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Knie · Gonarthrose · Operation · Roboterassistiert

Roboterassistierte Knie-TEP-Implantation mit VELYS

Computergestützte, bildfreie Navigation zur individuellen Ausrichtung des künstlichen Kniegelenks

Das VELYS-System ist ein computergestütztes Navigationssystem, das während der Implantation einer Knie-Totalendoprothese eingesetzt wird. Es erfasst die individuelle Anatomie Ihres Knies direkt im Operationssaal, ohne vorherige CT-Untersuchung, und liefert dem Operateur in Echtzeit Daten zu Beinachse, Bandspannung und Implantatausrichtung. Ziel ist eine besonders individuell abgestimmte Positionierung der Prothese. Diese Seite erklärt, was den Ablauf mit VELYS von der Standard-Implantation unterscheidet. Die Erkrankung, die Diagnostik, die konservative Therapie sowie den allgemeinen Ablauf der Knie-TEP-Implantation finden Sie auf unseren Seiten zu Gonarthrose und zur Implantation einer Knie-TEP.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen.

Operationsdauer

Kann durch die zusätzliche intraoperative Erfassung der Anatomie etwas länger dauern als eine konventionelle Implantation.

Bildgebung vorab

Anders als bei manchen bildbasierten Navigationssystemen ist keine präoperative CT-Untersuchung notwendig, VELYS arbeitet bildfrei.

Narkose

Wie bei der Standard-Implantation: Spinalanästhesie (häufig mit Sedierung) oder Vollnarkose.

Krankenhausaufenthalt

Unverändert gegenüber der Standard-Implantation, meist etwa 5–8 Tage.

Mobilisation

Wie gewohnt nach unserem Fast-Track-Konzept meist noch am Operationstag oder am Folgetag mit Gehhilfen.

Belastung

Richtet sich wie üblich nach der gewählten Verankerung (zementiert/zementfrei), nicht nach dem Einsatz der Navigation.

Rehabilitation

Ablauf und Dauer der Reha entsprechen der Standard-Implantation.

Arbeitsunfähigkeit

Unverändert gegenüber der Standard-Implantation, je nach Tätigkeit ca. 6–8 Wochen bis 3–4 Monate.

Zusätzliche Vorbereitung

Da keine CT nötig ist, entfällt eine gesonderte Bildgebungstermin-Planung vor der Operation.

Der Eingriff

Wie funktioniert die Implantation mit VELYS?

Vorbereitung und Zugang

Vorbereitung, Narkose und der Hautschnitt an der Vorderseite des Knies entsprechen dem Vorgehen bei jeder Knie-Totalendoprothese. Eine zusätzliche Bildgebung vor der Operation ist nicht erforderlich, da VELYS die Anatomie Ihres Knies direkt im Operationssaal erfasst.

Intraoperative Registrierung der Anatomie

Nach Eröffnung des Gelenks werden zunächst zwei Registriersterne an Ober- und Unterschenkel befestigt. Anschließend tastet der Operateur mit einem sterilen Instrument mehrere anatomische Bezugspunkte an Ober- und Unterschenkel ab. Aus diesen Messpunkten erstellt das System in Echtzeit ein individuelles Modell Ihrer Knie-Anatomie, ohne dass hierfür eine vorab angefertigte CT-Aufnahme nötig ist.

Dynamische Erfassung von Beinachse und Bandspannung

Anschließend bewegt der Operateur Ihr Knie durch verschiedene Beugepositionen. Das System misst dabei fortlaufend Beinachse, Gelenkspalt und die Spannung der umgebenden Bänder und zeigt diese Werte in Echtzeit auf einem Bildschirm an.

Geführte Knochenpräparation

Auf Grundlage der erfassten Daten schlägt das System die aus seiner Berechnung optimale Position und Ausrichtung der Sägeschnitte vor. Die Knochenschnitte selbst führt weiterhin der Operateur aus; Tiefe und Ausrichtung der Resektion werden dabei fortlaufend überwacht und können bei Bedarf vor der endgültigen Ausführung angepasst werden. Die Kontrolle über den Eingriff verbleibt zu jedem Zeitpunkt beim Operateur.

Implantation und Abschluss

Probeimplantate, die endgültige Implantation von Femur- und Tibiakomponente sowie der Wundverschluss erfolgen wie bei der Standard-Implantation. Details dazu finden Sie auf unserer Seite zur Implantation einer Knie-TEP.

Einordnung

Was unterscheidet VELYS von anderen Verfahren?

Bildfreie vs. bildbasierte Navigation

Manche computer- oder robotergestützten Systeme benötigen eine CT-Untersuchung vor der Operation zur Planung. VELYS erfasst die Anatomie stattdessen direkt im Operationssaal, ohne vorherige Bildgebung.

Kombination mit zementierter oder zementfreier Verankerung

VELYS lässt sich sowohl mit zementierter als auch mit zementfreier Implantatverankerung kombinieren. Diese Wahl betrifft die Verankerung des Implantats und ist unabhängig vom Einsatz der Navigation.

Ein anderer Weg zur Individualisierung: die Symbios-Individualprothese

Während VELYS die Positionierung eines Standardimplantats mithilfe von Navigation individuell auf Ihre Anatomie abstimmt, verfolgt die Symbios-Individualprothese einen anderen Ansatz: ein anhand Ihrer Anatomie individuell gefertigtes Implantat. Es handelt sich um zwei unterschiedliche Konzepte, nicht um direkt gegeneinander austauschbare Alternativen.

Ob eine roboterassistierte oder eine konventionelle Implantation für Sie geeigneter ist, besprechen wir anhand Ihrer individuellen Situation. VELYS ist dabei als Navigations- und Präzisionshilfe für die Positionierung des Implantats zu verstehen, nicht als grundsätzlich andere Operationstechnik oder Prothesenart. Ob sich der Einsatz robotergestützter Navigation langfristig in messbar besseren klinischen Ergebnissen niederschlägt, ist Gegenstand laufender wissenschaftlicher Untersuchungen.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

Der Einsatz von VELYS während der Operation verändert die Nachbehandlung nicht, auch hier gilt unser Fast-Track-Konzept, ein abgestimmtes Zusammenspiel aus wirksamer Schmerztherapie, früher Mobilisation und strukturierter Reha-Planung, das einen zügigen Genesungsverlauf unterstützen soll.

Mobilisation, Schmerztherapie, Physiotherapiebeginn, Dauer des Krankenhausaufenthalts sowie Wundkontrolle und Fadenentfernung entsprechen der Standard-Implantation einer Knie-Totalendoprothese. Die ausführliche Beschreibung finden Sie auf unserer Seite zur Implantation einer Knie-TEP.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage

    Mobilisation mit Gehhilfen

    Gehen mit Unterarmgehstützen unter Anleitung der Physiotherapie, erste Bewegungsübungen, Kühlung und konsequente Schmerztherapie.

  • Nach etwa 2 Wochen

    Beginn der Anschlussheilbehandlung

    Im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt folgt meist eine stationäre oder ambulante Reha zum Aufbau von Beweglichkeit, Kraft und Gangsicherheit.

  • Nach 4–6 Wochen

    Gehhilfen meist nicht mehr nötig

    Beweglichkeit und Belastbarkeit im Alltag nehmen spürbar zu.

  • Nach 6–12 Wochen

    Rückkehr zu Alltag und Büroarbeit

    Die meisten Alltags- und Bürotätigkeiten sind wieder möglich; gelenkschonende Sportarten können schrittweise wieder aufgenommen werden.

  • Langfristig

    Endgültiges Ergebnis nach mehreren Monaten

    Ein Großteil des Endresultats ist meist nach etwa 3–6 Monaten, das endgültige Ergebnis oft erst nach etwa einem Jahr erreicht.

Alltag & Sport

Wann kann ich wieder …?

Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom individuellen Heilungsverlauf ab.

Auto fahren

ca. 6–8 Wochen

Sobald Kraft und Beweglichkeit für eine sichere Notbremsung ausreichen.

Büroarbeit

ca. 6–8 Wochen

Mit der Möglichkeit, zwischendurch aufzustehen und das Bein hochzulegen.

Körperlich arbeiten

ca. 3–4 Monate

Abhängig vom Ausmaß der Steh-, Geh- und Hebebelastung im Beruf.

Fahrrad fahren

ca. 8–12 Wochen

Nach ausreichendem Kraft- und Beweglichkeitsaufbau.

Schwimmen

ca. 8–12 Wochen

Nach vollständiger Wundheilung.

Wandern / Spazieren

stufenweise ab den ersten Wochen

Distanz und Tempo werden schrittweise gesteigert.

Golf

ca. 3–4 Monate

Nach ausreichendem muskulärem Aufbau und guter Beweglichkeit.

Tennis

individuell abzustimmen

Wegen der Dreh- und Stoßbelastung nur eingeschränkt empfohlen.

Reisen

kurze Reisen ab ca. 6–8 Wochen

Bei längeren Reisen regelmäßige Bewegungspausen einplanen.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Die grundsätzlichen Ergebniserwartungen entsprechen der Standard-Implantation einer Knie-Totalendoprothese, siehe hierzu unsere Seite zur Implantation einer Knie-TEP.

Der Einsatz von VELYS soll durch die kontinuierliche, objektive Erfassung von Beinachse, Bandspannung und Implantatposition während der Operation eine besonders individuell abgestimmte und reproduzierbare Ausrichtung der Prothese ermöglichen. Ob sich dies auch langfristig in messbar besseren klinischen Ergebnissen, etwa bei Beweglichkeit oder Haltbarkeit der Prothese, niederschlägt, wird wissenschaftlich weiter untersucht, VELYS ist zunächst vor allem ein Hilfsmittel zur präziseren Umsetzung der operativen Planung, keine grundsätzlich andere Art von Prothese.

Wie bei jeder Knie-Totalendoprothese wird das Ergebnis außerdem vom präoperativen Befund, dem Körpergewicht, Begleiterkrankungen und der konsequenten Mitarbeit in der Reha beeinflusst. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Die allgemeinen und spezifischen Operationsrisiken entsprechen denen jeder Knie-Totalendoprothese (Nachblutung, Wundinfektion, Narkoserisiken, Thrombose, selten Nerven- oder Gefäßverletzung, Bewegungseinschränkung, langfristig Lockerung oder Infektion des Implantats), die ausführliche Darstellung finden Sie auf unserer Seite zur Implantation einer Knie-TEP.

Ein zusätzliches, VELYS-spezifisches Risiko ist eine technische Störung des Navigationssystems während der Operation. In einem solchen seltenen Fall kann der Operateur jederzeit auf die konventionelle Operationstechnik ohne Navigation wechseln, ohne dass dadurch für Sie ein relevanter Nachteil entsteht.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Plötzliche Bewegungseinschränkung oder ein Instabilitätsgefühl im Kniegelenk
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
  • Atemnot
  • Ein Sturz auf das operierte Bein

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Bei MedArtes

VELYS bei MedArtes

Als Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung (EPZmax, zertifiziert durch endoCert) setzen wir das VELYS-System bereits im Rahmen der robotergestützten Knieendoprothetik ein. Ob eine roboterassistierte Implantation für Sie geeignet ist, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung und Ihrer individuellen Anatomie und besprechen die für Sie sinnvolle Vorgehensweise gemeinsam mit Ihnen.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur roboterassistierten Implantation mit VELYS

Führt der Roboter die Operation durch?

Nein. VELYS ist ein Navigationssystem, das den Operateur mit Echtzeit-Daten unterstützt. Die Knochenschnitte führt weiterhin der Operateur selbst aus, die Kontrolle über den Eingriff verbleibt zu jedem Zeitpunkt bei ihm.

Brauche ich vor der Operation eine CT-Untersuchung?

Nein. VELYS arbeitet bildfrei und erfasst die Anatomie Ihres Knies direkt im Operationssaal, sodass keine zusätzliche CT-Untersuchung im Vorfeld nötig ist.

Dauert die Operation mit VELYS länger?

Durch die zusätzliche intraoperative Erfassung der Anatomie kann der Eingriff etwas länger dauern als eine konventionelle Implantation.

Ist das Ergebnis mit VELYS besser als ohne Navigation?

VELYS soll eine besonders individuell abgestimmte und reproduzierbare Ausrichtung der Prothese ermöglichen. Ob sich dies langfristig in messbar besseren klinischen Ergebnissen niederschlägt, wird wissenschaftlich weiter untersucht.

Wird bei jeder Knie-TEP-Implantation VELYS eingesetzt?

Das VELYS-System kann bei den meisten Patienten eingesetzt werden, die für eine Knie-Totalendoprothese infrage kommen. Ob es in Ihrem individuellen Fall sinnvoll ist, besprechen wir gemeinsam mit Ihnen.

Was passiert, wenn das System während der Operation ausfällt?

In diesem seltenen Fall kann der Operateur jederzeit auf die konventionelle Operationstechnik ohne Navigation wechseln, ohne dass dadurch für Sie ein relevanter Nachteil entsteht.

Unterscheidet sich die Reha nach einer VELYS-Implantation von der Standard-Reha?

Nein. Der Einsatz von VELYS betrifft nur die Operation selbst. Nachbehandlung und Reha-Zeitplan entsprechen der Standard-Implantation einer Knie-Totalendoprothese.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine Roboterassistierte Knie-TEP-Implantation mit VELYS empfohlen wurde und Sie den Ablauf und Ihre individuelle Eignung besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.