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Fuß & Sprunggelenk · Plantarfasziitis & Fersensporn · Operation

Plantarfaszien-Operation

Operative Teillösung der überlasteten Plantarfaszie, als letzter Schritt nach ausgeschöpfter konservativer Therapie

Diese Seite beschreibt die operative Behandlung der Plantarfaszie, wie sie sowohl bei einer chronischen Plantarfasziitis als auch bei einem chronischen Fersensporn erwogen werden kann. Beiden Erkrankungen liegt dieselbe überlastete Plantarfaszie zugrunde, deshalb ist dies die gemeinsame Operationsseite für beide eng verwandten Krankheitsbilder. Im Mittelpunkt des Eingriffs steht die Faszie selbst, nicht ein eventuell zusätzlich vorhandener knöcherner Fersensporn, der für die Beschwerden meist nur von untergeordneter Bedeutung ist. Diese Operation ist eine absolute Ausnahme und kommt erst nach mindestens 6 bis 12 Monaten konsequent ausgeschöpfter konservativer Behandlung infrage.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen.

Operationsdauer

Meist etwa 20–40 Minuten, je nach gewähltem Zugang (endoskopisch oder offen).

Narkose

Häufig eine periphere Nervenblockade des Fußes/Beins (Fußblock), oft mit leichter Sedierung; alternativ Vollnarkose.

Krankenhausaufenthalt

In der Regel ambulant oder mit einer Übernachtung möglich.

Mobilisation

In der Regel noch am selben Tag im Entlastungs- bzw. Schutzschuh.

Belastung

Zunächst Teilbelastung im Schutzschuh, danach schrittweiser Aufbau über mehrere Wochen.

Schutzschuh

In der Regel für etwa 2–4 Wochen, abhängig vom Zugang und Wundverlauf.

Rehabilitation

Meist ambulante Physiotherapie zum schrittweisen Belastungsaufbau.

Arbeitsunfähigkeit

Je nach Tätigkeit ca. 1–2 Wochen (überwiegend sitzend) bis ca. 4–6 Wochen (stehende/gehende Tätigkeit).

Autofahren

Häufig nach etwa 2–3 Wochen möglich, abhängig vom operierten Fuß und Wundverlauf.

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Sie werden meist in Rückenlage mit leicht angehobenem Bein gelagert, sodass die Fußsohle gut zugänglich ist. Häufig erfolgt der Eingriff in einer peripheren Nervenblockade des Fußes oder Beins, oft kombiniert mit einer leichten Sedierung; alternativ ist auch eine Vollnarkose möglich.

Zugang

Je nach gewähltem Verfahren erfolgt der Zugang entweder über ein bis zwei kleine Hautschnitte von wenigen Millimetern für die endoskopische Kameraführung oder über einen etwa 2–3 Zentimeter langen Hautschnitt am Innenrand der Ferse für das offene Vorgehen.

Der eigentliche Eingriff

Der Operateur löst die Plantarfaszie an ihrem Ansatzpunkt am Fersenbein gezielt teilweise ein, meist wird nur ein Teil der Faszienbreite eingekerbt, um die überhöhte Zugspannung zu reduzieren und gleichzeitig möglichst viel stabilisierende Faszie zu erhalten. Eine vollständige Durchtrennung wird bewusst vermieden. Ist zusätzlich ein störender knöcherner Fersensporn vorhanden, kann dieser im gleichen Eingriff geglättet oder abgetragen werden, dies ist jedoch ein Nebenbefund und nicht das eigentliche Ziel der Operation.

Abschluss

Nach Kontrolle der Wunde wird diese schichtweise verschlossen und ein Verband angelegt. Anschließend wird ein Schutzschuh angepasst, in dem Sie den Fuß ab dem ersten Tag mit angepasster Teilbelastung führen können.

Operationsverfahren

Endoskopisch oder offen, welches Verfahren eignet sich wann?

Endoskopische (minimalinvasive) Fasziotomie

Über ein bis zwei sehr kleine Zugänge wird die Faszie unter Kamerasicht partiell eingekerbt. Kleinere Zugänge, meist etwas kürzere Wundheilung und frühere Mobilisation. Geeignet, wenn keine gleichzeitige Abtragung eines ausgeprägten Fersensporns notwendig ist.

Offene Fasziotomie

Über einen kleinen Hautschnitt am Fersenrand erfolgt der Eingriff unter direkter Sicht. Ermöglicht bei Bedarf die gleichzeitige Glättung oder Abtragung eines störenden Fersensporns im selben Zugang. Etwas größerer Schnitt, dafür maximale Übersicht für den Operateur.

Welcher Zugang für Sie geeignet ist, legen wir anhand Ihres klinischen Befunds, des Ultraschall- und Röntgenbilds sowie eines eventuell vorhandenen Fersensporns gemeinsam mit Ihnen fest.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

Bereits am Operationstag dürfen Sie in der Regel mit dem Schutzschuh unter Teilbelastung aufstehen und erste Schritte gehen.

Ein Wundschmerz ist normal und wird gut mit Schmerzmitteln kontrolliert; konsequentes Hochlagern und Kühlen des Fußes in den ersten Tagen hilft, die Schwellung gering zu halten. Der stationäre Aufenthalt beschränkt sich häufig auf eine Übernachtung oder erfolgt ambulant.

Physiotherapie ist in den ersten Wochen meist nicht erforderlich und wird bei Bedarf später ergänzt. Duschen ist je nach Verbandsart oft nach wenigen Tagen möglich. Eine Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung erfolgt üblicherweise nach etwa 10–14 Tagen.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage

    Hochlagern, Kühlen, Schutzschuh mit Teilbelastung

    Der Fuß sollte möglichst oft hochgelagert und gekühlt werden, um die Schwellung zu begrenzen. Kurze Gehstrecken im Schutzschuh sind erwünscht, längeres Stehen sollte vermieden werden.

  • Nach etwa 2 Wochen

    Wundkontrolle und zunehmende Belastung

    Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung. Die Belastung im Schutzschuh kann schrittweise gesteigert werden.

  • Nach 3–4 Wochen

    Wechsel zu normalem Schuhwerk, Beginn Physiotherapie

    Bei unauffälligem Wundverlauf kann meist auf gut gedämpftes, normales Schuhwerk umgestiegen werden. Physiotherapie unterstützt den weiteren Belastungsaufbau.

  • Nach 6–12 Wochen

    Rückkehr zu den meisten Alltagsaktivitäten

    Alltagsschuhwerk, längere Gehstrecken und vorsichtiger Wiedereinstieg in leichte sportliche Aktivitäten sind für die meisten Patienten wieder möglich.

  • Langfristig

    Endgültiges Ergebnis nach einigen Monaten

    Restbeschwerden am Ansatzpunkt können sich über mehrere Monate weiter zurückbilden. Die volle sportliche Belastbarkeit ist meist nach etwa 3–4 Monaten erreicht.

Alltag & Sport

Wann kann ich wieder …?

Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom individuellen Heilungsverlauf ab.

Auto fahren

ca. 2–3 Wochen

Abhängig davon, welcher Fuß operiert wurde und wie die Wundheilung verläuft.

Büroarbeit

ca. 1–2 Wochen

Mit der Möglichkeit, den Fuß regelmäßig hochzulegen.

Stehende/gehende Tätigkeit

ca. 4–6 Wochen

Abhängig vom Ausmaß der Steh- und Gehbelastung im Beruf.

Normale Schuhe tragen

ca. 4–6 Wochen

Zunächst gut gedämpftes, weites Schuhwerk; enge oder harte Sohlen erst nach vollständiger Wundheilung.

Fahrrad fahren

ca. 4–6 Wochen

Zunächst kurze Strecken auf ebenem Untergrund.

Schwimmen

ca. 3–4 Wochen

Nach vollständiger Wundheilung.

Joggen

ca. 3–4 Monate

Nach abgeschlossener Weichteilheilung und guter Belastbarkeit der Fußsohle.

Wandern / längere Spaziergänge

ca. 8–12 Wochen

Gehstrecke und Tempo werden entsprechend dem Heilungsverlauf schrittweise gesteigert.

Reisen

kurze Reisen ab ca. 2–3 Wochen

Mit Möglichkeit zur Hochlagerung; bei längeren Reisen zunächst besser ab etwa 4–6 Wochen.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Der Schmerz am Ansatzpunkt der Plantarfaszie bessert sich bei den meisten Patienten deutlich, sobald die Weichteilheilung abgeschlossen ist.

Ein gegebenenfalls im gleichen Eingriff mitbehandelter Fersensporn spielt für das Behandlungsergebnis meist eine untergeordnete Rolle, entscheidend ist die Entlastung der Faszie selbst. Die Schwellung im Bereich der Ferse kann sich über mehrere Wochen bis Monate zurückbilden. Manche Patienten berichten über eine vorübergehend veränderte Belastungswahrnehmung im Fußgewölbe, bis sich das umliegende Gewebe an die reduzierte Zugspannung angepasst hat.

Das Ergebnis wird unter anderem von der Dauer und Schwere der Beschwerden vor der Operation, dem gewählten Zugang sowie der konsequenten Nachbehandlung beeinflusst. Eine vollständige Beschwerdefreiheit wird nicht bei allen Patienten erreicht, und eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befunds.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion und Narkoserisiken. Das Thromboserisiko ist bei diesem Eingriff insgesamt gering, kann aber je nach individuellem Risikoprofil eine vorübergehende medikamentöse Prophylaxe erforderlich machen.

Spezifische Risiken dieser Operation

Eine vorübergehende oder in seltenen Fällen anhaltende Reizung kleiner Nerven an der Fußsohle mit Taubheit oder Kribbeln ist möglich. Das wichtigste spezifische Risiko ist eine Schwächung des Fußlängsgewölbes, wenn die Plantarfaszie zu ausgedehnt eingekerbt oder durchtrennt wird, dies kann zu einer messbaren Absenkung des Gewölbes führen. Aus diesem Grund wird die Faszie bewusst nur partiell und nicht vollständig gelöst. Trotz sorgfältiger Operationstechnik kann es zudem zu einer unvollständigen Besserung der Beschwerden kommen, sodass Restschmerzen bestehen bleiben.

Langfristige Risiken

Ein erneutes Auftreten der Beschwerden ist grundsätzlich möglich, insbesondere wenn zugrunde liegende Risikofaktoren wie Übergewicht oder ungünstiges Schuhwerk fortbestehen. Eine dauerhafte, klinisch relevante Absenkung des Fußgewölbes mit Folgebeschwerden ist bei fachgerecht durchgeführter, partieller Faszienlösung selten, bleibt als bekanntes Risiko aber bestehen.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Neu auftretende oder zunehmende Taubheit oder Kribbeln an der Fußsohle
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
  • Atemnot

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Bei MedArtes

Plantarfaszien-Operation bei MedArtes

Ob bei Ihnen tatsächlich eine Operation infrage kommt, klären wir sorgfältig anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung, der Ultraschall- und Röntgenbefunde sowie der bislang durchgeführten konservativen Behandlung Ihrer Plantarfasziitis oder Ihres Fersensporns. Da diese Operation eine absolute Ausnahme darstellt, besprechen wir mit Ihnen gemeinsam, ob und über welchen Zugang eine Faszienlösung für Ihre individuelle Situation sinnvoll ist, und begleiten Sie durch Operation und Nachbehandlung.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Plantarfaszien-Operation

Wird ein vorhandener Fersensporn bei der Operation immer mitentfernt?

Nicht zwingend. Im Vordergrund steht die Entlastung der Plantarfaszie selbst. Ein störender Sporn kann im gleichen Eingriff geglättet oder abgetragen werden, ist aber ein Nebenbefund und nicht das eigentliche Operationsziel.

Kann sich mein Fußgewölbe nach der Operation absenken?

Eine relevante Absenkung des Fußlängsgewölbes ist ein bekanntes, bei fachgerechter, nur partieller Faszienlösung aber seltenes Risiko. Deshalb wird die Faszie bewusst nicht vollständig durchtrennt, sondern nur teilweise eingekerbt.

Wie lange dauert es, bis ich wieder normal laufen kann?

Kurze Gehstrecken im Schutzschuh sind meist schon am Operationstag möglich. Bis zur vollständigen, uneingeschränkten Belastbarkeit ohne Rücksichtnahme vergehen in der Regel mehrere Wochen bis wenige Monate.

Ist die endoskopische oder die offene Operation besser?

Keines der Verfahren ist grundsätzlich überlegen. Die Wahl richtet sich vor allem danach, ob zusätzlich ein Fersensporn mitbehandelt werden soll, und wird individuell mit Ihnen besprochen.

Muss ich nach der Operation weiterhin Einlagen tragen?

Das hängt vom individuellen Befund ab. Bei begünstigenden Fußfehlstellungen wie einem Senk- oder Plattfuß kann eine fortgesetzte Einlagenversorgung sinnvoll sein, um die Faszie langfristig zu entlasten.

Kann ich nach der Operation wieder uneingeschränkt Sport treiben?

Bei den meisten Patienten ist dies nach vollständiger Heilung möglich. Sportarten mit hoher Stoßbelastung, etwa Laufen, werden erst nach einigen Monaten und schrittweisem Belastungsaufbau wieder aufgenommen.

Was passiert, wenn die Beschwerden nach der Operation nicht besser werden?

Eine unvollständige Besserung ist ein anerkanntes Risiko dieser Operation. In diesem Fall wird der weitere Befund erneut eingeordnet und gemeinsam mit Ihnen besprochen, welche weiteren Schritte sinnvoll sind.

Können beide Fersen gleichzeitig operiert werden?

Das ist grundsätzlich möglich, wird aber sorgfältig abgewogen, da eine beidseitige Teilbelastung den Alltag in der ersten Zeit nach der Operation deutlich einschränken kann.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine Plantarfaszien-Operation empfohlen wurde und Sie den Ablauf und Ihre individuelle Eignung besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.