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Hand & Ellenbogen · Epicondylitis lateralis

Epicondylitis lateralis (Tennisellenbogen): Symptome, Behandlung und Operation

Bei einer Epicondylitis lateralis, umgangssprachlich Tennisellenbogen genannt, sind die Sehnenansätze der Hand- und Fingerstrecker am äußeren Ellenbogenknorren überlastet und schmerzhaft gereizt. Typisch sind Druckschmerz an der Außenseite des Ellenbogens sowie Schmerzen beim Greifen, Heben oder Drehen des Unterarms, nicht nur beim Tennisspielen, sondern bei jeder Tätigkeit mit wiederholter Greif- und Streckbelastung. Die meisten Beschwerden lassen sich gut konservativ behandeln; eine Operation ist nur in hartnäckigen, über viele Monate therapieresistenten Fällen notwendig.

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Kurzüberblick

Das Wichtigste auf einen Blick

Was ist es?

Eine überlastungsbedingte, schmerzhafte Reizung der Sehnenansätze der Handgelenks- und Fingerstrecker am äußeren Ellenbogenknorren, meist ohne strukturellen Sehnenriss.

Typische Beschwerden

Druckschmerz außen am Ellenbogen, deutliche Schmerzverstärkung bei Greifen, Heben und Drehen des Unterarms, teils Ausstrahlung in den Unterarm.

Diagnostik

Klinische Provokationstests wie der Cozen- und der Thomsen-Test, ergänzend Ultraschall zur Beurteilung der Sehnenstruktur; MRT nur in unklaren Fällen.

Behandlung

Entlastung, exzentrisches Krafttraining, Physio-/Ergotherapie, Epicondylitis-Spange, Stoßwellentherapie und weitere ergänzende Verfahren.

Operation notwendig?

Nur bei über mehrere Monate erfolgloser konservativer Therapie, die weit überwiegende Zahl der Beschwerden bessert sich ohne Operation.

Prognose

Bei den meisten Betroffenen bessern sich die Beschwerden im Verlauf von Wochen bis Monaten unter konsequenter konservativer Therapie.

Beschwerdebild

Welche Symptome verursacht eine Epicondylitis lateralis?

Charakteristisch ist ein Druckschmerz genau über dem äußeren Ellenbogenknorren, der sich bei Greif- und Hebebewegungen deutlich verstärkt.

Viele Betroffene bemerken den Schmerz zuerst beim Händeschütteln, beim Anheben einer Tasse oder eines Stuhls, beim Auswringen eines Tuchs oder beim Drehen des Unterarms, etwa beim Schrauben oder Öffnen eines Glases. Die Beschwerden nehmen typischerweise mit der Belastung zu und lassen in Ruhe wieder nach. Nicht selten strahlt der Schmerz vom Ellenbogen in den Unterarm aus.

Mit anhaltender Belastung kann sich zusätzlich eine spürbare Kraftminderung beim Zupacken einstellen, diese entsteht durch den Schmerz selbst und nicht durch einen Ausfall von Nerven oder Muskulatur. Anders als der Name vermuten lässt, betrifft die Erkrankung längst nicht nur Tennisspieler: Sie tritt ebenso bei handwerklichen Tätigkeiten, Bildschirmarbeit mit intensiver Mausnutzung, Musizieren oder anderen repetitiven Greif- und Streckbewegungen des Unterarms auf.

Einordnung

Ist eine Epicondylitis lateralis gefährlich, und wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Kein Notfall, aber eine Abklärung kann sinnvoll sein

Eine Epicondylitis lateralis ist keine gefährliche Erkrankung und stellt für sich genommen keinen Notfall dar. Dennoch gibt es Situationen, in denen eine ärztliche Untersuchung sinnvoll ist:

  • Die Beschwerden bestehen trotz konsequenter Schonung und Anpassung der belastenden Bewegungen über mehrere Wochen unverändert fort oder nehmen zu
  • Es kommt zusätzlich zu Schwellung, Rötung oder Überwärmung des Ellenbogens
  • Die Beschwerden treten nach einem direkten Sturz oder Trauma auf dem Ellenbogen auf

Wichtige Abgrenzung: Tritt zusätzlich zu den Schmerzen eine plötzlich einsetzende Kraftlosigkeit beim Strecken der Finger oder eine Taubheit bzw. ein Kribbeln im Unterarm auf, spricht dies eher für eine Nervenkompression im Bereich des Unterarms als für eine reine Epicondylitis. Dies ist kein akuter Notfall, sollte aber ärztlich abgeklärt werden, um beide Ursachen sicher voneinander zu unterscheiden.

Hintergrund

Was steckt hinter einer Epicondylitis lateralis?

Überlastung der Streckmuskel-Sehnenansätze

Am äußeren Ellenbogenknorren, dem Epicondylus lateralis humeri, entspringen mehrere Muskeln, die das Handgelenk und die Finger strecken. Der Sehnenansatz des M. extensor carpi radialis brevis ist dabei am häufigsten betroffen. Durch wiederholte, gleichförmige Greif- und Streckbewegungen entstehen kleinste Mikroverletzungen im Sehnengewebe, die bei unzureichender Erholungszeit nicht vollständig ausheilen. Es handelt sich also weniger um eine klassische Entzündung als vielmehr um eine überlastungsbedingte, degenerative Veränderung des Sehnengewebes am Knochenansatz.

Ursachen und Risikofaktoren

Eine Epicondylitis lateralis entsteht meist durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • Repetitive Greif-, Hebe- und Streckbewegungen des Unterarms, bei Sport (z. B. Tennis, Squash), Handwerksberufen oder Bildschirmarbeit
  • Ein plötzlicher Anstieg der Belastung, etwa nach längerer Pause oder ungewohnter Tätigkeit
  • Ungünstige Technik oder Ausrüstung, zum Beispiel ein zu enger Schlägergriff beim Tennis
  • Vorbestehende Überlastungen oder wiederholte Beschwerden am selben Ellenbogen

Betroffen sind vor allem Erwachsene im mittleren Lebensalter, unabhängig davon, ob sie Tennis spielen oder nicht.

Wichtige Abgrenzung

Tennisellenbogen oder Golferellenbogen, wo liegt der Unterschied?

Beide Erkrankungen entstehen durch denselben Grundmechanismus, eine überlastungsbedingte Sehnenansatzreizung am Ellenbogen, , betreffen aber unterschiedliche Muskelgruppen und Seiten des Ellenbogens:

  • Epicondylitis lateralis (Tennisellenbogen): Betrifft die Sehnenansätze der Handgelenks- und Fingerstrecker an der Außenseite des Ellenbogens. Der Schmerz sitzt außen und verstärkt sich beim Greifen und Strecken des Handgelenks.
  • Epicondylitis medialis (Golferellenbogen): Betrifft die Sehnenansätze der Handgelenks- und Fingerbeuger sowie der Unterarmdreher an der Innenseite des Ellenbogens. Der Schmerz sitzt innen und verstärkt sich beim Beugen des Handgelenks und beim festen Zugreifen.

Welche Seite betroffen ist, klärt in der Regel bereits die klinische Untersuchung anhand der genauen Schmerzlokalisation und der auslösenden Bewegungen.

Untersuchung

Wie wird eine Epicondylitis lateralis diagnostiziert?

Anamnese und klinische Untersuchung

Am Anfang steht ein Gespräch über die auslösenden Tätigkeiten, den zeitlichen Verlauf und bisherige Beschwerden. Bei der körperlichen Untersuchung wird zunächst die Druckempfindlichkeit direkt über dem äußeren Ellenbogenknorren geprüft. Ergänzend kommen gezielte Provokationstests zum Einsatz, bei denen die betroffenen Muskeln gegen Widerstand angespannt werden: Beim Cozen-Test wird das Handgelenk gegen Widerstand aus der Faust heraus gestreckt, beim Thomsen-Test erfolgt die Streckung des Handgelenks bei gestrecktem Ellenbogen gegen Widerstand. Auch der sogenannte Handshake- und der Chair-Test, Schmerz beim Händeschütteln beziehungsweise beim Anheben eines Stuhls mit nach unten gedrehtem Unterarm, können im Alltag auf die Diagnose hinweisen und werden in der Untersuchung gezielt nachgestellt.

Ultraschall

Eine Ultraschalluntersuchung ist meist ausreichend, um die Sehnenstruktur am Ellenbogenknorren zu beurteilen. Sie zeigt typische Veränderungen wie eine Verdickung, Auflockerung oder kleine Einrisse im Sehnengewebe und hilft, das Ausmaß der Veränderung einzuschätzen.

MRT nur in unklaren Fällen

Eine Magnetresonanztomographie ist nicht routinemäßig erforderlich. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn der klinische und Ultraschallbefund uneindeutig ist, wenn eine Nervenkompression differenzialdiagnostisch abgegrenzt werden muss oder wenn vor einer möglichen Operation eine genauere Beurteilung des Sehnengewebes und der umliegenden Strukturen sinnvoll ist.

Verhalten im Alltag

Was können Sie selbst tun?

Der wichtigste Schritt ist, die auslösende Belastung zu erkennen und im Alltag gezielt anzupassen, nicht den Arm vollständig ruhigzustellen.

Vermeiden Sie vorübergehend Bewegungen, die die Beschwerden auslösen, etwa festes Zupacken, Heben mit gestrecktem Arm oder wiederholtes Drehen des Unterarms. Ergonomische Anpassungen können helfen: eine andere Griffgröße beim Sportgerät oder Werkzeug, eine veränderte Mausposition am Bildschirmarbeitsplatz oder Pausen bei repetitiven Tätigkeiten. Kühlung nach Belastung wird von vielen Betroffenen als angenehm empfunden. Eine komplette, wochenlange Schonung ist bei dieser Form der Sehnenüberlastung in der Regel nicht sinnvoll, ein schrittweiser, gut dosierter Belastungsaufbau unterstützt die Erholung des Sehnengewebes besser als völliger Verzicht auf Bewegung.

Therapieplanung

Wie wird eine Epicondylitis lateralis behandelt?

Nein, ein Tennisellenbogen muss in den allermeisten Fällen nicht operiert werden. Die weit überwiegende Zahl der Beschwerden lässt sich durch eine konsequente konservative Therapie deutlich bessern.

Welche Maßnahmen im Einzelfall sinnvoll sind, richtet sich nach der Dauer der Beschwerden, dem Schweregrad der Sehnenveränderung im Ultraschall, der beruflichen und sportlichen Belastung sowie bereits ausprobierten Therapien. Bei akuten, erst kurz bestehenden Beschwerden stehen Entlastung und Belastungsanpassung im Vordergrund; bei chronischem Verlauf über mehrere Monate rücken gezieltes Training sowie ergänzende Verfahren wie Stoßwellentherapie stärker in den Fokus.

Ohne Operation

Konservative Behandlung der Epicondylitis lateralis

Die konservative Therapie ist bei der Epicondylitis lateralis die Behandlung der ersten Wahl und in den meisten Fällen erfolgreich.

Gut etablierte Therapie

Entlastung und Aktivitätsanpassung

Das gezielte, vorübergehende Reduzieren der auslösenden Greif- und Streckbewegungen sowie ergonomische Anpassungen von Sportgerät, Werkzeug oder Arbeitsplatz gelten als erster und zentraler Baustein der Behandlung.

Gut etablierte Therapie

Exzentrisches Krafttraining

Ein gezieltes, langsam gesteigertes exzentrisches Training der Unterarmstrecker, also das kontrollierte Nachgeben der Muskulatur gegen Widerstand, gilt als zentraler Bestandteil einer wirksamen Behandlung.

Gut etablierte Therapie

Physio- und Ergotherapie

Neben dem Krafttraining umfasst die Physio- und Ergotherapie manuelle Techniken, Dehnübungen und eine schrittweise Belastungssteigerung, angepasst an die berufliche und sportliche Beanspruchung.

Sinnvolle Behandlungsoption

Epicondylitis-Spange oder Bandage

Eine am Unterarm angelegte Bandage kann den Zug auf den gereizten Sehnenansatz während der Belastung reduzieren und die Beschwerden im Alltag lindern. Sie behandelt die Symptome, nicht die zugrunde liegende Überlastung.

Sinnvolle Behandlungsoption

Medikamentöse Schmerztherapie

Entzündungshemmende Schmerzmittel, bevorzugt als Gel oder Salbe auf die betroffene Region aufgetragen, können akute Beschwerden vorübergehend lindern und den Einstieg in das Training erleichtern.

Gut etablierte Therapie

Stoßwellentherapie

Die extrakorporale Stoßwellentherapie ist bei chronischer Epicondylitis lateralis ein gut etabliertes Verfahren, insbesondere wenn die Beschwerden trotz Training und Entlastung über mehrere Monate bestehen bleiben. Sie regt lokale Heilungsprozesse im überlasteten Sehnengewebe an.

Mehr über die Stoßwellentherapie →
Sinnvolle Behandlungsoption

Hochintensive Lasertherapie (HILT)

Die hochintensive Lasertherapie kann als ergänzendes Verfahren bei chronischer Epicondylitis lateralis eingesetzt werden, insbesondere wenn andere konservative Maßnahmen bereits ausgeschöpft wurden oder gut vertragen werden sollen.

Mehr über die HILT →
Innovativer Therapieansatz

PRP-Infiltration

Bei der PRP-Infiltration wird körpereigenes, thrombozytenreiches Plasma gezielt in den überlasteten Sehnenansatz eingebracht, um körpereigene Regenerationsprozesse im Sehnengewebe zu unterstützen. Sie kann bei chronischem Verlauf eine ergänzende Option sein, insbesondere wenn andere konservative Maßnahmen nicht ausreichend angeschlagen haben.

Mehr über die PRP-Therapie →
Zurückhaltend eingesetzt

Welche Rolle spielt eine Kortisoninfiltration?

Eine Kortisoninfiltration kann kurzfristig die Schmerzen lindern, wird bei der Epicondylitis lateralis jedoch zurückhaltend eingesetzt und stellt keine Standardempfehlung dar.

Zwar bessern sich die Beschwerden nach einer solchen Injektion häufig rasch, im weiteren Verlauf besteht jedoch ein erhöhtes Risiko für ein erneutes Aufflammen der Symptome, teils verbunden mit einer Schwächung des ohnehin überlasteten Sehnengewebes. Aus diesem Grund wird eine Kortisoninfiltration bei der Epicondylitis lateralis in der Regel nur in ausgewählten Einzelfällen erwogen, etwa zur kurzfristigen Überbrückung bei sehr starken Beschwerden, und nicht routinemäßig als erste oder bevorzugte Behandlungsoption eingesetzt. Ob sie im Einzelfall sinnvoll ist, wird individuell und zurückhaltend abgewogen.

Therapieentscheidung

Wann ist eine Operation bei einer Epicondylitis lateralis sinnvoll?

Eine Operation kommt erst infrage, wenn trotz konsequent durchgeführter konservativer Therapie über etwa sechs bis zwölf Monate weiterhin relevante Beschwerden und Funktionseinschränkungen bestehen.

Vor einer Operationsentscheidung sollten die wesentlichen konservativen Maßnahmen, Entlastung, gezieltes exzentrisches Training, Physio- oder Ergotherapie sowie in vielen Fällen auch Stoßwellentherapie, über einen ausreichend langen Zeitraum konsequent durchgeführt worden sein. Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind und die Beschwerden den Alltag, den Beruf oder den Sport weiterhin spürbar einschränken, wird eine operative Sehnenansatzrevision im gemeinsamen Gespräch erwogen.

Operatives Verfahren

Welches Operationsverfahren kommt infrage?

Bei therapieresistenter Epicondylitis lateralis wird in der Regel eine Sehnenansatzrevision durchgeführt.

Operative Sehnenansatzrevision (Denervation)

Bei diesem Eingriff wird das degenerativ veränderte Sehnengewebe am äußeren Ellenbogenknorren entfernt und der Sehnenansatz angefrischt, damit er erneut anheilen kann. Der Eingriff kann arthroskopisch (minimalinvasiv über kleine Zugänge) oder offen durchgeführt werden; teils wird zusätzlich eine gezielte Durchtrennung kleiner schmerzleitender Nervenäste (Denervation) ergänzt. Welcher Zugang im Einzelfall geeignet ist, hängt vom Befund und der individuellen Situation ab.

Mehr über die Sehnenansatzrevision beim Tennisellenbogen →
Nach dem Eingriff

Wie geht es nach der Operation weiter?

Nach einer Sehnenansatzrevision wird der Arm zunächst für eine kurze Zeit geschont, bevor unter physiotherapeutischer Anleitung schrittweise mit Beweglichkeits- und später Kräftigungsübungen begonnen wird. Belastende Tätigkeiten und Sport werden erst nach und nach und in Abstimmung mit dem behandelnden Arzt wieder aufgenommen, da die Sehne Zeit zum Anheilen benötigt.

Ausführliche Informationen zum genauen Ablauf, zur Nachbehandlung und zur Rückkehr in Alltag, Beruf und Sport finden Sie auf der Seite zur Sehnenansatzrevision bei Epicondylitis.

Verlauf

Wie ist die Prognose bei einer Epicondylitis lateralis?

Bei den meisten Betroffenen bessern sich die Beschwerden unter konsequenter konservativer Therapie im Verlauf von Wochen bis mehreren Monaten deutlich. Bei manchen Patienten zieht sich der Heilungsverlauf trotz Behandlung über ein Jahr hin, bevor eine vollständige Beschwerdefreiheit erreicht wird. Ein Wiederauftreten ist möglich, insbesondere wenn die ursprünglich auslösende Belastung unverändert fortbesteht, die dauerhafte Anpassung der beanspruchenden Bewegungen ist daher ein wichtiger Baustein, um einem Rückfall vorzubeugen.

Nach einer operativen Sehnenansatzrevision berichten die meisten Patienten bei richtiger Indikation und konsequenter Nachbehandlung von einer deutlichen Besserung der Beschwerden. Wie bei jeder Operation kann eine gewisse Zeit vergehen, bis die volle Belastbarkeit wiederhergestellt ist.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Epicondylitis lateralis

Muss eine Epicondylitis lateralis operiert werden?

Nein, in den allermeisten Fällen nicht. Eine Operation kommt erst infrage, wenn die Beschwerden trotz konsequent durchgeführter konservativer Therapie über etwa sechs bis zwölf Monate weiterhin bestehen.

Muss ich wirklich Tennis spielen, um einen Tennisellenbogen zu bekommen?

Nein. Die Erkrankung entsteht durch wiederholte Greif- und Streckbewegungen des Unterarms und tritt ebenso bei handwerklichen Tätigkeiten, Bildschirmarbeit oder anderen repetitiven Belastungen auf. Tennis ist nur eine mögliche Ursache unter vielen.

Wie lange dauert es, bis die Beschwerden abklingen?

Das ist individuell unterschiedlich. Viele Betroffene bemerken unter konsequenter Therapie innerhalb weniger Wochen eine Besserung, bei chronischem Verlauf kann die vollständige Ausheilung mehrere Monate bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen.

Was hilft am schnellsten gegen die akuten Schmerzen?

Eine vorübergehende Reduzierung der auslösenden Bewegungen, Kühlung sowie bei Bedarf entzündungshemmende Gele oder Salben können die akuten Beschwerden lindern. Eine dauerhafte Besserung erfordert jedoch meist ein gezieltes Trainingsprogramm.

Darf ich mit einer Epicondylitis lateralis weiter arbeiten oder Sport treiben?

Häufig ja, sofern die auslösende Bewegung angepasst oder vorübergehend reduziert wird. Eine vollständige Ruhigstellung ist in der Regel nicht sinnvoll. Wie viel Belastung im Einzelfall vertretbar ist, sollte individuell besprochen werden.

Was bringt eine Epicondylitis-Spange?

Sie kann den Zug auf den gereizten Sehnenansatz während der Belastung reduzieren und dadurch die Beschwerden im Alltag lindern. Die zugrunde liegende Überlastung der Sehne behandelt sie jedoch nicht, dafür sind gezieltes Training und Entlastung entscheidend.

Wie unterscheidet sich der Tennisellenbogen vom Golferellenbogen?

Beide entstehen durch denselben Überlastungsmechanismus, betreffen aber unterschiedliche Sehnenansätze: Der Tennisellenbogen betrifft die Strecksehnen an der Außenseite, der Golferellenbogen die Beugesehnen an der Innenseite des Ellenbogens.

Kann die Epicondylitis nach erfolgreicher Behandlung wiederkommen?

Ja, ein Wiederauftreten ist möglich, insbesondere wenn die ursprünglich auslösende Belastung unverändert fortbesteht. Eine dauerhafte Anpassung von Technik, Ausrüstung oder Arbeitsweise kann das Risiko eines Rückfalls verringern.

Bei MedArtes

Behandlung der Epicondylitis lateralis bei MedArtes

Am Anfang steht bei uns immer eine genaue Diagnose. Auf dieser Grundlage besprechen wir gemeinsam mit Ihnen, welche Behandlung in Ihrer individuellen Situation medizinisch sinnvoll ist.

Je nach Befund reicht das Spektrum von konservativen und ergotherapeutischen Maßnahmen über ergänzende Verfahren wie Stoßwellentherapie, hochintensive Lasertherapie oder PRP-Infiltration bis hin zur individuell geplanten operativen Sehnenansatzrevision, wenn diese im Einzelfall erforderlich ist.

Zur Sicherheit

Zweitmeinung vor einer Operation am Tennisellenbogen

Da eine Operation bei der Epicondylitis lateralis erst nach längerer konservativer Vorbehandlung und in Ruhe geplant wird, bietet sich vor dieser Entscheidung eine unabhängige Zweitmeinung an. Dabei werden die bisherigen Beschwerden, der Ultraschall- und gegebenenfalls MRT-Befund, die bereits durchgeführten konservativen Maßnahmen sowie die empfohlene Operation erneut eingeordnet. So können Sie Ihre Entscheidung für oder gegen eine Operation auf einer zusätzlichen fachlichen Einschätzung aufbauen.

Beschwerden abklären lassen

Wenn Ihr Ellenbogen Sie im Alltag, Beruf oder Sport einschränkt oder Sie eine spezialisierte Einschätzung Ihrer Diagnose oder einer empfohlenen Operation wünschen, vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Sprechstunde.