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Hüfte · Operation

Septischer Hüft-TEP-Wechsel (Protheseninfekt-OP)

Operative Behandlung einer periprothetischen Infektion der Hüftprothese

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Kurzüberblick

Die Behandlung auf einen Blick

Eine periprothetische Infektion ist eine bakterielle Infektion im Bereich einer künstlichen Hüftprothese, die in aller Regel operativ behandelt werden muss. Da sich Bakterien auf der Implantatoberfläche in einem schützenden Biofilm ansiedeln können, lässt sich eine solche Infektion durch Antibiotika allein meist nicht zuverlässig beseitigen. Der septische Hüft-TEP-Wechsel, häufig in einem zweizeitigen Vorgehen mit Entfernung der Prothese, antibiotikahaltigem Platzhalter (Spacer) und gezielter Antibiotikatherapie vor der Reimplantation, ist das etablierte Standardverfahren, um die Infektion zu sanieren und ein funktionsfähiges Hüftgelenk zu erhalten.

Behandlungsprinzip

Meist zweizeitiges Vorgehen: Explantation mit Spacer, gezielte Antibiotikatherapie, anschließend Reimplantation in einer zweiten Operation.

Narkose

Spinalanästhesie (häufig mit Sedierung) oder Vollnarkose, für beide Operationsschritte.

Diagnostik vorab

Labordiagnostik (Entzündungswerte) und Gelenkpunktion mit mikrobiologischer und laborchemischer Analyse zur Erregersicherung.

Interdisziplinäre Abstimmung

Enge Zusammenarbeit mit Infektiologie und Mikrobiologie bei Diagnostik und Antibiotikatherapie.

Krankenhausaufenthalt

In der Regel länger als bei einer Erstimplantation, bei zweizeitigem Vorgehen sind zwei stationäre Aufenthalte zu berücksichtigen.

Antibiotikatherapie

Gezielte, mehrwöchige Antibiotikatherapie nach Erregernachweis, in der Regel zwischen den beiden Operationen fortgeführt.

Mobilisation

Individuell unterschiedlich, meist innerhalb der ersten Tage nach jeder der beiden Operationen unter physiotherapeutischer Anleitung.

Belastung

Richtet sich nach der intraoperativ erreichten Stabilität und wird vom Operateur nach jedem Eingriff individuell festgelegt.

Rehabilitation

Nach der Reimplantation wird in der Regel eine Anschlussheilbehandlung (stationär oder ambulant) empfohlen.

Der Eingriff

Wie läuft die Diagnostik und der septische Wechsel ab?

Diagnostik: Wie wird eine periprothetische Infektion gesichert?

Vor jeder Entscheidung über das operative Vorgehen steht eine sorgfältige Diagnostik. Dazu gehören die Anamnese und klinische Untersuchung, eine Labordiagnostik mit Bestimmung der Entzündungswerte sowie in der Regel eine Gelenkpunktion. Die gewonnene Gelenkflüssigkeit wird sowohl mikrobiologisch, zum Nachweis und zur Identifikation des ursächlichen Erregers, als auch laborchemisch untersucht. Ergänzend kommt Bildgebung zum Einsatz, etwa Röntgenaufnahmen zur Beurteilung möglicher Lockerungszeichen. Die Befunde werden häufig interdisziplinär mit Infektiologie und Mikrobiologie besprochen, da der Erregernachweis für die Wahl des operativen Vorgehens und der anschließenden Antibiotikatherapie von zentraler Bedeutung ist.

Präoperative Planung und interdisziplinäre Abstimmung

Auf Grundlage der Diagnostik wird gemeinsam mit Ihnen besprochen, ob ein einzeitiger oder ein zweizeitiger Wechsel sinnvoll ist. Bei Bedarf werden Kollegen aus der Infektiologie oder Mikrobiologie in die Planung der Antibiotikatherapie einbezogen.

Vorbereitung und Narkose

Der Eingriff erfolgt meist in Spinalanästhesie, häufig kombiniert mit einer leichten Sedierung, oder in Vollnarkose.

Explantation und radikales Debridement

Die infizierte Prothese wird entfernt. Anschließend wird das umliegende, entzündlich veränderte Gewebe sorgfältig und ausgedehnt entfernt (Debridement), um die Bakterienlast im Gelenk so weit wie möglich zu reduzieren.

Einbringen eines antibiotikahaltigen Spacers (zweizeitiges Standardvorgehen)

Bei den meisten periprothetischen Infektionen wird nach der Explantation zunächst ein mit Antibiotika versetzter Platzhalter (Spacer) in das Gelenk eingebracht. Der Spacer gibt lokal Antibiotika ab, hält den Weichteilraum offen und ermöglicht dem Patienten in vielen Fällen eine gewisse, individuell festgelegte Beweglichkeit und Belastung während der Behandlungsphase.

Gezielte Antibiotikatherapie zwischen den Operationen

Über mehrere Wochen erfolgt eine auf den nachgewiesenen Erreger abgestimmte Antibiotikatherapie, die in Abstimmung mit Infektiologie oder Mikrobiologie festgelegt und regelmäßig anhand von Entzündungswerten und Ihres klinischen Verlaufs überprüft wird.

Reimplantation der endgültigen Prothese

Zeigt sich die Infektion nach der Behandlungsphase als ausreichend zur Ruhe gekommen, wird in einer zweiten Operation der Spacer entfernt und die endgültige Prothese eingesetzt. Je nach Ausmaß des Knochen- und Weichteilverlusts kommen Standardimplantate, spezielle Revisionsimplantate oder individuell angefertigte Komponenten zum Einsatz.

Einzeitiger Wechsel als Option bei ausgewählten Infektionen

Unter bestimmten Voraussetzungen, etwa bei gut behandelbaren Erregern, gutem Weichteilzustand und geringem Knochenverlust, kann anstelle des zweizeitigen Vorgehens auch ein einzeitiger Wechsel infrage kommen, bei dem Explantation und Reimplantation in einer einzigen Operation erfolgen. Ob dieses Vorgehen für Sie geeignet ist, wird individuell anhand der Diagnostik entschieden.

Indikation

Wann liegt eine periprothetische Infektion vor, und wann wird operiert?

Eine periprothetische Infektion liegt vor, wenn sich Bakterien im Bereich einer künstlichen Hüftprothese angesiedelt haben und eine Entzündung im Gelenk sowie im umliegenden Gewebe verursachen. Sie erfordert in aller Regel eine operative Behandlung.

Bakterien können auf der Oberfläche eines Implantats einen sogenannten Biofilm bilden, eine Schutzschicht, in der sie für Antibiotika und das körpereigene Immunsystem nur schwer erreichbar sind. Aus diesem Grund reicht eine alleinige Antibiotikatherapie bei einer manifesten periprothetischen Infektion in der Regel nicht aus; meist ist eine operative Sanierung notwendig, bei der infiziertes Gewebe und häufig auch die Prothese selbst entfernt werden.

Wie entsteht eine periprothetische Infektion?

Erreger können auf unterschiedlichen Wegen in das künstliche Gelenk gelangen: während der ursprünglichen Operation, im Rahmen einer Wundheilungsstörung in der frühen postoperativen Phase, oder später auf dem Blutweg (hämatogen) von einem anderen Infektionsherd im Körper aus, etwa einem Zahn-, Haut- oder Harnwegsinfekt. Zu den allgemein bekannten Risikofaktoren für eine periprothetische Infektion zählen unter anderem:

  • Wundheilungsstörungen nach der Erstoperation
  • Diabetes mellitus
  • Immunsuppression, etwa durch bestimmte Medikamente oder Grunderkrankungen
  • Frühere Infektionen im betroffenen Gelenk
  • Rauchen
  • Übergewicht sowie weitere relevante Begleiterkrankungen

Nicht bei jedem Patienten mit einem dieser Risikofaktoren tritt eine Infektion auf, die Aufzählung beschreibt lediglich Faktoren, die das Risiko statistisch erhöhen können.

Frühe oder späte Infektion, ein wichtiger Unterschied

Für das weitere Vorgehen ist entscheidend, ob es sich um eine frühe (akute) oder eine späte, chronische Infektion handelt. Eine frühe Infektion tritt meist innerhalb weniger Wochen nach der Implantation auf oder entsteht akut auf dem Blutweg. Eine späte oder chronische Infektion entwickelt sich dagegen häufig schleichend, teils erst Monate bis Jahre nach der Erstoperation, und wird mitunter erst spät erkannt. Diese Unterscheidung beeinflusst, welches operative Vorgehen sinnvoll ist, bei einer sehr frühen Infektion kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Erhalt der Prothese mit ausgedehntem Debridement erwogen werden, während bei einer chronischen Infektion in aller Regel ein vollständiger Wechsel der Prothese notwendig wird. Diese Seite widmet sich dem operativen Prothesenwechsel bei periprothetischer Infektion.

Akute Beschwerden ernst nehmen

Fieber, eine plötzlich auftretende Schwellung, Rötung oder deutlich zunehmende Schmerzen im Bereich einer Hüftprothese können auf eine akute periprothetische Infektion hinweisen.

Solche Symptome sollten zeitnah fachärztlich abgeklärt werden, zögern Sie in diesem Fall nicht, sich vorzustellen.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

Der weitere Verlauf ist bei einer periprothetischen Infektion individuell sehr unterschiedlich und hängt vom Erreger, dem Ausmaß der Gewebeschädigung und davon ab, ob ein einzeitiges oder zweizeitiges Vorgehen gewählt wurde.

Ein Wundschmerz ist normal und wird konsequent mit Schmerzmitteln sowie Kühlung behandelt. Wie stark und wie früh das operierte Bein belastet werden darf, legt der Operateur anhand der intraoperativ erreichten Stabilität fest, nach der Explantation mit Spacer ebenso wie nach der Reimplantation. Physiotherapie beginnt in der Regel bereits im Krankenhaus. Die gezielte Antibiotikatherapie wird nach der Operation konsequent fortgeführt und regelmäßig kontrolliert.

Der stationäre Aufenthalt fällt bei einer septischen Wechseloperation häufig länger aus als bei einer Erstimplantation; bei zweizeitigem Vorgehen sind zwei stationäre Aufenthalte zu berücksichtigen. Zur Vorbeugung einer Thrombose wird für mehrere Wochen eine medikamentöse Prophylaxe eingesetzt.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage nach der Explantation

    Mobilisation nach Freigabe des Operateurs

    Belastung und Bewegungsumfang mit dem Spacer richten sich nach dem intraoperativen Befund; die Physiotherapie leitet die Mobilisation entsprechend an.

  • Zwischenphase mit Spacer

    Gezielte Antibiotikatherapie

    Über mehrere Wochen verbleibt der antibiotikahaltige Platzhalter im Gelenk, begleitet von einer auf den Erreger abgestimmten Antibiotikatherapie, deren Verlauf regelmäßig anhand von Entzündungswerten kontrolliert wird.

  • Zweite Operation

    Reimplantation der endgültigen Prothese

    Wenn die Infektion ausreichend zur Ruhe gekommen ist, wird der Spacer entfernt und die endgültige Prothese eingesetzt.

  • Direkt im Anschluss an die Reimplantation

    Anschlussheilbehandlung (AHB)

    Die Anschlussheilbehandlung unterstützt den individuellen Belastungsaufbau sowie den Aufbau von Kraft und Gangsicherheit.

  • Langfristig

    Regelmäßige Nachsorge

    Regelmäßige klinische und laborchemische Kontrollen dienen dazu, ein mögliches Wiederauftreten der Infektion frühzeitig zu erkennen. Wie schnell und wie vollständig sich Beweglichkeit und Belastbarkeit erholen, ist individuell unterschiedlich.

Alltag & Sport

Wann kann ich wieder …?

Auto fahren

individuell festzulegen

Erst nach Freigabe durch den Operateur, in der Regel erst nach der Reimplantation.

Büroarbeit

meist deutlich länger als nach einer Erstimplantation

Abhängig von der Dauer der Antibiotikatherapie und dem Zeitpunkt der Reimplantation.

Körperlich arbeiten

individuell festzulegen

Wird anhand der erreichten Stabilität und Belastbarkeit gemeinsam besprochen.

Fahrrad fahren

nach Freigabe des Operateurs

Zunächst auf ebener Strecke, nach ausreichendem Kraftaufbau nach der Reimplantation.

Schwimmen

nach vollständiger Wundheilung

Zeitpunkt richtet sich nach dem individuellen Heilungsverlauf beider Operationen.

Wandern / Spazieren

stufenweise, individuell abgestimmt

Distanz und Tempo werden schrittweise gemeinsam mit der Physiotherapie gesteigert.

Reisen

nach Freigabe des Operateurs

Während der Antibiotikatherapie und in der Zwischenphase mit Spacer sind Reisen mit dem Behandlungsteam abzustimmen.

Sport allgemein

individuell festzulegen

Eine pauschale Zeitangabe ist bei einem septischen Wechsel nicht sinnvoll möglich.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Ziel des septischen Wechsels ist es, die Infektion zu sanieren und ein möglichst gut belastbares, schmerzarmes Hüftgelenk zu erhalten.

Das funktionelle Ergebnis nach einem septischen Prothesenwechsel ist individuell sehr unterschiedlich. Es hängt insbesondere vom nachgewiesenen Erreger, dem Zeitpunkt der Diagnose und dem Ausmaß der bereits eingetretenen Gewebe- und Knochenschädigung ab. Bei umfangreichen Debridements und größerem Knochenverlust kann die volle Belastbarkeit außerdem länger auf sich warten lassen als nach einer Erstimplantation.

Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir ausführlich anhand Ihres Befunds, des Erregernachweises und der intraoperativen Situation mit Ihnen.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion, Narkoserisiken sowie ein Thrombose- und Embolierisiko. Zur Vorbeugung wird routinemäßig eine medikamentöse Thromboseprophylaxe eingesetzt.

Spezifische Risiken dieser Operation

Ein septischer Prothesenwechsel ist aufgrund des bereits entzündlich veränderten Gewebes und teils erheblichen Knochenverlusts anspruchsvoller und insgesamt risikoreicher als eine Erstimplantation. Es besteht ein erhöhtes Risiko für eine Verletzung von Nerven oder Gefäßen, eine Luxation des künstlichen Gelenks sowie, insbesondere bei größerem Knochenverlust, eine periprothetische Fraktur. Das wichtigste spezifische Risiko ist ein Infektionsrezidiv, also ein Wiederaufflammen oder eine erneute Infektion trotz sorgfältiger operativer und antibiotischer Behandlung.

Langfristige Risiken

Auch nach erfolgreicher Sanierung kann sich die eingesetzte Prothese im Lauf der Zeit lockern oder abnutzen, sodass in seltenen Fällen ein weiterer Wechsel notwendig werden kann. In Einzelfällen, in denen eine vollständige Erregereradikation nicht sicher erreicht werden kann, wird gemeinsam mit der Infektiologie über eine begleitende, längerfristige Antibiotikatherapie zur Infektionskontrolle entschieden. Regelmäßige klinische und laborchemische Nachkontrollen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten, dies gilt sowohl während der Zwischenphase mit Spacer als auch nach der Reimplantation.

  • Fieber oder erneut auftretende Entzündungszeichen
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Plötzliches Instabilitätsgefühl, ein "Herausspringen" des Gelenks oder eine sichtbare Fehlstellung des Beins
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
  • Atemnot
  • Ein Sturz auf das operierte Bein

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten, dies gilt sowohl während der Zwischenphase mit Spacer als auch nach der Reimplantation.

Bei MedArtes

Behandlung des septischen Hüft-TEP-Wechsels bei MedArtes

Am Anfang steht die genaue Diagnose: Wir klären den Verdacht auf eine periprothetische Infektion anhand Ihrer Beschwerden, der Labordiagnostik, der Gelenkpunktion mit mikrobiologischer und laborchemischer Analyse sowie ergänzender Bildgebung ab. Auf dieser Grundlage besprechen wir gemeinsam mit Ihnen, ob ein einzeitiges oder zweizeitiges Vorgehen sinnvoll ist. Als Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung (EPZmax, zertifiziert durch endoCert) verfügen wir über die für die anspruchsvolle Behandlung periprothetischer Infektionen notwendige Erfahrung und Ausstattung und arbeiten dabei eng mit Infektiologie und Mikrobiologie zusammen. Wir begleiten Sie durch die gesamte Diagnostik, die operative Behandlung und die Nachsorge.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zum septischen Hüft-TEP-Wechsel

Warum reicht eine Antibiotikatherapie allein bei einer infizierten Prothese oft nicht aus?

Bakterien können auf der Implantatoberfläche einen schützenden Biofilm bilden, in dem sie für Antibiotika nur schwer erreichbar sind. Deshalb ist bei einer manifesten periprothetischen Infektion in aller Regel eine operative Sanierung mit Entfernung des infizierten Gewebes notwendig.

Muss eine infizierte Hüftprothese immer komplett ausgetauscht werden?

In den meisten Fällen chronischer oder später Infektionen ist ein vollständiger Wechsel notwendig. Bei sehr frühen, akuten Infektionen kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Erhalt der Prothese mit ausgedehntem Debridement erwogen werden, ob dies für Sie infrage kommt, wird individuell anhand der Diagnostik entschieden.

Wie lange bleibt der Spacer im Gelenk?

Das lässt sich pauschal nicht sagen, der Zeitraum richtet sich nach dem Ansprechen auf die Antibiotikatherapie und dem klinischen sowie laborchemischen Verlauf und wird individuell mit Ihnen besprochen.

Ist bei jeder periprothetischen Infektion ein zweizeitiges Vorgehen notwendig?

Nicht zwingend, unter bestimmten Voraussetzungen, etwa bei gut behandelbaren Erregern und gutem Weichteilzustand, kann auch ein einzeitiger Wechsel infrage kommen. Welches Vorgehen sinnvoll ist, hängt vom Erregernachweis und der individuellen Situation ab.

Wie wird sichergestellt, dass die Infektion vor der Reimplantation ausreichend abgeklungen ist?

Vor der zweiten Operation werden klinischer Befund, Entzündungswerte und häufig eine erneute Gelenkpunktion herangezogen, um das Ansprechen auf die Antibiotikatherapie zu beurteilen. Die Entscheidung für den Zeitpunkt der Reimplantation wird interdisziplinär getroffen.

Kann eine periprothetische Infektion nach der Behandlung wiederkommen?

Ein Infektionsrezidiv lässt sich trotz sorgfältiger operativer und antibiotischer Behandlung nicht vollständig ausschließen. Deshalb sind regelmäßige klinische und laborchemische Nachkontrollen wichtig, um ein Wiederauftreten frühzeitig zu erkennen.

Welche Rolle spielt der Erregernachweis für die Behandlung?

Der Nachweis des ursächlichen Erregers aus der Gelenkpunktion oder intraoperativen Gewebeproben ist entscheidend für die Wahl der Antibiotikatherapie und beeinflusst auch, ob ein einzeitiges oder zweizeitiges Vorgehen sinnvoll ist.

Was ist der Unterschied zum Wechsel bei aseptischer Lockerung?

Bei einer aseptischen Lockerung liegt keine Infektion vor, sodass Explantation und Reimplantation in der Regel in einer einzigen Operation erfolgen können. Bei einer periprothetischen Infektion ist dagegen häufig ein zweizeitiges Vorgehen mit Spacer und gezielter Antibiotikatherapie notwendig. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite zur Wechseloperation bei aseptischer Lockerung.