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Hüfte · Operation

Verschraubung bei Epiphysiolysis capitis femoris

Operative Stabilisierung des abgerutschten Hüftkopfes mit einer oder mehreren Schrauben

Bei einer Epiphysiolysis capitis femoris (Hüftkopflösung) wird die gelockerte Wachstumsfuge am Hüftkopf mit einer oder mehreren Schrauben in der vorgefundenen Position stabilisiert (In-situ-Verschraubung). Ziel ist es, ein weiteres Abrutschen zu verhindern und die Wachstumsfuge dauerhaft zum Verschluss zu bringen. Da eine instabile Form akut werden kann, wird der Eingriff je nach Dringlichkeit zeitnah geplant oder notfallmäßig durchgeführt.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen.

Zugang

Kleiner Hautschnitt seitlich am Oberschenkel, minimalinvasives Einbringen der Schraube unter fortlaufender Röntgenkontrolle.

Narkose

In der Regel Vollnarkose.

Prinzip

Stabilisierung der Wachstumsfuge in der vorgefundenen Position, ohne den bestehenden Abrutsch aktiv zu korrigieren.

Dringlichkeit

Bei stabiler Form zeitnah geplant, bei instabiler Form notfallmäßig, hier ist rasches Handeln für den Erhalt der Durchblutung des Hüftkopfes entscheidend.

Belastung

Zunächst Entlastung oder Teilbelastung, danach schrittweiser, röntgengesteuerter Belastungsaufbau.

Reha

Physiotherapie zum Belastungsaufbau, begleitet von regelmäßigen Röntgenverlaufskontrollen.

Implantat

Die Schraube verbleibt in der Regel bis zum Wachstumsabschluss und kann bei Bedarf später entfernt werden.

Gegenseite

Wird bei erhöhtem Risiko, etwa bei einer zugrunde liegenden hormonellen Erkrankung, im Verlauf mitbeurteilt.

Ziel

Dauerhafter Verschluss der Wachstumsfuge und Erhalt eines funktionell guten Hüftgelenks.

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Der Eingriff erfolgt in der Regel in Vollnarkose. Ihr Kind wird auf einem speziellen Röntgentisch gelagert, damit die Lage der Wachstumsfuge während der gesamten Operation unter Bildwandlerkontrolle (fortlaufende Röntgendarstellung) überprüft werden kann.

Zugang und Platzierung der Schraube

Über einen kleinen Hautschnitt seitlich am Oberschenkel wird unter fortlaufender Röntgenkontrolle zunächst ein dünner Führungsdraht mittig durch den Schenkelhals bis in den Hüftkopf vorgeschoben, möglichst senkrecht zur Wachstumsfuge und ohne das Gelenk selbst zu verletzen. Über diesen Führungsdraht wird anschließend eine kanülierte Schraube eingebracht, die die Wachstumsfuge komprimiert und in ihrer Position stabilisiert. Bei Bedarf kann eine zweite Schraube zur zusätzlichen Rotationsstabilität eingebracht werden.

Kontrolle der Lage

Abschließend wird die korrekte Position der Schraube in zwei Röntgenebenen kontrolliert, um sicherzustellen, dass sie die Wachstumsfuge sicher fasst, ohne das Hüftgelenk zu perforieren.

Abschluss

Nach Kontrolle der Lage wird die Wunde schichtweise verschlossen.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

In den ersten Tagen stehen die Schmerzkontrolle und eine vorsichtige, altersgerechte Mobilisation im Vordergrund.

Der kleine Hautschnitt verursacht meist nur einen geringen Wundschmerz, der gut mit Schmerzmitteln behandelt werden kann. Das operierte Bein wird zunächst entlastet oder nur teilbelastet, damit die Wachstumsfuge nicht erneut belastet wird, bevor sie ausreichend stabilisiert ist. Die Physiotherapie beginnt bereits während des stationären Aufenthalts mit dem Erlernen des Gehens an Gehstützen.

Der genaue Zeitpunkt der Entlassung richtet sich nach dem individuellen Heilungsverlauf und danach, ob die Operation geplant oder notfallmäßig erfolgte.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Wochen

    Entlastung oder Teilbelastung

    Das operierte Bein wird zunächst entlastet oder nur teilbelastet, begleitet von Physiotherapie zur Anleitung des Gangbilds an Gehstützen.

  • Im weiteren Verlauf

    Röntgengesteuerter Belastungsaufbau

    Regelmäßige Röntgenkontrollen prüfen die Stellung und den Verlauf der Ausheilung. Anhand dieser Kontrollen wird die Belastung schrittweise gesteigert.

  • Weiterer Verlauf

    Rückkehr zu Alltag und Sport

    Alltagstätigkeiten werden entsprechend dem individuellen Heilungsverlauf schrittweise wieder aufgenommen. Volle sportliche Belastungen werden erst nach Freigabe durch den behandelnden Facharzt wiederaufgenommen.

Alltag & Sport

Wann kann Ihr Kind wieder …?

Vollständig belasten

nach röntgenologisch bestätigtem Fortschritt

Der Belastungsaufbau richtet sich nach den regelmäßigen Röntgenkontrollen der Wachstumsfuge.

Schule besuchen

meist nach wenigen Tagen bis Wochen

Abhängig davon, wie gut Ihr Kind mit Gehstützen zurechtkommt und wie der Schulweg gestaltet ist.

Schwimmen

nach vollständiger Wundheilung

Gelenkschonend, jedoch erst nach Freigabe durch den behandelnden Facharzt.

Fahrrad fahren

nach ausreichendem Belastungsaufbau

Erst wenn Kraft und Beweglichkeit für ein sicheres Fahren ausreichen.

Sport allgemein

individuell abzustimmen

Rückkehr richtet sich nach dem Heilungsverlauf und wird schrittweise gesteigert.

Kontakt- und Sprungsport

erst nach vollständigem Fugenverschluss

Sportarten mit hoher Stoß- oder Sprungbelastung erst nach ausdrücklicher Freigabe.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Ziel der Verschraubung ist es, ein weiteres Abrutschen des Hüftkopfes zu verhindern und die Wachstumsfuge dauerhaft zu stabilisieren.

Bei einer frühzeitig erkannten und rechtzeitig operierten stabilen Form ist die Aussicht auf ein funktionell gutes Hüftgelenk in der Regel günstig. Das Ergebnis hängt unter anderem vom Ausmaß des Abrutsches vor der Operation, von der Zeit bis zur Behandlung sowie davon ab, ob eine stabile oder instabile Form vorlag. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand des Befunds Ihres Kindes.

Die betroffene Wachstumsfuge wird durch die Operation bewusst zum Verschluss gebracht; die übrigen Wachstumsfugen des Beins sind davon nicht betroffen und wachsen normal weiter.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion und Narkoserisiken.

Verfahrensspezifische Aspekte

Insbesondere bei der instabilen Form der Epiphysiolysis capitis femoris besteht trotz zeitnaher Operation ein erhöhtes Risiko für eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes (Hüftkopfnekrose). Als seltene Komplikation kann außerdem eine Chondrolyse (Schädigung des Gelenkknorpels) auftreten. Eine fehlerhaft platzierte Schraube kann das Hüftgelenk perforieren, weshalb die Lage intraoperativ mehrfach röntgenologisch kontrolliert wird. In Einzelfällen kann das Implantat später Beschwerden verursachen und eine operative Entfernung notwendig machen.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Plötzliche Bewegungseinschränkung oder ein Instabilitätsgefühl im Hüftgelenk
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
  • Eine über die vorgegebene Belastungsvorgabe hinausgehende Belastung des operierten Beins

In diesen Fällen sollten Sie sich mit Ihrem Kind zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Bei MedArtes

Verschraubung bei Epiphysiolysis capitis femoris bei MedArtes

Am Anfang steht bei uns immer eine genaue Diagnose. Auf dieser Grundlage besprechen wir gemeinsam mit Ihnen, welche Behandlung in der individuellen Situation Ihres Kindes medizinisch sinnvoll ist.

Bei einer gesicherten Epiphysiolysis capitis femoris führen wir die operative Stabilisierung der Wachstumsfuge durch, je nach Dringlichkeit zeitnah geplant oder notfallmäßig, und begleiten Sie und Ihr Kind durch Operation und Nachbehandlung.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Verschraubung bei Epiphysiolysis capitis femoris

Muss die Verschraubung immer durchgeführt werden?

Ja, bei einer gesicherten Epiphysiolysis capitis femoris ist die operative Stabilisierung praktisch immer notwendig, um ein weiteres Abrutschen des Hüftkopfes zu verhindern.

Wie schnell nach der Diagnose muss operiert werden?

Bei einer stabilen Form wird die Operation zeitnah geplant, meist innerhalb weniger Tage. Bei einer instabilen Form mit akuter Gehunfähigkeit handelt es sich um einen orthopädischen Notfall, der umgehend operiert wird.

Bleibt die Schraube für immer im Körper?

Die Schraube verbleibt in der Regel bis zum Abschluss des Wachstums und kann bei Bedarf später in einem separaten Eingriff entfernt werden.

Wächst der Knochen nach der Verschraubung noch weiter?

Die betroffene Wachstumsfuge wird durch die Operation bewusst zum Verschluss gebracht. Die übrigen Wachstumsfugen des Beins sind davon nicht betroffen und wachsen normal weiter.

Muss die andere Hüfte vorsorglich mitversorgt werden?

Nicht routinemäßig. Bei erhöhtem Risiko, etwa bei einer zugrunde liegenden hormonellen Erkrankung, kann eine vorsorgliche Versorgung der noch nicht betroffenen Seite im Einzelfall erwogen werden.

Welche Risiken bestehen speziell bei einer instabilen Hüftkopflösung?

Bei der instabilen Form besteht trotz zeitnaher Operation ein erhöhtes Risiko für eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes. Deshalb wird hier notfallmäßig operiert.

Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt?

Das ist individuell unterschiedlich und hängt unter anderem davon ab, ob die Operation geplant oder notfallmäßig erfolgte, sowie vom weiteren Heilungsverlauf.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine Verschraubung bei Epiphysiolysis capitis femoris empfohlen wurde und Sie den Ablauf und Ihre individuelle Eignung besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.