Postdiskektomie-/Failed-Back-Surgery-Syndrom
Von einem Postdiskektomie- oder Failed-Back-Surgery-Syndrom spricht man, wenn nach einer Wirbelsäulenoperation anhaltende oder wiederkehrende Rücken- oder Beinschmerzen bestehen bleiben. Die Ursachen sind vielfältig und erfordern eine sorgfältige, individuelle Abklärung. Im Mittelpunkt der Behandlung steht meist ein multimodales Konzept; eine erneute Operation ist nur in ausgewählten Fällen sinnvoll. Wir erklären die möglichen Ursachen und Behandlungswege.
Termin vereinbarenTypische Symptome
Die Beschwerden können der ursprünglichen Symptomatik ähneln, sich verändert haben oder neu hinzugekommen sein.

Häufig bestehen anhaltende Rückenschmerzen, teils mit Ausstrahlung ins Bein, gelegentlich begleitet von Kribbeln oder einem brennenden, neuropathischen Schmerzcharakter. Manche Patienten berichten auch über eine allgemeine Verschlechterung der Belastbarkeit und zunehmende Einschränkungen im Alltag.

Das Wichtigste in Kürze
UntersuchungWie finden wir die Ursache?
Anamnese und körperliche Untersuchung
Wichtig sind der zeitliche Verlauf der Beschwerden seit der Operation, die Art der Schmerzen und eine genaue neurologische Untersuchung.
Bildgebung
Eine MRT, bei Bedarf mit Kontrastmittel, hilft dabei, Narbengewebe von einem erneuten Bandscheibenvorfall zu unterscheiden. Bei Verdacht auf eine Instabilität können ergänzend Funktionsaufnahmen oder eine CT sinnvoll sein.
Diagnostische Infiltrationen
Gezielte Infiltrationen können helfen, eine bestimmte Struktur als Schmerzquelle zu bestätigen oder auszuschließen und die weitere Therapieplanung zu unterstützen.
Ohne OperationKonservative Behandlung
Die meisten Beschwerden der Wirbelsäule lassen sich zunächst ohne Operation behandeln. Idealerweise sollten die verschiedenen konservativen Therapiemöglichkeiten dabei mit den Möglichkeiten der interventionellen und regenerativen Medizin zu einem Zeitpunkt kombiniert werden, um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen.
Klassische Schmerztherapie und Physiotherapie
Zur konservativen Therapie nutzen wir die orale Schmerzmedikation und Physiotherapie als Basis zur Verbesserung Ihrer Beschwerden.
Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie
Gezielte Übungen zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit und Schmerzlinderung, unter therapeutischer Anleitung strukturiert aufgebaut.
Multimodale Schmerztherapie
Die Kombination aus Physiotherapie, medikamentöser Therapie und psychologischer Unterstützung ist der zentrale Baustein der Behandlung.
Psychologische Schmerzbewältigung
Verfahren zur Schmerzbewältigung können den Umgang mit chronischen Beschwerden verbessern und sind Bestandteil eines multimodalen Konzepts.
Interventionelle Verfahren
Gezielte epidurale Infiltrationen können bei bestimmten Ursachen vorübergehend Linderung verschaffen.
Physikalische Medizin
Zur optimalen Regeneration nutzen wir gezielt die Stoßwellentherapie und High-Power-Lasertherapie: Die Stoßwelle regt die Durchblutung an, bricht Verkalkungen auf und aktiviert die Zellheilung, während der Laser auf Zellebene die Regeneration unterstützt.
Stoßwellentherapie
Fokussierte und radiale Stoßwelle, ergänzend bei myofaszialen Schmerzanteilen der Rückenmuskulatur einsetzbar.
Mehr über die Stoßwellentherapie erfahren →Ergänzende TherapieHighpower-Lasertherapie (HILT)
Kann begleitend bei muskulären Verspannungen eingesetzt werden, als Ergänzung im Gesamtkonzept, nicht als alleiniger Therapiebaustein.
Mehr über die Highpower-Lasertherapie erfahren →Regenerative Therapie
Ergänzend zu konservativen und interventionellen Maßnahmen können regenerative Eigenblutverfahren eingesetzt werden. Bei MedArtes setzen wir bewusst auch auf innovative Verfahren der regenerativen Medizin, um Ihnen über etablierte Therapien hinaus zusätzliche, zukunftsorientierte Behandlungsoptionen anzubieten.
PRP, körpereigenes Plättchenplasma
Aus dem eigenen Blut gewonnenes plättchenreiches Plasma wird gezielt appliziert. Ziel ist es, über die enthaltenen Wachstumsfaktoren entzündungsmodulierende und regenerative Prozesse an der betroffenen Struktur zu unterstützen.
Mehr über die PRP, körpereigenes Plättchenplasma erfahren →Innovative BehandlungsstrategieOrthogen one
Aus Ihrem eigenen Blut wird ein Serum mit erhöhter Konzentration entzündungshemmender Botenstoffe gewonnen und gezielt injiziert. Ziel ist es, überschießende Entzündungsprozesse an der betroffenen Struktur abzuschwächen und so die Beschwerden zu lindern.
Mehr über die orthogen one erfahren →Wann rasch zum Arzt?
Bei diesen Anzeichen sofort ärztliche Hilfe suchen
Diese Anzeichen können auf eine Wundinfektion, ein Cauda-equina-Syndrom oder eine andere ernste Komplikation hindeuten und müssen zeitnah, im Zweifel in einer Notaufnahme, abgeklärt werden.
- Neu auftretende oder zunehmende Lähmungserscheinungen
- Neu aufgetretene Störungen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang, Taubheitsgefühl im Reithosenbereich
- Fieber, Rötung, Schwellung oder Ausfluss im Bereich der Operationsnarbe
- Starke, sich rasch verschlechternde Schmerzen kurz nach einer Operation
Diese Anzeichen können auf eine Wundinfektion, ein Cauda-equina-Syndrom oder eine andere ernste Komplikation hindeuten und müssen zeitnah, im Zweifel in einer Notaufnahme, abgeklärt werden.
Ihr Spezialist für die Wirbelsäule
Häufig gestellte Fragen
Bedeutet Failed-Back-Surgery-Syndrom, dass die Operation ein Fehler war?
Nicht zwangsläufig. Der Begriff beschreibt lediglich anhaltende Beschwerden nach einer Operation und lässt für sich genommen keine Aussage über die ursprüngliche OP-Entscheidung zu.
Muss ich erneut operiert werden?
Nur wenn eine klar identifizierbare, operativ behandelbare Ursache vorliegt. In vielen Fällen ist ein nicht-operatives, multimodales Konzept der richtige Weg.
Warum helfen Schmerzmittel allein oft nicht ausreichend?
Da meist mehrere Faktoren zu den Beschwerden beitragen, ist häufig eine Kombination aus mehreren Therapiebausteinen wirksamer als eine einzelne Maßnahme.
Was ist eine epidurale Fibrose?
Damit ist Narbengewebe im Bereich des Operationsgebiets gemeint, das Nervenstrukturen reizen oder einengen kann.
Kann eine Rückenmarkstimulation helfen?
Bei ausgeprägtem neuropathischem Schmerz kann sie in ausgewählten Fällen eine sinnvolle Option sein, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichend wirken.