessehne am Fersenbein zu sanieren und dadurch die belastungsabhängigen Beschwerden am Fersenrücken zu lindern. Häufig wird im selben Eingriff eine begleitende knöcherne Prominenz am oberen Fersenbeinrand (Haglund-Deformität) sowie ein gereizter Schleimbeutel mitbehandelt, da beide Veränderungen sich gegenseitig verstärken können. Diese Seite erklärt Ihnen, wie der Eingriff konkret abläuft und was in den Wochen danach auf Sie zukommt. Die Erkrankungen selbst, die Diagnostik und die konservativen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unseren Seiten zur Achillessehnen-Tendinopathie und zur Haglund-Deformität.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen.

Operationsdauer

Meist etwa 45–90 Minuten, je nach Ausmaß des Débridements und einer eventuellen Sehnenrefixierung.

Narkose

Häufig eine Regionalanästhesie (z. B. Nervenblockade des Beins), alternativ eine Vollnarkose.

Krankenhausaufenthalt

Meist kurzstationär, in der Regel mit ein bis zwei Übernachtungen.

Mobilisation

In der Regel noch am selben oder folgenden Tag im Spezialschuh unter Anleitung.

Belastung

Zunächst Entlastung oder Teilbelastung im Spezialschuh; Dauer und Ausmaß richten sich nach dem Umfang der Sehnenrefixierung.

Spezialschuh

Häufig für etwa 4–6 Wochen, bei größerer Sehnenrefixierung mit Fadenankern gegebenenfalls auch länger.

Rehabilitation

Strukturierter Belastungsaufbau mit Physiotherapie, meist über mehrere Wochen bis Monate.

Arbeitsunfähigkeit

Je nach Tätigkeit und Ausmaß der Refixierung ca. 3–6 Wochen (überwiegend sitzend) bis ca. 8–12 Wochen (stehende/gehende Tätigkeit).

Sportfähigkeit

Volle sportliche Belastbarkeit meist erst nach mehreren Monaten, da die Sehnenheilung Zeit braucht.

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Der Eingriff erfolgt meist in Bauch- oder Seitenlage, damit der Fersenrücken gut zugänglich ist. Häufig wird eine Regionalanästhesie des Beins gewählt, alternativ eine Vollnarkose. Während der Operation kommt in der Regel eine Blutsperre am Bein zum Einsatz, um übersichtliche Sichtverhältnisse am Sehnenansatz zu schaffen.

Zugang

Über einen Hautschnitt am Fersenbeinansatz, meist etwas seitlich der Sehnenmitte, wird der Bereich zwischen Achillessehne und Fersenbein freigelegt. Ein gegebenenfalls vorhandener, gereizter Schleimbeutel zwischen Sehne und Knochen wird dabei mit dargestellt.

Der eigentliche Eingriff

Zunächst entfernt der Operateur das degenerativ veränderte, chronisch geschädigte Sehnengewebe am Ansatz (Débridement) sowie den entzündlich veränderten Schleimbeutel. Liegt gleichzeitig eine Haglund-Deformität vor, wird die knöcherne Prominenz am oberen Fersenbeinrand mit einer Fräse oder Säge abgetragen, sodass der Druck auf den Sehnenansatz und den Schleimbeutel entfällt. Ist nach dem Débridement ein größerer Sehnendefekt entstanden, wird die Achillessehne mit kleinen Fadenankern wieder stabil am Fersenbein refixiert.

Abschluss

Nach Kontrolle der Sehnenspannung und der abgetragenen knöchernen Prominenz wird die Wunde schichtweise verschlossen. Es wird ein Verband angelegt, der den Fuß in einer leicht spitzfüßigen, entlastenden Position stützt, sowie ein Spezialschuh oder eine Unterschenkelorthese angepasst.

Operationsumfang

Débridement allein oder mit Sehnenrefixierung?

Débridement ohne Sehnenrefixierung

Bleibt nach der Entfernung des degenerierten Sehnengewebes und einer eventuellen Abtragung der Haglund-Prominenz ausreichend gesunde Sehnensubstanz am Fersenbein erhalten, ist keine zusätzliche Fixierung nötig. Die Belastung kann meist etwas zügiger gesteigert werden.

Débridement mit Sehnenrefixierung durch Fadenanker

Bei einem größeren Sehnendefekt wird die Achillessehne mit kleinen Fadenankern erneut am Fersenbein verankert. Hier ist eine konsequentere und meist länger andauernde Entlastung oder Teilbelastung erforderlich, damit die Refixierung sicher einheilen kann.

Welche Variante bei Ihnen zum Einsatz kommt und ob zusätzlich eine Haglund-Prominenz abgetragen wird, legen wir anhand der Bildgebung und des intraoperativen Befunds gemeinsam mit Ihnen fest.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

In den ersten Tagen steht die konsequente Entlastung des operierten Fußes im Vordergrund, um die Wundheilung und eine mögliche Sehnenrefixierung nicht zu gefährden.

Ein Wundschmerz ist normal und wird mit Schmerzmitteln gut kontrolliert; konsequentes Hochlagern und Kühlen des Fußes hilft, die Schwellung gering zu halten. Der Fuß wird zunächst im Spezialschuh oder in einer Orthese entlastet oder nur teilbelastet, wie stark, hängt vom Ausmaß einer eventuellen Sehnenrefixierung ab. Der stationäre Aufenthalt umfasst meist ein bis zwei Übernachtungen.

Physiotherapie ist in den ersten Wochen meist nicht erforderlich und wird bei Bedarf später ergänzt. Eine Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung erfolgt üblicherweise nach etwa 12–14 Tagen. Da an dieser Stelle nur wenig Weichteilgewebe die Sehne bedeckt, wird die Wunde besonders sorgfältig kontrolliert.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage

    Hochlagern, Kühlen, konsequente Entlastung

    Der Fuß sollte möglichst oft hochgelagert und gekühlt werden. Im Spezialschuh sind kurze, entlastete oder teilbelastete Schritte erlaubt, längeres Stehen sollte vermieden werden.

  • Nach etwa 2 Wochen

    Wundkontrolle und behutsamer Belastungsbeginn

    Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung. Je nach Befund kann die Belastung im Spezialschuh vorsichtig gesteigert werden.

  • Nach 4–6 Wochen

    Zunehmende Vollbelastung im Spezialschuh

    Bei unauffälligem Verlauf wird die Belastung im Spezialschuh weiter gesteigert. Ohne Sehnenrefixierung ist dies meist etwas früher möglich als nach einer Refixierung mit Fadenankern.

  • Nach 6–12 Wochen

    Physiotherapeutisch begleiteter Belastungsaufbau

    Schrittweise Rückkehr zu normalem Schuhwerk, Kräftigung der Wadenmuskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit unter physiotherapeutischer Anleitung.

  • Langfristig

    Endgültiges Ergebnis nach mehreren Monaten

    Die volle Belastbarkeit einschließlich sportlicher Aktivität ist meist erst nach etwa 4–6 Monaten erreicht, da die Sehne Zeit zum vollständigen Einheilen benötigt.

Alltag & Sport

Wann kann ich wieder …?

Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom individuellen Heilungsverlauf ab.

Auto fahren

ca. 6–8 Wochen

Abhängig davon, welcher Fuß operiert wurde und wie weit der Belastungsaufbau fortgeschritten ist.

Büroarbeit

ca. 3–6 Wochen

Mit der Möglichkeit, den Fuß regelmäßig hochzulegen und zu entlasten.

Stehende/gehende Tätigkeit

ca. 8–12 Wochen

Abhängig vom Ausmaß der Steh- und Gehbelastung im Beruf sowie vom Umfang der Sehnenrefixierung.

Normale Schuhe tragen

ca. 6–8 Wochen

Zunächst weiches, gut gepolstertes Schuhwerk ohne Druck auf den Fersenrücken.

Fahrrad fahren

ca. 8–10 Wochen

Zunächst kurze Strecken auf ebenem Untergrund und mit geringem Kraftaufwand.

Schwimmen

ca. 6–8 Wochen

Nach vollständiger Wundheilung, zunächst ohne kraftvolle Abstoßbewegungen der Ferse.

Joggen

ca. 4–6 Monate

Erst nach abgeschlossener Sehnenheilung und gezieltem Kraftaufbau der Wadenmuskulatur.

Sprung- und Ballsportarten

ca. 5–6 Monate

Belastungsspitzen wie Sprünge und abrupte Richtungswechsel setzen eine vollständig belastbare Sehne voraus.

Wandern / längere Spaziergänge

ca. 10–12 Wochen

Gehstrecke und Untergrund werden entsprechend dem Heilungsverlauf schrittweise gesteigert.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Der belastungsabhängige Schmerz am Fersenrücken bessert sich bei den meisten Patienten deutlich, sobald der Sehnenansatz und eine eventuelle Sehnenrefixierung vollständig verheilt sind.

Wurde gleichzeitig eine Haglund-Prominenz abgetragen, lässt in der Regel auch der mechanische Druck durch den Schuh spürbar nach, und ein begleitender Schleimbeutelreiz klingt meist ab. Die Sehnenheilung selbst braucht jedoch Zeit, gerade nach einer Refixierung mit Fadenankern ist Geduld gefragt, da eine zu frühe Belastung das Ergebnis gefährden kann. Eine gewisse Verdickung am Sehnenansatz kann auch nach der Operation tastbar bleiben.

Das Ergebnis wird unter anderem vom Ausmaß der ursprünglichen Sehnenschädigung, dem Umfang einer notwendigen Refixierung und der konsequenten Einhaltung der Entlastungsvorgaben beeinflusst. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befunds.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion und Narkoserisiken. Das Thromboserisiko ist bei diesem Eingriff insgesamt gering, kann aber je nach individuellem Risikoprofil und Dauer der Entlastungsphase eine vorübergehende medikamentöse Prophylaxe erforderlich machen.

Spezifische Risiken dieser Operation

Da über dem Achillessehnenansatz nur wenig Weichteilgewebe zur Deckung zur Verfügung steht, sind Wundheilungsstörungen an dieser Stelle etwas häufiger als bei anderen Fußoperationen. In der Nähe des Zugangs verläuft der Nervus suralis, ein rein sensibler Hautnerv; eine vorübergehende oder in seltenen Fällen anhaltende Reizung mit Taubheit oder Kribbeln am äußeren Fußrand ist möglich. Wird die Belastung zu früh oder zu stark gesteigert, kann es, insbesondere nach einer Sehnenrefixierung, zu einer erneuten Ruptur oder einem Ausriss der refixierten Sehne kommen; die konsequente Einhaltung der Entlastungs- und Belastungsvorgaben ist daher besonders wichtig.

Langfristige Risiken

Eine gewisse Restverdickung oder Druckempfindlichkeit am Sehnenansatz kann trotz sorgfältiger Sanierung bestehen bleiben. Ein erneutes Auftreten von Beschwerden ist grundsätzlich möglich, insbesondere bei fortgesetzter Überlastung der Sehne.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Ein plötzlicher, stechender Schmerz oder ein hör-/spürbares Schnappen im Fersenbereich, das auf ein Reißen oder Ausreißen der refixierten Sehne hindeuten kann
  • Neu auftretende oder zunehmende Taubheit oder Kribbeln am äußeren Fußrand
  • Verrutschen von Verband, Orthese oder Spezialschuh
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
  • Atemnot

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Bei MedArtes

Operation der Achillessehnen-Insertion bei MedArtes

Ob eine Operation für Sie infrage kommt und ob dabei zusätzlich eine begleitende Haglund-Deformität mitversorgt werden sollte, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung und der Bildgebung. Als Fußzentrum Ostbayern der Deutschen Assoziation für Fuß und Sprunggelenk e.V. (D.A.F.) besprechen wir mit Ihnen gemeinsam, welcher Umfang der Sanierung, mit oder ohne Sehnenrefixierung, für Ihren individuellen Befund sinnvoll ist, und begleiten Sie durch Operation und Nachbehandlung. Weitere Hintergründe zu den zugrunde liegenden Krankheitsbildern finden Sie auf unseren Seiten zur Achillessehnen-Tendinopathie und zur Haglund-Deformität.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Operation der Achillessehnen-Insertion

Werden Achillessehnen-Tendinopathie und Haglund-Deformität immer in einer Operation behandelt?

Nicht immer, aber häufig: Da beide Veränderungen anatomisch direkt benachbart sind und sich gegenseitig reizen können, werden sie bei entsprechendem Befund meist gemeinsam in einem Eingriff versorgt. Ob dies bei Ihnen sinnvoll ist, klären wir anhand der Bildgebung.

Muss die Sehne bei jeder Operation mit Fadenankern refixiert werden?

Nein. Eine Refixierung ist nur nötig, wenn nach der Entfernung des degenerierten Gewebes ein größerer Sehnendefekt zurückbleibt. Bleibt ausreichend gesunde Sehnensubstanz erhalten, ist keine zusätzliche Fixierung erforderlich.

Wie lange muss ich den Spezialschuh tragen?

In der Regel etwa 4–6 Wochen. Bei einer umfangreicheren Sehnenrefixierung mit Fadenankern kann die Tragedauer und die Entlastungsphase auch länger ausfallen. Die genaue Dauer legt Ihr Operateur anhand des intraoperativen Befunds und der Nachkontrollen fest.

Wie stark sind die Schmerzen nach der Operation?

Der Wundschmerz ist in den ersten Tagen normal und lässt sich in der Regel gut mit Schmerzmitteln sowie Hochlagern und Kühlen kontrollieren.

Ist die Taubheit am äußeren Fußrand nach der Operation dauerhaft?

In den meisten Fällen ist eine Reizung des Nervus suralis vorübergehend. Eine anhaltende Taubheit oder ein Kribbeln am äußeren Fußrand ist möglich, aber selten.

Wie lange bin ich krankgeschrieben?

Das hängt stark von Ihrer beruflichen Tätigkeit und dem Umfang der Operation ab: Bei überwiegend sitzender Tätigkeit sind oft nach drei bis sechs Wochen wieder Arbeitstage möglich, bei stehender oder gehender Tätigkeit kann es acht bis zwölf Wochen dauern.

Wann darf ich nach der Operation wieder joggen oder Sport treiben?

Da die Sehne Zeit zum vollständigen Einheilen benötigt, ist eine sportliche Vollbelastung meist erst nach vier bis sechs Monaten möglich. Eine zu frühe Belastung erhöht das Risiko einer erneuten Sehnenschädigung.

Werden die Fadenanker später wieder entfernt?

In der Regel nicht. Die verwendeten Fadenanker verbleiben dauerhaft im Knochen und verursachen üblicherweise keine Beschwerden.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine Operation der Achillessehnen-Insertion empfohlen wurde und Sie den Ablauf und Ihre individuelle Eignung besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.