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Fuß & Sprunggelenk · OSG-Arthrose · Operation

Sprunggelenksarthrodese

Operative Versteifung des oberen Sprunggelenks bei fortgeschrittener, therapieresistenter OSG-Arthrose

Ziel der Sprunggelenksarthrodese ist eine dauerhafte, knöcherne Verbindung von Schienbein und Sprungbein, damit das durch die Arthrose zerstörte Gelenk keine schmerzhafte Bewegung mehr ausführt. Als Alternative mit einem anderen Kompromiss steht die Sprunggelenksprothese zur Verfügung, die die Beweglichkeit des Gelenks erhalten soll. Diese Seite erklärt, wie die Versteifung konkret abläuft und was in den Wochen und Monaten danach auf Sie zukommt. Die Erkrankung selbst, die Diagnostik und die konservativen Behandlungsmöglichkeiten finden Sie auf unserer OSG-Arthrose-Seite.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen.

Operationsdauer

Je nach Verfahren und Ausgangsbefund meist 60–120 Minuten.

Narkose

Häufig eine Regionalanästhesie des Beins (z. B. Ischiadicus-/Femoralisblock), alternativ eine Vollnarkose.

Krankenhausaufenthalt

In der Regel stationär für einige Tage.

Mobilisation

Unter Anleitung an Unterarmgehstützen; das operierte Bein wird zunächst entlastet.

Belastung

Zunächst mehrwöchige Entlastung im Gips oder in einer Orthese, bis die knöcherne Durchbauung ausreichend fortgeschritten ist.

Ruhigstellung

Gips oder Orthese meist für etwa 6–8 Wochen, danach Röntgenkontrolle zur Beurteilung der Durchbauung.

Belastungsaufbau

Anschließend schrittweise Steigerung der Belastung über mehrere weitere Wochen bis Monate.

Rehabilitation

Häufig ambulante Physiotherapie, in manchen Fällen eine Anschlussheilbehandlung.

Arbeitsunfähigkeit

Je nach Tätigkeit ca. 3 Monate (überwiegend sitzend) bis 4–6 Monate (stehende/gehende Tätigkeit).

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Sie werden in Rückenlage gelagert. Häufig erfolgt der Eingriff in einer Regionalanästhesie des Beins, oft kombiniert mit einer leichten Sedierung; alternativ ist auch eine Vollnarkose möglich. Während der Operation kommt meist eine Blutsperre am Bein zum Einsatz, um übersichtliche Sichtverhältnisse zu schaffen.

Zugang

Je nach gewähltem Verfahren erfolgt der Zugang entweder offen über einen größeren Hautschnitt am Sprunggelenk oder arthroskopisch-assistiert über wenige kleine Zugänge mit Kamera. Details zu beiden Varianten finden Sie im folgenden Abschnitt.

Der eigentliche Eingriff

Der verbliebene, meist stark geschädigte Restknorpel der Gelenkflächen von Schienbein und Sprungbein wird entfernt, die darunterliegenden Knochenflächen werden angefrischt, bis gut durchblutetes Knochengewebe freiliegt. Anschließend werden die beiden Knochen in einer funktionell günstigen Stellung, meist neutral bis leicht plantarflektiert, also mit einer leichten Absenkung des Fußes, zueinander ausgerichtet und mit Schrauben und/oder einer Platte fest fixiert, damit die Knochenflächen unter Kompression zusammenwachsen können.

Abschluss

Nach Kontrolle der korrigierten Stellung und gegebenenfalls Einlage einer kurzzeitigen Wunddrainage wird die Wunde schichtweise verschlossen. Anschließend wird das Bein in einem Gips oder einer Orthese ruhiggestellt, um die knöcherne Durchbauung nicht zu gefährden.

Operationsverfahren

Gibt es unterschiedliche Verfahrensvarianten?

Offene Arthrodese

Über einen größeren Hautschnitt wird das Gelenk vollständig dargestellt. Dieser Zugang bietet die beste Übersicht und Korrekturmöglichkeit und wird vor allem bei ausgeprägter Achsfehlstellung, einem knöchernen Defekt oder wenn zusätzlich Knochenaufbau nötig ist, gewählt.

Arthroskopisch-assistierte Arthrodese

Über wenige kleine Zugänge (Schlüssellochtechnik) mit Kamera wird das Gelenk minimalinvasiv aufbereitet. Geeignet bei geringerer Fehlstellung ohne wesentlichen Knochendefekt; der kleinere Zugang bedeutet eine geringere Weichteiltraumatisierung und kann die Wundheilung begünstigen.

Beide Verfahren verfolgen dasselbe Ziel, eine stabile, knöcherne Versteifung des oberen Sprunggelenks in funktionell günstiger Stellung. Welcher Zugang für Sie geeignet ist, legen wir anhand Ihres Röntgen- und CT-Befunds sowie der Weichteilverhältnisse gemeinsam fest.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

In den ersten Tagen nach der Operation stehen Schmerzkontrolle, Hochlagerung des Beins und die Mobilisation ohne Belastung des operierten Fußes im Vordergrund.

Ein Wundschmerz ist normal und wird gut mit Schmerzmitteln kontrolliert; konsequentes Hochlagern und Kühlen des Beins in den ersten Tagen hilft, die Schwellung gering zu halten. Sie werden noch im Krankenhaus an Unterarmgehstützen mobilisiert, wobei das operierte Bein zunächst vollständig entlastet wird. Zur Vorbeugung einer Thrombose erhalten Sie in dieser Phase in der Regel eine medikamentöse Prophylaxe.

Der stationäre Aufenthalt umfasst üblicherweise einige Tage, in denen Wundverhältnisse, Durchblutung und Beweglichkeit der Zehen kontrolliert werden. Eine Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung erfolgt üblicherweise nach etwa 12–14 Tagen. Physiotherapie in den ersten Wochen vermittelt vor allem den sicheren Umgang mit den Gehstützen im entlasteten Gangbild.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage

    Stationärer Aufenthalt, Hochlagern und Entlastung

    Das Bein wird hochgelagert und gekühlt, um die Schwellung zu begrenzen. Der Gang an Unterarmgehstützen ohne Belastung des operierten Fußes wird eingeübt.

  • Nach etwa 2 Wochen

    Wundkontrolle

    Wundkontrolle mit gegebenenfalls Fadenentfernung. Das Bein bleibt weiterhin im Gips oder in der Orthese entlastet.

  • Nach etwa 6–8 Wochen

    Röntgenkontrolle und beginnende Teilbelastung

    Zeigt das Röntgenbild eine ausreichend fortgeschrittene knöcherne Durchbauung, kann die Belastung schrittweise und unter Anleitung gesteigert werden.

  • Nach etwa 3–4 Monaten

    Weiterer Belastungsaufbau bis zur Vollbelastung

    Bei gesicherter Durchbauung wird die Belastung weiter gesteigert, bis Sie das Bein im Alltag wieder voll belasten können. Physiotherapie unterstützt die Kräftigung und ein möglichst physiologisches Gangbild.

  • Langfristig

    Endgültiges Ergebnis nach einigen Monaten

    Die volle Belastbarkeit im Alltag ist meist nach etwa 4–6 Monaten erreicht. Restschwellungen können sich über einen längeren Zeitraum zurückbilden.

Alltag & Sport

Wann kann ich wieder …?

Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom individuellen Heilungsverlauf ab.

Auto fahren

ca. 8–12 Wochen

Erst nach ausreichender Durchbauung und wenn Sie das Bein sicher belasten können.

Büroarbeit

ca. 6–8 Wochen

Mit der Möglichkeit, das Bein regelmäßig hochzulegen, ggf. anfangs an Gehstützen.

Stehende/gehende Tätigkeit

ca. 4–6 Monate

Abhängig vom Ausmaß der Steh- und Gehbelastung im Beruf und vom Fortschritt der Durchbauung.

Normale Schuhe tragen

ca. 3–4 Monate

Zunächst weites, flaches Schuhwerk; Absätze sind aufgrund der versteiften Sprunggelenkstellung dauerhaft nur eingeschränkt geeignet.

Fahrrad fahren

ca. 3–4 Monate

Zunächst kurze Strecken auf ebenem Untergrund, nach gesicherter Durchbauung.

Schwimmen

ca. 8–12 Wochen

Nach vollständiger Wundheilung und Freigabe durch den Operateur.

Joggen

meist eingeschränkt

Aufgrund der versteiften Sprunggelenkbeweglichkeit ist stoßbelastendes Laufen für viele Patienten dauerhaft nur begrenzt möglich; dies wird individuell besprochen.

Wandern / längere Spaziergänge

ca. 4–6 Monate

Gehstrecke und Untergrund werden entsprechend dem Heilungsverlauf schrittweise gesteigert.

Reisen

kurze Reisen ab ca. 6–8 Wochen

Mit Möglichkeit zur Hochlagerung; bei längeren Reisen zunächst besser abwarten, bis die Belastung gesteigert werden konnte.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Die meisten Patienten erreichen nach einer Sprunggelenksarthrodese eine zuverlässige, dauerhafte Schmerzlinderung, sobald die knöcherne Heilung abgeschlossen ist.

Der bewusst in Kauf genommene Kompromiss der Versteifung ist der Verlust der Beweglichkeit im oberen Sprunggelenk: Das Heben und Senken des Fußes über dieses Gelenk entfällt dauerhaft. Beim Gehen wird das Abrollen des Fußes dadurch teilweise über die Nachbargelenke übernommen, insbesondere das untere Sprunggelenk und die Mittelfußgelenke –, sodass viele Patienten ein weitgehend unauffälliges, wenn auch nicht völlig unverändertes Gangbild erreichen.

Das Ergebnis wird unter anderem vom Ausgangsschweregrad der Arthrose, der Knochenqualität, der Ursache der Arthrose sowie der konsequenten Nachbehandlung beeinflusst. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befunds.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion und Narkoserisiken. Aufgrund der mehrwöchigen Entlastungsphase ist zudem eine konsequente Thromboseprophylaxe wichtig.

Spezifische Risiken dieser Operation

Die knöcherne Durchbauung kann sich verzögern oder in seltenen Fällen ganz ausbleiben (Pseudarthrose); dies kann eine erneute Operation erforderlich machen. Das eingebrachte Schrauben- oder Plattenmaterial kann in Einzelfällen Beschwerden oder eine Druckempfindlichkeit verursachen (Materialreizung), die in einem kleinen Zweiteingriff behoben werden kann. Vorübergehende Schwellungen und ein verändertes Gangbild in der Übergangsphase sind erwartbar.

Langfristige Risiken

Da die Bewegung des versteiften Gelenks über die Nachbargelenke, vor allem das untere Sprunggelenk und die Mittelfußgelenke, kompensiert wird, sind diese im Verlauf der Jahre einer erhöhten Belastung ausgesetzt. Dies kann langfristig eine Anschlussarthrose in diesen Nachbargelenken begünstigen.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Neu auftretende Taubheit, Kribbeln oder Durchblutungsstörungen am Fuß oder an den Zehen
  • Verrutschen von Gips oder Orthese oder sichtbar veränderte Fußstellung
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
  • Atemnot

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Bei MedArtes

Sprunggelenksarthrodese bei MedArtes

Ob bei Ihrer OSG-Arthrose eine Versteifung oder eine Sprunggelenksprothese sinnvoller ist und ob eine offene oder arthroskopisch-assistierte Arthrodese infrage kommt, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung sowie Ihres Röntgen- und CT-Befunds. Wir besprechen mit Ihnen gemeinsam, welche Vorgehensweise für Ihre individuelle Situation medizinisch sinnvoll ist, und begleiten Sie durch Operation und Nachbehandlung bis zur abgeschlossenen knöchernen Heilung.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Sprunggelenksarthrodese

Ist die Versteifung dauerhaft, kann sie rückgängig gemacht werden?

Ja, die Versteifung ist auf Dauer angelegt. Eine operative Aufhebung ist technisch aufwendig, mit eigenen Risiken verbunden und kein Standardverfahren, sie kommt allenfalls in ausgewählten Einzelfällen infrage.

Wie lange muss ich den Fuß komplett entlasten?

In der Regel für mehrere Wochen im Gips oder in einer Orthese, bis eine Röntgenkontrolle eine ausreichende knöcherne Durchbauung bestätigt. Die genaue Dauer legt Ihr Operateur individuell fest.

Kann ich nach der Versteifung noch normal gehen?

Viele Patienten erreichen ein weitgehend unauffälliges Gangbild, da die Nachbargelenke, vor allem das untere Sprunggelenk und die Mittelfußgelenke, einen Teil der fehlenden Beweglichkeit kompensieren. Eine gewisse Anpassung, insbesondere bei schnellem Gehen auf unebenem Untergrund, ist möglich.

Werden die Schrauben oder die Platte wieder entfernt?

In der Regel nicht. Das Material verbleibt dauerhaft im Knochen. Nur bei störender Druckempfindlichkeit im Einzelfall kann eine spätere Entfernung sinnvoll sein.

Wie unterscheidet sich die Versteifung von einer Sprunggelenksprothese?

Die Versteifung erzielt eine zuverlässige Schmerzfreiheit, gibt dafür aber die Beweglichkeit des Gelenks auf. Die Sprunggelenksprothese soll die Beweglichkeit erhalten, stellt aber höhere Anforderungen an Knochenqualität, Achsverhältnisse und Bandstabilität. Welches Verfahren geeignet ist, wird individuell besprochen.

Kann durch die Versteifung eine Arthrose in den Nachbargelenken entstehen?

Da die Nachbargelenke einen Teil der fehlenden Bewegung kompensieren, sind sie über die Jahre stärker belastet. Dies kann langfristig eine Anschlussarthrose insbesondere im unteren Sprunggelenk begünstigen.

Wie lange dauert der stationäre Aufenthalt?

Üblicherweise einige Tage, in denen Wundverhältnisse, Durchblutung und die sichere Mobilisation an Gehstützen kontrolliert werden.

Kann ich nach der Operation noch Sport treiben?

Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren sind nach abgeschlossener Heilung meist gut möglich. Stark stoßbelastende Sportarten wie Laufen sind aufgrund der versteiften Sprunggelenkbeweglichkeit für viele Patienten dauerhaft nur eingeschränkt geeignet.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine Sprunggelenksarthrodese empfohlen wurde und Sie den Ablauf und Ihre individuelle Eignung besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.