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Krankheitsbild · Hüfte

Bursitis trochanterica

Die Bursitis trochanterica ist eine entzündliche Reizung des Schleimbeutels am Trochanter major, dem großen Rollhügel der Hüfte. Sie verursacht typischerweise Schmerzen an der Außenseite der Hüfte, insbesondere beim Liegen auf der betroffenen Seite. Die Beschwerden lassen sich in den meisten Fällen konservativ, also ohne Operation, gut behandeln. Wir erklären, wie eine Bursitis trochanterica entsteht, wie sie diagnostiziert wird und welche Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

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Beschwerdebild & Hintergrund

Typische Symptome

Das Leitsymptom ist ein Schmerz seitlich über dem großen Rollhügel der Hüfte, der sich vor allem beim Liegen auf der betroffenen Seite deutlich verstärkt.

Bursitis trochanterica (Symbolbild)

Viele Betroffene berichten, dass der Schmerz sie nachts beim Liegen auf der erkrankten Seite weckt oder am Einschlafen hindert. Auch beim Treppensteigen, beim Aufstehen aus dem Sitzen oder nach längerem Gehen kann sich der Schmerz verstärken. Bei stärkerer Ausprägung kann die Region über dem Trochanter major zusätzlich druckempfindlich und leicht geschwollen erscheinen.

Da unmittelbar neben dem Schleimbeutel die Ansatzsehnen der Gesäßmuskulatur verlaufen, treten Beschwerden einer Bursitis trochanterica in der Praxis häufig gemeinsam mit einer Reizung dieser Sehnenansätze auf.

Was steckt dahinter?

Funktion des Schleimbeutels

Über dem Trochanter major, dem knöchernen Vorsprung am oberen Ende des Oberschenkelknochens, liegen Schleimbeutel, die als Gleitlager zwischen Knochen, Sehnen und Muskulatur die Reibung bei Bewegung der Hüfte reduzieren.

Wie entsteht die Entzündung?

Durch wiederholte mechanische Reibung, direkten Druck, etwa beim Liegen auf der Seite, oder ungewohnte Überlastung kann sich der Schleimbeutel entzündlich reizen. Die entzündliche Reaktion führt zu einer vermehrten Füllung des Schleimbeutels und einer erhöhten Druckempfindlichkeit der Region.

Risikofaktoren

  • Wiederkehrende Überlastung durch Sport, langes Gehen oder Stehen
  • Eine erhöhte Spannung des Tractus iliotibialis (IT-Band)
  • Direkter Druck durch häufiges Liegen auf der betroffenen Seite
  • Muskuläre Dysbalancen der Hüftmuskulatur
  • Übergewicht als zusätzlicher mechanischer Belastungsfaktor
Bursitis trochanterica (Symbolbild)
Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

Was ist es?
Eine entzündliche Reizung des Schleimbeutels am Trochanter major, dem großen Rollhügel des Oberschenkelknochens.
Typische Beschwerden
Schmerz an der Außenseite der Hüfte, der sich vor allem beim Liegen auf der betroffenen Seite verstärkt.
Verwandtes Krankheitsbild
Überschneidet sich klinisch stark mit dem übergeordneten Trochanterschmerzsyndrom, bei dem oft zusätzlich die Sehnenansätze betroffen sind.
Diagnostik
Klinische Untersuchung mit Druckschmerztest über dem Trochanter major, ergänzt durch Ultraschall.
Behandlung
Meist konservativ mit Aktivitätsanpassung, Physiotherapie und Stoßwellentherapie; Operation nur selten notwendig.
Prognose
Bei konsequenter konservativer Behandlung bessern sich die Beschwerden bei den meisten Betroffenen gut.
Untersuchung

Wie finden wir die Ursache?

Anamnese, körperliche Untersuchung und gezielte Bildgebung. Mehr erfahren

Die Diagnose stützt sich zunächst auf die klinische Untersuchung: Typisch ist ein deutlicher, punktueller Druckschmerz direkt über dem Trochanter major. Auch das Liegen auf der betroffenen Seite während der Untersuchung kann den Schmerz reproduzieren.

Zur Bestätigung und zur Abgrenzung gegenüber einer begleitenden Sehnenreizung wird häufig eine Ultraschalluntersuchung eingesetzt, die eine vermehrte Flüssigkeitsansammlung im Schleimbeutel gut darstellen kann. Bei unklarem Befund kann ergänzend eine MRT sinnvoll sein.

Ohne Operation

Konservative Behandlung

Konservative, interventionelle und regenerative Verfahren im Überblick. Mehr erfahren

Die meisten Beschwerden an der Hüfte lassen sich zunächst ohne Operation behandeln. Idealerweise sollten die verschiedenen konservativen Therapiemöglichkeiten dabei mit den Möglichkeiten der interventionellen und regenerativen Medizin zu einem Zeitpunkt kombiniert werden, um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen.

Klassische Schmerztherapie und Physiotherapie

Zur konservativen Therapie nutzen wir die orale Schmerzmedikation und Physiotherapie als Basis zur Verbesserung Ihrer Beschwerden.

Sinnvolle Behandlungsoption

Medikamentöse Schmerztherapie

Kurzfristig eingesetzt, um akute Beschwerden zu lindern und Bewegung wieder zu ermöglichen.

Gut etablierte Therapie

Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie

Gezielte Übungen zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit und Schmerzlinderung, unter therapeutischer Anleitung strukturiert aufgebaut.

Sinnvolle Behandlungsoption

Aktivitätsanpassung

Die Vermeidung von direktem Druck auf den Trochanter major sowie eine vorübergehende Reduktion belastender Aktivitäten kann die Beschwerden bereits deutlich lindern.

Innovative Behandlungsstrategie

Kortison-Infiltration

Bei stärkerer akuter Entzündung kann eine gezielte Kortison-Infiltration erwogen werden, sollte jedoch aufgrund möglicher Effekte auf das umliegende Gewebe nicht wiederholt kurzfristig eingesetzt werden.

Mehr über die interventionelle Schmerztherapie erfahren →

Regenerative Therapie

Ergänzend zu konservativen und interventionellen Maßnahmen können regenerative Eigenblutverfahren eingesetzt werden. Bei MedArtes setzen wir bewusst auch auf innovative Verfahren der regenerativen Medizin, um Ihnen über etablierte Therapien hinaus zusätzliche, zukunftsorientierte Behandlungsoptionen anzubieten.

Wenn nötig

Operative Behandlung

Operative Verfahren, falls konservative Maßnahmen nicht ausreichen. Mehr erfahren

Operationsverfahren

Bursektomie

Operative Entfernung des chronisch entzündeten Schleimbeutels, bei Bedarf ergänzt durch eine Verlängerung des Tractus iliotibialis zur Druckentlastung. Geeignet für eine therapieresistente, isolierte Bursitis trochanterica. Offener oder minimalinvasiver Eingriff mit anschließender Physiotherapie zum Belastungsaufbau.

Warnzeichen

Wann rasch zum Arzt?

Eine Bursitis trochanterica ist in aller Regel keine gefährliche Erkrankung

In bestimmten Situationen ist jedoch eine zeitnahe ärztliche Abklärung sinnvoll:

  • Plötzlich auftretender, starker Schmerz nach einem Sturz oder Unfall, zum Ausschluss einer knöchernen Verletzung
  • Deutliche Rötung, Überwärmung, Fieber oder ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl, mögliche Hinweise auf eine bakterielle Infektion des Schleimbeutels
  • Schmerzen, die auch in Ruhe und unabhängig von der Position unverändert bestehen
  • Zunehmende Schwäche der Hüftmuskulatur oder ein neu auftretendes Hinken

In diesen Fällen sollte eine fachärztliche Untersuchung erfolgen.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen

Warum tut die Bursitis trochanterica vor allem nachts weh?

Beim Liegen auf der betroffenen Seite lastet direkter Druck auf dem entzündlich gereizten Schleimbeutel über dem Trochanter major, was den Schmerz typischerweise verstärkt und den Nachtschlaf stören kann.

Kann ich bei einer Bursitis trochanterica noch Sport treiben?

Moderate, gelenkschonende Bewegung wird meist gut vertragen. Sportarten mit wiederholter seitlicher Belastung der Hüfte oder hoher Stoßbelastung sollten in der akuten Phase reduziert werden.

Hilft Kühlen oder Wärme besser bei einer Bursitis trochanterica?

In der akuten, entzündlichen Phase wird Kühlung häufig als angenehmer empfunden. Bei eher chronischen, muskulär mitbedingten Beschwerden kann Wärme im Einzelfall ebenfalls hilfreich sein.

Wie lange dauert die Ausheilung einer Bursitis trochanterica?

Das ist individuell unterschiedlich. Eine spürbare Besserung stellt sich häufig innerhalb weniger Wochen ein, eine vollständige Ausheilung kann jedoch auch länger dauern.

Kann eine Bursitis trochanterica wiederkehren?

Ja, insbesondere wenn zugrunde liegende Risikofaktoren wie eine erhöhte IT-Band-Spannung oder muskuläre Dysbalancen bestehen bleiben. Ein fortgeführtes Kräftigungsprogramm kann vorbeugend wirken.

Ist eine Operation bei einer Bursitis trochanterica häufig notwendig?

Nein, eine Operation ist eher selten notwendig und wird erst erwogen, wenn die Beschwerden trotz konsequenter konservativer Behandlung über mehrere Monate bestehen bleiben.

Ist eine Bursitis trochanterica ansteckend oder gefährlich?

Nein, in aller Regel handelt es sich um eine mechanisch bedingte, nicht-infektiöse Reizung. Eine bakterielle Infektion des Schleimbeutels ist selten, sollte bei Rötung, Überwärmung oder Fieber jedoch ärztlich ausgeschlossen werden.