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Hüfte · Operation

Umstellungsosteotomie am proximalen Femur

Gelenkerhaltende Korrektur einer Fehlstellung von Hüftkopf und Schenkelhals

Bei der Umstellungsosteotomie am proximalen Femur wird der körpernahe Anteil des Oberschenkelknochens gezielt durchtrennt und in einer verbesserten Position neu ausgerichtet, um die Mechanik des Hüftgelenks zu verbessern und das eigene Gelenk möglichst lange zu erhalten. Sie kommt bei ausgewählten Formstörungen des Hüftkopfes oder Schenkelhalses infrage, etwa nach einer Restdysplasie oder bestimmten Vorerkrankungen des Hüftgelenks. Wir erklären, wie der Eingriff abläuft, was danach folgt und wie die Rehabilitation aussieht.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen.

Operationsdauer

Abhängig vom Ausmaß der geplanten Korrektur, meist im Bereich einer größeren gelenknahen Knochenoperation.

Narkose

Spinalanästhesie (häufig mit Sedierung) oder Vollnarkose.

Krankenhausaufenthalt

In der Regel kürzer als bei einer Hüftendoprothese, die genaue Dauer richtet sich nach dem Heilungsverlauf.

Fixierung

Der umgestellte Knochen wird mit Platte und Schrauben stabilisiert.

Belastung

Teilbelastung an Gehstützen für mehrere Wochen, bis die Röntgenkontrolle eine ausreichende Knochenheilung zeigt.

Gehstützen

Meist über mehrere Wochen erforderlich, abhängig vom Fortschritt der Knochenheilung.

Rehabilitation

Begleitende Physiotherapie zum schrittweisen Belastungsaufbau.

Röntgenkontrollen

Regelmäßige Kontrollen zur Verlaufsbeurteilung der Knochenheilung und zur Freigabe der Belastungssteigerung.

Arbeitsunfähigkeit

Je nach Tätigkeit und Fortschritt der Knochenheilung länger als bei vielen anderen Hüfteingriffen.

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Der Eingriff erfolgt meist in Spinalanästhesie, häufig kombiniert mit einer leichten Sedierung, oder in Vollnarkose. Grundlage der Operationsplanung ist eine sorgfältige Bildgebung, anhand derer das Ausmaß und die Richtung der notwendigen Korrektur festgelegt werden.

Zugang und Osteotomie

Über einen Hautschnitt an der Außenseite des Oberschenkels wird der proximale, also körpernahe Anteil des Oberschenkelknochens dargestellt. An zuvor geplanter Stelle wird der Knochen gezielt durchtrennt (Osteotomie).

Neuausrichtung und Fixierung

Der abgesetzte Knochenanteil wird entsprechend der Planung neu ausgerichtet, je nach Befund als Varisierung, Valgisierung oder Rotationskorrektur beziehungsweise als Kombination dieser Korrekturen. Anschließend wird die neue Stellung mit einer Platte und Schrauben stabil fixiert.

Abschluss

Nach Kontrolle der Beinachse und des korrekten Implantatsitzes unter Röntgendurchleuchtung wird die Wunde schichtweise verschlossen.

Korrekturrichtungen

Welche Korrekturrichtungen gibt es?

Varisierende Osteotomie

Der Schenkelhalswinkel wird verkleinert. Dies kann bei bestimmten Überdachungs- oder Belastungssituationen die Gelenkmechanik verbessern.

Valgisierende Osteotomie

Der Schenkelhalswinkel wird vergrößert. Dieses Vorgehen kann sinnvoll sein, um die Hüftkopfüberdachung oder die Belastungsverteilung im Gelenk zu verbessern.

Rotationskorrektur

Der Oberschenkelknochen wird um seine Längsachse gedreht, um eine ungünstige Rotationsstellung von Hüftkopf oder Schenkelhals auszugleichen.

Kombinierte Korrektur

Je nach Befund werden mehrere Korrekturrichtungen, etwa Varisierung und Rotation, in einer Operation miteinander kombiniert.

Welche Korrektur oder Kombination im Einzelfall sinnvoll ist, ergibt sich aus der genauen Vermessung Ihrer Hüftanatomie in der Bildgebung und wird individuell mit Ihnen besprochen.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

Nach der Operation ist zunächst eine Teilbelastung an Gehstützen erforderlich, bis die Knochenheilung ausreichend fortgeschritten ist.

Ein Wundschmerz ist normal und wird konsequent mit Schmerzmitteln sowie Kühlung behandelt. Die Physiotherapie beginnt in der Regel bereits im Krankenhaus mit Gangschulung unter Teilbelastung und ersten Bewegungsübungen. Zur Vorbeugung einer Thrombose wird für die Dauer der eingeschränkten Belastung eine medikamentöse Prophylaxe eingesetzt.

Der stationäre Aufenthalt ist in der Regel kürzer als bei einer Hüftendoprothese, da im Vordergrund zunächst die sichere Mobilisation unter Teilbelastung steht.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Wochen

    Teilbelastung an Gehstützen

    Gehen mit Unterarmgehstützen unter vorgegebener Teilbelastung, begleitet von Physiotherapie zur Gangschulung und zum Erhalt der Beweglichkeit.

  • Regelmäßig

    Röntgenkontrollen

    In festgelegten Abständen wird per Röntgenbild überprüft, wie weit die Knochenheilung an der Osteotomiestelle fortgeschritten ist.

  • Nach mehreren Wochen

    Schrittweiser Belastungsaufbau

    Zeigt die Röntgenkontrolle eine ausreichende Knochenheilung, wird die Belastung unter physiotherapeutischer Anleitung schrittweise gesteigert.

  • Langfristig

    Vollständige Knochenheilung und Belastbarkeit

    Bis zur vollständigen Ausheilung der Osteotomie und uneingeschränkten Belastbarkeit vergehen in der Regel mehrere Monate; der Verlauf wird individuell begleitet.

Alltag & Sport

Wann kann ich wieder …?

Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom individuellen Heilungsverlauf ab.

Vollbelastung

nach Freigabe durch die Röntgenkontrolle

Erst wenn die Knochenheilung ausreichend fortgeschritten ist, meist nach mehreren Wochen.

Auto fahren

nach Freigabe des Operateurs

Sobald Belastbarkeit und Beweglichkeit für eine sichere Notbremsung ausreichen.

Büroarbeit

individuell, oft einige Wochen

Abhängig vom Heilungsfortschritt und der Möglichkeit, das Bein zwischendurch zu entlasten.

Körperlich arbeiten

erst nach vollständiger Knochenheilung

Wegen der Belastung durch Stehen, Gehen und Heben erst nach Freigabe der Vollbelastung sinnvoll.

Schwimmen

nach Freigabe durch den Operateur

Zunächst gelenkschonend, nach abgeschlossener Wundheilung und ausreichender Knochenheilung.

Fahrrad fahren

nach ausreichender Knochenheilung

Zunächst auf ebener Strecke, nach Freigabe durch die Röntgenkontrolle.

Sport mit Stoß- oder Drehbelastung

individuell festzulegen

Erst nach vollständiger Ausheilung der Osteotomie und in Abstimmung mit dem Operateur.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Ziel der Umstellungsosteotomie ist eine verbesserte Gelenkmechanik bei Erhalt des eigenen Hüftgelenks.

Bei geeigneter Indikation kann die Operation Beschwerden lindern und das Fortschreiten zu einer Hüftarthrose verzögern. Da es sich um ein gelenkerhaltendes Verfahren handelt, ist das Ergebnis stärker vom individuellen Ausgangsbefund abhängig als bei einem vollständigen Gelenkersatz. Sollte sich das Hüftgelenk im weiteren Verlauf dennoch zunehmend abnutzen, bleibt eine spätere Hüftendoprothese grundsätzlich eine Option.

Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir anhand Ihres Befunds mit Ihnen.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion, Narkoserisiken sowie ein Thrombose- und Embolierisiko. Zur Vorbeugung wird eine medikamentöse Thromboseprophylaxe eingesetzt.

Spezifische Risiken dieser Operation

Selten kann es zu einer Verletzung von Nerven oder Gefäßen in der Umgebung des Oberschenkelknochens kommen. Die Knochenheilung kann verzögert verlaufen oder in seltenen Fällen ausbleiben (Pseudarthrose). Auch eine Lockerung oder ein Bruch des Osteosynthesematerials (Platte, Schrauben) ist möglich, insbesondere bei zu früher oder zu hoher Belastung. Eine geringfügige Beinlängen- oder Achsabweichung lässt sich trotz sorgfältiger Planung nicht vollständig ausschließen.

Langfristige Aspekte

Das eingebrachte Osteosynthesematerial wird nach abgeschlossener Knochenheilung mitunter in einem weiteren, kleineren Eingriff entfernt. Trotz erfolgreicher Umstellung kann sich das Hüftgelenk im Lauf der Jahre weiter abnutzen; in diesem Fall kann später eine Hüftendoprothese notwendig werden.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Plötzlich zunehmender Belastungsschmerz oder ein Instabilitätsgefühl (mögliches Zeichen eines Materialproblems)
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
  • Atemnot
  • Ein Sturz oder eine Überlastung des operierten Beins entgegen der vorgegebenen Teilbelastung

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Bei MedArtes

Umstellungsosteotomie am proximalen Femur bei MedArtes

Ob eine Umstellungsosteotomie für Sie geeignet ist, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung und einer sorgfältigen Bildgebung zur Vermessung Ihrer Hüftanatomie. Als Zentrum mit Erfahrung in der gelenkerhaltenden Hüftchirurgie besprechen wir mit Ihnen gemeinsam, welche Korrekturrichtung für Ihre individuelle Situation sinnvoll ist, und begleiten Sie durch Operation und Nachbehandlung.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Umstellungsosteotomie am proximalen Femur

Wie lange dauert es, bis der Knochen verheilt ist?

Das ist individuell verschieden und wird anhand regelmäßiger Röntgenkontrollen beurteilt. Erst wenn eine ausreichende Knochenheilung sichtbar ist, wird die Belastung schrittweise gesteigert.

Muss die Platte später wieder entfernt werden?

Das eingebrachte Osteosynthesematerial kann nach abgeschlossener Knochenheilung in einem weiteren, kleineren Eingriff entfernt werden. Ob dies bei Ihnen sinnvoll ist, besprechen wir im individuellen Verlauf.

Was ist der Unterschied zur periazetabulären Osteotomie (PAO)?

Die Umstellungsosteotomie am proximalen Femur setzt am Oberschenkelknochen an, während die PAO die Hüftgelenkspfanne umstellt. Je nach Ursache der Formstörung kann das eine, das andere oder eine Kombination beider Verfahren sinnvoll sein.

Kann trotz der Operation später doch eine Hüftprothese nötig werden?

Ja, das lässt sich nicht vollständig ausschließen. Die Umstellungsosteotomie soll die Gelenkmechanik verbessern und das Fortschreiten einer Arthrose verzögern, bietet aber keine Garantie für einen dauerhaften Erhalt des Gelenks.

Wie lange bin ich krankgeschrieben?

Das hängt von Ihrer beruflichen Tätigkeit und dem Fortschritt der Knochenheilung ab und ist in der Regel länger als bei vielen anderen Hüfteingriffen. Die genaue Dauer wird individuell im Verlauf festgelegt.

Wann darf ich wieder Sport treiben?

Gelenkschonende Bewegung wird schrittweise nach Freigabe durch die Röntgenkontrollen aufgebaut. Sportarten mit hoher Stoß- oder Drehbelastung sollten erst nach vollständiger Ausheilung und in Abstimmung mit dem Operateur wieder aufgenommen werden.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine Umstellungsosteotomie am proximalen Femur empfohlen wurde und Sie den Ablauf und Ihre individuelle Eignung besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.