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Hand & Ellenbogen · Ellenbogenarthrose · Operation

Ellenbogenendoprothese

Künstlicher Ersatz des verschlissenen Ellenbogengelenks bei fortgeschrittener Ellenbogenarthrose

Bei der Ellenbogenendoprothese (Ellenbogen-Totalendoprothese) werden die verschlissenen Gelenkflächen von Oberarm und Elle durch ein künstliches Gelenk ersetzt. Der Eingriff ist deutlich seltener als eine Hüft- oder Knieendoprothese und kommt erst infrage, wenn eine fortgeschrittene, symptomatische Arthrose trotz ausgeschöpfter konservativer und interventioneller Behandlung zu erheblichem Leidensdruck führt. Diese Seite erklärt Ihnen, wie der Eingriff abläuft, wie die Nachbehandlung aussieht und warum die Belastbarkeit des Ellenbogens danach dauerhaft begrenzter bleibt als nach einer Hüft- oder Knieprothese. Die Erkrankung selbst, die Diagnostik und die konservativen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer Seite zur Ellenbogenarthrose.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf hängt von Ihrem Befund und dem verwendeten Prothesensystem ab.

Operationsdauer

Abhängig von Ausgangsbefund und Prothesensystem unterschiedlich lang; einen individuellen Zeitrahmen bespricht Ihr Operateur mit Ihnen.

Narkose

In der Regel Vollnarkose, ggf. ergänzt durch eine regionale Nervenblockade des Arms zur Schmerzkontrolle.

Krankenhausaufenthalt

Stationärer Eingriff, üblicherweise über mehrere Tage, abhängig vom Heilungsverlauf.

Ruhigstellung

Der Arm wird zunächst für eine kurze Zeit in einer Schiene oder einem Verband ruhiggestellt.

Bewegungsaufbau

Danach folgt ein vorsichtiger, angeleiteter Bewegungsaufbau unter physiotherapeutischer Anleitung.

Rehabilitation

Strukturierte ambulante Physiotherapie, abgestimmt auf Ihren individuellen Heilungsverlauf.

Langfristige Belastbarkeit

Bleibt dauerhaft deutlich eingeschränkt, keine wiederholten schweren Lasten, kein schweres Heben oder Tragen.

Arbeitsunfähigkeit

Je nach Tätigkeit unterschiedlich lang; bei körperlich fordernder, lastintensiver Arbeit ist häufig eine dauerhafte Anpassung der Tätigkeit erforderlich.

Autofahren

Erst wieder, wenn Beweglichkeit und Kraft für eine sichere Fahrzeugkontrolle ausreichen, individuell unterschiedlich.

Indikation

Wann wird diese Operation durchgeführt?

Eine Ellenbogenendoprothese kommt bei fortgeschrittener, symptomatischer Ellenbogenarthrose mit erheblichem Leidensdruck infrage, wenn konservative und interventionelle Maßnahmen ausgeschöpft sind.

Verglichen mit der Hüft- oder Knieendoprothetik wird der künstliche Ellenbogengelenkersatz deutlich seltener durchgeführt. Das liegt zum einen an der geringeren Häufigkeit einer so weit fortgeschrittenen Ellenbogenarthrose, zum anderen an der begrenzteren Belastbarkeit, die auch nach erfolgreicher Operation bestehen bleibt (siehe unten). Die Entscheidung für eine Prothese wird deshalb besonders sorgfältig getroffen und setzt voraus, dass der Leidensdruck durch Schmerzen und Bewegungseinschränkung im Alltag erheblich ist.

Bei jüngeren, aktiven Patienten oder wenn vor allem frei bewegliche Gelenkkörper im Vordergrund stehen, wird häufig zunächst eine gelenkerhaltende Arthroskopie erwogen, bevor ein vollständiger Gelenkersatz infrage kommt. Details zur Diagnostik, den konservativen Behandlungsmöglichkeiten und dieser gelenkerhaltenden Alternative finden Sie auf unserer Seite zur Ellenbogenarthrose.

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Die Ellenbogenendoprothese ist ein stationärer Eingriff, der in Vollnarkose durchgeführt wird; ergänzend kann eine regionale Nervenblockade des Arms zur Schmerzkontrolle eingesetzt werden. Sie werden so gelagert, dass der Operateur einen guten Zugang zur Rückseite des Ellenbogens hat.

Zugang

Über einen Hautschnitt an der Rückseite des Ellenbogens wird das Gelenk freigelegt. Dabei wird der in unmittelbarer Nähe verlaufende Ellenbogennerv (N. ulnaris) sorgfältig dargestellt und während des gesamten Eingriffs geschont.

Der eigentliche Eingriff

Die verschlissenen Gelenkflächen am unteren Ende des Oberarmknochens und am oberen Ende der Elle werden reseziert. Anschließend werden die Prothesenkomponenten in den vorbereiteten Knochen eingesetzt und meist zementiert. In der Ellenbogenendoprothetik kommen dabei überwiegend gekoppelte, sogenannte semi-constrained Prothesensysteme zum Einsatz: Ober- und Unterarmkomponente sind über ein Scharnier mit einem gewissen Bewegungsspielraum mechanisch miteinander verbunden. Das unterscheidet den Ellenbogen von Hüft- und Kniegelenk, wo umgebende Muskulatur und Bänder einen größeren Teil der Stabilität übernehmen können. Der Ellenbogen ist im Alltag beim Heben, Tragen und Abstützen erheblichen Hebel- und Scherkräften ausgesetzt, ein gekoppeltes System soll die Prothese in dieser Belastungssituation stabil führen.

Abschluss

Nach Kontrolle der Beweglichkeit und Stabilität des künstlichen Gelenks wird die Wunde schichtweise verschlossen. Der Arm wird für eine kurze Zeit in einer Schiene oder einem Verband ruhiggestellt, bevor der angeleitete Bewegungsaufbau beginnt.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

In den ersten Tagen stehen Schmerzkontrolle und die kurzzeitige Ruhigstellung des Arms im Vordergrund, bevor der vorsichtige Bewegungsaufbau beginnt.

Der stationäre Aufenthalt erstreckt sich üblicherweise über mehrere Tage, damit die Schmerztherapie eingestellt, die Wunde kontrolliert und die ersten Schritte der Mobilisation unter fachlicher Anleitung begonnen werden können. Kühlen und Hochlagern des Arms helfen, die Schwellung in den ersten Tagen gering zu halten. Schon während des stationären Aufenthalts beginnt in der Regel eine vorsichtige, angeleitete Physiotherapie, um die Beweglichkeit des Ellenbogens behutsam aufzubauen, ohne die frisch implantierte Prothese zu überlasten.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage

    Ruhigstellung und Schmerzkontrolle

    Der Arm bleibt zunächst für eine kurze Zeit in einer Schiene oder einem Verband ruhiggestellt. Kühlen und Hochlagern unterstützen den Rückgang der Schwellung.

  • Anschließend

    Vorsichtiger, angeleiteter Bewegungsaufbau

    Unter physiotherapeutischer Anleitung wird die Beweglichkeit des Ellenbogens schrittweise und kontrolliert aufgebaut, angepasst an Wundheilung und Beschwerden.

  • Folgende Wochen

    Ambulante Physiotherapie und Wundkontrolle

    Regelmäßige klinische Kontrollen begleiten die Heilung. Die ambulante Physiotherapie wird fortgeführt, um Beweglichkeit und Funktion weiter zu verbessern.

  • Langfristig

    Dauerhafte Lastbeschränkung beachten

    Auch nach abgeschlossener Heilung bleibt die Belastbarkeit des künstlichen Ellenbogengelenks dauerhaft eingeschränkt. Wiederholtes schweres Heben oder Tragen sollte auf Dauer vermieden werden, um die Prothese nicht unnötig zu belasten.

Alltag & Belastung

Was ist danach wieder möglich, und was dauerhaft nicht?

Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom individuellen Heilungsverlauf ab. Die dauerhafte Lastbeschränkung gilt unabhängig vom Zeitpunkt.

Auto fahren

individuell

Sobald Beweglichkeit und Kraft für eine sichere Fahrzeugkontrolle ausreichen.

Leichte Bürotätigkeit

nach einigen Wochen

Schreib- und Bildschirmarbeit ist meist vergleichsweise früh wieder möglich.

Leichte Haushaltstätigkeiten

schrittweise

Ohne schweres Heben oder Tragen, angepasst an die zunehmende Belastbarkeit.

Tragen leichter Gegenstände

nach Freigabe

Für den Alltag, etwa leichte Einkaufstaschen, abgestimmt mit Ihrem Behandlungsteam.

Schweres Heben und Tragen

dauerhaft eingeschränkt

Wiederholtes Heben oder Tragen schwerer Lasten sollte auf Dauer vermieden werden, um die Prothese zu schonen.

Körperlich fordernde Berufstätigkeit

dauerhaft eingeschränkt

Bei last- oder stoßintensiver Tätigkeit ist häufig eine dauerhafte Anpassung des Aufgabenbereichs erforderlich.

Gelenkschonende Bewegung

nach Freigabe

Bewegungsformen mit geringer Ellenbogenbelastung, individuell mit dem Behandlungsteam abgestimmt.

Kontakt-, Wurf- und Stoßsportarten

dauerhaft nicht empfohlen

Von einer dauerhaften Ausübung wird aufgrund der Belastung für die Prothese in der Regel abgeraten.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Bei passender Indikation bessern sich Schmerzen und Funktion des Ellenbogens bei den meisten Patienten deutlich.

Ziel der Operation ist eine spürbare Schmerzlinderung und eine im Alltag nutzbare Beweglichkeit des Ellenbogens. Anders als bei einer Hüft- oder Knieprothese bleibt die Belastbarkeit des künstlichen Ellenbogengelenks jedoch dauerhaft deutlich eingeschränkt, schweres, wiederholtes Heben oder Tragen ist auch nach vollständiger Heilung nicht vorgesehen. Dieser Kompromiss zwischen Schmerzlinderung und begrenzter Belastbarkeit ist ein zentraler Bestandteil der Aufklärung vor dem Eingriff.

Wie ausgeprägt die Verbesserung im Einzelfall ausfällt, hängt unter anderem vom Ausgangsbefund, dem Zustand der umgebenden Weichteile und der konsequenten Einhaltung der Nachbehandlung und der langfristigen Lastbeschränkung ab. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befunds.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion, Thrombose und Narkoserisiken.

Spezifische Risiken dieser Operation

Der in unmittelbarer Nähe des Operationsgebiets verlaufende Ellenbogennerv (N. ulnaris) kann gereizt werden; eine vorübergehende Missempfindung im Bereich von Ring- und Kleinfinger ist möglich, eine anhaltende Nervenschädigung ist selten. Eine Infektion des Implantats ist ernst zu nehmen und kann eine erneute Operation erforderlich machen. Auch eine Bewegungseinschränkung des Ellenbogens trotz Physiotherapie ist möglich.

Langfristige Risiken

Eine Ellenbogenendoprothese hat im Vergleich zu Hüft- oder Knieprothesen eine geringere Standzeit. Mit zunehmender Nutzungsdauer und insbesondere bei Nichtbeachtung der dauerhaften Lastbeschränkung kann sich eine Lockerung oder ein Verschleiß der Prothesenkomponenten entwickeln, was im Verlauf eine Wechseloperation notwendig machen kann. Wie lange eine Prothese im Einzelfall hält, lässt sich seriös nicht pauschal vorhersagen.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Neu auftretende oder zunehmende Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust in Ring- und Kleinfinger oder in der Hand
  • Plötzliche Instabilität, ein Schnappen oder eine sichtbare Fehlstellung des Ellenbogens
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
  • Atemnot

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Ellenbogenendoprothese

Wie lange muss ich nach der Operation im Krankenhaus bleiben?

Die Ellenbogenendoprothese ist ein stationärer Eingriff. Der Krankenhausaufenthalt erstreckt sich üblicherweise über mehrere Tage, abhängig vom individuellen Heilungsverlauf.

Wie lange ist der Ellenbogen nach der OP ruhiggestellt?

Der Arm wird zunächst nur für eine kurze Zeit in einer Schiene oder einem Verband ruhiggestellt. Danach beginnt ein vorsichtiger, angeleiteter Bewegungsaufbau unter Physiotherapie.

Darf ich nach einer Ellenbogenendoprothese wieder schwer heben?

Nein. Anders als bei einer Hüft- oder Knieprothese bleibt die Belastbarkeit des künstlichen Ellenbogengelenks dauerhaft deutlich eingeschränkt. Wiederholtes schweres Heben oder Tragen sollte auch nach vollständiger Heilung vermieden werden, um die Prothese zu schonen.

Warum ist eine Ellenbogenendoprothese seltener als eine Hüft- oder Knieprothese?

Eine so weit fortgeschrittene, symptomatische Ellenbogenarthrose mit erheblichem Leidensdruck tritt insgesamt seltener auf. Zudem ist die Belastbarkeit nach dem Eingriff begrenzter, sodass die Indikation besonders sorgfältig und zurückhaltend gestellt wird.

Wie lange hält eine Ellenbogenprothese?

Eine pauschale Zahl lässt sich seriös nicht nennen. Im Vergleich zu Hüft- oder Knieprothesen ist die Standzeit geringer, unter anderem weil der Ellenbogen im Alltag starken Hebel- und Scherkräften ausgesetzt ist. Die konsequente Einhaltung der dauerhaften Lastbeschränkung kann die Prothese schonen.

Was geschieht mit dem Ellenbogennerv während der Operation?

Der in unmittelbarer Nähe des Gelenks verlaufende Ellenbogennerv (N. ulnaris) wird während des Eingriffs sorgfältig dargestellt und geschont. Eine vorübergehende Missempfindung im Bereich von Ring- und Kleinfinger ist möglich, eine anhaltende Schädigung selten.

Gibt es Alternativen zur Ellenbogenendoprothese?

Bei jüngeren, aktiven Patienten oder wenn vor allem freie Gelenkkörper im Vordergrund stehen, kann zunächst eine gelenkerhaltende Arthroskopie erwogen werden. Details dazu finden Sie auf unserer Seite zur Ellenbogenarthrose.

Bei MedArtes

Ellenbogenendoprothese bei MedArtes

Ob eine Ellenbogenendoprothese für Sie infrage kommt, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung sowie Ihres Röntgen- und gegebenenfalls CT-Befunds. Da es sich um einen planbaren, elektiven Eingriff mit dauerhaften Auswirkungen auf Ihre Belastbarkeit handelt, besprechen wir mit Ihnen ausführlich, ob eine gelenkerhaltende Alternative infrage kommt oder der Gelenkersatz die geeignete Option ist, und begleiten Sie durch Operation und Nachbehandlung.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine Ellenbogenendoprothese empfohlen wurde und Sie den Ablauf, die Nachbehandlung und die dauerhafte Belastbarkeit im Detail besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.