Zum Inhalt springen
Hüfte · Trochanterschmerzsyndrom · Operation

Bursektomie und Traktusverlängerung

Operative Entfernung des entzündeten Schleimbeutels und Verlängerung des Tractus iliotibialis am seitlichen Hüftgelenk

Bei einem hartnäckigen, therapieresistenten Trochanterschmerzsyndrom kann eine Operation sinnvoll werden, wenn konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Stoßwellentherapie und Infiltrationen nicht ausreichend geholfen haben. Dabei wird der chronisch entzündete Schleimbeutel am Trochanter major entfernt (Bursektomie) und, falls erforderlich, der straffe Tractus iliotibialis mittels einer Z-Plastik verlängert, um den Reibungsdruck auf die darunterliegenden Strukturen zu vermindern. Wie der Eingriff im Einzelnen abläuft und wie die Nachbehandlung aussieht, erfahren Sie auf dieser Seite.

Termin vereinbaren
Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen.

Was wird gemacht?

Entfernung des chronisch entzündeten Schleimbeutels am Trochanter major und/oder Verlängerung des Tractus iliotibialis (Z-Plastik).

Narkose

In der Regel Spinalanästhesie oder Vollnarkose.

Ambulant / stationär

In der Regel stationärer Aufenthalt von 3 bis 4 Tagen.

Zugang

Gezielter Zugang über die Außenseite der Hüfte, direkt über dem Trochanter major.

Mobilisation

Meist rasche Mobilisation noch am Operationstag oder am Folgetag möglich.

Belastung

Entlastung des operierten Beins für 6 Wochen, anschließend Teilbelastung für weitere 6 Wochen.

Nachbehandlung

Physiotherapie zum gezielten Belastungsaufbau der hüftumgebenden Muskulatur.

Voraussetzung

Zuvor ausgeschöpfte konservative Maßnahmen einschließlich Stoßwellentherapie und Infiltrationen.

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Sie werden meist auf die gesunde Seite gelagert, sodass die Außenseite der betroffenen Hüfte gut zugänglich ist. Der Eingriff erfolgt in der Regel in Spinalanästhesie oder Vollnarkose.

Zugang

Über einen gezielten Hautschnitt an der Außenseite der Hüfte, direkt über dem Trochanter major, wird der Bereich des Schleimbeutels und des darüberliegenden Tractus iliotibialis dargestellt.

Bursektomie und Traktusverlängerung

Der chronisch entzündete Schleimbeutel wird vollständig entfernt (Bursektomie). Zeigt sich zusätzlich ein zu straffer Tractus iliotibialis als Ursache der Reibung und des Schnappens über dem Trochanter major, wird dieser mittels eines Verlängerungsschnitts (Z-Plastik) entspannt, sodass der Druck auf die darunterliegenden Strukturen abnimmt.

Abschluss

Nach sorgfältiger Blutstillung wird die Wunde schichtweise verschlossen. Üblich sind ein steriler Verband sowie gegebenenfalls ein Kompressionsverband zur Abschwellung.

Indikation

Wann ist eine Bursektomie mit Traktusverlängerung sinnvoll?

Eine Operation kommt infrage, wenn ein therapieresistentes Trochanterschmerzsyndrom trotz ausgeschöpfter konservativer Behandlung fortbesteht.

Typische zugrunde liegende Befunde sind eine chronisch entzündete Bursitis trochanterica oder eine äußere schnappende Hüfte (Coxa saltans), bei der der straffe Tractus iliotibialis wiederholt schmerzhaft über den Trochanter major gleitet. Voraussetzung für eine Operation ist, dass konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, eine Stoßwellentherapie und gezielte Infiltrationen über einen ausreichenden Zeitraum nicht zur gewünschten Besserung geführt haben.

Ob in Ihrem Fall eine Bursektomie, eine Traktusverlängerung oder eine Kombination beider Verfahren sinnvoll ist, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung und der Bildgebung.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

Nach der Operation erfolgt in der Regel ein stationärer Aufenthalt von 3 bis 4 Tagen.

Ein Wundschmerz im Operationsgebiet ist normal und wird mit Schmerzmitteln sowie Kühlung behandelt. Die Mobilisation mit Unterarmgehstützen unter vollständiger Entlastung des operierten Beins erfolgt in der Regel noch am Operationstag oder am Folgetag unter physiotherapeutischer Anleitung. Duschen ist meist möglich, sobald die Wunde trocken und reizlos ist. Eine Wundkontrolle erfolgt im Rahmen der vereinbarten Nachsorgetermine.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Woche 1–6

    Entlastung des operierten Beins

    Gehen an Unterarmgehstützen unter vollständiger Entlastung des operierten Beins. Physiotherapie unterstützt Beweglichkeit und Gangschulung, ohne das operierte Bein zu belasten.

  • Woche 7–12

    Teilbelastung

    Übergang zu einer Teilbelastung des operierten Beins für weitere 6 Wochen, begleitet von gezielter Physiotherapie zum schrittweisen Aufbau der hüftumgebenden Muskulatur.

  • Ab Woche 13

    Schrittweise Steigerung zur Vollbelastung

    Nach Abschluss der Teilbelastungsphase wird die Belastung stufenweise bis zur Vollbelastung gesteigert, Gehstützen können zunehmend abgelegt werden.

  • Langfristig

    Rückkehr zu Alltag und Sport

    Nach abgeschlossenem Belastungsaufbau und ausreichendem muskulärem Aufbau ist in der Regel eine schrittweise Rückkehr zu gewohnten Aktivitäten möglich.

Alltag & Sport

Wann kann ich wieder …?

Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom individuellen Heilungsverlauf ab.

Auto fahren

meist nicht vor Abschluss der Teilbelastungsphase

Sobald Sie das operierte Bein ausreichend belasten und eine sichere Notbremsung durchführen können.

Büroarbeit

meist nach wenigen Tagen bis Wochen

Mit der Möglichkeit, zwischendurch aufzustehen und Druck auf die Operationsstelle zu vermeiden, auch während der Entlastungsphase.

Körperlich arbeiten

meist erst nach Abschluss der Teilbelastungsphase (ca. 12 Wochen)

Abhängig vom Ausmaß der Steh-, Geh- und Belastungsanforderung im Beruf.

Schwimmen

nach abgeschlossener Wundheilung

Erst wenn die Wunde vollständig verschlossen und reizlos ist.

Radfahren

meist ab Woche 13

Nach Abschluss der Teilbelastungsphase, zunächst auf ebener Strecke mit schrittweiser Steigerung.

Laufen / Joggen

deutlich später als 12 Wochen

Erst nach vollständigem Belastungsaufbau und Freigabe durch die Physiotherapie beziehungsweise den Operateur.

Liegen auf der operierten Seite

meist nach einigen Wochen

Direkter Druck auf den Trochanterbereich sollte zunächst vermieden werden.

Wandern / Spazieren

stufenweise ab den ersten Tagen

Distanz und Tempo werden entsprechend dem Heilungsverlauf gesteigert.

Erwartungen

Welches Ergebnis kann ich erwarten?

Ziel der Bursektomie mit oder ohne Traktusverlängerung ist es, den anhaltenden Schmerz an der Außenseite der Hüfte zu lindern, nachdem konservative Maßnahmen nicht ausreichend geholfen haben.

Wie ausgeprägt die Beschwerdebesserung im Einzelfall ausfällt, hängt unter anderem vom zugrunde liegenden Befund, der Dauer der bereits bestehenden Beschwerden und der konsequenten Mitarbeit in der Physiotherapie danach ab. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir anhand Ihres Befunds mit Ihnen.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion sowie Narkoserisiken. Aufgrund der begrenzten Größe des Eingriffs sind diese Risiken insgesamt gering.

Spezifische Risiken dieser Operation

Selten kann es zu einer Reizung oder Verletzung von Nervenästen in der Umgebung des Operationsgebiets mit vorübergehendem Taubheitsgefühl im angrenzenden Hautareal kommen. Nach einer Traktusverlängerung kann es in Einzelfällen zu einer Veränderung der muskulären Spannung an der Außenseite der Hüfte kommen.

Langfristige Aspekte

Auch nach einer erfolgreichen Bursektomie kann sich in seltenen Fällen erneut ein Schleimbeutel bilden oder es können ähnliche Beschwerden im Verlauf wiederkehren. Sollte dies der Fall sein, klären wir gemeinsam mit Ihnen das weitere Vorgehen.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah melden

  • Fieber
  • Zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder über Tage zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Neu auftretendes, deutliches oder anhaltendes Taubheitsgefühl im Bereich der Operationsstelle

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns vorstellen, statt abzuwarten.

Bei MedArtes

Bursektomie und Traktusverlängerung bei MedArtes

Am Anfang steht bei uns immer eine genaue Diagnose Ihres Trochanterschmerzsyndroms. Auf dieser Grundlage besprechen wir gemeinsam mit Ihnen, welche Behandlung in Ihrer individuellen Situation medizinisch sinnvoll ist, von konservativen Maßnahmen wie Stoßwellentherapie und Infiltrationen bis hin zur operativen Bursektomie mit oder ohne Traktusverlängerung, wenn die konservative Therapie ausgeschöpft ist.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Bursektomie und Traktusverlängerung

Muss ich bei einem Trochanterschmerzsyndrom immer operiert werden?

Nein. Die meisten Fälle eines Trochanterschmerzsyndroms lassen sich konservativ, etwa mit Physiotherapie, Stoßwellentherapie und Infiltrationen, behandeln. Eine Operation kommt erst infrage, wenn diese Maßnahmen über einen ausreichenden Zeitraum nicht zur gewünschten Besserung geführt haben.

Wird immer sowohl der Schleimbeutel entfernt als auch der Traktus verlängert?

Nicht zwangsläufig. Je nach Befund kann eine alleinige Bursektomie ausreichend sein, oder es wird zusätzlich eine Traktusverlängerung durchgeführt, wenn eine erhöhte Spannung des Tractus iliotibialis zur Reibung beiträgt.

Wie lange dauert die Genesung?

Nach der Operation muss das operierte Bein zunächst für 6 Wochen vollständig entlastet werden, anschließend folgt eine Teilbelastung für weitere 6 Wochen. Alltagstätigkeiten, die keine Belastung des Beins erfordern, können teils bereits früher wieder aufgenommen werden. Der genaue Verlauf ist individuell unterschiedlich.

Wie stark sind die Schmerzen nach der Operation?

Ein Wundschmerz im Operationsgebiet ist in den ersten Tagen normal und wird konsequent mit Schmerzmitteln und Kühlung behandelt. Er lässt mit fortschreitender Heilung deutlich nach.

Kann das Trochanterschmerzsyndrom nach der Operation wiederkommen?

In seltenen Fällen kann sich erneut ein Schleimbeutel bilden oder es können ähnliche Beschwerden wiederkehren. Sollte dies der Fall sein, besprechen wir das weitere Vorgehen individuell mit Ihnen.

Ab wann darf ich wieder auf der operierten Seite liegen?

Direkter Druck auf den Trochanterbereich sollte in den ersten Wochen nach der Operation zunächst vermieden werden. Wann dies wieder problemlos möglich ist, richtet sich nach Ihrem individuellen Heilungsverlauf.

Wie lange muss ich nach der Operation im Krankenhaus bleiben?

Die Operation erfolgt in der Regel mit einem stationären Aufenthalt von 3 bis 4 Tagen. Die genauen Einzelheiten besprechen wir vorab mit Ihnen.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine Bursektomie und Traktusverlängerung empfohlen wurde und Sie den Ablauf und Ihre individuelle Eignung besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.