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Knie · Gonarthrose · Operation

Implantation einer Knie-Totalendoprothese

Ersatz der verschlissenen Gelenkoberflächen des Kniegelenks durch ein künstliches Gelenk

Ziel der Knie-Totalendoprothese (Knie-TEP) ist es, die durch den Knorpelverschleiß geschädigten Gelenkflächen von Ober- und Unterschenkel durch glatte, künstliche Oberflächen zu ersetzen. Dadurch verbessert sich die Lebensqualität deutlich: Der Arthroseschmerz nimmt ab, und die Beweglichkeit im Alltag nimmt wieder deutlich zu. Die Indikation zur Operation stellen wir sehr streng, erst wenn die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind und der Leidensdruck entsprechend hoch ist. Diese Seite erklärt Ihnen, wie die Operation konkret abläuft und was in den Wochen danach auf Sie zukommt. Die Erkrankung selbst, die Diagnostik und die konservativen Behandlungsmöglichkeiten sowie die Abgrenzung zu Teilprothese und roboterassistierter Implantation finden Sie auf unserer Gonarthrose-Seite.

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Kurzüberblick

Die Operation auf einen Blick

Realistische Orientierungswerte, der individuelle Verlauf kann abweichen.

Operationsdauer

Meist etwa 60–90 Minuten, abhängig von Anatomie und gewähltem Verfahren.

Narkose

Spinalanästhesie (häufig mit Sedierung) oder Vollnarkose, oft ergänzt durch eine periphere Nervenblockade zur Schmerztherapie.

Krankenhausaufenthalt

In der Regel etwa 5–8 Tage.

Mobilisation

Nach unserem Fast-Track-Konzept meist noch am Operationstag oder am Folgetag mit Gehhilfen unter physiotherapeutischer Anleitung.

Belastung

Bei zementierter Prothese meist Vollbelastung von Anfang an erlaubt; bei zementfreier Verankerung teils vorübergehend angepasste Belastung.

Gehstützen

Unterarmgehstützen meist für etwa 2–4 Wochen zur Sicherheit und Entlastung.

Rehabilitation

Eine Anschlussheilbehandlung (stationär oder ambulant) im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt wird in der Regel empfohlen.

Arbeitsunfähigkeit

Je nach Tätigkeit ca. 6–8 Wochen (Büro) bis ca. 3–4 Monate (körperlich fordernde Arbeit).

Autofahren

Häufig nach etwa 6–8 Wochen möglich, sobald Kraft und Beweglichkeit für eine sichere Notbremsung ausreichen.

Der Eingriff

Wie läuft die Operation ab?

Vorbereitung und Narkose

Sie werden in Rückenlage gelagert. Der Eingriff erfolgt meist in Spinalanästhesie, häufig kombiniert mit einer leichten Sedierung, oder in Vollnarkose. Zur Schmerztherapie nach der Operation wird häufig zusätzlich eine periphere Nervenblockade des Beins gesetzt. Während der Operation kommt oft eine Blutsperre am Oberschenkel zum Einsatz, um übersichtliche Sichtverhältnisse zu schaffen.

Zugang

Über einen Hautschnitt von etwa 12–18 Zentimetern an der Vorderseite des Knies wird das Gelenk eröffnet. Die Kniescheibe wird dabei zur Seite gehalten, um freien Zugang zu den Gelenkflächen von Ober- und Unterschenkel zu erhalten.

Der eigentliche Eingriff

Der Operateur entfernt den verschlissenen Knorpel sowie eine dünne Knochenschicht an der Gelenkfläche des Oberschenkelknochens (Femur) und des Schienbeinkopfs (Tibia). Mit computergestützten Schnittlehren oder Instrumenten werden die Sägeschnitte präzise auf Ihre individuelle Beinachse und Bandspannung abgestimmt. Zunächst werden Probeimplantate eingesetzt und Beweglichkeit sowie Bandstabilität geprüft. Bei Bedarf wird auch die Rückseite der Kniescheibe geglättet oder mit einer Kunststoffkomponente versehen. Anschließend werden die endgültige Femur- und Tibiakomponente, je nach Verfahren zementiert oder zementfrei, sowie eine Kunststoff-Gleitfläche dazwischen eingesetzt, die die Funktion des ursprünglichen Knorpels übernimmt.

Abschluss

Nach Kontrolle von Beweglichkeit, Bandspannung und korrektem Sitz der Implantate wird die Wunde schichtweise verschlossen. Eine Wunddrainage wird heute seltener eingesetzt als früher. Üblich sind ein steriler Verband sowie häufig ein Kompressionsverband zur Abschwellung.

Technische Varianten

Gibt es unterschiedliche Verfahrensvarianten?

Zementierte vs. zementfreie Verankerung

Bei der zementierten Verankerung werden die Implantate mit Knochenzement fixiert und können meist sofort voll belastet werden. Bei der zementfreien Verankerung wächst der Knochen in eine spezielle Implantatoberfläche ein; sie eignet sich vor allem bei guter Knochenqualität.

Konventionelle vs. computer-/roboterassistierte Implantation

Bei der roboterassistierten Implantation unterstützt eine computergestützte Planung die individuelle Ausrichtung der Schnitte. Ob sich dies langfristig in besseren klinischen Ergebnissen niederschlägt, wird wissenschaftlich weiter untersucht.

Kreuzband-erhaltendes vs. -ersetzendes Design

Ist das hintere Kreuzband intakt und stabil, kann ein kreuzbanderhaltendes Prothesendesign gewählt werden. Bei geschädigtem oder fehlendem Kreuzband kommt ein Design zum Einsatz, das dessen Funktion durch die Prothesenform selbst übernimmt.

Ersatz der Kniescheibenrückfläche

Je nach Zustand des Knorpels hinter der Kniescheibe wird diese entweder nur geglättet oder zusätzlich mit einer Kunststoffkomponente versehen.

Standardimplantat vs. patientenindividuell gefertigte Prothese

Bei komplexer oder stark abweichender Kniegelenkanatomie kann anstelle eines Standardimplantats eine anhand Ihrer eigenen Bildgebung individuell angefertigte Prothese infrage kommen.

Welche Kombination dieser Varianten für Sie geeignet ist, ergibt sich aus Ihrer Anatomie, der Knochenqualität, der Bandstabilität und den Ergebnissen der Bildgebung. Wir besprechen die im Einzelfall sinnvolle Vorgehensweise gemeinsam mit Ihnen.

Direkt danach

Was passiert unmittelbar nach der Operation?

Wir behandeln nach dem Fast-Track-Konzept, einem abgestimmten Zusammenspiel aus wirksamer Schmerztherapie, früher Mobilisation und strukturierter Reha-Planung, das einen zügigen Genesungsverlauf unterstützen soll. Die erste Mobilisation erfolgt danach meist bereits am Operationstag oder am Folgetag, begleitet durch die Physiotherapie.

Ein Wundschmerz ist normal und wird konsequent mit Schmerzmitteln sowie Kühlung behandelt. Je nach Verankerungsart darf das operierte Bein meist von Beginn an oder nach kurzer Anpassungszeit voll belastet werden; zur Sicherheit werden zunächst Unterarmgehstützen genutzt. Physiotherapie beginnt in der Regel bereits im Krankenhaus und umfasst Bewegungsübungen, Gangschulung und den Aufbau der Oberschenkelmuskulatur. Der stationäre Aufenthalt dauert üblicherweise etwa 5–8 Tage.

Zum Wundverschluss verwenden wir in der Regel Hautklammern. Duschen ist meist möglich, sobald die Wunde trocken und reizlos ist. Eine Wundkontrolle mit Entfernung der Klammern erfolgt üblicherweise nach etwa 12–14 Tagen. Zur Vorbeugung einer Thrombose wird für mehrere Wochen eine medikamentöse Prophylaxe eingesetzt.

Zeitlicher Verlauf

Wie geht es zu Hause weiter?

  • Erste Tage

    Mobilisation mit Gehhilfen

    Gehen mit Unterarmgehstützen unter Anleitung der Physiotherapie, erste Bewegungsübungen zur Beweglichkeit des Kniegelenks, Kühlung und konsequente Schmerztherapie.

  • Direkt im Anschluss

    Anschlussheilbehandlung (AHB)

    Die Anschlussheilbehandlung schließt direkt an den stationären Aufenthalt an, ohne Unterbrechung dazwischen. In der stationären oder ambulanten Reha werden Beweglichkeit, Kraft und Gangsicherheit intensiv aufgebaut.

  • Nach 4–6 Wochen

    Gehhilfen meist nicht mehr nötig

    Viele Patienten können die Gehstützen in diesem Zeitraum ablegen. Die Beweglichkeit und Belastbarkeit im Alltag nehmen spürbar zu.

  • Nach 6–12 Wochen

    Rückkehr zu Alltag und Büroarbeit

    Die meisten Alltagstätigkeiten und Bürotätigkeiten sind wieder möglich. Gelenkschonende Sportarten können schrittweise wieder aufgenommen werden.

  • Langfristig

    Endgültiges Ergebnis nach mehreren Monaten

    Beweglichkeit und Belastbarkeit verbessern sich häufig noch über mehrere Monate. Ein Großteil des Endresultats ist meist nach etwa 3–6 Monaten, das endgültige Ergebnis oft erst nach etwa einem Jahr erreicht.

Alltag & Sport

Wann kann ich wieder …?

Alle Angaben sind Orientierungswerte und hängen vom individuellen Heilungsverlauf ab.

Auto fahren

ca. 6–8 Wochen

Sobald Kraft und Beweglichkeit für eine sichere Notbremsung ausreichen.

Büroarbeit

ca. 6–8 Wochen

Mit der Möglichkeit, zwischendurch aufzustehen und das Bein hochzulegen.

Körperlich arbeiten

ca. 3–4 Monate

Abhängig vom Ausmaß der Steh-, Geh- und Hebebelastung im Beruf.

Fahrrad fahren

ca. 8–12 Wochen

Nach ausreichendem Kraft- und Beweglichkeitsaufbau, zunächst auf ebener Strecke.

Schwimmen

ca. 8–12 Wochen

Nach vollständiger Wundheilung, zunächst ohne Brustschwimmen-Beinschlag.

Wandern / Spazieren

stufenweise ab den ersten Wochen

Distanz und Tempo werden entsprechend dem Heilungsverlauf schrittweise gesteigert.

Golf

ca. 3–4 Monate

Nach ausreichendem muskulärem Aufbau und guter Beweglichkeit.

Tennis

individuell abzustimmen

Wegen der Dreh- und Stoßbelastung nur eingeschränkt empfohlen; im Einzelfall mit dem Operateur besprechen.

Skifahren

individuell abzustimmen

Eine pauschale Zeitangabe ist hier nicht möglich, Eignung und Zeitpunkt im Zweifel individuell klären.

Reisen

kurze Reisen ab ca. 6–8 Wochen

Bei längeren Auto- oder Flugreisen regelmäßige Bewegungspausen wegen des Thromboserisikos einplanen.

Gartenarbeit

ca. 8–12 Wochen

Zunächst ohne längeres Knien oder Hocken.

Knien

individuell verschieden

Kann für manche Patienten dauerhaft ungewohnt oder unangenehm bleiben; ein Sicherheitsrisiko besteht dadurch nicht.

Erwartungen

Welche Ergebnisse kann ich erwarten?

Der arthrosebedingte Schmerz bessert sich bei den meisten Patienten deutlich, oft bereits in den ersten Wochen nach der Operation.

Die Beweglichkeit des Kniegelenks verbessert sich in der Regel spürbar, eine vollständige Beugung wie in einem gesunden Knie wird jedoch nicht immer erreicht. Die Belastbarkeit im Alltag ist nach abgeschlossener Reha meist gut. Manche Patienten berichten über gelegentliche Restbeschwerden, etwa Wetterfühligkeit oder ein ungewohntes Gefühl beim Knien, das künstliche Gelenk selbst wird von den meisten im Alltag nicht bewusst wahrgenommen. Die Fähigkeit zu gelenkschonenden Sportarten ist meist gut, während Sportarten mit hoher Stoß- oder Drehbelastung individuell abgestimmt werden sollten.

Das Ergebnis wird unter anderem vom präoperativen Befund, dem Körpergewicht, Begleiterkrankungen und der konsequenten Mitarbeit in der Reha beeinflusst. Eine Erfolgsgarantie kann Ihnen niemand geben, die individuelle Prognose besprechen wir mit Ihnen anhand Ihres Befunds.

Offen informiert

Welche Risiken bestehen?

Allgemeine Operationsrisiken

Wie bei jeder Operation bestehen grundsätzliche Risiken wie Nachblutung, Wundinfektion, Narkoserisiken sowie ein Thrombose- und Embolierisiko. Zur Vorbeugung wird routinemäßig eine medikamentöse Thromboseprophylaxe eingesetzt.

Spezifische Risiken dieser Operation

Selten kann es zu einer Verletzung von Nerven oder Gefäßen in der Umgebung des Kniegelenks kommen. Bei sorgfältiger Planung sind eine relevante Beinlängendifferenz oder Achsabweichung selten. Trotz Reha bleibt bei manchen Patienten eine gewisse Bewegungseinschränkung bestehen. Bei einem Sturz auf das operierte Bein kann es zu einer periprothetischen Fraktur, also einem Knochenbruch im Bereich des Implantats, kommen.

Langfristige Risiken

Wie jedes künstliche Gelenk kann sich eine Knieprothese im Lauf der Jahre lockern oder die Kunststoff-Gleitfläche abnutzen. Auch Jahre nach der Operation kann es, etwa im Rahmen einer anderen Infektion im Körper, in seltenen Fällen zu einer periprothetischen Infektion kommen. In solchen Fällen kann eine Wechseloperation notwendig werden.

Warnzeichen

Worauf sollten Sie nach der Operation achten?

Bei diesen Anzeichen bitte zeitnah bzw. sofort melden

  • Fieber
  • Auffällige Wundverhältnisse: zunehmende Rötung, Nässen, Überwärmung oder starke Schwellung im Wundbereich
  • Ungewöhnlich starke oder zunehmende statt abnehmende Schmerzen
  • Plötzliche Bewegungseinschränkung oder ein Instabilitätsgefühl im Kniegelenk
  • Schwellung, Schmerz oder Überwärmung der Wade (mögliches Zeichen einer Thrombose)
  • Atemnot
  • Ein Sturz auf das operierte Bein

In diesen Fällen sollten Sie sich zeitnah bei uns oder in einer Notaufnahme vorstellen, statt abzuwarten.

Bei MedArtes

Implantation der Knie-Totalendoprothese bei MedArtes

Ob eine Totalendoprothese für Sie geeignet ist, klären wir anhand Ihrer Beschwerden, der klinischen Untersuchung und Ihrer Bildgebung. Als Endoprothetik-Zentrum der Maximalversorgung (EPZmax, zertifiziert durch endoCert) besprechen wir mit Ihnen gemeinsam, welches Verfahren, konventionell oder roboterassistiert, zementiert oder zementfrei, für Ihre individuelle Anatomie sinnvoll ist, und begleiten Sie durch Operation und Nachbehandlung.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Knie-Totalendoprothese

Wie groß ist die Narbe?

Der Hautschnitt ist etwa 12–18 Zentimeter lang und verläuft an der Vorderseite des Knies. Mit der Zeit verblasst die Narbe meist deutlich.

Wie stark sind die Schmerzen nach der Operation?

In den ersten Tagen ist ein Wundschmerz normal, der konsequent mit Schmerzmitteln und Kühlung behandelt wird. Er lässt mit fortschreitender Heilung deutlich nach.

Wie lange bin ich krankgeschrieben?

Das hängt stark von Ihrer beruflichen Tätigkeit ab: Bei überwiegend sitzender Tätigkeit sind oft nach sechs bis acht Wochen wieder Arbeitstage möglich, bei körperlich fordernder Arbeit kann es drei bis vier Monate dauern.

Wie lange hält eine Knieprothese?

Moderne Prothesen sind in der Regel auf eine langjährige Nutzung ausgelegt. Die tatsächliche Haltbarkeit hängt von individuellen Faktoren wie Aktivitätsniveau, Körpergewicht und Belastung ab und lässt sich nicht pauschal vorhersagen.

Kann ich mit einer Knieprothese wieder Sport treiben?

Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking sind für die meisten Patienten nach der Reha wieder gut möglich. Sportarten mit hoher Stoß- oder Drehbelastung sollten individuell mit dem Operateur abgestimmt werden.

Spüre ich meine Knieprothese im Alltag?

Die meisten Patienten nehmen ihr künstliches Kniegelenk im Alltag nicht bewusst wahr. Manche berichten über ein ungewohntes Gefühl beim Knien oder bei Wetterumschwüngen.

Darf ich mit einer Knieprothese ins MRT?

Ja, moderne Knieprothesen sind grundsätzlich MRT-tauglich. Weisen Sie das durchführende Zentrum vorab auf Ihr Implantat hin, damit die Untersuchung entsprechend angepasst werden kann.

Brauche ich vor einer Zahnbehandlung ein Antibiotikum?

Das ist heute nur noch in ausgewählten Situationen üblich, etwa bei erhöhtem Infektionsrisiko. Ob dies bei Ihnen sinnvoll ist, besprechen Sie am besten mit dem behandelnden Zahnarzt oder Operateur.

Kann ich nach der Operation wieder knien?

Grundsätzlich ist Knien mit einer Knieprothese möglich und ungefährlich. Manche Patienten empfinden es dauerhaft als ungewohnt oder unangenehm und weichen im Alltag darauf aus.

Operation besprechen

Wenn Ihnen eine Implantation einer Knie-Totalendoprothese empfohlen wurde und Sie den Ablauf und Ihre individuelle Eignung besprechen möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin.