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Krankheitsbild · Wirbelsäule

Postdiskektomie-/Failed-Back-Surgery-Syndrom

Von einem Postdiskektomie- oder Failed-Back-Surgery-Syndrom spricht man, wenn nach einer Wirbelsäulenoperation anhaltende oder wiederkehrende Rücken- oder Beinschmerzen bestehen bleiben. Die Ursachen sind vielfältig und erfordern eine sorgfältige, individuelle Abklärung. Im Mittelpunkt der Behandlung steht meist ein multimodales Konzept; eine erneute Operation ist nur in ausgewählten Fällen sinnvoll. Wir erklären die möglichen Ursachen und Behandlungswege.

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Beschwerdebild & Hintergrund

Typische Symptome

Die Beschwerden können der ursprünglichen Symptomatik ähneln, sich verändert haben oder neu hinzugekommen sein.

Postdiskektomie-/Failed-Back-Surgery-Syndrom (Symbolbild, KI-generiert)

Häufig bestehen anhaltende Rückenschmerzen, teils mit Ausstrahlung ins Bein, gelegentlich begleitet von Kribbeln oder einem brennenden, neuropathischen Schmerzcharakter. Manche Patienten berichten auch über eine allgemeine Verschlechterung der Belastbarkeit und zunehmende Einschränkungen im Alltag.

Postdiskektomie-/Failed-Back-Surgery-Syndrom (Symbolbild, KI-generiert)
Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

Was ist es?
Anhaltende oder wiederkehrende Beschwerden nach einer oder mehreren Wirbelsäulenoperationen ohne ausreichende Besserung.
Typische Beschwerden
Fortbestehende oder neu aufgetretene Rücken- und/oder Beinschmerzen, teils mit neuropathischem Charakter.
Diagnostik
Sorgfältige Ursachenklärung mit Anamnese, Untersuchung, MRT und gegebenenfalls diagnostischen Infiltrationen.
Behandlung
In der Regel ein multimodales Schmerzkonzept aus Physiotherapie, medikamentöser Therapie und psychologischer Unterstützung.
Erneute Operation notwendig?
Nur bei klar identifizierbarer struktureller Ursache, die operativ behandelbar ist.
Prognose
Sehr unterschiedlich, abhängig von der zugrunde liegenden Ursache; ein realistisches Behandlungsziel ist meist eine Verbesserung der Beschwerden und Funktion.
Untersuchung

Wie finden wir die Ursache?

Anamnese, körperliche Untersuchung und gezielte Bildgebung. Mehr erfahren

Anamnese und körperliche Untersuchung

Wichtig sind der zeitliche Verlauf der Beschwerden seit der Operation, die Art der Schmerzen und eine genaue neurologische Untersuchung.

Bildgebung

Eine MRT, bei Bedarf mit Kontrastmittel, hilft dabei, Narbengewebe von einem erneuten Bandscheibenvorfall zu unterscheiden. Bei Verdacht auf eine Instabilität können ergänzend Funktionsaufnahmen oder eine CT sinnvoll sein.

Diagnostische Infiltrationen

Gezielte Infiltrationen können helfen, eine bestimmte Struktur als Schmerzquelle zu bestätigen oder auszuschließen und die weitere Therapieplanung zu unterstützen.

Ohne Operation

Konservative Behandlung

Konservative, interventionelle und regenerative Verfahren im Überblick. Mehr erfahren

Die meisten Beschwerden der Wirbelsäule lassen sich zunächst ohne Operation behandeln. Idealerweise sollten die verschiedenen konservativen Therapiemöglichkeiten dabei mit den Möglichkeiten der interventionellen und regenerativen Medizin zu einem Zeitpunkt kombiniert werden, um das bestmögliche Behandlungsergebnis zu erzielen.

Klassische Schmerztherapie und Physiotherapie

Zur konservativen Therapie nutzen wir die orale Schmerzmedikation und Physiotherapie als Basis zur Verbesserung Ihrer Beschwerden.

Gut etablierte Therapie

Physiotherapie und medizinische Trainingstherapie

Gezielte Übungen zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit und Schmerzlinderung, unter therapeutischer Anleitung strukturiert aufgebaut.

Gut etablierte Therapie

Multimodale Schmerztherapie

Die Kombination aus Physiotherapie, medikamentöser Therapie und psychologischer Unterstützung ist der zentrale Baustein der Behandlung.

Ergänzende Therapie

Psychologische Schmerzbewältigung

Verfahren zur Schmerzbewältigung können den Umgang mit chronischen Beschwerden verbessern und sind Bestandteil eines multimodalen Konzepts.

Sinnvolle Behandlungsoption

Interventionelle Verfahren

Gezielte epidurale Infiltrationen können bei bestimmten Ursachen vorübergehend Linderung verschaffen.

Warnzeichen

Wann rasch zum Arzt?

Bei diesen Anzeichen sofort ärztliche Hilfe suchen

Diese Anzeichen können auf eine Wundinfektion, ein Cauda-equina-Syndrom oder eine andere ernste Komplikation hindeuten und müssen zeitnah, im Zweifel in einer Notaufnahme, abgeklärt werden.

  • Neu auftretende oder zunehmende Lähmungserscheinungen
  • Neu aufgetretene Störungen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang, Taubheitsgefühl im Reithosenbereich
  • Fieber, Rötung, Schwellung oder Ausfluss im Bereich der Operationsnarbe
  • Starke, sich rasch verschlechternde Schmerzen kurz nach einer Operation

Diese Anzeichen können auf eine Wundinfektion, ein Cauda-equina-Syndrom oder eine andere ernste Komplikation hindeuten und müssen zeitnah, im Zweifel in einer Notaufnahme, abgeklärt werden.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen

Bedeutet Failed-Back-Surgery-Syndrom, dass die Operation ein Fehler war?

Nicht zwangsläufig. Der Begriff beschreibt lediglich anhaltende Beschwerden nach einer Operation und lässt für sich genommen keine Aussage über die ursprüngliche OP-Entscheidung zu.

Muss ich erneut operiert werden?

Nur wenn eine klar identifizierbare, operativ behandelbare Ursache vorliegt. In vielen Fällen ist ein nicht-operatives, multimodales Konzept der richtige Weg.

Warum helfen Schmerzmittel allein oft nicht ausreichend?

Da meist mehrere Faktoren zu den Beschwerden beitragen, ist häufig eine Kombination aus mehreren Therapiebausteinen wirksamer als eine einzelne Maßnahme.

Was ist eine epidurale Fibrose?

Damit ist Narbengewebe im Bereich des Operationsgebiets gemeint, das Nervenstrukturen reizen oder einengen kann.

Kann eine Rückenmarkstimulation helfen?

Bei ausgeprägtem neuropathischem Schmerz kann sie in ausgewählten Fällen eine sinnvolle Option sein, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichend wirken.