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Hand & Ellenbogen · Epicondylitis · Operation

Sehnenansatzrevision bei Epicondylitis

Operative Entfernung des degenerativ veränderten Sehnengewebes am Ellenbogen bei therapieresistentem Tennis- oder Golferellenbogen

Die operative Sehnenansatzrevision kommt sowohl bei der Epicondylitis lateralis (Tennisellenbogen) als auch bei der Epicondylitis medialis (Golferellenbogen) zum Einsatz, wenn die Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung über längere Zeit fortbestehen. Ziel ist es, das degenerativ veränderte, schmerzhafte Sehnengewebe am betroffenen Sehnenansatz zu entfernen und dem Ellenbogen die Voraussetzung für eine beschwerdefreie Ausheilung zu geben. Je nachdem, ob die Streck- oder die Beugeseite des Unterarms betroffen ist, unterscheidet sich der operative Zugang etwas, das Grundprinzip des Eingriffs ist jedoch vergleichbar und wird auf dieser Seite für beide Varianten erklärt. Die Erkrankungen selbst, die Diagnostik und die vorausgehenden konservativen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unseren Seiten zur Epicondylitis lateralis (Tennisellenbogen) und zur Epicondylitis medialis (Golferellenbogen).

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen und hängt von der gewählten Zugangsart und der betroffenen Seite ab.

Operationsdauer

Meist etwa 20–30 Minuten.

Narkose

Häufig eine Regionalanästhesie des Arms (z. B. Plexusanästhesie); alternativ eine Vollnarkose.

Krankenhausaufenthalt

Meist ambulant oder kurzstationär möglich.

Zugang

Arthroskopisch oder offen, abhängig von Befund und individueller OP-Planung.

Ruhigstellung

Zunächst eine kurze Schonung des Arms, meist mit Verband oder Schiene.

Nachbehandlung

Zügiger Beginn von Physiotherapie mit schrittweisem Belastungsaufbau über mehrere Wochen.

Indikation

Wann wird diese Operation durchgeführt?

Sowohl bei der Epicondylitis lateralis als auch bei der Epicondylitis medialis kommt eine operative Sehnenansatzrevision erst dann infrage, wenn die Beschwerden trotz konsequent durchgeführter konservativer Behandlung über mindestens sechs bis zwölf Monate fortbestehen. Zu den vorausgehenden konservativen Maßnahmen zählen unter anderem Entlastung, gezieltes exzentrisches Training, Physio- oder Ergotherapie sowie je nach Situation ergänzende Verfahren wie Stoßwellentherapie, hochintensive Lasertherapie oder Infiltrationen.

Erst wenn diese Möglichkeiten ausgeschöpft sind und die Beschwerden Alltag, Beruf oder Sport weiterhin spürbar einschränken, wird die operative Sehnenansatzrevision im gemeinsamen Gespräch erwogen. Ausführliche Informationen zu den vorausgehenden konservativen Behandlungsschritten finden Sie auf den Seiten zur Epicondylitis lateralis und zur Epicondylitis medialis.

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Der Eingriff erfolgt häufig in einer Regionalanästhesie des Arms, zum Beispiel als Plexusanästhesie, wodurch Arm und Hand für die Dauer der Operation schmerzfrei bleiben; alternativ ist auch eine Vollnarkose möglich. Die Operation dauert in der Regel etwa 20 bis 30 Minuten und findet meist ambulant oder im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthalts statt.

Zugang

Je nach Befund, betroffener Seite und individueller OP-Planung kann der Eingriff arthroskopisch, also minimalinvasiv über wenige kleine Zugänge, oder offen über einen kleinen Hautschnitt am betroffenen Ellenbogenknorren erfolgen.

Vorgehen bei der Epicondylitis lateralis (Tennisellenbogen)

Bei der lateralen Variante wird das degenerativ veränderte Sehnengewebe am Ansatz des kurzen Handgelenkstreckers (Musculus extensor carpi radialis brevis) am äußeren Ellenbogenknorren dargestellt und entfernt (Débridement). Der freigelegte Knochen wird dabei häufig angefrischt, damit sich die gesunde Sehne im Anschluss wieder anheften kann.

Vorgehen bei der Epicondylitis medialis (Golferellenbogen)

Bei der medialen Variante erfolgt das Release am Sehnenansatz der Flexor-Pronator-Muskelgruppe auf der Beugeseite, am inneren Ellenbogenknorren. Da der Ellennerv (Nervus ulnaris) hier in unmittelbarer Nachbarschaft im Sulcus ulnaris verläuft, wird bei diesem Zugang mit besonderer Sorgfalt operiert, um ihn zu schonen; besteht zusätzlich ein Kubitaltunnelsyndrom, kann im gleichen Eingriff auch eine Dekompression des Nervs erfolgen.

In beiden Fällen kann ergänzend eine gezielte Denervation vorgenommen werden, bei der kleine schmerzleitende Nervenäste im Operationsgebiet durchtrennt werden, um die Schmerzweiterleitung zusätzlich zu reduzieren.

Abschluss

Nach Blutstillung und Spülung wird die Wunde schichtweise verschlossen. Anschließend wird ein Verband beziehungsweise eine Schiene angelegt, die den Arm für die ersten Tage schützt und schont.

Zwei Varianten, ein Prinzip

Lateral oder medial, wo liegt der Unterschied?

Diese Operationsseite deckt beide Formen der Epicondylitis ab. Grundprinzip und Ablauf sind vergleichbar, der operative Zugang unterscheidet sich je nach betroffener Seite.

Bei Epicondylitis lateralis (Tennisellenbogen)

Release und Débridement am Sehnenansatz des Musculus extensor carpi radialis brevis auf der Streckseite des Unterarms, am äußeren Ellenbogenknorren.

Zur Epicondylitis lateralis →

Bei Epicondylitis medialis (Golferellenbogen)

Release am Sehnenansatz der Flexor-Pronator-Gruppe auf der Beugeseite des Unterarms, am inneren Ellenbogenknorren, mit besonderer Vorsicht wegen der unmittelbaren Nähe zum Ellennerv (Nervus ulnaris).

Zur Epicondylitis medialis →
Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

Der Arm wird nach der Operation zunächst für eine kurze Zeit geschont, bevor der Belastungsaufbau schrittweise beginnt.

Ein Wundschmerz in den ersten Tagen ist normal und lässt sich üblicherweise gut mit Schmerzmitteln sowie Hochlagern und Kühlen des Arms kontrollieren. Der Eingriff erfolgt meist ambulant oder mit einer kurzen stationären Beobachtung, sodass Sie in aller Regel noch am selben oder am folgenden Tag nach Hause können. Eine Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung erfolgt nach einigen Tagen.

Physiotherapie wird in der Regel zügig nach der Operation begonnen, zunächst mit vorsichtigen Bewegungsübungen, im weiteren Verlauf mit gezieltem Kräftigungstraining der Unterarmmuskulatur.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage

    Schonung, Hochlagern, Kühlen

    Der Arm sollte möglichst oft hochgelagert und gekühlt werden, um die Schwellung zu begrenzen. Verband oder Schiene schützen den Sehnenansatz in dieser Phase.

  • Nach der Wundheilung

    Wundkontrolle und Beginn der Physiotherapie

    Nach Wundkontrolle und gegebenenfalls Fadenentfernung beginnt üblicherweise zügig eine physiotherapeutisch begleitete Mobilisation mit vorsichtigen Bewegungsübungen.

  • Belastungsaufbau

    Schrittweise Kräftigung über mehrere Wochen

    Die Belastung von Arm und Hand wird im Verlauf mehrerer Wochen schrittweise gesteigert, angepasst an Beschwerden und Heilungsfortschritt.

  • Langfristig

    Rückkehr zu Sport und Beruf

    Wann Sie wieder voll belasten, Sport treiben oder in den Beruf zurückkehren können, ist individuell unterschiedlich und hängt von Ausmaß des Eingriffs, betroffener Seite und Heilungsverlauf ab, häufig ist dies nach einigen Wochen konsequenten Belastungsaufbaus möglich.

Alltag & Sport

Wann kann ich wieder …?

Alle Angaben sind allgemeine Orientierung und hängen stark vom individuellen Heilungsverlauf, dem operativen Zugang und der betroffenen Seite ab, die genaue Freigabe erfolgt im Rahmen der Nachsorge.

Alltagsgriffe (Tasse, Türklinke)

Nach Rücksprache

Sobald die Wundheilung fortgeschritten und die Bewegung schmerzarm möglich ist.

Bürotätigkeit / Schreibarbeit

Individuell unterschiedlich

Abhängig davon, wie stark die Hand dabei belastet wird.

Körperliche/handwerkliche Arbeit

Erst nach ärztlicher Freigabe

Belastende Tätigkeiten mit Greif- oder Hebebewegungen werden erst nach ausreichendem Belastungsaufbau wieder aufgenommen.

Autofahren

Nach individueller Einschätzung

Sobald Lenkbewegungen und Schalten schmerzfrei und sicher möglich sind.

Krafttraining / Heben

Nach mehrwöchigem Aufbau

Der Belastungsaufbau erfolgt schrittweise und physiotherapeutisch begleitet.

Tennis, Golf und ähnliche Sportarten

Individuell, meist nach einigen Wochen

Die Rückkehr zu Schlag- und Wurfbewegungen erfolgt schrittweise und wird gemeinsam mit Ihnen abgestimmt.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Ziel der Sehnenansatzrevision ist eine deutliche Linderung der Ellenbogenschmerzen und eine Rückkehr zur gewohnten Belastbarkeit von Arm und Hand.

Da eine Operation typischerweise erst nach längerer Therapieresistenz erwogen wird, lässt sich der individuelle Verlauf im Vorfeld nicht garantieren. Der Belastungsaufbau nach der Operation nimmt Zeit in Anspruch, und die vollständige Rückkehr zu sportlicher oder beruflicher Vollbelastung ist individuell unterschiedlich, häufig sind dafür einige Wochen konsequenter Nachbehandlung erforderlich. Die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befunds, der betroffenen Seite und Ihrer beruflichen und sportlichen Anforderungen.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion und Narkoserisiken.

Spezifische Risiken dieser Operation

Eine vorübergehende oder in seltenen Fällen anhaltende Nervenirritation ist möglich. Bei der Epicondylitis medialis ist hierbei besondere Vorsicht geboten, da der Ellennerv (Nervus ulnaris) in unmittelbarer Nähe des Sehnenansatzes verläuft; eine sorgfältige Darstellung und Schonung des Nervs während des Eingriffs ist daher wesentlicher Bestandteil der Operation. Außerdem kann es zu einer vorübergehenden Kraftminderung des betroffenen Arms sowie zu Narbenbeschwerden im Bereich des Zugangs kommen.

Langfristige Risiken

Ein erneutes Auftreten der Beschwerden (Rezidiv) ist grundsätzlich möglich, insbesondere wenn die auslösende Überlastung nach der Operation fortbesteht. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Risikoeinschätzung besprechen wir mit Ihnen vor der Operation.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Neu auftretende oder zunehmende Taubheit, Kribbeln oder Kraftverlust in Unterarm, Hand oder Fingern (mögliches Zeichen einer Nervenreizung, insbesondere bei der medialen Variante)
  • Verrutschen von Verband oder Schiene
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung des Unterarms (mögliches Zeichen einer Thrombose)
  • Atemnot

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Sehnenansatzrevision

Ist die Operation beim Tennisellenbogen dieselbe wie beim Golferellenbogen?

Das Grundprinzip ist vergleichbar: In beiden Fällen wird das degenerativ veränderte Sehnengewebe am betroffenen Sehnenansatz entfernt. Der Zugang unterscheidet sich jedoch je nach Seite, lateral am Ansatz der Handgelenkstrecker, medial am Ansatz der Flexor-Pronator-Gruppe mit besonderer Vorsicht wegen der Nähe zum Ellennerv.

Wie lange dauert der Eingriff?

Die Operation dauert in der Regel etwa 20 bis 30 Minuten und wird meist ambulant oder im Rahmen eines kurzen stationären Aufenthalts durchgeführt.

Muss ich nach der Operation ruhiggestellt werden?

Ja, zunächst wird der Arm für eine kurze Zeit mit Verband oder Schiene geschont. Der Beginn der Physiotherapie erfolgt danach in der Regel zügig.

Wann darf ich mit Physiotherapie beginnen?

Physiotherapie wird meist zügig nach der Operation begonnen, zunächst mit vorsichtigen Bewegungsübungen und im weiteren Verlauf mit gezieltem Krafttraining. Der genaue Zeitpunkt wird individuell mit Ihnen abgestimmt.

Welche Rolle spielt der Ellennerv bei der Operation?

Bei der Epicondylitis medialis verläuft der Ellennerv (Nervus ulnaris) in unmittelbarer Nähe des Sehnenansatzes. Er wird während des Eingriffs sorgfältig geschont; bei einem zusätzlich bestehenden Kubitaltunnelsyndrom kann im gleichen Eingriff eine Nervendekompression erfolgen.

Kann die Beschwerdesymptomatik nach der Operation zurückkehren?

Ein erneutes Auftreten der Beschwerden ist grundsätzlich möglich, insbesondere wenn die ursprüngliche Überlastung fortbesteht. Eine konsequente Nachbehandlung und gegebenenfalls eine Anpassung von Belastung und Bewegungsabläufen können dazu beitragen, das Risiko zu verringern.

Wird die Operation arthroskopisch oder offen durchgeführt?

Beide Zugangswege sind möglich. Welcher im Einzelfall geeignet ist, hängt vom Befund, der betroffenen Seite und der individuellen Situation ab und wird vor der Operation gemeinsam mit Ihnen besprochen.

Bei MedArtes

Sehnenansatzrevision bei MedArtes

Ob eine operative Sehnenansatzrevision für Sie infrage kommt, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung sowie der bereits durchgeführten konservativen Behandlungen. Da sich Epicondylitis lateralis und Epicondylitis medialis in der betroffenen Seite und teils auch in Begleitbefunden wie einem Kubitaltunnelsyndrom unterscheiden können, legen wir vor der Operation besonderen Wert auf eine sorgfältige klinische Abgrenzung. Gemeinsam mit Ihnen legen wir fest, ob und wann eine Operation medizinisch sinnvoll ist, und begleiten Sie durch Eingriff und Nachbehandlung.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine Sehnenansatzrevision empfohlen wurde und Sie den Ablauf und Ihre individuelle Situation besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.