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Schulter · Bizepssehnentendinopathie

Bizepssehnentendinopathie: Symptome, Diagnose und Behandlung

Bei einer Bizepssehnentendinopathie ist die lange Bizepssehne chronisch gereizt oder degenerativ verändert, meist im Sulcus intertubercularis, der knöchernen Rinne am Oberarmkopf, oder am Bizepssehnenanker, ihrem Ursprung am oberen Rand der Gelenkpfanne. Häufig tritt sie gemeinsam mit einer Rotatorenmanschettenpathologie oder einer Instabilität der Schulter auf, sie kann aber auch isoliert bei Überkopfsportlern entstehen. Typisch sind Schmerzen an der Schultervorderseite, die sich bei Beuge- und Drehbewegungen des Unterarms gegen Widerstand verstärken. Die Behandlung ist ganz überwiegend konservativ.

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Kurzüberblick

Das Wichtigste auf einen Blick

Was ist es?

Eine chronische Reizung oder degenerative Veränderung der langen Bizepssehne, meist im Sulcus intertubercularis oder am Bizepssehnenanker, häufig begleitend bei anderen Schulterproblemen.

Typische Beschwerden

Schmerzen an der Schultervorderseite, die sich bei Beugung und Auswärtsdrehung (Supination) des Unterarms gegen Widerstand sowie bei Druck auf die Bizepssehnenrinne verstärken.

Diagnostik

Klinische Provokationstests wie der Speed-Test und der Yergason-Test, ergänzt durch eine dynamische Ultraschalluntersuchung; bei Verdacht auf eine Begleitpathologie zusätzlich eine MRT.

Behandlung

Ganz überwiegend konservativ: Physiotherapie als Basis, ergänzt durch Stoßwellentherapie, HILT oder PRP-Infiltration.

Operation notwendig?

Nur bei therapieresistenten Verläufen, dann meist eine Bizepssehnentenodese, in ausgewählten Fällen eine Tenotomie.

Prognose

Bei konsequenter konservativer Behandlung bessern sich die Beschwerden bei vielen Patienten deutlich. Unbehandelt kann die Sehnenschädigung fortschreiten.

Beschwerdebild

Welche Symptome verursacht eine Bizepssehnentendinopathie?

Kennzeichnend sind Schmerzen an der Schultervorderseite, die sich durch bestimmte Bewegungen des Unterarms gezielt provozieren lassen.

Der Schmerz sitzt meist genau über der Bizepssehnenrinne an der Vorderseite der Schulter und kann entlang des Muskelbauchs in Richtung Ellenbogen ausstrahlen. Typischerweise verstärkt er sich beim Anheben oder Tragen von Lasten mit nach oben gedrehter Handfläche (Supination), bei Überkopftätigkeiten sowie bei gezieltem Beugen des Ellenbogens gegen Widerstand. Auch direkter Druck auf die Sehnenrinne, etwa beim Liegen auf der betroffenen Seite oder beim Anlehnen, kann Beschwerden auslösen.

Da eine Bizepssehnentendinopathie häufig gemeinsam mit einer Rotatorenmanschettenpathologie oder einer Instabilität der Schulter auftritt, überlagern sich die Beschwerden in solchen Fällen oft mit einem allgemeineren Schulterschmerz. Bei isolierten Fällen, etwa bei Überkopfsportlern, steht der vordere Sehnenschmerz meist klarer im Vordergrund.

Warnzeichen

Wann sollten Sie zeitnah einen Arzt aufsuchen?

Eine Bizepssehnentendinopathie ist kein Notfall, dennoch gibt es Situationen, die zeitnah abgeklärt werden sollten

Eine chronische Sehnenreizung entwickelt sich meist über einen längeren Zeitraum. In folgenden Situationen sollte die Schulter dennoch zeitnah untersucht werden:

  • Plötzlicher, stechender Schmerz mit hörbarem oder spürbarem „Schnappen" im Bereich der Bizepssehne, häufig gefolgt von einer sichtbaren Verlagerung des Muskelbauchs zum Ellenbogen hin (sogenanntes Popeye-Zeichen), möglicher Hinweis auf eine Ruptur der Sehne
  • Deutliche, plötzlich zunehmende Bewegungseinschränkung der Schulter
  • Anhaltende, trotz Schonung zunehmende Schmerzen über mehrere Wochen ohne Besserung

Da eine unbehandelte Tendinopathie im Verlauf als Vorstufe zu einer tatsächlichen Ruptur der Sehne gelten kann, sollten anhaltende Beschwerden nicht über Monate hinweg ignoriert werden.

Hintergrund

Was ist eine Bizepssehnentendinopathie?

Verlauf und Funktion der langen Bizepssehne

Die lange Bizepssehne entspringt am oberen Rand der Gelenkpfanne, dem sogenannten Bizepssehnenanker, verläuft von dort durch das Schultergelenk und tritt anschließend aus der Gelenkkapsel aus. Ein Halteapparat aus Bändern und Sehnenscheide, das sogenannte Pulley-System, führt und stabilisiert sie an dieser Austrittsstelle. Danach verläuft die Sehne durch den Sulcus intertubercularis, eine knöcherne Rinne zwischen den beiden Höckern des Oberarmkopfes, bevor sie in den Muskelbauch des Bizeps übergeht.

Wie entsteht die Sehnenveränderung?

Durch die enge, mechanisch beanspruchte Passage im Sulcus intertubercularis sowie am Übergang durch das Pulley-System ist die lange Bizepssehne besonders anfällig für chronische Reizung und degenerative Veränderung. Häufig tritt die Tendinopathie gemeinsam mit einer Rotatorenmanschettenpathologie auf, da die benachbarten Strukturen unter dem Schulterdach eng zusammenliegen und sich gegenseitig beeinflussen. Auch eine Instabilität der Schulter mit Beteiligung des Pulley-Systems kann dazu führen, dass die Sehne in der Rinne nicht mehr ausreichend geführt wird und vermehrtem Verschleiß ausgesetzt ist. Bei Überkopfsportlern kann die Erkrankung darüber hinaus isoliert durch wiederholte mechanische Überlastung des Sehnenursprungs und des Pulley-Systems entstehen, etwa beim Werfen, Schwimmen oder Tennis.

Risikofaktoren

  • Begleitende Rotatorenmanschettenpathologie
  • Instabilität des Schultergelenks mit Beteiligung des Pulley-Systems der Bizepssehne
  • Wiederholte Überkopfbelastung im Sport, etwa beim Werfen, Schwimmen oder Tennis
  • Zunehmendes Lebensalter mit nachlassender Sehnenqualität
  • Anatomische Besonderheiten des Sulcus intertubercularis
Wichtige Abgrenzung

Bizepssehnentendinopathie, Bizepssehnenruptur oder SLAP-Läsion, wo liegt der Unterschied?

Beschwerden der langen Bizepssehne werden häufig verwechselt, da sich die Symptome überschneiden können. Für die Behandlung ist die Unterscheidung dennoch wichtig:

  • Bizepssehnentendinopathie: Eine chronische Reizung oder ein Verschleiß der Sehne ohne vollständigen Substanzdefekt, die Sehne ist geschädigt, aber durchgehend intakt.
  • Bizepssehnenruptur: Ein tatsächlicher, teilweiser oder vollständiger Riss der Sehnenfasern, häufig mit plötzlichem Schmerz und sichtbarer Muskelverlagerung (Popeye-Zeichen) verbunden. Eine unbehandelte Tendinopathie gilt als mögliche Vorstufe einer solchen Ruptur.
  • SLAP-Läsion: Eine Verletzung des oberen Labrums am Bizepssehnenanker, also am Ursprung der Sehne selbst. Da die Sehne hier direkt am Labrum entspringt, kann dieser Ursprungsbereich bei einer Tendinopathie mitbetroffen sein; die SLAP-Läsion selbst entsteht jedoch häufiger im Zusammenhang mit einem Trauma oder einer Instabilität, vor allem bei jüngeren, sportlich aktiven Patienten.

Ob eine reine Sehnenreizung, ein Teilriss, eine vollständige Ruptur oder eine Beteiligung des Labrums vorliegt, lässt sich anhand von Beschwerdebild, klinischer Untersuchung und Bildgebung, insbesondere Ultraschall und bei Bedarf MRT, zuverlässig unterscheiden.

Untersuchung

Wie wird eine Bizepssehnentendinopathie diagnostiziert?

Klinische Provokationstests

Am Anfang steht die klinische Untersuchung mit gezielten Provokationstests. Beim Speed-Test hält der Patient den gestreckten Arm mit supiniertem Unterarm nach vorne angehoben, während der Untersucher Widerstand entgegensetzt, Schmerzen im Bereich der Bizepssehnenrinne gelten als Hinweis auf eine Reizung. Beim Yergason-Test wird der Ellenbogen 90 Grad gebeugt gehalten, während der Patient gegen Widerstand des Untersuchers den Unterarm supiniert; auch hier deutet ein Schmerz im Sulcus auf eine Tendinopathie hin. Ergänzend wird die Sehnenrinne selbst auf Druckschmerz abgetastet.

Dynamische Ultraschalluntersuchung

Der Ultraschall ist die zentrale Bildgebung zur Beurteilung der langen Bizepssehne. Er kann eine Verdickung oder strukturelle Veränderung des Sehnengewebes sowie eine begleitende Flüssigkeitsansammlung in der Sehnenscheide darstellen. Da die Sehne bei einer begleitenden Instabilität des Pulley-Systems aus der Rinne herausgleiten kann, wird die Untersuchung dynamisch durchgeführt: Während der Arm gedreht wird, lässt sich so beurteilen, ob die Sehne stabil im Sulcus geführt bleibt oder zeitweise heraussubluxiert.

MRT

Eine Magnetresonanztomographie wird ergänzend eingesetzt, wenn der Verdacht auf eine Begleitpathologie besteht, etwa eine Rotatorenmanschettenpathologie, eine SLAP-Läsion oder eine Instabilität des Schultergelenks, oder wenn der Ultraschallbefund unklar bleibt. Bei Verdacht auf eine Beteiligung des Labrums kann zusätzlich eine MR-Arthrographie sinnvoll sein.

Verhalten im Alltag

Was können Sie selbst tun?

Eine angepasste Belastungssteuerung hilft bei der Bizepssehnentendinopathie oft mehr als vollständige Schonung.

Reduzieren Sie vorübergehend Bewegungen, die die Schmerzen deutlich verstärken, insbesondere das Heben und Tragen von Lasten mit nach oben gedrehter Handfläche sowie wiederholte Überkopf- oder Wurfbewegungen im Sport. Eine vollständige Ruhigstellung der Schulter über längere Zeit ist meist nicht sinnvoll, da sie zu Bewegungseinschränkungen führen kann. Kühlung kann nach akuter Belastung kurzfristig Linderung verschaffen. Welche Bewegungen und Belastungssteigerungen im Einzelfall sinnvoll sind, sollte gemeinsam mit einem Arzt oder Physiotherapeuten festgelegt werden, insbesondere wenn zusätzlich eine Rotatorenmanschettenpathologie oder eine Instabilität vorliegt.

Therapieplanung

Wie wird eine Bizepssehnentendinopathie behandelt?

Nein, eine Bizepssehnentendinopathie muss in aller Regel nicht operiert werden. Die konservative Behandlung steht bei diesem Krankheitsbild klar im Vordergrund.

Ob und welche konservativen Maßnahmen im Vordergrund stehen, richtet sich nach der Dauer und Stärke der Beschwerden, dem Ultraschall- beziehungsweise MRT-Befund, einer eventuellen Begleitpathologie an Rotatorenmanschette oder Labrum, Ihrem Aktivitätsniveau und den individuellen Zielen. Eine Operation kommt nur in Betracht, wenn trotz konsequent ausgeschöpfter konservativer und interventioneller Behandlung über einen längeren Zeitraum weiterhin relevante Beschwerden bestehen.

Ohne Operation

Konservative Behandlung der Bizepssehnentendinopathie

Die konservative Behandlung steht bei der Bizepssehnentendinopathie klar im Vordergrund.

Gut etablierte Therapie

Physiotherapie

Gezieltes Training der Bizepssehne und der umgebenden Muskulatur, einschließlich der Rotatorenmanschette und der Schulterblattstabilisatoren, gilt als Basis der Behandlung. Bei begleitender Instabilität wird das Pulley-System durch ein entsprechendes Stabilisationstraining mitbehandelt.

Gut etablierte Therapie

Medikamentöse Schmerztherapie

Entzündungshemmende Schmerzmittel können in Phasen stärkerer Beschwerden kurzfristig eingesetzt werden, um Schmerzen zu reduzieren und die Teilnahme an der Physiotherapie zu erleichtern.

Sinnvolle Behandlungsoption

Stoßwellentherapie

Die Stoßwellentherapie ist bei der Bizepssehnentendinopathie eine besonders gut geeignete Behandlungsoption, die klassische Sehnenreizung ohne strukturellen Riss zählt zu den typischen Indikationen dieses Verfahrens. Sie kann ergänzend zum Training eingesetzt werden, um die Sehnenheilung anzuregen und Schmerzen zu lindern.

Mehr über die Stoßwellentherapie →
Sinnvolle Behandlungsoption

Hochintensive Lasertherapie (HILT)

Auch die hochintensive Lasertherapie eignet sich gut für dieses Krankheitsbild und kann ergänzend zur Physiotherapie eingesetzt werden, um Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit der Schulter zu verbessern.

Mehr über die HILT →
Innovativer Therapieansatz

PRP-Infiltration

Die PRP-Infiltration ist eine innovative Therapieoption, die die körpereigenen Regenerationsprozesse gezielt an der Sehne unterstützen soll. Gerade bei der Bizepssehnentendinopathie, einer klassischen Indikation für dieses Verfahren, kann sie sinnvoll sein, wenn andere konservative Maßnahmen allein nicht ausreichend ansprechen. Die wissenschaftliche Datenlage für diese Indikation wächst kontinuierlich.

Mehr über die PRP-Therapie →
Bildgesteuertes Verfahren

Welches interventionelle Verfahren gibt es bei der Bizepssehnentendinopathie?

Bei ausgeprägten Beschwerden, die auf Physiotherapie, Stoßwelle, HILT oder PRP nicht ausreichend ansprechen, kann eine gezielte Infiltration in die Sehnenscheide der langen Bizepssehne sinnvoll sein.

Dabei wird unter Ultraschallkontrolle eine kleine Menge eines entzündungshemmenden Medikaments präzise in die Sehnenscheide im Bereich des Sulcus intertubercularis eingebracht, nicht in die Sehne selbst, um deren Substanz nicht zusätzlich zu schwächen. Ziel ist eine rasche Linderung der Entzündung und der Schmerzen, um die weitere physiotherapeutische Behandlung zu erleichtern. Da wiederholte Kortisongaben das Sehnengewebe schwächen können, wird die Infiltration zurückhaltend und nach individueller Abwägung eingesetzt.

Therapieentscheidung

Wann ist eine Operation sinnvoll?

Eine Operation kommt bei der Bizepssehnentendinopathie nur infrage, wenn die Beschwerden trotz konsequent ausgeschöpfter konservativer und interventioneller Behandlung über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben und den Alltag oder Sport relevant einschränken.

Auch eine relevante Begleitpathologie, etwa eine gleichzeitig behandlungsbedürftige Rotatorenmanschettenpathologie oder eine SLAP-Läsion am Bizepssehnenanker, kann die Entscheidung für ein operatives Vorgehen mitbeeinflussen. In solchen Fällen wird die Bizepssehne häufig im Rahmen desselben Eingriffs mitversorgt.

Operative Verfahren

Welche Operationsverfahren gibt es?

Nur bei therapieresistenten Verläufen wird ein operatives Vorgehen erwogen.

Bizepssehnentenodese

Die geschädigte lange Bizepssehne wird von ihrem ursprünglichen, gereizten Ansatzbereich gelöst und an anderer Stelle, meist am Oberarmknochen, neu befestigt. Dadurch wird die Sehne aus dem mechanisch belasteten Bereich der Rinne und des Ansatzes entfernt, während Länge, Spannung und Kontur des Bizepsmuskels weitgehend erhalten bleiben. Dieses Verfahren ist bei therapieresistenten Beschwerden das Standardvorgehen, insbesondere bei jüngeren und aktiven Patienten.

Als einfachere Alternative kommt bei älteren, wenig aktiven Patienten mitunter auch eine Tenotomie infrage: Hierbei wird die Sehne lediglich durchtrennt, ohne sie an anderer Stelle neu zu befestigen. Der Eingriff ist kürzer und weniger aufwendig, geht jedoch als Kompromiss meist mit einer sichtbaren Verlagerung des Muskelbauchs zum Ellenbogen hin einher, dem sogenannten Popeye-Zeichen, sowie mitunter mit einem leichten Kraftverlust bei der Supination des Unterarms. Bei Patienten mit geringem Anspruch an Kraft und Kosmetik kann dies ein vertretbarer Kompromiss sein.

Nach dem Eingriff

Wie geht es nach der Operation weiter?

Nach einer Bizepssehnentenodese wird die Schulter zunächst für einige Wochen in einer Schlinge geschont, während frühzeitig eine schonende, geführte Physiotherapie beginnt, um Beweglichkeit und Kraft schrittweise wieder aufzubauen. Da die neu befestigte Sehne am Knochen anwachsen muss, wird die Belastung, insbesondere kräftiges Beugen des Ellenbogens gegen Widerstand, über mehrere Wochen behutsam gesteigert.

Nach einer Tenotomie ist keine Einheilung an einer neuen Fixationsstelle nötig, sodass die Belastung in der Regel zügiger gesteigert werden kann als nach einer Tenodese. Wann Sie die Schulter wieder voll belasten, überkopf arbeiten oder Sport treiben können, hängt vom gewählten Verfahren und dem individuellen Heilungsverlauf ab und wird im Rahmen der Nachsorge gemeinsam festgelegt.

Verlauf

Wie ist die Prognose bei einer Bizepssehnentendinopathie?

Mit einer konsequenten konservativen Behandlung bessern sich die Beschwerden bei vielen Patienten deutlich, sodass Alltag und Sport meist wieder ohne relevante Einschränkung möglich sind. Der Heilungsprozess des Sehnengewebes verläuft jedoch langsamer als bei vielen anderen Gewebearten, sodass mehrere Wochen bis Monate konsequenter Behandlung eingeplant werden sollten.

Wird die Tendinopathie nicht behandelt oder die auslösende Belastung nicht reduziert, kann sich die Sehnenschädigung im Verlauf verstärken und im ungünstigen Fall in eine tatsächliche Ruptur übergehen. Nach einer Bizepssehnentenodese oder Tenotomie berichten die meisten Patienten bei passender Indikation von einer deutlichen Schmerzlinderung.

Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Bizepssehnentendinopathie

Muss eine Bizepssehnentendinopathie immer operiert werden?

Nein. Die Behandlung ist ganz überwiegend konservativ. Eine Operation kommt erst infrage, wenn die Beschwerden trotz konsequent ausgeschöpfter konservativer und interventioneller Behandlung über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben.

Was bedeutet ein positiver Speed-Test oder Yergason-Test?

Beide Tests provozieren gezielt Schmerzen im Bereich der Bizepssehnenrinne durch Beugung beziehungsweise Supination des Unterarms gegen Widerstand. Ein positives Ergebnis liefert einen wichtigen klinischen Hinweis auf eine Reizung der langen Bizepssehne, ersetzt aber nicht die Bildgebung.

Warum tritt die Erkrankung oft zusammen mit anderen Schulterproblemen auf?

Die lange Bizepssehne verläuft in unmittelbarer Nachbarschaft zur Rotatorenmanschette und ist über das Pulley-System eng mit der Schulterstabilität verbunden. Probleme an diesen Strukturen können die Sehne mitbelasten oder ihre Führung in der Rinne beeinträchtigen.

Kann sich eine Tendinopathie zu einer Ruptur entwickeln?

Ja, unbehandelt oder bei fortbestehender Überlastung kann sich die chronische Sehnenschädigung im Verlauf verstärken und in eine tatsächliche Ruptur übergehen. Eine frühzeitige, konsequente Behandlung kann diesem Übergang entgegenwirken.

Ist eine PRP-Infiltration bei dieser Erkrankung sinnvoll?

Die PRP-Infiltration ist ein innovativer Therapieansatz, der gezielt die körpereigene Regeneration der Sehne unterstützen soll. Sie kann bei einer Bizepssehnentendinopathie, die auf andere konservative Maßnahmen nicht ausreichend anspricht, das Behandlungskonzept sinnvoll ergänzen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Tenodese und einer Tenotomie?

Bei der Tenodese wird die Sehne an anderer Stelle neu befestigt, wodurch Kontur und Kraft des Bizepsmuskels weitgehend erhalten bleiben. Bei der Tenotomie wird die Sehne lediglich durchtrennt, ohne Neubefestigung, ein einfacherer Eingriff, der jedoch meist zu einer sichtbaren Muskelverlagerung (Popeye-Zeichen) führt und daher eher bei älteren, weniger aktiven Patienten gewählt wird.

Wie lange dauert die Genesung nach einer Bizepssehnentenodese?

Die Schulter wird zunächst mehrere Wochen geschont, während frühzeitig eine geführte Physiotherapie beginnt. Bis zur vollen Belastbarkeit, insbesondere für kräftiges Heben oder Sport, vergehen meist mehrere Wochen bis Monate. Die genaue Dauer hängt vom individuellen Heilungsverlauf ab.

Bei MedArtes

Behandlung der Bizepssehnentendinopathie bei MedArtes

Am Anfang steht bei uns immer eine genaue Diagnose. Auf dieser Grundlage besprechen wir gemeinsam mit Ihnen, welche Behandlung in Ihrer individuellen Situation medizinisch sinnvoll ist.

Je nach Befund reicht das Spektrum von gezielter Physiotherapie über Stoßwellentherapie, HILT und PRP-Infiltration bis hin zu einer gezielten Infiltration in die Sehnenscheide und, bei therapieresistenten Verläufen, einer Bizepssehnentenodese. Wir legen besonderen Wert auf eine differenzierte Diagnostik mittels dynamischem Ultraschall, um eine mögliche Begleitpathologie an Rotatorenmanschette oder Labrum zuverlässig zu erkennen.

Zur Sicherheit

Zweitmeinung vor einer Bizepssehnenoperation

Bestehen die Beschwerden trotz mehrmonatiger konservativer und interventioneller Behandlung fort oder wird eine Tenodese beziehungsweise Tenotomie empfohlen, kann eine unabhängige Zweitmeinung eine gute Entscheidungsgrundlage bieten. Dabei werden Ihre Beschwerden, der Ultraschall- beziehungsweise MRT-Befund, bereits ausgeschöpfte konservative Maßnahmen sowie das empfohlene operative Vorgehen erneut eingeordnet.

Beschwerden abklären lassen

Wenn Sie Schmerzen an der Schultervorderseite bemerken oder eine spezialisierte Einschätzung Ihrer Diagnose wünschen, vereinbaren Sie gerne einen Termin in unserer Sprechstunde.