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Krankheitsbild · Fuß & Sprunggelenk

Fersensporn

Ein Fersensporn ist ein knöcherner Auswuchs am Fersenbein, meist am Ansatz der Plantarfaszie an der Fußsohle (plantarer Fersensporn), seltener am Ansatz der Achillessehne an der Rückseite der Ferse (dorsaler Fersensporn). Der Sporn selbst ist häufig ein zufälliger Röntgenbefund und nicht zwingend die Ursache der Beschwerden, der eigentliche Schmerz entsteht in aller Regel durch eine begleitende Reizung der Plantarfaszie, die sogenannte Plantarfasziitis. Diagnostik und Behandlung beider Beschwerdebilder sind daher weitgehend identisch. In den allermeisten Fällen lassen sich die Beschwerden konservativ deutlich lindern.

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Beschwerdebild & Hintergrund

Typische Symptome

Typisch ist ein stechender Schmerz an der Unterseite der Ferse, der vor allem bei den ersten Schritten nach einer Ruhephase auftritt, der sogenannte Anlaufschmerz.

Fersensporn (Symbolbild)

Viele Betroffene berichten, dass der Schmerz morgens beim Aufstehen oder nach längerem Sitzen am stärksten ist, sich nach einigen Schritten zunächst bessert und bei längerem Stehen oder Gehen im Tagesverlauf erneut zunimmt. Der Schmerzpunkt liegt meist an der Innenseite der Fußsohle, unmittelbar am Fersenbein, dort wo die Plantarfaszie ansetzt.

Deutlich seltener sitzt der Schmerz an der Rückseite der Ferse, im Bereich des Achillessehnenansatzes, hier spricht man vom dorsalen Fersensporn. Er entsteht durch eine chronische Reizung am Ansatz der Achillessehne und geht oft mit einer tastbaren Verdickung oder Druckempfindlichkeit an dieser Stelle einher. Im Folgenden liegt der Schwerpunkt auf dem deutlich häufigeren plantaren Fersensporn.

Wie stark die Beschwerden ausgeprägt sind, hängt weniger von der Größe des knöchernen Sporns im Röntgenbild ab als vielmehr vom Ausmaß der Reizung der Plantarfaszie selbst.

Was steckt dahinter?

Wie entsteht ein Fersensporn?

Die Plantarfaszie ist eine straffe Bindegewebeplatte, die entlang der Fußsohle vom Fersenbein zu den Zehengrundgelenken verläuft und die Fußlängswölbung stabilisiert. Bei wiederholter Überlastung entstehen am Ansatzpunkt der Faszie am Fersenbein kleine Reizzustände und Mikroverletzungen. Als Reaktion darauf kann der Körper an dieser Stelle im Laufe der Zeit zusätzlichen Knochen anlagern, es entsteht der Fersensporn, medizinisch eine sogenannte Traktionsexostose bzw. ein Enthesiophyt.

Wichtige Klarstellung: Der Sporn ist meist nicht die eigentliche Schmerzursache

Ein häufiges Missverständnis ist, dass der im Röntgenbild sichtbare knöcherne Sporn selbst die Schmerzen verursacht. Tatsächlich handelt es sich beim Fersensporn oft um einen radiologischen Nebenbefund: Er lässt sich auch bei vielen Menschen ohne jegliche Fersenbeschwerden nachweisen. Der eigentliche Schmerz entsteht in aller Regel durch die begleitende Reizung und Mikroentzündung der Plantarfaszie an ihrem Ansatzpunkt, die Plantarfasziitis. Beide Befunde treten häufig gemeinsam auf, weshalb Diagnostik und Behandlung des Fersensporns und der Plantarfasziitis weitgehend identisch sind und im Folgenden gemeinsam betrachtet werden.

Dorsaler Fersensporn

Am Ansatz der Achillessehne an der Rückseite des Fersenbeins kann sich auf ähnliche Weise ein dorsaler Fersensporn bilden. Er steht meist im Zusammenhang mit einer chronischen Reizung des Achillessehnenansatzes und wird nach ähnlichen Grundprinzipien behandelt wie der plantare Fersensporn, auch wenn im Einzelfall andere Schwerpunkte gesetzt werden.

Risikofaktoren

  • Übergewicht, das den Druck auf die Plantarfaszie erhöht
  • Langes Stehen oder Gehen auf hartem Untergrund, etwa beruflich bedingt
  • Lauf- und Sprungsportarten mit hoher Belastung der Fußsohle
  • Ungünstiges oder stark abgenutztes Schuhwerk ohne ausreichende Dämpfung
  • Ein Senk-, Platt- oder Hohlfuß mit veränderter Kraftverteilung im Fuß
  • Eine verkürzte Wadenmuskulatur beziehungsweise Achillessehne
  • Zunehmendes Alter, mit dem sich die Elastizität des Bindegewebes verändert
Fersensporn (Symbolbild)
Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

Was ist es?
Ein knöcherner Auswuchs am Fersenbein, meist am Ansatz der Plantarfaszie. Er ist häufig ein Nebenbefund und nicht zwingend selbst die Schmerzursache.
Typische Beschwerden
Stechender Fersenschmerz, besonders bei den ersten Schritten morgens oder nach längerem Sitzen (Anlaufschmerz), der sich bei Belastung oft zunächst bessert.
Diagnostik
Klinische Untersuchung mit gezielter Druckprüfung der Ferse, ergänzt durch Ultraschall der Plantarfaszie und bei Bedarf ein Röntgenbild.
Behandlung
Fast immer zunächst konservativ: Dehnübungen, Einlagen bzw. Fersenkissen, Physiotherapie und bei chronischem Verlauf Stoßwellentherapie.
Operation notwendig?
Nur in seltenen Ausnahmefällen bei chronisch therapieresistenten Beschwerden trotz konsequent ausgeschöpfter konservativer Behandlung.
Prognose
Die meisten Beschwerden bessern sich unter konsequenter konservativer Behandlung innerhalb mehrerer Monate deutlich.
Untersuchung

Wie finden wir die Ursache?

Anamnese, körperliche Untersuchung und gezielte Bildgebung. Mehr erfahren

Anamnese und klinische Untersuchung

Am Anfang steht das ausführliche Gespräch über Schmerzcharakter, -verlauf und den typischen Anlaufschmerz. Bei der körperlichen Untersuchung wird gezielt der Druckschmerz am Ansatzpunkt der Plantarfaszie am Fersenbein geprüft. Zusätzlich kann eine passive Überstreckung der Zehen die Plantarfaszie anspannen und den Schmerz reproduzieren, ein Hinweis auf die Beteiligung der Faszie.

Ultraschall

Die Ultraschalluntersuchung zeigt eine mögliche Verdickung und Auflockerung der Plantarfaszie an ihrem Ansatzpunkt und ist damit für die eigentliche Schmerzursache oft aussagekräftiger als ein reines Röntgenbild.

Röntgen

Ein Röntgenbild der Ferse kann den knöchernen Sporn sichtbar machen. Wichtig zu wissen: Größe und Vorhandensein des Sporns im Röntgenbild korrelieren nur schwach mit der Stärke der Beschwerden. Ein Röntgenbild dient daher vor allem dem Ausschluss anderer knöcherner Ursachen, weniger der Bestätigung der Diagnose.

Weitere Diagnostik

Bei untypischem Verlauf, unklarem Befund oder Verdacht auf eine andere Ursache, etwa eine Stressfraktur des Fersenbeins oder ein Tarsaltunnelsyndrom, kann ergänzend eine MRT-Untersuchung sinnvoll sein.

Ohne Operation

Konservative Behandlung

Konservative, interventionelle und regenerative Verfahren im Überblick. Mehr erfahren

Die meisten Beschwerden an Fuß und Sprunggelenk lassen sich zunächst ohne Operation behandeln. Idealerweise sollten die verschiedenen konservativen Therapiemöglichkeiten dabei mit den Möglichkeiten der interventionellen und regenerativen Medizin zu einem Zeitpunkt kombiniert werden, um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen.

Klassische Schmerztherapie und Physiotherapie

Zur konservativen Therapie nutzen wir die orale Schmerzmedikation und Physiotherapie als Basis zur Verbesserung Ihrer Beschwerden.

Gut etablierte Therapie

Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie

Gezielte Übungen zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit und Schmerzlinderung, unter therapeutischer Anleitung strukturiert aufgebaut.

Gut etablierte Therapie

Einlagen und Fersenkissen

Individuell angepasste Einlagen oder weiche Fersenkissen dämpfen den Aufprall und entlasten den Ansatzpunkt der Plantarfaszie am Fersenbein.

Sinnvolle Behandlungsoption

Nachtschienen

Schienen, die den Fuß nachts in leichter Dehnstellung halten, können den morgendlichen Anlaufschmerz lindern. Ihr zusätzlicher Nutzen neben Dehnübungen und Einlagen ist individuell unterschiedlich.

Innovative Behandlungsstrategie

Kortison-Infiltration

Kann akute Beschwerden vorübergehend deutlich lindern, birgt bei wiederholter Anwendung jedoch ein Risiko für eine Schwächung der Plantarfaszie bis hin zum Faszienriss sowie eine Atrophie des Fersenfettpolsters und sollte daher zurückhaltend eingesetzt werden.

Mehr über die interventionelle Schmerztherapie erfahren →

Regenerative Therapie

Ergänzend zu konservativen und interventionellen Maßnahmen können regenerative Eigenblutverfahren eingesetzt werden. Bei MedArtes setzen wir bewusst auch auf innovative Verfahren der regenerativen Medizin, um Ihnen über etablierte Therapien hinaus zusätzliche, zukunftsorientierte Behandlungsoptionen anzubieten.

Wenn nötig

Operative Behandlung

Operative Verfahren, falls konservative Maßnahmen nicht ausreichen. Mehr erfahren

Operationsverfahren

Operative Behandlung der Plantarfaszie (Fasziotomie)

Bei der Operation wird die Plantarfaszie an ihrem gereizten Ansatzpunkt teilweise eingekerbt oder abgelöst, um die Spannung zu reduzieren. Ein gegebenenfalls vorhandener knöcherner Sporn kann dabei mitentfernt werden, ist für den Behandlungserfolg jedoch von untergeordneter Bedeutung. Das Verfahren wird gemeinsam mit dem der Plantarfasziitis auf einer eigenen Seite ausführlich beschrieben.

Warnzeichen

Wann rasch zum Arzt?

Ein Fersensporn selbst ist kein Notfall

Der Fersenschmerz entwickelt sich meist schleichend über Wochen bis Monate. In folgenden Situationen sollten Sie dennoch zeitnah ärztlich abklären lassen:

  • Plötzlich einschießender, sehr starker Fersenschmerz nach einer Belastungsspitze oder einem Sprung, möglicher Hinweis auf eine Verletzung im Bereich der Achillessehne oder der Plantarfaszie
  • Deutliche Rötung, Überwärmung, Schwellung oder Fieber im Fersenbereich, mögliche Zeichen einer Entzündung oder Infektion
  • Kribbeln, Taubheitsgefühl oder ausstrahlender, brennender Schmerz, kann auf eine Nervenreizung statt auf eine rein mechanische Ursache hinweisen
  • Beschwerden, die trotz mehrmonatiger konsequenter konservativer Behandlung nicht besser werden

Bei Diabetes oder einer bekannten Durchblutungsstörung sollten Beschwerden am Fuß grundsätzlich frühzeitig ärztlich abgeklärt werden, da Wunden hier schlechter heilen.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen

Muss ein Fersensporn immer operiert werden?

Nein. Nur ein sehr kleiner Teil der Betroffenen benötigt nach längerer erfolgloser konservativer Behandlung eine Operation. Die meisten Beschwerden lassen sich ohne Eingriff deutlich bessern.

Verursacht der Fersensporn selbst die Schmerzen?

Meist nicht direkt. Der Sporn ist häufig ein radiologischer Nebenbefund; der eigentliche Schmerz entsteht in der Regel durch die begleitende Reizung der Plantarfaszie an ihrem Ansatzpunkt.

Verschwindet der Fersensporn, wenn die Schmerzen weg sind?

Nein. Der knöcherne Sporn bildet sich in der Regel nicht zurück und bleibt im Röntgenbild sichtbar, auch wenn die Beschwerden durch die Behandlung der Plantarfaszie deutlich besser geworden sind.

Was ist der Unterschied zwischen Fersensporn und Plantarfasziitis?

Der Fersensporn ist ein knöcherner Befund im Röntgenbild, die Plantarfasziitis die schmerzhafte Reizung der Plantarfaszie. Die Plantarfasziitis ist in den meisten Fällen die eigentliche Schmerzursache, unabhängig davon, ob ein Sporn nachweisbar ist.

Wie lange dauert es, bis die Beschwerden besser werden?

Das ist individuell unterschiedlich. Unter konsequenter konservativer Behandlung bessern sich die Beschwerden bei vielen Betroffenen innerhalb einiger Wochen bis Monate, in manchen Fällen dauert es länger.

Welche Schuhe sind bei einem Fersensporn geeignet?

Günstig sind gut gedämpfte Schuhe mit stabiler Fersenführung und ausreichender Unterstützung des Fußgewölbes. Sehr flache oder stark abgenutzte Schuhe können die Beschwerden verstärken.

Ist Barfußlaufen bei einem Fersensporn schädlich?

Langes Barfußlaufen auf hartem Untergrund kann die gereizte Plantarfaszie zusätzlich belasten und wird bei akuten Beschwerden meist nicht empfohlen.

Wann kommt eine Stoßwellentherapie infrage?

Vor allem bei chronischem Verlauf über mehrere Monate, wenn Dehnübungen, Einlagen und Physiotherapie allein nicht ausreichend wirken.